Leserartikel-Blog

Phänomen EXPRESSIONISMUS: Ausstellung „BRÜCKE und Blaues Haus“ im Stadtmuseum HOFHEIM am Taunus

Teil des Kooperationsprojektes des Kulturfonds Frankfurt RheinMain - Region Frankfurt Rhein-Main – im Zeitraum 2009 bis 2011 ist die Ausstellung „Brücke und Blaues Haus“ im Stadtmuseum Hofheim am Taunus, die man sich als Liebhaber des „Phänomen EXPRESSIONISMUS“ unbedingt ansehen sollte. Hier erlebt man spontan eine authentische freundliche Atelier-Atmosphäre mit Galerie-Fluidum: Wie ein Rundgang durch die Arbeitsräumen eines bildenden Künstlers begegnen uns die in einer Ebene gelegenen großen Ausstellungsräume, in denen wirklich (!) moderne Kunst gezeigt wird – mit beeindruckenden Original-Druckstöcken und Abzügen davon sowie Plastiken der afrikanischen Kunst samt großen und kleinen Skulpturen der ausgestellten Künstler.

Warum HOFHEIM a.Taunus so bedeutsam ist

Viele bedeutende Künstler des Expressionismus haben eine Verbindung zur Kreisstadt. So bewohnte Hanna Bekker vom Rath ab 1920 das „Blaue Haus“ in der Kapellenstraße: Sie beherbergte dort nicht nur viele Künstlerkollegen, sondern baute auch eine bedeutende Sammlung mit Werken des deutschen Expressionismus auf. Ein Teil dieser Werke wird noch bis 20. Februar 2010 im Stadtmuseum in der Ausstellung „BRÜCKE und Blaues Haus. Heckel, Kirchner, Schmidt-Rottluff und die Sammlerin Hanna Bekker vom Rath“ zu sehen sein.

Die künstlerische Kooperation des Kulturfonds hat es erreicht, dass kunstinteressierte Menschen die Gelegenheit haben, an mehrere Orte in der Region Rhein-Main zu fahren, um sich ergänzende Ausstellungen zu besuchen. Ohne Dopplungen zu sehen. Mein Vorschlag: Auf dem Autobahn-Weg nach Wiesbaden Beiträge zur Ausstellung im Wiesbadener Museum einen Abstecher ins romantische HOFHEIM machen (1). Zum „Phänomen Expressionismus“. werden nicht nur „BRÜCKE“-Arbeiten mit Schwerpunkt auf den bis 1920 entstandenen Holzschnitten und Holzskulpturen der Mitglieder Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff gezeigt; außerdem werden Werke von anderen Künstlern wie Meidner, Jawlensky und Archipenko und anderen bekannten Namen aus der Sammlung von Bekker vom Rath ausgestellt (siehe a&s-p-Bildergalerie, die DANK der Fotoerlaubnis des Museums entstanden ist). Darunter sind Köpfe und Portraits auch von Emil Nolde und Akte oder Figuren von Käthe Kollwitz. Das Museum Wiesbaden besitzt die Sammlung der Galeristin und Mäzenin Hanna Bekker vom Rath.

Eine wahre Vielfältigkeit der Werke in Form von Aquarellen, Zeichnungen, Holzschnitten und Skulpturen – samt Informationstafeln zu den Künstlern und Büchern in Vitrinen sowie Videos über Monitoren - schafft die angenehme Atelier-Atmosphäre, weil die Aussteller auf die Präsentation viel Platz einnehmender großer Ölgemälde verzichtet haben.

Bürgermeisterin Gisela Stang war es dabei wichtig, dass auch Kinder und Jugendliche einen Zugang zur Ausstellung finden: „Wir wollen Kunst und Kultur greifbar machen“, sagt sie. Ein Beispiel dafür sei das Pilotprojekt „Seitenwechsel“, in dem Schüler des Leistungskurses Kunst der Stufe 12 der Main-Taunus-Schule nicht nur Kunstbetrachter, sondern auch Kunstvermittler sein werden. (http://www.hofheim.de/The... .)

In einer Presserklärung heißt es: „Wir schätzen uns glücklich, diese Ausstellung zum Kooperationsprojekt des Kulturfonds Frankfurt RheinMain beitragen zu können und Hofheim als Stadt des ,Blauen Hauses’ einem breiteren Publikum vorstellen zu können“ – Erklärung der Bürgermeisterin Gisela Stang. Und: „Johanna Bekker vom Rath hat mit ihrem herausragenden Wirken die Identität der Region gewissermaßen vorgezeichnet. Deshalb ist diese Ausstellung ein wesentlicher Bestandteil des großen Netzwerks, zu dem sich auf Initiative des Kulturfonds erstmals rund 20 renommierte Kunst- und Kulturinstitutionen im Rhein-Main-Gebiet zusammengeschlossen haben, um die vielfältige Verflechtung einer Stilepoche mit der Region in ganz unterschiedlichen Facetten darzustellen“, erläuterte Professor Dr. Herbert Beck.

„Blauen Haus“ in Hofheim & Künstlerin/Galeristin/Mäzenin Hanna Bekker vom Rath

In ihrem „Blauen Haus“ in Hofheim vereinte Hanna Bekker vom Rath seit 1920 Werke des Expressionismus. Der expressionistische Holzschnitt zählte zu den Schwerpunkten ihrer Sammlung. Die Hofheimer Ausstellung zeigt – im Kontrast zur Kunst des „Blauen Reiter“ (1) und E-L. KIRCHNERs großer Kunst mit „Neuem Stil“ (2) - besonders Holzschnitte und Holzskulpturen der „Brücke“-Mitglieder Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff zum Thema der menschlichen FIGUR. Zudem wird das Thema Figur, in der eindrucksvollen graphischen Auseinandersetzung der Brücke-Künstler, einer Auswahl von gut 40 Werken weiterer Künstler aus dem Sammlungs-Nachlass Hanna Bekker vom Rath gegenübergestellt. Ihre Auseinandersetzung mit der menschlichen FIGUR kann an ähnlichen Motiven verglichen werden: in der Haltung, im Einzelporträt, im Selbstbildnis oder in der Figurengruppe, im Interieur und in der Natur.

Viele dieser Künstler waren Gäste in Hofheim, manche fanden hier ein Arbeits-Refugium während des Dritten Reiches. Der Katalog informiert bestens hierzu (15 Euro). Weitere Informationen zum Kooperationsprojekt „Phänomen Expressionsmus“ des Kulturfonds Frankfurt RheinMain unter www.kulturfonds-frm.de.

Hanna Bekker vom Rath & ihr „Blaues Haus“

Im Katalog zur Ausstellung erfahren wir, dass Hanna Bekker (1893 Frankfurt – 1983 Bad Nauheim) Mal- und Zeichenunterricht in Stuttgart als Schülerin von Ida Kerkovius und Adolf Hoelzel hatte (1915-17). 1929 gründete sie die „Gesellschaft der Freunde der Kunst Alexej von Jawlenskys“; JAWLENSKY – „Blaue Reiter“ Künstler – wohnte seit 1921 in Wiesbaden, lebte damals finanziell unsicher, hatte Arthritis. Das „Blaue Haus“ in Hofheim (Blau das Holzwerk mit gelb-orangen Feldern; Name von Ida Kerkovius geprägt) erhielt 1924 die Farbgebung, 1946 wurde es von amerikanischen Truppen besetzt, die Sammlung blieb ohne die Sammlerin zurück. 1947 gründete H.B.v.R. das bekannte – von mir später oft besuchte – „Frankfurter Kunstkabinett“ (Galerie am Börsenplatz), wonach die Galeristin sich nur noch selten an Ausstellungen beteiligt hat. Viele Sammlungs-Stücke gelangten später ins Museum Wiesbaden (30 Hauptwerke) ins Brücke-Museum Berlin und das Städelsche Kunstinstitut Frankfurt.

NATIONALSOZIALISMUS & „Entartete Kunst“

H.B.v.R. begann 1934 in Hofheim ihre Tätigkeit als private Vermittlerin von Werken verfemter Künstler im Blauen Haus. In ihrer Atelier-Wohnung in Berlin zeigte H.B.v.R. zwischen 1939 und 1943 heimliche Ausstellungen „entarterer“ Künstler. (Quelle: Katalog.)

SCHMIDT-ROTLUFF hielt sich mehrmals in Hofheim auf. 1932 kam er zum ersten Mal und kehrte bis 1972 regelmäßig dorthin zurück. Im „Blauen Haus“ traf er seine Freunde Erich Heckel und Emy Roeder. Hofheim wurde so zum geistigen Zentrum des Expressionismus. „Selbst Frankfurt kann da vor Neid erblassen“, sagt Herbert BECK.

Ob als Einzelfigur oder als Gruppe, als Akt, als Ausdruck eines geistigen oder seelischen Zustands oder als individuelles Portrait (siehe a&s-Bilderserie & Katalog) – das Sujet der FIGUR nimmt im HOLZSCHNITT der Brücke-Künstler eine absolute Vorrangstellung ein. Schön, dass in Hofheim ergänzend Druckstöcke, Zeichnungen, Skulpturen und Objekte - letztere aus dem Bereich der angewandten Kunst – präsentiert werden.

BRÜCKE-Liebe zum primitivistisch-expressiven Ausdruck: Kunst der Naturvölker & paradiesische Nacktheit

Die BRÜCKE-Künstler begeisterten sich für das Ursprüngliche, Unverbildete, Naturnahe: Schnitzarbeiten aus Afrika und Ozeanien entdeckten sie für ihre Malereien und Graphiken, die sie im Völkerkundemuseum oder in ethnografischen Publikationen studierten. Als eine dem eigenen Stilempfinden parallele Kunstäußerung wurde die Kunst der „Naturvölker“ empfunden. In primitivistischer Bildsprache wurden Gesichter und Körper mit Gliedmaßen modelliert. Betont wurden die sekundären Geschlechtsmerkmale wenn paradiesische Nacktheit dargestellt wurde und unverfälschte Urzustände beschworen und gelebt werden sollten. Gerne badeten die Künstler mit ihren Modellen und Freundinnen und genossen den Aufenthalt in der Natur. Über NACKTHEIT & KUNST siehe mehr in Abschnitt „Die Kunst des AKTes: Nacktheit – Voyeurismus – Exhibitionismus - Erotik?“ - http://www.giessener-zeit... .

Afrikanisches Schnitzwerk & BRÜCKE-Expressinismus

Wie nahe die „Brücke“ an afrikanischem Schnitzwerk war, ist augenfällig. Nicht nur im Vergleich mit Heckels Holzplastik „Trägerin“ (Bild der a&s-p-Galerie) oder Schmidt-Rottluffs Holzschnitten wie „Kniende“ (vgl. Cover Katalog – a&s-Installation – a&s-Mutation) und „Große Prophetin“, zu denen passende Druckstöcke aus Berlins Brücke-Museum nach Hofheim am Taunus ins Stadtmuseum gekommen sind. Gewollten „PRIMITIVISMUS“ mit direkter, kantiger und unverfälschter Formensprache reflektieren Holzschnitte wie Heckels „Fränzi liegend“, Schmidt-Rottluffs „Frau auf Teppich“ oder Emil Noldes Aquarell „Südseekopf“ (Katalog S. 83 von 1914). 1905 war auch Emil NOLDE der „Brücke“ gefolgt und er „bereicherte“ durch seine „phantastische Eigenart (…) unsere Ausstellungen“ (KIRCHNER in der „Chronik“). Schmidt-Rottluffs Plastiken „Sternenanbeter“ (a&s Bildergalerie) oder „Bernsteinmaske“ ähneln exotischer Kunst zum Verwechseln. Kraftvolle Emotion verbreiten Ernst Ludwig Kirchners farbige Linien in „Liebespaar“ und Alexej von Jawlenskys Studie „Ruhender Akt“ vor 1914; siehe Bilderserie.

Zum PRIMITIVISMUS; vgl. a&s-Installation

In der Bildenden Kunst wird die Inspiration durch fremden Kulturraum seit langem unter dem Begriff des 'Primitivismus' gefasst; dessen Geltung ist als terminus technicus in der Kunstgeschichte unumstritten. Primitivismus gehört zu den wichtigen konstituierenden Phänomenen der Kunst des 20. Jahrhunderts. Wie entscheidend der Einfluß von Werken der Naturvölker auf die deutschen Expressionisten, auf Max Ernst, Paul Klee, Matisse, Picasso und viele andere Klassiker der Moderne war, ist bekannt: Berühmt wurde Picassos „Demoiselles d'Avignon“, ein KUBISMUS-Schlüsselwerk von 1907, das 1939 durch das Museum of Modern Art angekauft worden ist. Die Kubisten haben - im Gegensatz zu den Surrealisten - die afrikanische Skulptur der ozeanischen vorgezogen. Das Werk von Paul GAUGUIN erreichte einen Wandel von einer Kunst der optischen Wahrnehmung (Impressionismus) zu einer Kunst der geistigen Konzeption: Es gilt als Ausgangspunkt des modernen „Primitivismus“ – wobei sein Primitivismus mehr philosophischer als ästhetischer Natur war.

In ihrem „Blauen Haus“ in Hofheim vereinte Mäzenin Hanna Bekker vom Rath seit 1920 Werke des Expressionismus. Viele der ausgestellten Künstler waren Gäste in Hofheim, manche fanden hier – wie betont - ein Arbeitsrefugium während des Dritten Reiches. Die rund 100 ausgestellten Werke stammen aus privaten und öffentlichen Sammlungen sowie aus dem Besitz des Stadtmuseums Hofheim.

Wichtig: Ein Rundgang durch die Räume des „Blauen Hauses“ wurde eigens für die Ausstellung rekonstruiert. Die Installation vermittelt einen Eindruck davon, wie sich Hanna Bekker vom Rath mit ihren Kunstwerken umgab und mit ihnen lebte. (Katalog und Rahmenprogramm)

Parallel zur Ausstellung in HOFHEIM läuft ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Führungen, Vorträgen und Seminaren, Workshops zum Thema Holzschnitt und Musikveranstaltungen

Und nach dem Krieg sorgte die agile Mäzenin BEKKER vom RATH mit Kunstreisen dafür, dass die während der Nazi-Dktatur verfemte Malerei schnell wieder in Deutschland Beachtung fand. Die Künstler dankten es ihr mit lebenslanger Freundschaft und einer wachsenden Sammlung, darunter viele expressionistische Arbeiten. Ohne Hofheim und das Blaue Haus, das gestand der Geschäftsführer des Kulturfonds Herbert Beck im Stadtmuseum Hofheim, wäre das Kooperationsprojekt „Das Phänomen Expressionismus“ mit mehr als 20 Partnern aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet nicht denkbar. Hofheim sei ein ausgesprochenes Zentrum für diese Epoche. Dies verdeutlicht die gelungene Ausstellung „Brücke und Blaues Haus“.

Wenn die Reihe des kulturfonds frankfurtrheinmain wird 2013 mit einer großen Max-Beckmann-Ausstellung enden, so dass jedem klar sein wird, dass der Expressionismus im Rhein-Main-Gebiet zu Hause war und ist. Dies sei ein wichtiger Betrag zur regionalen Identität, dem weitere folgten, sagte Beck: Der Kulturfonds richte dann den regionalen Blick auf die Moderne und die Romantik. Vorgespräche mit den politischen Vertretern aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, die bisher nicht zu den Mitgliedern zählen, gebe es schon, verriet Beck. „Denn was wäre die gesamte Romantik ohne Vater Rhein und seine Anrainer“, so die FAZ.

BILDER-Galerie zum Artikel in http://www.giessener-zeit... - 21 a&s-performance-Bilder.

Öffnungszeiten:
Dienstag 10 - 13 Uhr / Dienstag - Freitag 14 - 17 Uhr / Samstag/Sonntag 11 - 18 Uhr - Führungen nach Voranmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten buchbar. Eintrittspreise - Aktuelle Sonderausstellung: 5,00 €, ermäßigt 3,00 €
• Kinder bis 5 Jahre frei • Kinder von 6 bis 14 Jahren 0,50 € • Gruppen ab 10 Personen ermäßigter Eintritt/Person

LITERATUR – Links – Anmerkungen

(1) HAHN, Werner (2010): „Großes REALES & ABSTRAKTES vereint in "Phänomen Expressionismus": Museum Wiesbaden“ – in http://community.zeit.de/... UND GZ: http://www.giessener-zeit...

(2) HAHN, Werner (2010):

E.L. KIRCHNER: „Kunst ist stete Verwandlung" – Ex-EXPRESSIONIST & der „Neue Stil“
Kirchner äußerte 1917 über Kirchner: "Ich stelle einen neuen Kirchner auf. Kunst ist stete Verwandlung." Er hatte 12 Jahre zuvor die Künstlergruppe "Brücke" mitbegründet: Ernst Ludwig Kirchner ist als [weiter…] http://community.zeit.de/...
10.05.2010 - 10:30
GZ: HTTP://WWW.GIESSENER-ZEITUNG.DE/GIESSEN/BEITRAG/33033/NAHE-MITTELHESSEN-GIESSEN-GROSSE-EL-KIRCHNER-SCHAU-IN-DER-KUNST-HAUPTSTADT-FRANKFURT/
MH: HTTP://WWW.MYHEIMAT.DE/GLADENBACH/KULTUR/ERNST-LUDWIG-KIRCHNER-KUNST-IST-STETE-VERWANDLUNGQ-VOM-EXPRESSIONISMUS-ZUR-NEUEN-MODERNE-1-TEIL-D511909.HTML
„Entartete-Kunst“-Terroristen der NAZIs & Ernst Ludwig KIRCHNERs freiheitlicher „Neuer Stil“
Ernst Ludwig KIRCHNER wollte kein EXPRESSIONIST mehr sein: „Kunst ist doch stete VERWANDLUNG, und das Altwerden in gewohntem Schema ist Handwerk, nicht KUNST“, schrieb E.L.K. in einem Brief an Will Gr [weiter…] http://community.zeit.de/...
10.05.2010 - 17:39
MH: HTTP://WWW.MYHEIMAT.DE/GLADENBACH/KULTUR/NAZI-ENTARTETE-KUNST-TERROR-EX-EXPRESSIONIST-EL-KIRCHNER-UND-DER-NEUE-STIL-TEIL-2-D512648.HTML

HAHN, Werner (2010):

„Zum expressionistisch-pantheistischen Weltbild des BRÜCKE-Malers Erich HECKEL (Gottorf-Doppel-Ausstellung)“ (W-H-Blog in Die Zeit - 18.07.2010) –) HTTP://COMMUNITY.ZEIT.DE/USER/WERNERHAHN/BEITRAG/2010/07/18/ZUM-EXPRESSIONISTISCHPANTHEISTISCHEN-WELTBILD-DES-BR%C3%BCCKEMALERS-ER
UND:
GZ: HTTP://WWW.GIESSENER-ZEITUNG.DE/GIESSEN/BEITRAG/35286/BRUECKE-MALER-ERICH-HECKEL-GOTTORF-DOPPEL-AUSSTELLUNG-AUFBRUCH-UND-TRADITION/
MH: HTTP://WWW.MYHEIMAT.DE/GLADENBACH/KULTUR/SCHLOSS-GOTTORF-DER-BRUECKE-MALER-ERICH-HECKEL-AND-DESSEN-EXPRESSIONISTISCH-PANTHEISTISCHES-WELTBILD-D667202.HTML
Ebenda schrieb ich über „Historisch-programmatisches in Kürze zur „BRÜCKE“ (…)“

E.L.KIRCHNER ist als einer der Namen bekannt, die im Jahr 1905 die Künstlervereinigung die „Brücke“ gründeten. Neben E.L.K. gehörten Erich HECKEL, Karl SCHMIDT-ROTTLUFF und Fritz BLEYEL zu den wichtigsten Repräsentanten des deutschen Expressionismus. 1902 lernten sich Bleyl & E.L.K. kennen, schreibt KIRCHNER in seiner „Chronik“, die Werner HOFMANN in seinen „Grundlagen der Modernen Kunst“ zitiert (Stuttgart 1966 S. 262 ff.).1905 erfolgte die 1. Brücke-Ausstellung in Leipzig; in der Buchhandlung P.H. Beyer & Sohn. Eine Ausstellung in eigenen Räumen hatte „keine Anerkennung“ gefunden, so E.L.K. in seiner Chronik. 1905 folgte auch Emil NOLDE der „Brücke“ - der „bereicherte“ durch seine „phantastische Eigenart (…) unsere Ausstellungen“ (ebenda Chronik; vgl. http://www.nolde-stiftung...). 1907-1909 malte E.L.K. im Sommer Moritzburger Teiche bei Dresden. Es kam zur Entwicklung eines eigenen Stils. 1911 zieht die Künstlergruppe "Brücke" von Dresden nach Berlin. Und 1912/1913 erhält Kirchner den Auftrag zur Chronik, die er 1913 verfasste, wonach es zur Auflösung der Künstlergruppe "Brücke" gekommen ist.

E.L. KIRCHNER stellte in der „Chronik“ abschließend als Fazit fest: „Unbeeinflusst durch die heutigen Strömungen Kubismus, Futurismus usw. kämpfte sie (die Brücke-Gruppe; W.H.) für eine menschliche Kultur, die der Boden einer wirklichen Kunst ist. Diesen Bestrebungen verdankt ‚Brücke’ ihre heutige Stellung im Kunstleben.“ Und: „Jeder gehört zu uns, der unmittelbar und unverfälscht das wiedergibt, was ihn zum Schaffen drängt“, steht im Programm des Jahres 1906.

1904 begann Erich HECKEL ein Architekturstudium an der Technischen Universität Dresden. Dort lernte er Ernst Ludwig Kirchner kennen und die Entdeckung des gemeinsamen Kunst-Wollens kulminierte 1905 in der Gründung der Künstlergruppe „Brücke“. Heckel übernahm die Geschäftsführung und engagierte sich stark im Bereich des Organisatorischen. Er gab im Gegensatz zu E.L.K. sein Architekturstudium auf. Wie die anderen „Brücke“-Maler suchte er die von der Zivilisation weitgehend unberührte Natur und verbrachte die Sommermonate 1907 und 08 mit SCHMIDT-ROTTLUFF an der Nordsee in Dangast, 1909 und 10 mit Kirchner und auch PECHSTEIN an den Moritzburger Teichen.