Pranger 2.0: Condoleezza Rice muss sich für Folter rechtfertigen
Es fing alles so harmlos an: ganz stolz präsentierte die Universitätsleitung der liberalen Stanford University in Kalifornien eine prominente Heimkehrerin: Prof. Dr. Condoleezza Rice. Zwei ganze Amtszeiten im weißen Haus hatte die Professorin im Frei-Semester George W. Bush und dem ganzen Land gedient. Zuerst als Sicherheitsberaterin und dann als Außenministerin. Sie hatte "Krieg gegen den Terror" geführt und gegen die "Achse des Bösen" gekämpft.
Anläßlich ihre Rückkehr war ein feierliches Abendessen geplant, an dem zwanzig durch Los ausgewählte Studenten teilnahmen. Die amerikanischen Professoren geben sich gerne volksnah und diskutieren mit ihren Studenten. Zu kritisch sollten die Fragen aber nicht sein: diese seien bitte vorher einzureichen. Schließlich sei man nicht nur Professorin, sondern auch erfahrene Politikerin, und ein schlechtes Bild in der Öffentlichkeit wolle man tunlichst vermeiden.
Auf dem Campus demonstrierten wohl ein paar Studenten gegen Frau Rice und deren Miterantwortung für Folter im Gefangenenlager Guantanamo. Aber solange es keine gemeinsamen Bilder mit der Ex-Außenministerin gab, störte sich niemand weiter daran.
Bei einer Führung durch das Studentenwohnheim "Roble", stieß Frau Rice dann doch noch auf kritische Studenten. Die zeigten keinerlei Respekt vor der bekannten Politikerin und fragten sie ohne Vorwarnung nach der Folter in Guantanamo: Wie solle Amerika nach diesen Vorfällen noch ein Vorbild für die Welt sein.
Woher ich das alles weiß? Reyna Garcia, eine Bewohnerin des Wohnheims hat es gefilmt - und auf Youtube hochgeladen. Dort wurde das Video schon fast 200.000 mal abgerufen. Wir erfahren auf Youtube auch, dass die Studenten Jeremy Cohn und Sammy Abusrur die unangenehmen Fragen stellen.
Sehr gefasst stellt sich Condoleezza Rice den Fragen - zu Anfang: dass man immer das tun müsse, was richtig sei. Folter nennt sie dabei "enhanced interrogation", die "peinliche Befragung" der Neuzeit. Und legal sei die Folter, Verzeihung: "enhanced interrogation" ohnehin gewesen, sie habe die Welt schließlich sicherer gemacht. Außerdem könne sich kaum jemand vorstellen, unter welchem Druck die Entscheider stünden, wegen der Terroranschläge vom 11. September, 2001.Wenn er selbst die Menschen hätte aus dem World Trade Center springen sehen, würde er anders urteilen. Zudem sei die Beachtung von Menschenrechten, in verbündeten Staaten wie Saudi Arabien, Oman, usw. im Kampf gegen Al Kaida ein Luxus, den man sich in diesen Zeiten nicht leisten könne. Außenpolitik sei sowieso voll von harten Entscheidungen.
Dann belehrt Professor Rice zum ersten Mal den Studenten: er habe Unrecht, man habe niemanden gefoltert. Schließlich meint sie sich wieder zu fangen, und antwortet mit Gegenfragen, eine beliebte Strategie, um nicht antworten zu müssen. Nach zwei, drei Fragen, die Jeremy Cohn nicht beantworten kann, empfiehlt im die Professorin, "zuerst seine Hausaufgaben zu machen" sprich: sich genauer zu informieren, bevor er solche Anschuldigungen vorbrächte. Ende der Diskussion.
Dann kommt Sammy Abusrur zu Wort: er will von Condoleezza Rice wissen, ob "Waterboarding" Folter sei. Die Antwort: der Präsident habe gesagt, dass sich alle "Maßnahmen" mit den Statuten der Vereinten Nationen vertrügen. Das Ehrenwort von George W. reichte ihr. Per Definition kann etwas, das der Präsident autorisiert hat, nicht falsch sein. Im Übrigen habe sie nichts selbst autorisiert, sondern "nur die Autorisierung der Regierung an die CIA weitergeleitet". Wer war nochmal die Regierung?
CNN und einige Nachrichtensender brachten Ausschnitte dieses Interviews, die "Volksreporterin" wird mehrfach interviewt. Es interessiert die amerikanischen Medien offenbar, dass ein paar Studenten die Ex-Außenministerin in Verlegenheit brachten, wie ihre Zunft es nie getan hat, und wie Frau Rice deshalb pampig wurde.
Von einem ihrer Ex-Politiker und Professoren würden die deutschen Medien schon eine solche Arroganz erwarten, und wahrscheinlich darüber hinweg gehen. Gerhard Schröder, Joschka Fischer und Helmut Kohl lassen herzlich grüßen. Aber in USA ist das vollkommen undenkbar. Ein amerikanischer Professor stellt sich aufrecht seiner demokratischen Verantwortung, vor den Studenten und vor dem Volk. Auch wenn es reichlich spät kommt.
Verstehen Sie mich nicht falsch der Beitrag ist gut, nur das Thema ist Scheiße.
Für mich ist Miss Rice sowas wie ein menschliches Rhesus Äffchen wäre es nicht so gut dressiert, wäre es im Labor gelandet. Ja wirklich, Miss Rice unterhält die Queen... muss man sich mal Vorstellen, die Frau ist Außenminister-in der U.S.A und spielt Klavier für die Queen!. Die Frau ist hoch geschult, Ja! wirklich wahr..
Nicht das Ich Musik hasse, nein, Ich spiele selbst..
Aber ehrlich gesagt wenn ich Außenminister-in bin (abgesehen vom Weiblichen Geschlecht) da will "ich" doch unterhalten werden und nicht "Gegenstand der Unterhaltung sein". Ich will doch ernst genommen werden oder!?
Und Liebe Leser merken Sie es, die Frau ist ne tragische Figur.
Es werden Piniatas aufgehängt in der USA.. jeder der einmal drauf schlägt kriegt vielleicht Süßigkeiten!? Nein!? Nicht!? ..das ist wie bei uns mit Ackermann
das ist auch so ein Menschliches Placebo, das wie bei diese Ritual Puppen..jeder kann einmal seine Gabel rein stechen.. nur damit er die Gewissheit hatte sein teil dazu beigetragen zu haben..geil.. Ackermann, gibst immer noch.. er ist doch nicht das Problem!? Miss Rice tut das selbe was jeder Deutscher tut, den Kopf in den Sand stecken und den Sturm abwarten. Auch da unten in der Erde gibt es Unterhaltung Satt wozu gibst den Ipod!? Oder?..oder nicht!? Stimmst oder habe ich recht!? Leute ihr seid mir welche..! Wusste Sie oder Wusste Sie es nicht das es Folter ist? Was gibt es denn für Möglichkeiten? Entweder ist Sie zu Blöd oder Sie ist am Lügen. Man kann Sie doch allein an den Indizien überführen, zu Blöd kann Sie nicht sein.. Ich habe nie ne Uni von innen gesehen und weiß das es Folter ist..
Scheiß Schulsystem der U.S.A oder was!? Die Prüfungen sind zu leicht oder wie?
Aufhören! Es geht nicht um Rice, um Bush oder irgendjemand aus der Alten Regierung. Es geht darum seine Weste reinzuwaschen, glaubwürdig zu werden, die Amerikaner leben im besten Land der Welt! Ja wirklich wahr! Sagen zumindest die Amerikaner.. und wenn es nicht stimmt, macht es auch nichts.. Wahrheit ist ja enttäuschend.. Fiktion ist da Unterhaltsamer.. nicht wahr?
Darum spricht man ja auch vom "American Dream" und nicht von "American Reality".. Das Problem ist das System nicht die Menschen...!
Aber wem sag ich das..
Von allen, die so reden, hat keiner zugesehen, keiner hat es durchgestanden. Von Euch werden die meisten wissen, was es heißt, wenn 100 Leichen beisammen liegen, wenn 500 daliegen oder wenn 1000 daliegen. Dies durchgehalten zu haben, und dabei – abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen – anständig geblieben zu sein, das hat uns hart gemacht.
HH
Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Das internet macht es möglich.
Da wird eine Verantwortliche gefragt, die sich mehr oder weniger geschickt, der Verantwortung entzieht, merkt, aber es nicht sagen kann, sie sagt das, was alle sagen, die Unrecht begangen haben., ich war es nicht, es war notwendig, der Frager wird in die Enge gebracht...alles bekannt.
Aber: dank der modernen Technologie erleben wir dies nun weltweit, wie eine kluge Frau dumm redet. Und keiner Sicherheitsbeamter kommt, und nimmt das Handy weg, führt die Frager ab. Natürlich kann Frau Rice jugendliche Frager ein wenig einschüchtern, aber dabei wird sie weltweit beobachtet.
Nein, es steht im Netz und kann von aller Welt gesehen werden.
Eine lobenswerte Freiheit
Aber das ist für ihre Kaste schon so normal, dass sie es gar nicht mehr merkt. Kognitive Dissonanz nennt man das (http://de.wikipedia.org/w...).
Ich glaube, wenn Condoleezza rechtzeitig geblickt hätten, was auf sie zukommt, hätte es das Interview nie gegeben. Ein nachträgliches Einziehen des Handies hätte ja in einem freien Staat keine Rechtsgrundlage gehabt,, und wäre noch schlechter angekommen. Einfach auf dem falschen Fuß erwischt. ;-)
Das finde ich ja erfreulich.
Ihre Art der Argumentation- deren offensichtliche Schwäche, die Einschüchterungsgesten, vom drohenen Finger angefangen, sind nun weltweit anzusehen.
Nichts ist gegen Arroganz der Macht wirksamer als deren Veröffentlichung.
Kaum einer von uns weiß was die US-Soldaten im Irakkrieg gesehen und mitgemacht haben. Sie werden traumatisiert. Da braucht man sich nicht wundern, wenn der ein oder andere mal durchdreht und alles was sich bewegt (auch sichtbar unschuldige Zivilisten) schießt. Auf einmal sind alle Iraker Feinde, zu dessen Befreiung sie angetreten waren. Danach stehen sie vor dem Militärgericht.
Auch Verständis für die 9/11 Traumatisierten bei denen sich teils lang anhaltender Haß aufbaute. Was Frau C.R. geshen hat ist mir nicht bekannt.
Doch für die Waterboarding anordneten Politiker gibt es meines Erachtens schlichtweg keine Ausrede.
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