Leserartikel-Blog

Ihre Beiträge auf ZEIT ONLINE. Zu den Blogs

Aus dem Sieg in Ägypten lernen die chinesischen Freiheitskämpfer

Die Ägypter haben nur 18 Tage demonstriert, schon wurde der 82-jährige Mubarak davon gejagt.

1989 haben die Chinesen anlässlich des Todes von Hu Yaobang, der wegen seiner Reformen von Deng Xiaoping und Co. abgesetzt wurde, vom 15. April bis zum 4. Juni, 50 Tage lang demonstriert.

Der Tiananmen-Platz, der Platz des Himmlischen Friedens war das Zentrum des friedlichen Volksaufstandes. In der Nacht vom 3. bis zum 4. Juni begann die kommunistische Armee auf Befehl des 84-jährigen Deng Xiaoping die Demonstration mit Gewalt zu beenden. Unzählige Menschen einschließlich unbeteiligter Bewohner wurden in Peking verletzt und umgebracht.

Peking, wo die Kommunistische Partei Chinas seit 1949 regiert, wurde einige Tage lang zum Schlachtfeld.

Das Massaker, die Propaganda, die Fahndung und die Hinrichtung haben Chinesen wie mir, die in Rotchina geboren und aufgewachsen sind, erst die Augen geöffnet und die Kommunistische Partei durchschauen lassen. Vorher wurden wir indoktriniert und konnten nicht erfahren, dass die Kommunisten vor dem Tiananmen-Massaker schon mindestens 80 Millionen Todesopfer mit verschiedenen Kampagnen gefordert hatten.

Das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens hat den Chinesen und der Welt gezeigt, dass Deng Xiaoping und Co. Staatsterroristen sind. 1949 wurde die gewählte chinesische Regierung von den internationalen Kommunisten nach Taiwan vertrieben. Seit dem Massaker 1989 streben noch mehr Chinesen danach, das rote Regime aus der Sowjetunion zu stürzen. Über die friedlichen chinesischen Freiheitskämpfer werden leider im Westen wenig berichtet.

Liu Xiaobo, der im Westen als Friedensnobelpreisträger 2010 geehrt wurde, gehört nicht zur chinesischen Opposition. Denn er spielt seit 1989 die Rolle eines Kollaborateurs der KP Chinas.

In Ägypten auf dem Platz der Befreiung gab es niemanden, der wie Liu Xiaobo mit einem Hungerstreik Einfluss gewinnen wollte und dabei appellierte, die Machthaber nicht als Feind zu betrachten...

Die Ägypter wollten Mubarak nicht und blieben bei ihrer Forderung.

Die Armee hat sich auf die Seite des Volkes gestellt, was in Peking eine Zeitlang auch der Fall war.
Leider ließen sich damals die meisten Chinesen von Liu Xiaobo und Co. beeinflussen und nur wenige hatten das klare Ziel wie Lu Decheng (1963—), der mit zwei Mitstreitern Eier auf das Portrait von Mao Zedong am Platz des Himmlischen Friedens geworfen hat und aufrief:

Nieder mit der kommunistischen Diktatur!

Nun aber haben viele Chinesen schon 21 Jahre lang danach gestrebt, das kommunistische System in China abzuschaffen, anders als die im Westen bekannten Pseudo-Dissidenten wie Liu Xiaobo.

Die Ägypter haben gezeigt, dass eine Diktatur jederzeit zusammenbrechen kann, auch wenn sie vom Westen unterstützt wird. Jeder Mensch will in Freiheit leben, egal ob er ein Europäer, ein Afrikaner oder ein Asiat ist.
Niemand will unterdrückt werden, egal ob er gläubig ist oder nicht. Eine Lehre, die mit Gewalt praktiziert wird, ist falsch, wie der Kommunismus.

Leser-Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren
Anzeige
Service