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Zu: Tango ist Kulturerbe der Menschheit

Dieser Leserartikel bezieht sich auf den folgenden Artikel:
http://www.zeit.de/newsti...

Der Artikel mag die erforderliche Schleife ziehen, gleichwohl finde ich ihn selten blass! Da wird Tango Argentino, genauer der "Tango vom Rio de la Plata", stark in die schummrige, ja fast schmierige Ecke geschoben. Ist die Essenz des Artikels tatsächlich, dass ein immaterielles Weltkulturerbe jetzt in enger Verbindung mit dem horizontalen Gewerbe steht?

Die allseits bekannten Zitate werden durch die Wiederholung nicht besser! Warum reduziert sich die Verbindung von Mann und Frau beim Tango, diese spezielle Form der Kommunikation immer wieder auf das zitierte horizontale Verlangen? Weil man sich ja so leicht auf einen George Bernhard Shaw berufen kann? Hat der jemals Tango getanzt? Wenn ja, wo eigentlich?

Nein, nochmal zurück zum Ursprung! Es ist tatsächlich verbürgt, dass die Entwicklung des Tangos auf Bars und Bordelle verweist. Genau das war auch der Grund, warum lange Zeit für die Mittel- und Oberschicht Tango verpönt war und er dem Bannstrahl des klerikalen Kleingeists zum Opfer fallen sollte. Aber denkt man beim Jazz auch in erster Linie daran, dass er in schummriger Atmosphäre gespielt wurde?

Zwei Aspekte sind tatsächlich wichtig: Erstens die erotische Komponenten beim Tango(tanzen) und zweitens die soziale. Interessant wäre gewesen, die Verbindung herzustellen. Der Tango ist heute nicht mehr ein Tanz für die Unterpriveligierten aber genau bei diesem Tanz löst sich etwas auf. Zumindest im Moment eines innigen Tanzes werden Grenzen überschritten und das ist zweifellos etwas Außergewöhnliches.

Tipp an die Redaktion: Das nächste Mal Tangotänzer/innen zu Wort kommen lassen!