Gemeinsames Sorgerecht? Nein, Danke!
Das Sorgerecht bekommt die Frau, die ein Kind geboren hat, verordnet, weil sie es geboren hat. Das mütterliche Sorgerecht bringt dabei vorallem gerichtlich durchsetzbare Verpflichtungen mit sich, die aber für Väter nur begrenzt gelten und sich im schlimmsten Fall auf die materielle Verantwortung beschränken. Kümmern sich als weder Mutter noch Vater um das gemeinsame Kind und es passiert ihm was, dann geht die Mutter ins Gefängnis (Daniela J., lebenslänglich). Dass auch der Vater seiner Sorgeverpflichtung nicht nachgekommen ist, wird weder hinterfragt noch bestraft.
Darum, weil die väterlichen Pflichten der Personensorge für Kinder allein damit hinfällig werden, wenn die Väter aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen und sich in ausschließlich materielle Verpflichtungen flüchten (über die natürlich einige Väter auch noch jammern), ist das Sorgerecht kein "Machtmittel" sondern Instrument zur Zwangsverpflichtung von Frauen zur Mutterschaft und Personensorge (=Sorgerecht).
Dass bestimmte Männer sich um diese Zwangsverpflichtung (und manche auch noch mittels Gentests!) reißen, beweist nur wie machtverliebt diese Exemplare sind und wie zwanghaft darauf versessen, die Mütter der eigenen Kinder zu drangsalieren, denn zu mehr als eben diesem Anliegen, taugt das väterliche Sorgerecht auch nicht.
Ausschließlich jene zur Realität vollkommen verdrehte Vorstellung, das Sorgerecht statte die Mutter der Kinder mit einer besonderen Macht und besonderen Befugnissen aus, veranlaßt die Männer- und Väterrechtsbewegung für das gemeinsame Sorgerecht zu streiten. Diese halluzinierte "Macht" im Sorgerecht ist aber nichts anderes als die selbstentlastende Intervention eines leistungsmüden Sozialstaates zur Weiterleitung der Verantwortung an mindestens eine Verantwortliche, nämlich die Mutter. Der Mutter obliegt es dann, die Verantwortung "aufzuteilen", also einen Vater zu beteiligen oder dies zu unterlassen. Spätestens dann, wenn es um die Verantwortung der Väter geht, wird alles Mögliche und Unmögliche diskutiert, gefordert, unterstellt oder bestritten und egal, was eine Mutter tut, sie wird es nie allen recht machen, aber nur höchstselten wird das mütterliche Sorgerecht in Frage gestellt oder nur darüber nachgedacht, ob es von einer Frau wirklich verlangt werden darf, in die Verantwortung als Sorgeberechtigte und Sorgeverpflichtete gezwungen zu werden. Dass Mütter für das mütterliche Sorgerecht sind, daran festhalten, ist wieder nur die Fantasie jener, die sich dieses Recht für Väter wünschen.
Ich bin gegen das gemeinsame Sorgerecht, weil ich gegen das Sorgerecht für die leibliche Mutter anläßlich der Geburt bin. Das Recht und die Pflicht für ein Kind zu sorgen, erfordert eine willentliche und freiwillige, bewußte Zustimmung der Eltern. Ich trete für Selbstbestimmung an und die schließt auch das Recht der Frauen ein, ein Kind zu entbinden, aber eben nicht das Sorgerecht übernehmen zu müssen und nicht dessen Mutter zu sein.
Mutter- und Vaterschaft mögen bitte eine bewußte und freiwillige Entscheidung der Eltern werden und keine geschlußfolgerte Verordnung auf Grund biologischer Tatsachen, gegen die man sich erst wehren muß, um sie wieder abzulegen. Jede Schwangere soll sich selbst entscheiden können, ob sie Mutter werden will oder nicht, Abtreibung ist dabei keine ethisch akzeptable Option. Das Lebensrecht des Kindes geht dem Recht der Schwangeren auf Selbstbestimmung vor, aber es gibt eben auch nur darum diesen Konflikt, weil die Geburt in der Mutterschaft und im Sorgerecht endet. Die Tatsache der Geburt vom Sorgerecht zu trennen, ist hier die einzige Möglichkeit, Gleichstellung zwischen Männern und Frauen zu erreichen. Und darum soll es gehen.
Die Herrschaftsansprüche gewisser Patriachatsnostalgiker scheitern heute nämlich - zum Glück - schon am Grundgesetz und es sollte uns daran gelegen sein, die Grundrechte auch von Frauen nicht chronisch unterbieten zu lassen, nur weil die üblichen Verdächtigen Zwänge mit Macht verwechseln.
Mit Verlaub: Sie haben wohl Feuer unterm Arsch!
Demnach muss ich nicht befürchten, dass Sie sich einschüchtern lassen von dem was nun zwangsläufig folgen wird (sofern man Sie & Ihren Artikel nicht ignoriert):
Frauen haben viele Mittel zur Schwangerschaftsverhütung, sie "dürfen" unter bestimmten Umständen straffrei abtreiben, sie können anonym gebären, ihr Kind in einer Babyklappe ablegen oder zur Adoption freigeben.
Hab ich was vergessen?
Ja: das Jugendamt kann ihnen die Fürsorge für ihr Kind abnehmen wenn sie sich (teilweise trotz Familienhilfe) als (zeitweilig) ungeeignet/überfordert erweisen.
Alles wichtig & richtig.
Was Sie wollen und fordern erschließt sich mir bisher leider nicht.
Sie sehen doch aber ein, dass eine Zwangsverpflichtung zum Sorgerecht, der Selbstbestimmung der Frau und dem Konflikt einer Schwangeren, die keine Mutter werden will, aber trotzdem schwanger ist, nicht mit einer Abtreibung gedient werden kann? Das Ziel aller Entscheidungen in Bezug auf ungeborenes Leben sollte doch sein, es zu schützen und sich die gesunde Lebensgeburt zu wünschen, darum ist weder Abtreibung eine Alternative bei einem Schwangerschaftskonflikt und auch Verhütung keine Lösung eines Konflikts ist, den man erst zu lösen hat, wenn eine Frau schwanger ist.
Wir reden hier also konkret über die vernünftigste Lösung in einem Konfliktfall während der Schwangerschaft und dazu fordere ich einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel, der darauf abstellt, die Elternrechte vom Geschlecht zu trennen und Gleichstellung über eine selbstbesitmmte Lösung zu erreiehen. Ich schlage also drei Fliegen mit einer Klappe: Selbstbestimmung (auch für Frauen!), Elternschaft (ohne Zwang!), Stärkung der Kinderechte, aber auch Bürgerrechte (sogar für Eltern!).
Werter Herr,
wer wem und wie viel Unterhalt schuldet und in welchem Geschlecht die Schuldner und Gläubiger vornehmlich zu suchen sind, ist für die Klärung, woraus ein Unterhaltspflicht resultiert, vollkommen unerheblich. Hier geht es um die Frage, ob jemand überhaupt (egal ob Mann der Frau) gegen seinen Willen zum Unterhalt verpflichtet werden darf oder ob diese Zwangsverpflichtung ncht grundsätzlich in Frage zu stellen ist.
Ihrem Bedürfnis, Männer in die Opferrolle zu pressen, kann hier nicht stattgegeben werden, für Geschlechterkampf ist hier kein Platz.
„Das Recht und die Pflicht für ein Kind zu sorgen, erfordert eine willentliche und freiwillige, bewußte Zustimmung der Eltern.“
Wenn jemand der Pflicht erst freiwillig zustimmen soll, dann ist es keine Pflicht mehr.
Sie fordern also nichts anderes als die Abschaffung der Sorgepflicht schlechthin.
Pflicht existiert darum, weil es unabweisbare Ansprüche gibt, hier: die des geborenen Kindes auf Fürsorge. Deren Übernahme der leiblichen Mutter als eine freie Entscheidung zu überlassen, ist eine Groteske.
redfox hat ja schon darauf hingewiesen, daß es bereits Möglichkeiten gibt, den eigenen Nachwuchs zu legal zu entsorgen.
Aber was Sie fordern, ist der durchschaubar feministisch inspirierte Wunsch, Frauen weitere „Selbstbestimmung“ zu verschaffen.
Doch natürlich wird dann der Staat, also alle, die Kosten dafür übernehmen dürfen.
Hauptsache, Mutti empfindet keinerlei Einschränkungen bei der Selbstverwirklichung.
Werter Herr,
würden Sie bitte ein einigermaßen schlüssiges Argument vortragen, warum das Sorgerecht an die Tatsache der Geburt gebunden werden muß. Wir brauchen ja irgendetwas, worüber es sich zu diskutieren lohnt. Auf ihre Weinerlichkeit habe ich nämlich echt keine Lust.
Ich fordere, das Sorgerecht für ein Kind an eine freiwillige Willenserklärung zu knüpfen und die leiblichen Eltern des Zwangs zu entbinden, auch die sozialen und juristischen Eltern werden zu müssen. Speziell gilt das natürlich für Mütter, weil die Mutter jene ist, die bei der Geburt eines Kindes auf jeden Fall und erzwungenermaßen amtsbekannt wird oder sich eben strafbar macht. Ich fordere weiter, ein Recht auf Anonymität, auch für Eltern gegenüber dem Kind. Dazu - und jetzt halten Sie sich fest - fordere ich außerdem Gleichstellung von Mutter und Vater bei sozialen Fortschritt und eine vernünftige Lösung der aktuellen Probleme bei unbedingter Verfassungstreue.
Und eigentlich, wenn Sie vernünftig sind, kommen Sie überhaupt nicht umhin, mir zuzustimmen, weil es schlichtweg keine andere Lösung gibt, als die von mir vorgeschlagene, ohne dabei die Rechte von Frauen und Kindern zu verletzen. Das eben das, der Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von Frauen und Kindern, nicht wenigen Diskutanten vollkommen gleichgültig ist, wenn denn nur die Wünsche der meist männlichen Diskutanten erfüllt werden, ist mir vollkommen bewußt, darum lasse ich die Argumente zählen und Sie haben nun mal keine.
Was also haben Sie, so ganz konkret, gegen die Selbstbestimmung von Frauen? Der männliche Herrschaftsanspruch und der Wunsch nach Entmündigung von Frauen ist heute nicht mehr zeitgemäß und sollte auch nicht mehr öffentlich geäußert werden, weil hochnotpeinlich.
In ihrer Tirade jedenfalls verwechseln Sie Pflicht mit Zwang und argumentieren wie neolibeal bis antisozial und das - für mich - aus der hohlen Hand, so rein emotional, weil Sie das eben so wollen und das kann es ja nun wirklich nicht sein. Tragen Sie also bitte Gründe dafür vor, warum Sie Frauen die Selbstbestimmung verweigern wollen und die Zwänge der Mutterschaft aufrecht erhalten wollen, wo es doch einfach nicht gerecht ist und undemokratisch.
Wer soll denn sonst zuständig sein?
Sie meinen für Kinder, die von Vätern wie Müttern nicht anerkannt werden?
Der Staat. Die BRD ist ein Sozialstaat.
(Und ganz nebenbei würde das Gejammer der unwilligen Väter aufhören, die sich vom Kindesunterhalt überfordert fühlen, denn anzunehmen ist ja, dass vorallem die die freiwillige Vaterschaft nicht anerkennen werden, weil an die Anerkennung auch die Unterhaltspflicht für das Kind gebunden ist.)
Als erstes stößt mir übel auf, daß Sie immer von „Rechten von Frauen und Kindern“ – gemeint ist natürlich: gegenüber Männern/Vätern - schwadronieren, aber in Wirklichkeit nichts weniger verlangen als daß Frauen von ihren neugeborenen Blagen nicht belästigt werden sollen. Sie fordern also nicht Rechte von Frauen und Kindern, sondern Rechte von Frauen gegen ihre Kinder.
Es ist ganz eindeutig das Recht eines Kindes, versorgt zu werden, und dies ist ganz eindeutig die Pflicht der leiblichen Eltern. Eine Gesellschaft, in der dies nicht mehr als selbstverständlich anerkannt ist, wäre schlicht inhuman (und hat es vermutlich noch nie gegeben) Die Rolle des Vaters dabei ist dabei in Hinsicht auf die Ausgestaltung der Rechte und Pflichten umstritten, aus gutem Grund.
Die Selbstbestimmung der Frau ist nicht die heilige Kuh, der sich das gesamte Gesellschaftsgefüge zu beugen hat. Das ist bloß eine feministische Phantasie. Alle Menschen sind eingebunden in Verantwortungszusammenhänge, und zwar solche, die sich aus dem Leben selbst ergeben. Es ist nicht der Staat, der Pflichten erst auferlegt.
Sie befinden sich augenscheinlich auf einem extrem aggressiven Ego-Trip, der nichts wissen will von der naturgegebenen Einbindung aller Menschen in einen Lebenszusammenhang, innerhalb dessen die Verfügung über sich selbst immer nur einen Teil des Daseins ausmacht.
Sie nehmen die Grundrechte und treten diese aber zeitgleich mit den Füßen! Sehr interessant.
Sie denken sehr egoistisch Ihr Standpunkt ist nur aus der Sicht des Erwachsenen, der das Kind produziert hat. Das KIND hat auch Rechte, das Recht auf eine Familie. Wie oben schon von anderen Foristen geschrieben, gibt es durchaus legale Mittel sich von dem Kind zu lösen. Sie können auch Ihr Kind nach der Geburt zur Adoption freigeben usw...
Sie treten im Namen des Feminismus, nicht nur das Recht der Kinder mit Füßen, sie rufen auch dazu auf, das Recht der Väter zu beschneiden. Sie behaupten auch, der Vater würde das Kind nur machen und sich dann verkrümeln. In genügend Fällen gibt es militante Mütter, die Ihre Ex-Männer nicht mehr erlauben die Kinder zu sehen und trotzdem den Unterhalt für die Kinder beziehen. Dem Beitrag nach zu urteilen sind Sie auch so eine.
Erst weinen, er verkrümel sich und mache nur den materiellen (finanziellen) Teil aber dann in Frage stellen warum er denn das Sorgerecht an sich reißen wolle und, Sie kritisieren die Macht der Frau über das Kind als halluzinierte Macht. Es ist eine reale Macht, denn ich kann meinem Kind Jahrelang einimpfen wie Schei*e Papa doch ist und das er der A*sch ist, der sich nie meldet usw.
Meine Jüte, wenn ich ein Kind machen kann, dann sollte ich doch fähig sein auch dafür Verantwortung zu übernehmen und reflektiert genug sein, meinen Konflikt mit dem Ex-Partner nicht auf Kosten des Kindes auszuleben. Ich bin defifnitiv für ein geteiltes Sorgerecht und plädiere dafür, dass die Väter nicht einen Antrag stellen diese zu bekommen, sondern sagen sollen, wenn sie es nicht wollen (in Absprache mit der Kindesmutter).
So far E.
Ach ja, WEM soll denn das Sorgerecht nach Ihrer Ansicht nach übertragen werden, wenn NICHT den Eltern? Mama will es nicht, dank pseudo-feministischen Einstellungen? Papa? Wäre schön, passiert aber zu selten. Ich bleibe dabei, besser beiden. Oder früh genug Bescheid geben, dass man das Kind zur Adoption frei geben möchte.
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