Leserartikel-Blog

Warum für mich „die Linke“ unwählbar ist

a) der moralisierende Zeigefinger zeigt auf nahezu jeden Missstand in der Welt außer zu den Missständen, die frühere Mitglieder der SED, über Rechtsnachfolge SED-PDS, PDS und der heutigen Linken selbst verursacht haben. Das betrifft auch und insbesondere den seinerzeitigen Vorwurf an die BRD, sie sei mit Nazi-Verbrechern zu lasch umgegangen und in der heutigen Weigerung, sich mit STASI-Mitarbeitern und IM-Vergangenheiten in den eigenen Reihen auseinander zu setzen.

b) Geschichtsverleugnung/ ~klitterung (bis zum Abstreiten von erwiesenen IM-Vergangenheiten) wird durch einstweilige Verfügungen herbei geurteilt, wobei insbesondere Gerichte in Hamburg und Berlin gerne assistieren.

c) Ehemalige hohe Funktionäre, STASI-Mitarbeiter und IM`s erhalten üppigste Pensionen und Zusatzrenten, während die hundertausendfachen Opfer oft wegen ihrer gebrochenen Lebensbiographien (mit Knast, Verweigerung von Beförderungen infolge Systemferne, Arbeitszwang etc.) oft mit Mindestrenten auskommen müssen.

d) Wer andere Menschen in der DDR als Systemnaher gequält hat, erhält oft Amnestie und Rente als Anerkennung für Unterdrückung. Die Opfer –einst z. B. gefeiert durch den Feiertag 17. Juni- müssen mit Minirenten klar kommen.

e) Die Linken fordern soziale Gerechtigkeit und verweigern bis heute Auskunft darüber, wo das Milliardenvermögen der SED verscheinfirmt wurde, das z. B. verwandt werden könnte, soziale Gerechtigkeit zu befördern.

f) Folterungen von Menschen unter SED-Herrschaft werden bagatellisiert, die Herrschaften sind oft bar jeglicher Schuld/jeglichen Schuldbewusstseins.

g) Der braune Sumpf im Osten hat selbstverständlich nichts damit zu tun, dass früher z. B. die „Fidschis“ und die „Freunde“ ausgegrenzt wurden.

h) Der Sozialismus war in der Theorie gut. Er wurde nur falsch ausgeführt. Das sagen gerade Diejenigen, die bis heute von ihrer Systemnähe zur DDR profitieren.

i) Menschenrechtsverletzungen zu Zeiten der DDR werden bagatellisiert, Guantanamo der Amerikaner (so als Beispiel) angeprangert. Wo bleibt der Griff zur eigenen Nase?

j) Wo bleibt der Aufschrei der Empörung, wenn z. B. früher die Freisler-Witwe eine hohe Pension erhielt (http://de.wikipedia.org/w...), dasselbe aber heute Angehörige von berüchtigten Kadern der DDR ebenfalls erhalten?

k) Wie ist es möglich, dass IM und STASI-Angehörige heute hohe politische Ämter und Beamtenposten bekleiden? Sind wir genauso „konsequent“ mit ehemaligen Mitgliedern der GESTAPO und des Reichssicherungshauptamtes umgegangen?

l) Milliarden für den Aufbau Ost verpufften in Leistungen für systemnahe Kader (z. B. Zusatzpensionen) und weniger für Zwecke für die sie gedacht waren, ohne dass sich irgendwer bei den LINKEN darüber aufregte.

m) Nur eine Kleinigkeit: Straßennamen von Widerstandskämpfern in der DDR sucht man bis heute vergebens. Wohl aber findet man oft genug Straßen, die nach Personen mit finsterer Vergangenheit benannt wurden.

n) Geschichtsunterricht –gerade auch in Länderparlamenten mit Regierungsbeteiligung der „Linken“- stoppt an den meisten ostdeutschen Schulen nach dem 2. Weltkrieg, so dass es nicht wundert, dass Jugendliche Honnecker für den ersten bundesrepublikanischen Kanzler halten.

o) Fragt man, ob das dritte Reich auch seine guten Seiten hatte und bejaht jemand diese Frage, wird er in der ultrarechten Ecke verortet und zumeist ausgegrenzt. Dieselbe Frage zur DDR-Linksdiktatur zu bejahen, ist ungefährlich und mainstreamig.

p) Aufklärung gegen Rechts und antifaschistische Aktionen sind im Osten Spezialitäten von Links-Organisationen, ohne dass –mir bekannt- jemals z. B. auf die strukturelle Ähnlichkeit in der Behandlung von Abweichlern in Nazi- und SED-Deutschland hingewiesen wurde.

q) Nach dem Ende des Faschismus waren Deutsche alle nur Verführte oder Systemgegner. Sind „Linke“ in der Beurteilung ihrer eigenen Vergangenheit heute anders strukturiert?

r) Die DDR war keine Diktatur. Wie kann das sein, da sie doch selbst als „Diktatur des Proletariats“ firmierte?

s) Selbsterklärend: http://de.wikipedia.org/w... und http://archiv2007.soziali... … Was würde die „Linke“ zu einer ehemaligen NS-Größe desselben Kalibers sagen?

t) „Konsistent innerhalb der PDS war die Ablehnung gegenüber Bundeswehreinsätzen im Ausland.“ http://de.wikipedia.org/w... Wo war diese Konsequenz bei der Beteiligung der Nationalen Volksarmee an der Niederschlagung des Widerstandes in der Tschechoslowakei?

u) Karrieren zerstört, Menschen gedemütigt, denunziert, aber „klinisch rein“: http://www.focus.de/polit...

v) Auch fast selbsterklärend: http://www.tagesspiegel.d.... Auch hier die Frage, was die „Linke“ mit welcher Berechtigung bei entsprechenden politischen Aktivitäten der „Rechten“ sagen würde?

w) Ich fühle mich von Mandatsträgern wie diesem: http://www.tagesschau.de/... im Bundestag nicht so richtig vertreten.

x) Mal etwas Glaubwürdiges:
„Am meisten bedrückt mich, dass ich ein verantwortlicher Vertreter eines Systems war, unter dem Menschen gelitten haben, dass Repressionen gegen einzelne Menschen gerichtet waren, die wegen ihrer oppositionellen Haltung verfolgt wurden. Ihre Einstellung war die richtige. Meine Einstellung war die falsche. Wir waren nicht demokratiefähig, sondern haben versucht, mangels besserer Argumente uns der anderen Meinung mittels direkter Gewalt zu entledigen.“
„Da stand ich dort am 9. November in der Nähe des Grenzübergangs, und ein Mitarbeiter des MfS informierte mich darüber, dass es bei der Öffnung der Grenze keine besonderen Vorkommnisse gegeben hatte. Erst Wochen später wurde ich mir über die Absurdität bewusst, dass ein Mann von der StaSi kein besonderes Vorkommnis am Öffnen der Mauer finden kann.“
„Ostalgie ist nicht mein Ding. Manchem erscheint die DDR in rückblickender Verklärung als ein Hort sozialer Sicherheit. Tatsächlich ist die DDR nicht zuletzt daran zugrunde gegangen, dass sie infolge wirtschaftlicher Ineffizienz ihre sozialen Verheißungen nicht finanzieren konnte.“

http://de.wikipedia.org/w...ünter_Schabowski

y) Wer sorgte noch mal dafür, dass RAF-Terroristen der BRD eine neue Identität und eine neue Heimat bekamen? http://www.focus.de/polit...

z) Verlogenheit, Messen mit zweierlei Maß, Nichtstehen zu der eigenen Vergangenheit, Wein predigen und selbst zu Hauf Wein haben ohne zu teilen, Geschichtsklitterung, Verschweigen …

Darum ist die „Linke“ für mich genau so wenig wählbar wie „Rechtsausleger“ mit ähnlichen Tendenzen. Und, nebenbei, es ist schade, dass das deutsche Alphabet nur 26 Buchstaben kennt. Für den Fall, dass Jemand das „ß“ als 27. mitzählt:

ß) Wo ist das Mitgefühl der „Linken“ als Mutation der SED, SED-PDS, PDS gegenüber ihren Opfern zu finden, wo ihre materiellen Hilfen für die Hunderttausende, die einstmals unter der SED und ihren Auswüchsen litten? … Wer „die Linken“ nicht als Rechtsnachfolger der SED sieht: Wie wäre denn die Einstellung der „Linken“ zu einer Partei, die sich als ehemalige NSDAP über NSDAP-DAP, DAP zu „Die Rechten“ gemausert hätte?