Leserartikel-Blog

Nationalsozialismus oder Faschismus?

Missverständnis mit den Definitionen
Abgeleitet ist der Begriff "Faschismus" von 'fasces', dem Rutenbündel, das die antiken Liktoren als Symbol der Macht des Römischen Reiches dem römischen Machthaber (Konsul, Imperator, Statthalter) vorantrugen. Außerhalb des antiken Roms wurde die Machtdemonstration verstärkt, indem die Liktoren nicht nur die 'fasces', also die Rutenbündel, sondern zusätzlich ein darin eingewickeltes Beil mit sich führten. Ein solches Rutenbündel mit Beil wird deshalb auch als Liktorenbündel (italienisch littorio) bezeichnet. (nach Wikipedia)

Im Machtbereich der Sowjetunion in Osteuropas, insbesondere in der DDR, die sich auch selbst als "real-sozialistisch" bezeichnete, wurde der Nationalsozialismus, sowie auch andere antikommunistische Bewegungen oder Parteien als faschistisch oder faschistoid bezeichnet, obwohl diese Definition historisch nicht belegt und inkorrekt ist. Insbesondere die Definition "Hitlerfaschismus" für die Ideologie und die Zeit des NS-Regimes, sollte von der Bezeichnung "nationalsozialistisch" ablenken, da darin das Wort "sozialistisch" steckte und man aus kommunistischer Sicht Verwechslungen vermeiden wollte. Diese Definition wurde deshalb ausschließlich von der kommunistischen und linksliberalen Geschichtsbeschreibung verwendet.

Als faschistisch werden deshalb alle nationalistischen Diktaturen bezeichnet, die sich nach den beiden Weltkriegen bildeten. Das waren die Falangisten in Spanien unter Franco, das war Portugal unter Salazar (Nationalé Union), in Ungarn unter Horthy (Pfeilkreuzler). Hier ist eine Charakterisierung angeblicher faschistischer Staaten zu finden, die sich aber an folgenden Grundlagen orientiert:Diktatur mit Ein-Parteien-System und einer Ideologie Kontrolle des gesamten gesellschaftlichen Lebens, Ausschalten jeglicher Opposition, Polizei- und Überwachungssystem, Macht des Militärs!

Was sind die Unterschiede zwischen Faschismus und Nationalsozialismus:
Der generelle Unterschied war, dass es im italienischen Faschismus keine wie im Nationalsozialismus ausgearbeitete Rassenideologie gab. Wo das Wort "Rasse" (razza) überhaupt benutzt wurde, hatte es zumindest bis 1938 oft keine biologische Bedeutung, sondern wurde in dem auch in Deutschland früher gebräuchlichen Sinn von "rassig" als "edel" benutzt, ohne auf Abstammung abzuheben. Nach 1938 allerdings verbreiteten sich auch im faschistischen Diskurs biologistische Auffassungen immer stärker.

Der Staat, die faschistische "Neue Ordnung" unterscheidet sich deutlich von dem vom Nationalsozialismus angestrebten Modell: Während Hitler einen völkisch geordneten Rassestaat zu errichten versuchte, strebte Mussolinis Regime nach einem starken Staat unter Einbindung der alten Eliten und nach der Etablierung einer zwar skrupellosen, aber doch größtenteils traditionellen Macht- und Expansionspolitik. Die Nationalsozialisten blickten etwas verächtlich auf die Italiener. In ihrem völkischen Verständnis war das römisch-jüdische Verhalten Schuld am Ausgang des 1. Weltkrieges und der internationalen Isolierung Deutschlands durch den „Versailler Schandvertrag“! Auch in ihrer völkischen Mystik distanzierten die Nazis sich von den Italienern, z. B. im Aufbau des "germanischen" Volks-Staates und von der römisch-jüdischen Rechtsauffassung - ihr Rechtsverständnis war "germanisch-arisch"!

Wenn man der historischen Wahrheit verpflichtet ist, müsste man nach dem 30. Juni 1934, als sich Hitler durch den sogenannten „Röhmputsch“, durch Auslöschung der innerparteilichen Opposition und jeglichen anderen Widerstandes, endgültig alle Macht auf den Tisch gezogen hatte, den Nationalsozialismus als „Hitlerismus“ deklarieren, so wie es beim „Stalinismus“ oder dem „Maoismus“ üblich ist.