Leserartikel-Blog

Bob Dylans MASTERS OF WAR aus den 1960er Jahren

Ich war immer der Ansicht, man könne keinen Dylan-Song in eine andere Sprache übersetzen. Aber dieses Lied bildet meiner Ansicht nach eine Ausnahme ob seines realistischen Klartextes und wie man sieht, passt es heute noch genauso, wie damals, auch wenn die Uran - Munition, die alles Schlimme an Waffenauswirkung noch ins Unendliche potenziert, erst etwas später auf den Weltmarkt kam, wo sie nun möglichst heimlich, aber eifrig, verschossen wird. Früher nahm man zur härtest möglichen Durchschlagkraft von Schußwaffen Wolfram.
Das verstrahlte zwar nicht noch zusätzlich die ganze Gegend und letztendlich die ganze Welt, war aber viel kostspieliger!
Heute kann die Waffenindustrie ja praktischerweise den Abfall, der bei der "friedlichen" Nutzung der Kernenergie anfällt, das abgereicherte Uran, noch viel lukrativer zu "Todeswerkzeugen der nachhaltigsten Art" verarbeiten!

Ich habe Dylan's Text so übersetzt, dass man ihn auch singen
kann und gleichzeitig so genau wie möglich die Wortbedeutung erhalten bleibt.

Ihr Meister der Kriege!
Die Ihr baut die Kanonen!
Die mordsmächtigen Flieger
Und die riesigen Bomben!
Versteckt hinter Mauern
Euch - ihr Schreibtischtäter!
Ich möcht, dass Ihr wisst,
Dass ich weiß, wer Ihr seid!

Denn nichts als Zerstörung
Habt Ihr fabriziert!
Und meine einzige Welt
Zu Euerm Spielzeug entstellt!
Ihr gebt Schießwerk zur Hand
Doch lasst Euch nicht blicken.
Kehrt nur um und rennt
Wenn die Kugeln dann zischen!

Wie ehemals der Judas,
Lügt Ihr und betrügt!
Einen Weltkrieg den soll ich
Als Gewinn Euch abkaufen!
Doch ich blick durch Euer Aug
Und durch euer Hirn
Wie durchs Wasser
Das rieselt herunter vom Firn.

Ihr zieht ab den Hahn
Für andere zum Feuern
und lehnt Euch zurück -
Seht die Toten sich neuern!
Versteckt Euch in Villen,
Wenn jugendlich Blut
Aus den Körpern heraus
In den Sand sickern tut!

Schlimmstmögliche Angst
Ihr habt sie verbreitet!
Die Angst, um noch Kinder
In die Welt zu geleiten!
Schon vom Tode beroht
Mein noch namenlos Kind!
Seid des Blutes nicht wert
Dass Eure Adern durchrinnt!

Was kann ich schon wissen,
Dass ich hier so rede -
So wollt Ihr doch sagen,
Da ich jung und unerfahren!
Doch eins weiß ich genau
Wenn auch jung ich ausschau:
Selbst Jesus würd das niemals
Verzeihn, was Ihr tut!

Lasst eins Euch noch fragen:
Ist Euer Geld denn so gut?
Kann's Vergebung erkaufen?
Glaubt Ihr's dass es tut?
Ihr werdet's erleben
Wenn der Tod sich Euch naht,
Dass all Euer Geld
Für Eure Seelen nichts zahlt!

Und ich hoff' Ihr sterbt aus!
Und Euer Tod komme bald!
Werd folgen dem Sarggang
Wenn der Tag dann wird alt!
Will sehen Euch dann sinken
In Euer ewiges Bett
Und so lang überm Grab stehn
Bis ich weiß: Ihr seid weg!

Was ich, wie sicher auch die meisten anderen, nur an der ganzen Sache schon lang nichtmehr versteh: Wir haben doch nur diese eine einzige Welt!
Also haben wir es demnach hier mit Wahnsinnigen zu tun, die aber glauben, sie seien gesund!
Was also können wir tun, da wir ja wissen, dass alles im Grunde eine Einheit bildet und ungetrennt zusammen wirkt?
Da wir ebenso wissen, dass jedwede Schuldzuweisung allein der
noch so scharfsinnigen oder -züngigen Art, wie man sieht, nichts genützt hat?
Und da wir wissen, dass jedwede Art von Gewalt in keinerlei Hinsicht je zukunftsträchtig war noch jemals in Zukunft sein kann?

Wir können nur jeder für sich seinen eigenen Wahnsinn auszumachen suchen, eine sorgsamts mögliche eigene Seelenhyghiene betreiben!
Es soll doch bitte niemand glauben,er habe garnichts zur immer greller sichtbaren Hybris der Menschheit beigetragen!
Wir können diesen gemeinschaftlich herbeigeführten Zustand der Menschheit nur aus der kleinst möglichen sozialen Lebenszelle heraus - aus dem bewusst fühlenden Herzen jedes
einzelnen Menschen - zum besseren hin verändern!