Leserartikel-Blog

Außer Kontrolle - der Erdöl-GAU!

Wenn die Gier über die Sicherheit siegt:"Drill, Baby, drill!"

Jetzt ist er eingetroffen der Öl-GAU, den man zwar als Möglichkeit stets verdrängt, aber nie erhofft hat! Im Golf von Mexiko scheint die Lage völlig außer Kontrolle geraten zu sein. Nachdem die Bohrplattform „Deepwater Horizon“ nach einem Brand gesunken war, wurden vom Bohrinsel-Betreiber BP noch beschwichtigende Kommentare abgegeben. Nach dem Untergang von „Deepwater Horizon“ wurde am Donnerstag ein drittes Leck in der Förderleitung entdeckt. Noch am Mittwoch hatte die Einsatzleiterin der US-Küstenwache abgewiegelt, es sei zu früh, um von einer Katastrophe zu sprechen. Doch nun wurde die Entwicklung von der Realität eingeholt. Experten schätzen, dass täglich ca. 800.000 Liter Erdöl aus den Lecks strömen und jetzt die Küste der US-Staaten Louisiana, Mississippi und Arizona nachhaltig bedrohen.

Offensichtlich hat der sogenannten Blow-out-Preventer (BOP) versagt und schon vorher bei einem Erdgas-Blow-out die Bohrinsel in Brand gesetzt. Beim Untergang der Bohrinsel ist der BOP wahrscheinlich noch zusätzlich beschädigt worden. Der BOP ist ein Sicherheits-System aus Ventilen, der bei Überdruck den unkontrollierten Öl- und Gasaustritt aus dem Bohrloch verhindern das Förderrohr schützen soll.

Alle Schutzmaßnahmen das Öl auf dem Meer zu fixieren sind bisher fehlgeschlagen und der Erdölteppich droht nun im breiten Umfang wichtige Natur- und Fischfanggebiete sowie Austernbänke und das Mississippi-Delta zu verschmutzen. Die Firma BP bereitet hektisch die Abdichtung des Bohrlochs in 1.500 Meter Tiefe vor. Fachkräfte haben begonnen eine Schutzglocke aus Stahl-Beton zu bauen. Diese mit Öffnungen versehene Halbglocke soll über das Bohrloch gestülpt werden. Über angeschlossene Hochdruck-Schläuche soll dann das ausströmende Erdöl abgepumpt werden, bis das Leck geschlossen werden kann. Diese Maßnahme kann vermutlich erst in drei bis vier Wochen erfolgen. Die schlimmste Ölkatastrophe im Golf von Mexiko war die Havarie der mexikanischen Bohrinsel „Ixtoc 1“ . Dabei sind 1979 in zehn Monaten 4,8 Mill. Liter Erdöl pro Tag ins Meer geflossen - ein Umweltdesaster größten Ausmaßes! Aber wenn es ums große Geld geht, kennen Öl-Unternehmen keine Rücksichten - und wenn die Umwelt dabei "draufgeht"!

Übrigens, die ersten Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe von Fischern sowie von Austern- und Garnelenzüchtern sind bei BP bereits eingegangen!“