Leserartikel-Blog

Kunstkritischer Epilog: Georges SEURAT und die Figur-im-Raum-EVOLUTIONISIERUNG

Aus dem Blickwinkel „Figur im Raum“ präsentiert die Kunsthalle Schirn in Frankfurt bis Mai 2010 einen der Väter der Modernen Kunst, den „Neo-Impressionisten“ Georges Seurat. Der Weggefährte von Cézanne und van Gogh erfüllte die vom freien Farbauftrag lebende Malerei mit wissenschaftlicher Präzision. Wo nichts war als Licht und Atmosphäre schuf er rationale Dialoge zwischen Figuren und dem sie umgebenden Raum.

Angeregt durch neue wichtige Erkenntnisse zu Farbtheorien begann Seurat, reine Farbpunkte nebeneinander auf die Leinwand zu setzen, die sich im Auge des Betrachters mischen sollten. Mit diesem so genannten «Pointillisme» inspirierte er auch andere Kunst-Schaffende.

Von Seurats ungewöhnlichen Bildkompositionen und den Geometrisierungen der Figuren wie auch der Landschaft schwärmten später auch z.B. Bauhaus-Künstler. Dieser Umgang mit der Figur im Raum sollte das zentrale Thema der Ausstellungen in Zürich und Frankfurt sein.

Seurats neue Maltechnik mit innovativen Kompositionen ließ Formen und Sujets im selben Gemälde wiederholt und/oder variiert erscheinen. Der Bildraum und die in ihn hinein gestellten Figuren wurden geometrisiert wahrgenommen. Künstler wie die italienischen Futuristen, Fernand Léger oder Le Corbusier haben mit Begeisterung an das Werk des Pointillisten angeknüpft und Seurats wissenschaftlich getriebene Dynamik ins 20. Jahrhundert überführt.

Dass Seurat in späteren Arbeiten menschliche Formen repetiert und variiert (sogar innerhalb desselben Werks) und zunehmend einen geometrisierten Bildaufbau erfunden hat, der die Einzelelemente einer Systematik unterordnete, macht Seurats Kunst interessant auch für ars evolutoria.

Den Diskurs von Kunst und Wissenschaft versuchte der Maler der Punkte („points“) fortschrittlich im Sinne einer „Evolutionisierung“ weiterzuentwickeln. Das sei auch heutzutage noch - nicht nur für die Kunstwelt - von großem Interesse, meinte ich. Seurats dynamogener Punktismus mutierte im „Atomismus“ der „devo art“, wo Evolutionisierung exemplarisch als eine „EVOLUTION“ ins Spiel bringende a-e-Stil-Variante dargestellt wurde. „Evolution“ ist hier im Sinne Darwins Abstammungstheorie als „Transmutation“ (Transformation) zu verstehen. Die Bilder der Galerien zu den Tripel-Artikeln beweisen, dass „Neo-Pointillismus“ der ars evolutoria („Evo-devo-art", "science art” mit weißen Punkten auf schwarzem Grund, „Pointillistischer Evolutionismus“) von der Syntax und Semantik her wenig mit Georges SEURATs Zeichnen (mit Conté-Kreide) zu tun hat.

Mehr aber hat ars evolutoria mit dem Chromo-Luminarismus der Kunstheorie Seurats zu tun, wenn man sich mit der a&s-Urform-Theorie/Lehre befasst. Der Pixelismus ist hier dynamogen-evolutionär zu verstehen: Kleinste „scheinbar ‚unteilbare’ (…) Punktelemente“ – „’Quanten’, ‚Kraftteilchen’, ‚Atome’, ‚Zellen’ …“ entwickeln ein Gewebe- und Figur-bildendes Evo-Devo-Werk durch ein Punkt-NEBEN-Punkt-Setzen. Experimentell wurde nachgewiesen, dass die Pixelismus-Technik bei bloßem Pixelieren von vorgegebenem Bildmaterial eine völlige Zerstörung des Bildes bewirken kann. Es gibt in der (NEO)-„Anti-Kunst“-Bewegung „Kunst“-Liebhaber“, die das „Erschrecken“ (Provozieren, Nicht-Kunst-als-„Kunst“-Erklären) als „künstlerisch“ sinnbildlich darstellen und befürworten. Auch dies mag kulturell evolutionisierend wirken. Hat aber mit den kunst-wissenschaftlichen Zielsetzungen der „devo art“-Evolutionisierung wenig zu tun. Das Verschwinden der Figur im Raum hat Seurat sicherlich nicht im Sinne gehabt; die künstlerische Evolution verlief indessen in Richtung ABSTRAKT (…):

Kunst-evolutionäre Wege zum VERSCHWINDEN der figurativen Malerei

Unter „ABSOLUT“ verstand Wassily Kandinsky die „rein abstrakte Form ohne gegenständliche Überbrückung“ (1914, Vortrag „Mein Werdegang“). „Reine“ Malerei sollte eine „absolute“ Malerei, wenn - von jeglichem Gegenstand unabhängig - mit abstrakten Formen gearbeitet wird: mit Bildelementen, die der Maler frei erfindet. Mit der Eliminierung des Gegenstandes wurden „revolutionär“ (geistesgeschichtlich „evolutionär“) die Schranken der abbildenden Kunst eingerissen, PERSPEKTIVE verschwand (vorerst) aus den Tafelbildern des W. Kandinsky. Siehe hierzu HAHN, Werner (2008): Rückkehr zur Renaissance: Kandinsky und Malwitschs Kunst-Evolution (Mutationen). STIL-Fragen. In: ZEIT Online v. 15.11.2008.

Ab 1920 manifestiert sich unter dem Einfluss der russischen Konstruktivisten indessen eine neue Formensprache in W. K.s Werken: Analog zu MALEWITSCH mit seinen suprematistischen Formen – jedoch die „Mechanik“ im Werk der Konstruktivisten ablehnend - strebt W. K. (auch „russischer Messias“ genannt) nach Formen geometrischer Art, die „freier, elastischer, abstrakter“ sein sollen und nicht an einen Gegenstand gebunden sein dürfen. In seinen Schriften mit kunst-revolutionärem Sendungsbewusstsein spricht W.K. von der „Epoche des großen Geistigen“ der Menschheit, in der es zu einer SYNTHESE der Künste und einer SYNTHESE zwischen Künsten und Wissenschaften kommen müsse: Mit Ablehnung des positivistischen (toten) „Materialismus“ zugunsten des (lebendigen) „Geistigen“, der Dimension des Nichtmateriellen. (W.K.: „Punkt und Linie zu Fläche“ 1926, S. 22, 31f.) “Synthetische Kunst“ bestimmte auch das Credo der synthetischen Arbeit des Bauhauses (Vereinigung von Kunst, Wissenschaft, Industrie).
(Vgl. http://www.myheimat.de/gl... )
Oberflächlich betrachtet, könnten man meinen, ars evolutoria habe sich aus der Farbfeldmalerei heraus entwickelt, was nicht zutrifft, erklärte ich im Artikel ZEIT ONLINE zu Kenneth Nolands Tod: http://community.zeit.de/...

1996 präsentierte ich mit Peter Weibel: „Evolutionäre Symmetrietheorie: Selbstorganisation und dynamische Systeme“. In der Anthologie erörterte ich meine philosophisch und bildkünstlerisch-(natur)wissenschaftlich ganz andere Gegenposition zur manifesthaft entwickelten Theorie des dogmatisierenden Suprematismus von Malevitsch: Entgegen der Lehre von „reiner Gegenstandslosigkeit” basiert kontradiktorisch ars evolutoria (Evolutionäre Natur-und-Kunst-Ästhetik) auf nicht-gegenstandslosen Grund-Formen bzw. -Schwingungen/Farben/Lichtern vollkommenster (schönster) Art, die anschaulich „Ikone” um den „Nullpunkt der Welt(en)” darstellen sollen. Neo-Suprematismus und Anti-Suprematismus überwinden Malevitschs Quadrat. Hierzu vgl. Hahn/Weibel in PDF EST und ars evolutoria in www.art-and-science.de mit Links.

Piet MONDRIAN selbst schuf 1911 das Werk „EVOLUTION“ („Evolutie“) – ein Triptychon -, das mit dem naturwissenschaftlichen Begriff der biologischen „Evolution“ überhaupt nichts (!) zu tun hat; viel aber mit Mythos & Mystik. (Vgl. auch zum Thema „Evolution zeichnen und malen“: http://www.myheimat.de/gl... )

Georges SEURATs KUNST-R/Evolution heute

Die Kunst Georges SEURATs hat einen fruchtbaren DIALOG zwischen KUNST & NATUR fördern können. In diversen WEB-Beiträgen bekräftigte ich, dass Fachbegriffe der EVOLUTIONSTHEORIEN in die KUNST/Ästhetik-Debatte einführbar sind: „Metaphern“ wie Evolution, Selektion, Mutation, Konkurrenz, Umwelt, Nischenbildung, Symbiose, Konvergenz etc. Gut für eine EVOLUTIONÄRE ÄSTHETIK als ERKENNTNIS-Ästhetik seien Transdisziplinarität und (weltanschauliche) Grenzüberschreitungen.

Der Graben zwischen den beiden KULTUREN (C. P. SNOW, 1959) - NATURwissenschaften (Sciences) und GEISTeswissenschaften (Humanities) – muss geschlossen werden, forderte ich in der NZZ: „Zur Überbrückung der „beiden KULTUREN“ (SNOW, 1963: „Third Culture“) erhoffte sich SNOW eine 3. KULTUR als BRÜCKEN-KULTUR zum kulturellen Spaltungs-Irresein, die einen nicht spalthirnigen DIALOG fördern könnte. Die Isolation - Absonderung, Vereinzelung, Vereinsamung - von z.B. abgeschotteter Philosophie (! – es gibt auch nicht-abgeschottete Philosophen) ist nicht irreparabel. Die Devise „Raus aus dem Elfenbeinturm“ gilt für alle Wissenschaften und die KUNST! Siehe auch die Debatte um Neuro-Ästhetik im www.“ (http://www.nzz.ch/nachric... )

Durch Seurats Kunstwollen und Werk konnten sich Kunst der Wissenschaft weit annähern: ein begrüßenswertes fortschrittlich-positives Signal einer Evolutionisierung der Kunst. Ars evolutoria mit der Stil-Variante „Atomismus“ (ein neuer Punktismus– auch Neo-Pointillismus genannt - ca. 100 Jahre später) ging es erneut darum, eine „Allianz von Kunst und Wissenschaft“ (als „Neo-Renaissance“) neu zu denken und zu formulieren: Evolutionäre Kunst-und Naturtheorie; EST/Evolutionäre Symmetrietheorie.

Sekundär kam es zu guten Kooperationen zwischen ars evolutoria und Wissenschaftlern, so dass ein aktueller transdisziplinärer Diskurs entsprechend forciert werden konnte. Vgl. hierzu meine Vorlesung und Ausstellung 2002 an der Uni Tübingen (unter „timms“ im Web). Zeigen konnte ich, wie zeitgenössisch-innovative Kunst die Naturwissenschaften von ihrem eigenen kritischen Standpunkt aus reflektieren und transformieren kann. Zu einem erweiterten Verständnis der Wissenschaften und ihrer Rolle in unserer Kultur konnte ein wesentlicher Evolutionisierungs-Beitrag geleistet werden.

Berechtigte KRITIK an der Kunst-Kritik und alten Kunstgeschichte heute

Zum verarmenden Kunst-Journalismus, der eigentlich seriös und konstruktiv KRITIK am bösen korrupten heutigen Kunst-Markt-Betrieb üben sollte, forderte nicht nur ich: Künstler und Kuratoren sollten heute ihre Praxis theoretisch und kritisch legitimieren müssen. Dies verlangt derzeit analog und lautstark der Professor für Medientheorie und Philosophie Boris GROYS: Verloren sei heute in der globalisierten Welt eine „Vertrautheit mit dem Kunstgeschehen“. Es sei angeblich „immer weniger klar, was Künstler eigentlich wollen“. Angesichts einer sich „viel zu lange zu arrogant“ verhaltenden Kunstkritik und Kunstgeschichte müssten heute „ernsthaft“ durch Kunstkritik die „theoretischen Ansprüche der Künstler und Kuratoren“ überprüft werden. „Sie überprüft, ob die formulierten Strategien stichhaltig und plausibel sind, und ob sie sich erfüllen oder miteinender kollidieren.“ Und - so B. G. in art Nr.1/2010 -, Kritik werde sich „dem eigenen Diskurs der Künstler kritisch stellen müssen“.

Ähnliche Erwartungen und Forderungen mit „Kritik der Kunst-Kritik“ diskutierte ich mehrfach über den Kunstbegriff heute, den Kunst-Betrieb mit seinen Kunstmarkt-Ideologen, dringend nötige Kunst-Beurteilungsmaßstäbe etc. Diese Themen diskutiere ich in ars-evolutoria-Beiträgen schon seit meinen Symmetriebüchern von 1989/1998 (1). Vgl. hierzu auch meine Homepage - Link „Vorstellung“ mit Literaturangaben.

Dass ein EVOLUTIONÄRES (!) Weiterentwickeln von Malerei in einer „anderen Kunstgeschichte“ (New Art History) heute angesagt sei, betonte ich im WEB an unterschiedlichster Stelle. Die französischen Kubisten, russischen Kubo-Futuristen nahmen in der Nachfolge von SEURATs Kunst-„E/Revolution“ zwar Abschied vom eindeutigen Betrachterstandpunkt, sie konnten (warum auch immer) "gedankenschwere Unbeweglichkeit" (Futurist Marinetti) NICHT durch das radikal andere mit Namen EVOLUTION ersetzen. Die Futuristen zerlegten die Wirklichkeit in ihre Bestandteile und setzen sie neu zusammen – nicht aber EVOLUTIONISTISCH im Sinne der Theorie von C.R. DARWIN. „EVOLUTIONÄR“ heiße heute das Stichwort, das ich in einem Beitrag zum 30. Deutschen Kunsthistorikertag in DIE ZEIT Online näher in die Kunstgeschichte & Kunstwissenschaft einzuführen versucht habe (2):

Zum Kunsthistorikertag 2009 und in der Web-Zeitschrift „kunstgeschichte-ejournal“ (2) erläuterte ich in Richtung einer evolutionär auszurichtenden allgemeinen oder speziellen Bildwissenschaft (einer reformierten „anderen Kunstgeschichte“ - New Art History) Bilddiskurs-Termini wie: „EVOLUTIONISIERUNG der Kunstgeschichte“, „EVOLUTION & KUNST(Geschichte)“, „EVOLUTIONÄRE KUNSTGESCHICHTE“, „EVOLUTIONÄRE ÄSTHETIK (Erkenntnis-Ästhetik)“, „EVOLUTIONÄRE Kanonbildung“ und „historisch-EVOLUTIONÄR fundierte, systematische Bildforschung“.

Schon Werner HAFTMANN hat in seiner „Malerei im 20. Jahrhundert“ (Bild-Enzyklopädie, München 1965 – vgl. Coverbild in B.-Galerie) im Zusammenhang mit STIL-Umbrüchen und STIL-Namen in der Einleitung seines Buches von „geistigen EVOLUTIONEN“ gesprochen. Die moderne Malerei sei „MUTATION, Ausdruck eines radikalen Umbruchs im existentiellen Bezugssystem, im Wirklichkeitsgrund des modernen Menschen“. Dass tatsächlich (kulturelle) EVOLUTION in der bildenden Kunst wirksam und nachweisbar ist, habe ich in Essays belegt.

Die Frage der NATURA NATURANS (Proportionsschlüssel) in der natura naturata wurde auf der Basis meiner neuen evolutionären Bifurkations-Geometrie diskutiert. Linie, Fläche und Körper leiten sich vom Punkt her (PLATO-LEONARDO-KANDINSKY (…)): Linie als lineare Punktmenge, Kreis als Ebenen-Punktmenge etc.. Immer schon vom Punkt (der „Urzelle“) asymmetristions- & symmetrisatations-gesetzlich abgeleite potentielle Punktmengen machen die KUNST-Wirklichkeiten & und KUNST/FARBE-Möglichkeiten eines ars-evolutoria-SCIENCE-ART-Geschehnis-Ganzen aus. Früher in Büchern auch von mir „Evolutionismus“, „Symmetrismus“ bezeichnet (1).

Ernst Peter Fischer – er studierte Mathematik, Physik und Biologie und habilitierte in Wissenschaftsgeschichte – hat über „SEURAT und die QUANTEN“ geschrieben:

„Fast hätte ich es vergessen, aber nicht nur Darwin hat dieses Jahr Geburtstag, sondern auch Georges Seurat, der Pointillist. (…) In Zürich kann in diesen Tagen im Kunsthaus eine große Ausstellung seiner Werke besichtigt werden. Wer will, kann dabei lernen, Quantenphysik zu verstehen. Wer Seurats Farbtupfer aus der Ferne betrachtet, findet die damit gemalte Welt ziemlich bunt. Sie sieht richtig farbig aus. Tatsächlich verwendet der Maler aber nur ein paar Farbnuancen, die er geschickt platziert, wie genaues Hinschauen preisgibt. So macht es auch die Quantenmechanik. Sie beschreibt die Realität mit ein paar Flecken, die wie als Quanten kennen, und herauskommt die ganze Vielfalt des Wirklichen. Wenn wir nur wüssten, wer die Quanten so geeignet angeordnet hat.“ Der Gott in Franz Hohlers Schöpfungsgeschichte habe ja auch nicht gewusst, „wer ihm den Karren mit Gemüseerbsen hingeschoben hat, aus dem dann alles entsprungen ist. Zum Glück hat es beide gegeben - den Gott und das Gemüse.“
http://www.scienceblogs.d...

Betont habe ich, dass das Thema Kunst-EVOLUTIONISIERUNG die „Old History Art“ (Vorläufer der New History Art / Bewegung „Neue Kunstgeschichte“) seither gemieden hat. Das EVOLUTIONs-Denken Darwins („Darwinismus“) ist heute endlich Gegenstand der Bildenden KUNST; auch weiterhin verstärkt nach dem Ende des DARWIN-Jahres 2009. Die KUNST-Welt war (nach Georges Seurat) und ist (durch ars evolutoria samt Stil-Arten) zu verändern: Zu Beginn eines Neuen Jahrzehnts (Zeitenwende) muss Erneuerungskunst – Evolutionierungskunst mit Innovationen – „KUNST-salon-fähig“, d.h. aber auch kunst-MARKT-fähig gemacht werden.

Entideologisierung des Denkens und Handelns im Kunstbetrieb

Ziel der Kunst-Schaffenden sollte es sein – da es ohne Kunst-Markt-Präsenz (leider) nicht geht -, im Markt-Betrieb für die Entideologisierung des Denkens und Handelns der Macher zu kämpfen: Eine faire geistig-kunstpolitisch WILLKÜRfreie, d.h. kunstfreiheitsgerechte Wendezeit muss durch bessere Kunstpolitik gefördert werden. Meine seither nicht vergeblichen Reform-Anstrengungen zur Demokratisierung der documenta-Institution (PRIVAT & STAATLICH) sind zu verdoppeln: vgl. WEB-Stichworte („Kampfbegriffe“) HOETiade und BUERGELiade, d13-BAKARGIEViade; auch d10/DAVIDiade, d11/ENWEZORiade. (3)

Künstler, die etwas Innovatives kreieren, was gemäß Bewertung nach objektiven Kriterien als originelle Kunst anerkannt werden sollte, benötigen fachkundige Kunst-Vermittler: Diese haben die Aufgabe (als Kunstkritiker, Kunstwissenschaftler) die Wichtigkeit des „neuen“ Künstlers zu propagieren, der zur gesellschaftlich etablierten Kunst einen Evolutionisierungs-Beitrag liefert. Kunst ist kapitalistische, zum Teil staatlich-institutionell geförderte Willkür; siehe „Fall documenta“ (3). Das „verkannte Kunstgenie“ sollte es heute nicht mehr geben. In kaum einem anderen Lebensbereich der modernen Gesellschaft, in kaum einer anderen „Arbeitssituation“ kreativer Menschen, ist der Faktor WILLKÜR ähnlich groß.

Dass Kunstkritik und deren Repräsentanten „verarmt“ sind und nahezu aus dem korrupten Kunstbetrieb ausgeschlossen werden, ist eine alarmierende Tatsache: Kunst ist nur noch Kommerz; durch institutionelle Kunstvermittler (Designatoren als Königsmacher) gestützt. Warum wurde Kunst eigentlich für viele zur Lachnummer? Kritische Kunst und Künstler werden marktgerecht verdrängt. Die Kunst wird indessen NICHT sterben.

Schon 1980 wurde diskutiert, ob die Kunst sich zu Tode gesiegt habe (Werner Hofmann). Beaucamp monierte schon damals es sei schwierig, „neue Freiheiten, Möglichkeiten und Durchbrüche der Kunst zu erkämpfen, wo den Künstlern längst alles erlaubt ist“. Dass die beklagte Orientierungslosigkeit NICHT eine Lösung darin finden könne, die Zukunft der Kunst in der Vergangenheit zu sehen – so Beaucamps Vorstellung – habe ich schon 1989 in (1) - Kapitel 12.3. – kritisiert. E.B. behauptete 1997, dass Kunst schwer zur „objektiven Wissenschaft“ werden könnte. Eine Kunst, die heute mit der Wirklichkeit vermitteln könne, war für den Kunstkritiker damals „kaum vorstellbar“. In Kapitel 11.9.9. („Wozu die ganze Kunst und Antikunst? Plädoyer für ein positiv-kulturbildendes Kunstwollen“) ging ich damals hart mit den „Königsmachern“ des Kunstbetriebs ins Gericht: Musealisierung x-beliebiger Dinge, institutionalisierte Manipulatoren, korrupter Verteilerapparat, Nicht-Kunst-als-Kunst-Designatoren, Kunst der Kunstlosigkeit, Destruktion von Niveau und Qualität, künstlerische Freiheit u.a.mehr waren Stichpunkte. Die documenta-Bücher mussten später von mir geschrieben werden. (Mehr hierzu in (3).)

Entwicklungslinien: Von LEONARDO über SEURAT und MARC zur ars evolutoria

Schon Werner HAFTMANN hat in seiner „Malerei im 20. Jahrhundert“ (Bild-Enzyklopädie, München 1965) im Zusammenhang mit STIL-Umbrüchen und STIL-Namen in der Einleitung seines Buches von „geistigen EVOLUTIONEN“ gesprochen hat. Die moderne Malerei sei „MUTATION, Ausdruck eines radikalen Umbruchs im existentiellen Bezugssystem, im Wirklichkeitsgrund des modernen Menschen“. Schon Umberto BOCCIONI – der Theoretiker der FUTURISMUS-Bewegung (die Franz MARC fasziniert hat; von „Dynamisierung des Sehens“ sprach er) - wagte es, von einer „vierten Dimension“ zu sprechen, versuchte "Urformen der Bewegung im Raum" darzustellen. Dies wurde von mir kunsttheoretisch und praktisch-experimentell exemplarisch in evolutionärer Bifurkations-Geometrie ästhetisch visualisiert; vgl. sog. URFORM-Theorie und –Modell.

FUTURISTEN proklamierten die „SCHÖNHEIT“ des sich Bewegenden. 1912 erschien der Futurismus in einer Pariser Ausstellung mit ersten Werken: ein Versuch, das Element des DYNAMISCHEN in die kubistische Kompositionsweise einzufügen: die Ideen der „Simultaneität“ (APOLLINAIRE) der malerischen Seelenzustände und einer neuen Raum-Auffassung. Das Prinzip KUNST-ENTWICKLUNG hat sich heutzutage NICHT erledigt, wie es Hanno RAUTERBERG in DIE ZEIT (Nr. 52/2008) noch angenommen hat. Die Frage der NATURA NATURANS (Proportionsschlüssel) in der natura naturata wurde auf der Basis meiner neuen evolutionären Bifurkations-Geometrie diskutiert.

Linie. Fläche und Körper leiten sich vom Punkt her (PLATO-LEONARDO-KANDINSKY). Dies habe ich ausführlich erörtert im Artikel „Wassily KANDINSKY: Transformationen abstrakt - absolut – konkret – biomorph/figurativ“. In: ZEIT Online v. 28.02.2009: Linie als lineare Punktmenge, Kreis als Ebenen-Punktmenge etc.. Immer schon vom Punkt (der „Urzelle“) asymmetrisations- & symmetrisations-gesetzlich abgeleite potentielle Punktmengen machen die KUNST-Wirklichkeiten & und KUNST/FARBE-Möglichkeiten eines ars-evolutoria-SCIENCE-ART-Geschehnis-Ganzen aus: Von mir früher auch „Evolutionismus“ & „Symmetrismus“ bezeichnet.

Die Kunsthistorikerin Barbara ESCHENBURG verband überzeugend Franz MARCs Kunst mit ganz unterschiedlichen Theorien und Vorstellungen der EVOLUTION des Lebens (Darwin):

Im VORTRAG „Man hängt nicht mehr am Naturbilde - Das Tier in FRANZ MARCs Bildern“, den Barbara ESCHENBURG am 23.01.2007 in Göttingen gehalten hat. Franz MARCs Bildfindungen würden auf einer „intensiven Auseinandersetzung mit erkenntnistheoretischen und naturwissenschaftlichen Diskussionen seiner Zeit“ basieren, meint Barbara ESCHENBURG: Das Stilmittel „Aphorismus“ nutzend („Gedankensplitter“) schrieb MARC über die „exakte Naturwissenschaft“, dass sie „das entscheidende Mittel“ sei, „jedem sentimentalen oder materialistischen Naturalismus den Todesstoß zu geben“. Siehe hierzu mehr: in HAHN, Werner (2009): ANIMALISIERUNG & EVOLUTIONISIERUNG der KUNST: Franz MARC – ein Großer des 20. Jahrhunderts. In: ZEIT Online v. 05.03.2009. Dazu auch Kommentare und weiterhin im WEB von W. Hahn - v. 06.03.09 - einen Beitrag mit 11 aufschlussreichen Bildern: "Franz MARC – ein ganz Großer des 20. Jahrhunderts. Über ANIMALISIERUNG & EVOLUTIONISIERUNG der KUNST".

Mit „DARWIN – KUNST UND DIE SUCHE NACH DEN URSPRÜNGEN“ ist der SCHIRN Kunsthalle Frankfurt – vor der beeindruckenden Georges SEURAT Schau - ein kunsthistorischer Durchbruch gelungen, unterstrich ich in „EVOLUTIONÄR (Teil 1): Wie Künstler EVOLUTION malen – Kunst-EVOLUTIONISIERUNG“ (ZEIT ONLINE v. 25.04.09). Siehe auch myheimat: Wie man den Prozess der EVOLUTION bildkünstlerisch darstellen kann: DARWIN & KUNST (1. Teil). Ebenda betonte ich einführend, dass das Thema Kunst-EVOLUTIONISIERUNG die „Old History Art“ (Vorläufer der New History Art / Bewegung „Neue Kunstgeschichte“) seither gemieden habe. Das EVOLUTIONs-Denken Darwins („Darwinismus“) ist heute Gegenstand der Bildenden KUNST. Unter http://www.myheimat.de/gl...

Kunstforschung der Renaissance als Vorbild: Kunst der Künstler-Forscher DÜRER & LEONARDO

In diversen Artikeln und meinen EST-Büchern habe ich hervorgehoben, dass sich schon Renaissance-Künstler wie Albrecht DÜRER und LEONARDO da Vinci mit „Strukturproblemen“ befasst haben, um „Dinge von Grund aus“ kennen zu lernen. Von „trasmutazione di forme“ sprach Leonardo und GOETHE entwickelte später seine anschauliche Metamorphosen-Lehre. Dass sich DÜRER mit irrationalen Körperdarstellungen, kubistischer Flächenzerlegung an Köpfen, Metamorphose-Studien (an Köpfen, Kissen und Händen), Schneckenlinien-Untersuchungen sowie Proportions- und Perspektive-Studien befasst hat, veranschaulichte ich eindringlich in (1) 1989/1998, Fig. 33-35, 286, 559, 569, 616, 627, 634 und 635a. „Simmetria – „fergleichung …, das yst schön“, erkannte der Künstler-Forscher schon damals; Symmetrie deckt sich mit Dürers Begriff der „Vergleichung“ (3.3.2.).

Entscheidend war in LEONARDOs Kunstheorie schon der „Punkt“ (frz. Point „Punkt“). Die spätimpressionistische Stilrichtung „Pointillismus“ wurde 1886 von dem Kunstkritiker Fénéon geprägt. Im Zusammenhang mit Seurats „Sonntagnachmittag auf der Grande Jatte“. Durch Tupfern hat der Künstler-Forscher Seurat die impressionistische Malweise evolutionär-wissenschaftlich (!) weiterentwickeln können; siehe Tripel Essay Belege von mir.

Der methodische Inspirator der Bewegung Pointillismus Seurat machte sich die Licht- und Farbenanalysen der Naturwissenschaften zunutze: vor allem die Arbeiten von Maxwell, Helmholtz, Rood und Chevreul. Man gelangte im Pointillismus-Stil zur Erkenntnis, dass Farben als Punkte gesetzt einen selbständigen Ausdruckswert haben. Und: Dass „Kunst die Harmonie von Kontrasten“, also ein selbständiges Ordnungsgefüge, sei. Unabhängig von der realen Motiv-Vorlage. Die Entwicklung des „autonomen Bildes“ konnte evoluieren: hin zum Futurismus und schließlich auch dem „Atomismus“ sowie Pixelismus/Dotismus der ars evolutoria. Evolution zu einer radikal neuen Formensprache, die (endlich) den Zeitgeist des Darwinschen Erbes widerspiegelt.

Seurat versuchte EVOLUTIONISIERUNG: wissenschaftliche Ästhetik

Georges SEURAT erhoffte sich eine „Synthese der Wissenschaft von den Schönen Künsten“ (David Sutter, Artikelfolge ab 1880 in „L’Art“). Sutters Kampf für die Vereinigung von Kunst und Wissenschaft unterstützte Seurat. Eine Wissenschaft von der Kunst müsse existieren, folgerte Seurat. Auf dem Weg zu einer Theorie der Malerei studierte er Roods „Wissenschaftliche Theorie der Farben“, worin er Experimente entdeckte – Maxwell-Scheiben, Doves Dichrooskop und Schistoskop -, die Rood vorstellte; er nutzte sie experimentell für das Auffinden von Gesetzen der Farbwahrnehmung. Ich betonte in Teil 3 der Artikelserie: Interessant sei, dass Rood (wie ich heute in (1)) Serien von Zweier und Dreifarbgruppen harmonischer Art herausstellte, diskutiert hat. (Bebilderte Essays in (4).)

Dass für Seurats Chromo-Luminarismus-Theorie der Erfinder und Mathematiker Charles Henry so wichtig war, stellte ich in Teil 3 des Tripel-Essays heraus. Ich erläuterte, dass der Ansatz Henrys und Seurats in der Theorie der ars evolutoria (EST) experimentell und theoretisch weiterentwickelt worden ist. Zu betonen war, dass es ärgerlich sei, wenn die Macher der G.S.-Schau in Frankfurt & Zürich die neuesten (Er)Kentnisse zur Theorie der Malerei mutmaßlich nicht kennen, oder aber auch bewusst negieren. Das wissenschaftliche Terrain der Malerei ist durch Evolutionisierung erkenntnistheoretisch zu „beflügeln“ – im Sinne einer „wissenschaftlichen Ästhetik“ (Henry) – urteilte ich.

Eduard BEAUCAMPs Forderung für ein neues KUNST-Jahrzehnt - „EVOLUTION der Kunst“ zu einem „radikalen Neuanfang“ - ist zu unterstützen (5):
Beaucamp forderte für das neues KUNST-Jahrzehnt eine „EVOLUTION der Kunst“ zu einem „radikalen Neuanfang“: Die „Resteverwertung der Moderne“ müsse aufhören, wünschte sich Eduard BEAUCAMP in „KUNSTSTÜCKE“ (FAZ). Ein „Bruch“ müsse her. Naturwissenschaftler sprechen von Symmetrie-Brüchen, wenn evolutionär Neues entstehen soll. Der FAZ-Kunstkritiker verlangt eine „substantielle, individualistische und emanzipatorische Kunst“ und will Aufklärer, denkende Künstler, Begründer einer fundamentalen Ästhetik unterstützen. Gefordert wird von E.B. (fast missionarisch) ein „neuer Weltgeist“. Angesichts von globalem „Kommerz & Rummel“ und vermisster Kunst-Kennerschaft im Kunstbetrieb - eine ehrenhafte Absicht.

Der EVOLUTIONs-Weg zum ZIEL starte - nach Selbstbefreiung und Selbstauslöschung der entzauberten Kunst - mit Gewissensforschung & Kassensturz:

Folgen müssten eine Kunstszene-„Ethos“-Erneuerung sowie der REFORM-Wille mit Qualitäts-Denken und eine konstruktive Kunst-Erbe-Kritik. Die ästhetischen Energien des 20. JHs (der „heroischen Moderne“) seien heute verbraucht: einer „launischen“ Post-Moderne preisgegeben. Die „Metamorphose“ müsse sich über „experimentelle Phantasie“ zu einem „radikalen Neuanfang“ entwickeln. Durch „BRUCH“! Das geforderte „Einzigartige und Außerordentliche“ ist m. E. besonders über eine „l’art-pour-la science“ (eine evolutionisierende Erkenntniskunst) möglich.

Beaucamp diskutierte Themen wie Ermüdung der kämpferischen Moderne – neue Radikalisierungen, Sinngebungen, Entgrenzungen, Sublimierungen – zweite & dritte Moderne – ein Moderne-im-Kreis-Drehen - Diagnose Stillstand - Aufheben & Auflösung des Kunstbegriffs - Abschaffung der Kunst u. a. mehr.

Für eine objektive Künstler-Ästhetik warb ich in der EST-Anthologie: Evolutionäre Ästhetik forderte ich in „Antithese zu modernistisch-postmodernistischem Kulturkonservatismus“. Ich stellte dar (auch später in einer Vorlesung an der Uni Tübingen; siehe Bilderstrecke), dass „in Antithese zur Pop Art beispielsweise“, das Gedankengebäude einer NEO-MODERNE – ULTRA-MODERNE, TRANS-MODERNE – wirklich ein neues Konzept darstelle. ((1) – EST 1996, Aufsatz W.H., S. 257-284.)

LITERATUR & Anmerkungen

(1) HAHN, Werner (1989): Symmetrie als Entwicklungsprinzip in Natur und Kunst. Königstein. Gladenbach: Art & Science, 1995. HAHN, Werner (1998): Symmetry as a developmental principle in nature and art. Singapore. (Übersetzung des Originalwerkes von 1989, ergänzt durch ein 13. Kapitel – mit erweitertem Sach- und Personenregister sowie Literatur- und Abbildungsverzeichnis.) HAHN, Werner / WEIBEL, Peter (Hrsg.) (1996): Evolutionäre Symmetrietheorie: Selbstorganisation und dynamische Systeme. Stuttgart. Anthologie mit Beiträgen von 19 Autoren; mit Essay von Werner Hahn: „Evolutionäre Symmetrietheorie und Universale Evolutionstheorie. Evolution durch Symmetrie und Asymmetrie“.

(2) HAHN, Werner (2009): Zum 30. Deutschen Kunsthistorikertag 2009: Kunstbetrieb, Markt & Kanon („Stil“) – EVOLUTIONISIERUNG der Kunstgeschichte? In: ZEIT Online v. 09.04.09. (http://community.zeit.de/......) UND: "Kommentar zu Johannes Grave: Die Kunstgeschichte als Unruhestifter im Bilddiskurs. Zur Rolle der Fachgeschichte in Zeiten des Iconic Turn (Kunstgeschichte. Texte zur Diskussion 2009-6)" - http://www.kunstgeschicht......

(3) HAHN, Werner (1992): DOCUMENTA IX – WILLKÜR STATT KUNSTFREIHEIT!?. Eine Streitschrift zur Demokratisierung staatlicher Kunstförderung. Bad Honnef. 1992. Zum gleichen Thema vgl. auch: HAHN, Werner (1997): Documenta vor Gericht: Eine Initiative zur Reform des staatlichen Kunstbetriebs. Gladenbach 1997. (http://swbplus.bsz-bw.de/...) HAHN, Werner (2002): Fall Documenta: Kampf für Kunstfreiheitsgarantie und Willkürverbot. Gladenbach 2202. HAHN, Werner (2007): Documenta Demokratisierung – Auf dem Weg zu einer Hessischen documenta Akademie mit d12-Kritik. Gladenbach 2007.

DAZU auch HUFEN, Friedhelm (1997): Muß Kunst monokratisch sein? Der Fall documenta, in Neue Juristische Wochenschrift (NJW), Heft 17/1997 S. 1177-1179. Zugleich Besprechung von VG Kassel, Gerichtsbescheid v. 29.01.1996 – 3 E 1131/91: Leitsatz „Ein Künstler hat keinen Anspruch auf Schaffung eines bestimmten Vergabeverfahrens dahingehend, daß über den Zugang von Künstlern zur documenta in einem demokratischen und pluralistischen Auswahlsystem entschieden wird.”

Die JUSTIZ in Kassel weigerte sich, ein „demokratisches und pluralistisches Auswahlsystem“ zur veralteten, reformunfähigen documenta-Institution in Kassel bis heute durchzusetzen: Aus künstlerischer Perspektive ist aber eine DEMOKRATISIERUNG der Künstlerauswahl zu documenten zu erwirken (mit oder ohne Kuratoren-Modell): Für KünstlerInnen gilt es, eine heute oft institutionalisierte „Niedrig“-Kunst – eine staatlich geförderte (absurde oder banale, „arme“) Anti-Kunst, Nullform-Kunst (siehe Ferran Adrià: Kochen/Essen-NICHT„Kunst“-Beispiel) – endlich zu entmachten. Eine zulässige Kunstpolitik ist durchzusetzen! Der Vorschlag, geeignete sachkundige Mitglieder der Findungskommission sollten der zukünftigen d13-Chefin als Berater zur Verfügung stehen, wurde nicht akzeptiert; siehe im WEB – BAKARGIEViade zur d13!

(4) Tripel-Essay in der „Gießener Zeitung“ – reich bebildert:

Teil 1: http://www.giessener-zeit...

Teil 2: http://www.giessener-zeit...

Teil 3: http://www.giessener-zeit...

(5) HAHN, Werner (29.01.10 in DIE ZEIT): http://community.zeit.de/...