Leserartikel-Blog

Die Diffamierung der LINKEN

Die Diffamierung der LINKEN
Die LINKEN, für die einen der Heilbringer - von den anderen in einem Atemzug mit Hitler und Stalin genannt. Keine andere Partei vermag es, die Meinungen so zu spalten.

Doch warum ist das Spektrum der Meinungen über diese Partei so unglaublich weit gefächert?

Auf der einen Seite die Wählerschaft der geprellten EX-SPDler, die seit den Hartz 4 Reformen ihren Glauben an die SPD verloren haben und sich als Arbeitnehmer nichtmehr als funktionierende Lobby vertreten fühlen, die in der Armutsspirale hängenden Hartz4ler, Rentner und prekären Arbeitnehmer, die wirklich linken Gruppierungen die sich den demokratischen Sozialismus oder sogar den Kommunismus wünschen und schliesslich die gutverdiendenden Akademiker, die sich einfach eine bessere Welt wünschen.

Auf der anderen Seite der Rest der Wählerschaft, dessen Meinung von der Linkspartei geprägt ist von der Angst eines Systemwechsels, der Angst die Mauer wird wieder aufgebaut oder der Angst einfach mehr Steuern zahlen zu müssen.

Doch woher kommt diese Angst? Bringt man bei einer gepflegten Politdiskussion im Freundes- oder Bekanntenkreis das Wort "Die LINKE" zur Sprache, dauert es nicht lange, bis die Worte "DDR", "Sozialismus", "Kommunismus" oder "undemokratisch" fallen. Wie kommt es, dass der große Teil der mäßig oder schlecht informierten Gesprächsteilnehmer diese Assoziationen hervorbringt?

Um diese Frage zu beantworten, reicht es einen Blick in die Medienlandschaft zu werfen. Die auflagenstärksten Medien propagandieren dieses Bild der LINKEN unentwegt. Hier wird nicht über Sachverhalte oder realpolitische Themen berichtet, jeder Beitrag landet auf kurz oder lang in der Vergangenheit (bei Kommunismus, Sozialismus und der DDR)oder es wird Demagogie vorgeworfen, Realitätsferne oder beides.

Dem geübten Leser fallen die fehlenden Argumente auf, die leeren Phrasen und abgedroschenen Vorurteile. Aber was ist mit dem Politik-uninteressierten, ungebildeten oder jungen Leser, der nicht viel weiss und auch nicht wissen will?

Erfährt dieser Leser, daß die Linkspartei wahrscheinlich die beste Wahl für ihn wäre als gebeutelter Niedriglöhner? Erfährt dieser Leser, dass eine Re-Privatisierung von Teilen der Energieversorgung ihn vielleicht von den enormen Nachzahlungen jedes Jahr befreit? Erfährt dieser Leser, dass O.Lafontaine schon vor Jahren die Regulierung der Finanzmärkte gefordert hat und dies der Hauptgrund war für sein Verlassen der SPD?

Doch viel wichtiger ist doch die Frage: Warum wird so berichtet? Niemand hat etwas gegen die kritische Auseinandersetzung mit der Linkspartei, doch wo sind die Argumente? Sind diese Beiträge beim Leser wirklich so beliebt, dass es eine ständige Wiederholung der selben eintönigen Artikel rechtfertigt? Wäre ein Artikel nach dem Schema: "Was sind die realpolitischen Forderungen der LINKEN - realisierbar oder nicht?" nicht viel interessanter?

Mich selbst hat der heutige Artikel der ZEIT Alle böse außer Oskar und der dazugehörigen Diskussion zu diesem Beitrag verleitet. Ich persönlich habe mir mein Urteil über die Beweggründe der Medien und ihre Verflechtung mit politischen Gruppierungen schon gemacht. Aber was denken Sie über die tägliche Berichterstattung bezogen auf die LINKE?

Gerechtfertigt oder Propaganda?