Leserartikel-Blog

Das Christentum eine Propagandalüge der Flavier

Mit Interesse habe ich Joseph Atwills Buch, Das Messias Rätsel, gelesen. In diesem Buch vertritt er die nachfolgenden, aus dem Klappentext des Buches zitierten Thesen:

Das Christentum ist nicht in einer judäischen Unterschicht entstanden, sondern wurde im Auftrag des römischen Kaiserhauses der Flavier erschaffen.

Die Evangelien wurden nicht von den Anhängern eines jüdischen Messias geschrieben, sondern von Intellektuellen, die um Umkreis der drei flavischen Kaiser, Vespasians und seiner zwei Söhne Titus und Domitian, lebten.

Die Evangelien wurden nach dem römisch-judäischen Krieg geschrieben, und viele der Ereignisse aus dem Leben Jesu sind Parodien auf Ereignisse aus diesem Krieg.

Der Zweck des Christentums war es, die jüdische Religion zu überlagern. Es sollte die nationalistische und militaristische Messias-Bewegung in Judäa durch eine pazifistische Religion ersetzen, die der römischen Herrschaft wohlgesinnt war.

Atwill behauptet somit, dass es den historischen Jesus der Evangelien nie gegeben hat. Damit kommt er zu einem ähnlichen Ergebnis, wie ich es in der ZEIT-Debatte vor Jahren ausgeführt habe. Siehe nachfolgenden Link:

http://c1.zeit.de/WebX?14@130.HBauaQZ8rwW.0@.30012e12/167

Die Evangelien wurden am Hof der Flavier auf der Basis der Schriften des Josephus – Atwill behauptet sogar von Josephus selbst – verfasst. Epaphroditus, der Verleger des Josephus, muss in diesem Zusammenhang ebenfalls erwähnt werden. Autorisiert wurden die Schriften tatsächlich von Titus Flavius. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass eine Johannes auf Patmos von dem Flavier Domitian kurz danach immer noch verfolgt wird. Dies lässt nur den Schluss zu, dass die Gemeinden in Kleinasien zu dieser Zeit noch jüdisch-messianische Gemeinden waren, die den Römischen Kaisern feindlich gesonnen waren. Die Transformation dieser Gemeinden in kaisertreue, christliche Gemeinden geschah somit zur Zeit der Flavier mit Hilfe der neuen in Rom verfassten Propagandaschriften. Ob viele Jahre vorher Paulus oder tatsächlich erst der geschulte, jüdische Theologe Josephus die Idee hatten, den jüdisch-makkabäischen Messias, den "Kyriou Iesous Xristos", mit dem hellenistischen Messias, dem "Kyrios Iesous Xristos" zu überschreiben, bleibt eine noch zu lösende Frage. Atwill verlegt alle diese Prozesse in die Zeit der Flavier. Hier der Link zu seiner Homepage:

http://www.caesarsmessiah...