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Kommentar zum Artikel Folter als Notwehr von R. Merkel
Meine Gedanken zu diesem Thema sind
ein wenig zu umfangreich. Deshalb hier die URL auf die
entsprechende Seite meiner Homepage:
http://www.ulrich.perwass.de/Kommentare/Gedankenfreiheit.htmMfgUlrich Perwass
Sind Ihre Gedanken zu umfangreich - oder sind Sie zu unfähig sie per Essenz als Artikel darzustellen?Nichts gegen einen Link, der die vorgetragene Meinung eines Artikels unterstreicht und/oder ergänzt, aber einen Link anstelle eines Artikels hier zu plazieren ist schon arg billig, Herr Perwass!Sie kennen doch gewiß den Witz, in dem die zwei Rentner auf der Parkbank, die sich schon lange kennen, ihre Witze durchnumeriert haben und sich zum Witze erzählen nur noch die Zahlen zurufen?
Umfangreich sind die Gedanken glücklicherweise auch bei anderen. Aber umfangreiche Gedanken sind nicht viel wert, wenn man nicht in der Lage oder zu bequem ist, sie zu ordnen und auf den Punkt zu bringen. Manchmal wird einem beim Ordnen erst klar, daß die Gedanken gar nicht so umfangreich sind, wie man dachte, sondern nur ein wenig zu aufgeblasen.@ GEBE: 22_______________________
Ehrlich lügt am besten.
Antwort
Sehr geehrte Kommentatoren Gebe und lyriost,
sicherlich wäre ein kurzer 10 Zeilenkommentar, der meine umfangreichen Gedanken zusammenfasste, für Sie geeigneter als nur der Link auf meine Seite. Doch leider wäre der Sinn meines Artikels dann verfehlt. Als ganz normaler Kleinbürger, der juristisch nicht vorbelastet ist, versuche ich in meinem Artikel meine Werteordnung, die sicherlich stark emotional geprägt ist, in die Diskussion einzubringen. Diese Emotionen auf 10 Zeilen zusammenzuquetschen wäre einem Friedrich von Schiller nocht nicht einmal gelungen, geschweige denn mir!
Soll ich etwa beim Jakob-Problem nur vom Sadismus des Rechts sprechen, der die Würde des Menschen bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt?
Soll ich das Geiselbomberproblem nur als Problem einer juristischen Sackgasse darstellen? Das könnte ich fachlich gar nicht!
Unsere Thematik wirbelt mehr als juristische Probleme auf! Sie geht ans Eingemachte, an unsere Werteordnung, an unser Selbstverständnis, an unseren Selbstbehauptungswillen, an unseren Überlebenswillen!
Wenn Sie meinen Artikel "Geben Sie Gedankenfreiheit, Sire!" gelesen und mit dem des Herrn Merkel abgeglichen haben, werden Sie sicherlich feststellen, dass meine Gedanken letztlich gar nicht so fern von denen des Herrn Merkel sind.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Perwass
Sie müssen sich nicht auf 10 Zeilen Kommentar beschränken. Es gibt hier auch deutlich längere Beiträge. _______________________
Ehrlich lügt am besten.
UmFolter rigoros abzulehnen, reichen doch zehn Zeilen völlig aus!
Hier also der Zehnzeiler:
"Hör endlich auf zu winseln und zu wehklagen.
Ergebe Dich würdevoll in Dein unabwendbares Schicksal,
denn der Schutz der unantastbaren Würde Deines Peinigers steht im
Buch der Bücher an erster Stelle,
Dein bißchen Leben erst an zweiter!
Bedenke:
Du bist schließlich nur ein halber Mensch,
nur ein kleines würdeloses Leben,
er aber gleicht der göttlichen, würdevollen Personalität,
unserm unantastbaren Gott!
In Ewigkeit Amen!"
Verzeihung, die letzte Zeile (Im Namen des Volkes!) ist leider die elfte Zeile geworden.
Mit freundlichen Grüßen
Ulrich Perwass
Du sollst nicht tötengroßes Wort fürs kleine Hirndu sollst nicht folternwer tötet foltert sich selbstwer foltert tötet sich selbst_______________________
Ehrlich lügt am besten.
... für lyriost #7: Ich denke auch, Foltern beschädigt zuallererst die Würde des Folterers.
Szene mit offenem Ausgang
V 1.0
Das Missverständnis
von Ulrich Perwass
Reporter R.:
Hallo Doc!
Doktor P.:
Hallo R!
Reporter R.:
He Doc, was hat da die Polizei so eilig für einen Patienten zu Ihnen gebracht? Der sah ja schrecklich aus! Das viele Blut! Wird der überleben?
Doktor P.:
Aber ja doch. Das sieht schlimmer aus als es ist. Prellungen, Hautabschürfungen, Blutergüsse. Alles halb so schlimm. Kein Grund zur Beunruhigung.
Reporter R.:
Aber sein ganzes Gesicht war blutverschmiert und er stöhnte vernehmbar.
Doktor P.:
Tja, solch frische Wunden sind schon sehr schmerzhaft. Der Cut über dem linken Auge ist aber auch extrem groß.
Reporter R.:
Der Cut?
Doktor P.:
Mit einem Cut wird eine Platzwunde bezeichnet. Sie entsteht häufig in den vorstehenden, harten Bereichen des Gesichtes. Der Bereich um die Augen ist da besonders gefährdet.
Reporter R.:
Ist das Auge etwa auch verletzt?
Doktor P.:
Das weiß ich noch nicht. Das Auge selbst liegt in der Augenhöhle zwar etwas geschützt, aber eine Verletzung des Auges selbst oder ein Knochenbruch des Bodens der Augenhöhle kann immer mal wieder eintreten. Dass die Haut aufplatzt liegt an der enormen Wucht, mit der eine Faust auftreffen kann. Diese Wucht kann bis zu 1000 kg betragen.
Reporter R.:
Mein Gott!
Doktor P.:
Dabei kommt es zu einer starken Überdehnung der Haut. Das Gewebe reißt tief auf. Kleine Blutgefäße werden verletzt und das Blut schießt förmlich aus der Wunde. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einem Abriss des Oberlides kommen. Dann muss man eben mit dem Cuteisen arbeiten.
Reporter R.:
Das kann ja lange dauern!
Doktor P.:
Wieso?
Reporter R.:
Na, die Heilung!
Doktor P.:
Ach so. Da muss man mindestens drei bis vier Monate für die Wundheilung einkalkulieren, besser noch ein halbes Jahr.
Reporter R.:
Da hat die Polizei wohl ganze Arbeit geleistet!
Doktor P.:
Wieso Polizei?
Reporter R.:
Na, die hatte den Entführer des kleinen Jakobs doch in der Mangel gehabt. Darf die das eigentlich so extrem angehen, um das Versteck des entführten Jungen zu erfahren?
Doktor P.:
Aber R., natürlich darf die das nicht, um so ein bißchen Leben zu retten. Die Würde des Menschen ist immerhin unantastbar! Meinen Patienten hat die Polizei gerade aus der Köln Arena gebracht. Da ging es um Millionen – Euro. Der hat dort durch Technischen K.o. verloren!
Reporter R.:
Schade! Und ich dachte schon, die könnten so Jakob retten.
Doktor P.:
Dann müsste die Polizei schon cleverer auftreten.
Reporter R.:
Wie meinen Sie das?
Doktor P.:
Dann soll sie doch einen der Ihren gegen den Entführer um Jakob kämpfen lassen.
Reporter R.:
Wohl noch im Folterkeller, aus dem das Schreien des Entführers nicht hinaus dringt?
Doktor P.:
Nein, natürlich nicht. Diese Abgeschlossenheit macht ja den Leuten Angst! Die kennen doch nur die dunklen Folterverliese von ihren Urlaubsreisen und diversen Horrorfilmen. Nein, ganz öffentlich muss dieser Kampf stattfinden, hier z.B. in der Köln Arena! RTL ist ja nicht weit weg und könnte das Ereignis auch noch übertragen!
Reporter R.:
Da wär' ich dabei! Mit den Werbeeinnahmen könnte man das Preisgeld und die Kosten erwirtschaften. 100.000 EURO für den Entführer, wenn er gewinnt. Verliert er, muss er das Versteck des entführten Jakobs verraten! Das ist doch fair, nicht wahr?
Doktor P.:
Da ist noch mehr drin als 100.000 EURO! Denken Sie doch an die vielen Millionen Zuschauer, die ihren besonderen Kick erleben, wenn zum Beispiel das ZDF einen Kampf mit der Boxerin Regina Halmich überträgt! Weibliche boxende Polizistinnen gibt es übrigens jetzt auch!
Reporter R.:
Richtig! Sogar der Bundespräsident Köhler hat sein Herz für den Boxsport entdeckt. Köhler for Jacob! Tolle Titelzeile, nicht wahr?
Doktor P.:
Die ist gut! Darunter noch ein Foto, wo gerade der Kopf des Entführers von einer harten Rechten getroffen wird und der Angstschweiß in einer aufblitzenden Fontäne kleinster Tröpfchen im Gegenlicht zerstäubt. Dramatisch!
Reporter R.:
Das ist doch mal eine tolle Idee! Das Problem mit der Unantastbarkeit der Würde des Menschen hat sich damit in Luft aufgelöst, im wahrsten Sinne des Wortes verflüchtigt.
Doktor P.:
Da gibt es nur ein kleines Problem.
Reporter R.:
Ja, und?
Doktor P.:
Jakob! Jakob selbst ist das Problem. Der verdurstet nämlich, wenn er nicht innerhalb von vier Tagen befreit werden kann. Und dann die psychologische Betreuung nach seiner Befreiung. Das kostet!
Reporter R.:
Ach was. Das kriegen wir schon hin. Wir brauchen zunächst viel Personal. Da nehmen wir am besten den Professor Hassemer vom Bundesverfassungsgericht. Der kennt sich mit Personalitäten aus.
Doktor P.:
ok, und als Ringrichter nehmen wir den Präsidenten des BVG, Professor Papier. Der guckt immer so ernst und würdevoll. Den brauchen wir fürs Establishment.
Reporter R.:
Und bei den Einnahmen dürfte auch noch ein Kranz für Jakob drin sein, falls er bereits tot sein sollte.
Doktor P.:
Das sollten wir im Auge behalten. Tschüss, ich muss mich jetzt um meinen Patienten kümmern.
Reporter R.:
Tschüss Doc. Ich hab gleich Redaktionsschluss.
Ihr Beitrag # 9, V 1.0, genügt leider nicht den Anforderungen:1. Sie haben den Kern des Problems nicht erkannt.2. Sie übersehen die modernen, unblutigen Foltermethoden, die sehr effizient sein können und mit denen man beinahe jedes beliebige Geständnis erzwingen kann. 3. Wenn Sie schon auf blutige Methoden abheben, dann aber bitte richtig und nicht auf solche Weichei-Methoden. Am Ende sollte nur noch ein blutiger, aber noch lebender Torso vorhanden sein. Sie verkennen, wie hartgesotten und verstockt manche Delinquenten sein können. Und auch das verwöhnte Publikum möchte auf seine Kosten kommen. 4. Die Adressierung Ihres Beitrags an "Gutmenschen" führt ins Leere: Die Existenz dieser Spezies wurde und wird zwar immer wieder behauptet, aber belastbare Beweise hierfür stehen bislang noch aus.
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