Ai Weiwei und die Jasmin-Revolution
Um die Jasmin-Revolution in Rotchina zu unterdrücken, hat das Regime eine Reihe von Anwälten, Künstlern und Bürgerrechtlern verhaftet.
Ai Weiwei ist der Berühmteste von den Chinesen, die nach dem Aufruf zur Jasmin-Revolution in Rotchina verschwunden sind. Am 7. Sonntag der Jasmin-Revolution wurde Ai Weiwei in Peking am Abflug nach Hongkong gehindert und abgeführt.
Li Tiantian in Shanghai, die seit 1996 als Anwältin tätig ist, gehört auch zu den gekidnappten Chinesen.
Nach ihrer Verhaftung habe ich ihre Twitterseite besucht und konnte feststellen, dass sie spätestens am 17. Februar schon vom Aufruf zur Jasmin-Revolution erfuhr und offen dafür warb.
Am 18. Februar schrieb sie, "Man wird leicht an Krebs erkranken, wenn man sich vor einem Schurken kniete; selbst wenn man den Kampf nicht gewinnen kann, muss man mit seiner Faust winken".
Am 19. Februar ist unter ihrem Acount litiantian zu lesen, "Ich lache mich zu Tod... Eben habe ich ein Foto von Jasmin im Webblog weitergeleitet. Kein Wort dazu, dennoch wurde es gelöscht. @litiantian Beim ersten Mal hat man keine Erfahrung, wir gehen als Schaulustige dorthin und schauen nach, ob es viele Menschen gibt! Wenn es zu wenige Menschen gibt, dann halten wir den Mund! Später gehen wir jeden Sonntagnachmittag hin und schauen zu. Festhalten ist der Sieg. Und wir rufen alle auf, die Information über die Kundgebung weit zu verbreiten, um unsere Kräfte zu verstärken!"
Sie muss an diesem Tag verhaftet worden sein. Denn danach gibt es keine Einträge mehr. Bei ihr ist an diesem Tag auch ein Zitat zu lesen, "In Wirklichkeit sind alle Probleme in China ein politisches, kein wirtschaftliches Problem. Über die Wirtschaft zu sprechen, ohne die Politik zu berücksichtigen, kann niemals eine Lösung zum Problem finden."
Am 20. Februar fand der erste Jasmin-Protest gegen die KP-Diktatur in Rotchina statt. Es gab Festnahmen in verschiedenen Städten. Die 34-Jährige Bloggerin Liang Haiyi wurde bei der Jasmin-Kundgebung in Harbin verhaftet. In ihrem inzwischen geschlossenen Blog ist zu vernehmen, dass sie aus einer offenen unbefangenen Lebensanschauung gegen die reale pragmatische Gesellschaft kämpfen möchte. Sie ist also eine überzeugte Jasmin-Revolutionärin wie Li Tiantian.
Die Wirkung von Ai Weiwei
Li Tiantian müsste Ai Weiwei persönlich spätesten im Jahr 2008 kennengelernt haben. Denn in dem Dokumentarfilm von Ai Weiwei über Yang Jia (1980-2008) ist Li Tiantian zu sehen. Damals haben sich Ai Weiwei und Li Tiantian wie viele Chinesen weltweit für ein gerechtes Verfahren gegen Yang Jia eingesetzt. Leider ohne Erfolg. Am 26. November 2008 wurde Yang Jia als "Mörder" hingerichtet.
Ai Weiwei hat in seinen Filmen über den Fall von Yang Jia dokumentiert, dass die Justiz unter der KP-Führung nicht gerecht sein kann. Im Gegenteil, die Polizisten, die Anwälte und die Richter zählen zu der systematischen Verbrecherbande, die das Gewissen, die Gerechtigkeit, die Menschen und die Umwelt in China zerstören.
Der 28-Jährige Pekinger Yang Jia wurde in Shanghai von den Polizisten grundlos schikaniert und misshandelt. Danach bestand er mit seiner Mutter auf einer Erklärung und liess sich die Menschenwürde nicht mit Geld vergelten. Nach vergeblicher Bemühung hat Yang Jia am Jahrestag der offiziellen Gründung der KP Chinas 2008 Selbstjustiz verübt. Dabei sind 6 Polizisten ums Leben gekommen, die Yang Jia ermordet haben soll.
Die Machthaber haben nach dem bis heute ungeklärten Vorfall sofort die Mutter von Yang Jia unter einem Decknamen in eine Irrenanstalt verwiesen und 143 Tage lang gefangen gehalten, damit sie nichts für ihren Sohn unternehmen und nicht als Zeugin vor dem Gericht auftreten konnte. Der geschiedene Vater von Yang Jia durfte den einzigen Sohn nicht besuchen und für ihn einen Anwalt beantragen...
Am 5. April 2010, dem chinesischen Totenfest hat das Team von Ai Weiwei unter schwierigen Arbeitsbedingungen zwei Filme fertiggestellt und dann bei Youtube veröffentlicht. Seine scharfsinnigen Kommentare zur Tragödie von Yang Jia, die er in seinem 2009 verbotenen Blog veröffentlichte, sind teilweise in dem ersten Film über Yang Jia eingefügt.
Li Tiantian hat im August 2010 einem anderen Rechtsanwalt mitgeteilt, dass ihr Blog mit 60 Beiträgen bei Sina gelöscht, die Lizenz eines Kollegen entzogen, sein Blog geschlossen wurde; Ai Weiwei und sein Rechtsanwalt in Sichuan wieder geschlagen wurden. Zum Schluss hieß es, "Yang Jia wird wirklich so sehr vermisst".
Gleichzeitig schwärmt Li Tiantian von Ai Weiwei und empfiehlt bei Twitter seine verbotenen Kommentare.
Am 18. Februar hat sie noch die Einträge von Ai Weiwei bei Twitter immer wieder weitergeleitet.
Ein empfohlener Eintrag lautet, "Der Misserfolg in der Erziehung hat verursacht, dass einige Generationen die Fähigkeit dazu verloren haben, nach Glück und Freiheit zu streben." Mit klaren Worten heißt es, dass die KP Chinas seit 1949 die Chinesen systematisch indoktriniert und terrorisiert hat.
Ai Weiwei aber, der 12 Jahre in den USA lebte, hat nach seiner Heimkehr viele jungen Chinesen dazu gebracht, die kommunistische Propaganda zu hinterfragen und die Menschenrechte zu verteidigen.
Nach der Verschleppung von Ai Weiwei haben sich auch viele Fans von ihm zu Wort gemeldet.
Bei Twitter hat die Autorin und Musikerin Wu Hongfei am 9. April geschrieben, "Ai Weiwei, wo bist Du? Ich vermisse Dich sehr. Wir alle vermissen Dich sehr." Dann kündigt sie ein Konzert unter dem Thema "Ai Weilai"(Liebe die Zukunft) am 13. Mai in Peking an.
Am 10. April, am 8. Sonntag der Jasmin-Revolution hat sie bei Twitter offen gestanden, "In der Vergangenheit habe ich Dich nicht verstanden, in der Zukunft werde ich Dich auch nicht verstehen, ich möchte nur dass Du freigelassen wirst."
Wu Hongfei steht exemplarisch für die enorme Wirkung von Ai Weiwei auf die Chinesen, "Seinetwegen habe ich auf die alte Erziehung verzichtet, seinetwegen verachte ich diese Partei zutiefst", schrieb sie.
Ai Weiwei ist verhaftet worden, aber noch mehr Chinesen stehen auf!
Dadurch schlägt die Jasmin-Revolution in Rotchina höhere Wellen.
Das ist wirklich eine sorgfältige Auflistung! Und es ist fürchterlich, nicht zu wissen, wo die Menschen sind. Hoffen wir, dass das Streben nach Freiheit produktiv und erfolgreich sein wird.
Wie sehen Sie die Rolle der "westlichen" Staaten in der Jasminrevolution? Was können sie ausrichten, was können sie besser machen?
Ich bin so frei, Sie auf diesen Artikel von mir zu verweisen, evtl. mögen Sie ihn ja auch kommentieren?
http://community.zeit.de/...
"Ai Weiwei ist verhaftet worden, aber noch mehr Chinesen stehen auf!
Dadurch schlägt die Jasmin-Revolution in Rotchina höhere Wellen."
An den großen Aufstand mag man wohl glauben, wenn man dem geliebten Führer von Falun Gong, Li Hongzhi huldigt. Die Mehrheit der Chinesen hingegen wünscht keine Revolution, sondern eine friedliche Evolution, welche das in den letzten 30 Jahren erreichte erhält und weitere Verbesserungen, sowohl im Verhältnis zum Staat als auch bei den privaten Lebensverhältnissen bringt.
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