Leserartikel-Blog

Jugendkriminalität,Theorie und Praxis :-)

Es ist einfach eine Idee davon zu haben, wie man jugendlichen Kriminellen am sinnvollsten helfen könnte, oder sie bestrafen sollte. Ich denke die allerwenigsten Kommentare auf diesen Seiten stammen von Menschen denen eine ähnlich erbärmliche Jugend vorbestimmt war. Und so verliert man sich wie immer in endlosem Pro und Contra.
Klar ist, dass sozialer Hintergrund, Bildung und Beschäftigung der Jugendlichen einen großen Einfluss auf die Entwicklung jener haben.
Klar ist aber auch, dass der Staat und die Gesellschaft niemals in der Lage sein werden ausreichende Strukturen zu schaffen um dieses Problem gänzlich zu beseitigen. Aber sie könnten „lindern“.

Ganz sachlich gesehen:
…hat der Staat ein Finanzproblem.
Resozialisierungsmaßnahmen sind teuer und sehr oft fragwürdig.

Oft wünschen sich jugendliche Straftäter selbst – wie auch hier im Artikel beschrieben - ein härteres Durchgreifen der Justiz.

Und zu guter letzt ist es die Presse welche uns informiert, oder aufzuklären versucht und natürlich ebenso bemüht darum ist, uns gut zu unterhalten. Soll meinen, es ist nicht einfach, sich ein genaues Bild zu machen.

Wenn ich also jedes persönliche Schicksal eines Straftäters in die Waagschale werfe, dann kann ich den Knast wohl ganz abschaffen und muss am Ende tief in den Geldbeutel greifen, um die nötigen Alternativen zu schaffen. Und wieder bleibt das Restrisiko eine Rückfalls. Denn diese Jugendlichen brauchen nicht unbedingt ein Heer von Psychologen oder einen Seegeltörn nach Kanada, sonder Strukturen, Programm und Anerkennung für erbrachte Leistung. (Sorry, aber schließlich leben wir immer noch in einer Leistungsgesellschaft.)

Im übrigen leben wir es unseren Kindern ja vor: Korrupte Politiker, die ihren Profilierungsneurosen nachjagen, Internet mit allen seinen bizarren Seiten und überforderte, allein erziehende Mütter mit geringem Einkommen und Zukunftsängsten.
Welcher kleine, dumme Junge möchte da nicht den starken Mann spielen??

- Der Mensch in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Handelns wohl bewusst -

Jeder der eine Straftat begeht ist sich über die Konsequenzen seines Handelns im Klaren. Wenn auch vielleicht nicht gleich beim ersten Male, so auf jeden Fall als Wiederholungstäter.
Es ist das schlecht berechenbare Risiko des Räubers, Vergewaltigers, Mörders oder Schlägers erwischt zu werden, um das er weiß.
Am Ende steht eine Strafe…. die leider oft keine mehr ist.

Ich habe in meiner Jugend eine ganze Menge Dummheiten begangen. (Allerdings war ich kein Schläger). Ich bekam Wochenendarreste, wurde zu sozialen Diensten verurteilt und bekam immer wieder Bewährung. Es hat nicht geholfen, ich war unbelehrbar. Ich hatte immer den gleichen Richter, der mir sehr zugetan war und ich habe mich auf ihn gefreut. Erst als ich wegen erneutem Fahren ohne Führerschein vor ein Erwachsenengericht bestellt wurde, widerrief man die inzwischen auf 24 Monate angestiegenen zwei Bewährungsfristen und ich ging ins Gefängnis.

Ich habe zwei drittel der Strafe abgesessen. Die Erinnerung daran ist bis heute der größte Horror meines Lebens. Nach meiner Entlassung habe ich alle Kontakte aus dem Vollzug sofort eingestellt. Ich bin nie wieder straffällig geworden...