Sechzehn Uiguren und die Achtung...
...der Menschenwürde
Das Thema der Menschenwürde hat zwei Aspekte - einen subjektiv theoretisch-philosophischen und einen objektiv praktisch-juristischen Aspekt.
Ich möchte zur Menschenwürde eine naheliegende praktische Frage zu einem - geographisch, ethnisch und religiös - etwas weiter entfernten Fall stellen:
Wie soll sich Deutschland, als ein Hauptvertreter des Menschenwürde-Konzeptes in der Welt, in der Frage der sechzehn, seit Jahren in Guantanamo einsitzenden Uiguren verhalten?
Kurze Zusammenfassung des öffentlich bekannten Zusammenhanges:
Da sitzen in Guantanamo seit Jahren 16 Uiguren ein - nachweislich unschuldig!
Die Uiguren leben als eine von über 50 "nationalen ethnischen Minderheiten" auf dem Territorium der Volksrepublik China - wie die Tibeter. Sie leben dort schon viel länger, als es die Volksrepublik China gibt, sogar länger, als es die modernen Nationalstaaten gibt - wie die Tibeter.
Es gibt allerdings einen kleinen Unterschied zu den Tibetern: Die Uiguren sind Muslime.
Es gibt uigurische China-Flüchtlinge, wie es tibetische China-Flüchtlinge gibt. Die Gründe, welche diese ethnischen Minderheiten manchmal gegen den roten Vater Staat rebellieren oder sie vor ihm flüchten lassen, möchte ich jetzt hier jedoch nicht zur Diskussion stellen.
Die sechzehn uigurischen Exilanten wurden im Eifer der amerikanischen Terroristenjagd irrtümlich im Nachbarland Afghanistan verhaftet, mit islamistischen Dschihadis verwechselt und dann flugs in Guantanamo eingeknastet.
Schnell hatte man ihre Unschuld bewiesen - sie sollten also eigentlich freie "Weltbürger" sein dürfen!? Sind sie aber nicht. Diese Menschen hocken in kleinen Zellen und ihre Bärte werden täglich länger...
Das Problem ist, daß niemand sie haben will.
China nicht, Amerika nicht, "muslimische Bruderländer" nicht, westliche Demokratien nicht - niemand! Sind ja auch nur sechzehn Moslems mit Bärten....
Wären diese Menschen in Guantanamo Tibetische Buddhisten oder Deutsche Christen, dann würden sich die Medien sicher mehr für sie interessieren, oder!?
Die pragmatischen Deutschen argumentieren natürlich:
1) Was haben wir damit zu tun?
2) Sollen wir uns denn jetzt um Jeden kümmern?
3) Soll doch irgendein islamischer Staat diese Moslems nehmen - und man weiß ja nie...
4) Sollen doch die Amis die Suppe auslöffeln, die haben's ja auch verbockt!
Deutschland müßte nur "Ja" sagen - und diese Menschen kämen aus ihren menschenunwürdigen Löchern heraus und könnten sich endlich in Freiheit rasieren.
Um aber auf der einen Seite China nicht durch die Unterstützung vermeintlicher "separatistischer, terroristischer Elemente" zu brüskieren, und auf der anderen Seite eine Mehrheit der Deutschen nicht zu brüskieren, indem wir "noch mehr Moslems" in unser schönes Land holen - und dadurch vielleicht auch noch den nächsten Wahlkampf zu versauen - sagt Deutschland "Nein" und läßt diese Menschen schmoren...
Hier könnte Deutschland mit einen kleinen praktischen Schritt der theoretischen Erkenntnis Rechnung tragen, daß die praktische Achtung der Menschenwürde manchmal auch politischen Mut und monetäre Opfer verlangt, oder!?
Weitere Informationen finden Sie z.B. bei der Gesellschaft für bedrohte Völker. Bekannt geworden ist mir der Vorfall durch einen Bericht in der Fernsehsendung Monitor
Was meint der ZEIT-Geist zu diesem Thema?
haben diese 16 uiguren außer bärten vielleicht noch irgendein in des buprä gestrige rede passendes talent? können sie mathematisch-naturwissenschaftlich denken? können sie eine brennstoffzelle von einer amöbe unterscheiden, und zwar innovativ? wären sie unsere zukünftigen nobelpreisträger? wären diese brain-drain-uiguren auch noch zeugungsfähig - und bereit, sich mit einer einheimischen frau zusammenzulegen (nicht, dass uns da import-bräute nachkämen?) - oder müssten wir die etwa selber integrieren???
wenn diese und wahrscheinlich noch etliche andere voraussetzungen gegeben wären, dann könnten Sie unter berufung auf den BuPrä mit hilfe des AA das BMI erschlagen - und die 16 uiguren wären drin. sonst sehe ich schwarz...
Um das Problem praktisch zu lösen, möchte ich die Frage doch zuerst zum geographischen Fall stellen. In welchem Land wurden die 16 Männer von den Amerikanern gefangen genommen? Ist es die Afghanistan? Weil Afghanistan an das Uiguren-Gebiet grenzt, weil es dort Krieg und Amerikaner gibt. Aus welchem Grund lehnt dieses Land die Männer ab?
Warum tritt man nicht an den "Heiligen Vater", Papst Benedikt XVI heran und bittet ihn um Erlösung von dieser Frage?EUropa, jede ZEIT hat seine ZEIT, auch Deine!
Isaac Ben Laurence Weismann
http://kommentare.zeit.de...
wo sind den die 16 gefangen worden ? da koennte man sie ja erstmal wieder hin lassen ... dann sieht man weiter , denn die sind janicht vom himmel gefallen ?
Hintergrundinformationen zu dem Fall finden Sie z.B. bei der Gesellschaft für bedrohte Völker oder auf den Seiten der Fernsehsendung "Monitor".
Die Uiguren wurden in Afghanistan inhaftiert.
Peking sieht die inhaftierten Uiguren als Mitglieder einer separatistischen, terroristischen Vereinigung, die die chinesische Regierung anscheinend in der Manier von Bush und Rumsfeld, zu einem politischen Machtinstrument der Angst hochstilisiert - und die gesamte Welt hat halt den "gebotenen Respekt" vor der Meinung Chinas, schaut Löcher in die Luft und pfeift sich ein Liedchen...
Die Uiguren sind Bauern auf dem Schachbrett der internationalen Diplomatie - und sie werden täglich geopfert.
Die Würde des Menschen ist unantastbar!
@iDog Sie dürften in Afghanistan gefangen genommen worden sein. Ich glaube kaum, dass US Truppen auf chinesischem Staatsgebiet erwünscht sind. Also waren sie entweder a. Händler/Grenzverkehr b. Flüchtlinge (was ich nicht glaube - keiner flieht nach Afghanistan) c. Islamisten im Kontakt mit der TalibanDie chinesische Regierung dürfte auf c. tippen - sonst würden sie diese wieder ins Land lassen. Aufnehmen könnte sie die Türkei - türkische "Nationalisten" berufen sich darauf, dass Xinjiang das Kerngebiet ihrer Kultur ist und die Uighuren Türken darstellen.
davon würde ich eigentlich auch ausgehen.
Die Uiguren wohnen einfach direkt nebenan - und sie teilen dieselbe Religion. Exitremisten sind sie deshalb noch lange nicht.
Allerdings bestimmt in der Weltdiplomatie scheinbar momentan die chinesische Regierung, was Realität ist und was nicht!?
Moralisch ist fragwürdig, die Männer an China zu liefern. China hat aber keinen Grund abzulehnen, seine Staatsbürger aufzunehmen, selbst wenn sie Separatisten wären.
Ich verstehe nicht, warum der Ball an Deutschland geschoben wird. Geographisch, ethnisch und religiös gesehen haben die Männer mit Deutschland nichts zu tun. In Frage kommende Länder sind China, Afghanistan, USA, Kuba und Türkei, vielleicht auch Saudi-Arabien, wo heilige Mekka und Medina sich befinden.
Wenn man die Männer nach China ausliefert, dann kann man sie besser gleich beim Waterboarding ersäufen - oder nein, ein Genickschuß ist wohl würdiger...?!
Nein, in China erwartet diese "Separatisten" kein gutes Schicksal.
Und niemand schiebt den Ball an Deutschland - ich als Deutscher Bürger stelle diese Frage selbst.
Die größte uigurische Gemeinde, in München, hat über 500 Mitglieder und sich auch bereit erklärt, die Sechzehn aufzunehmen und durchzufüttern - sie wären zumindest erstmal frei, bis man sich auf dem internationalen Parkett auf eine vielleicht endgültige Lösung geeinigt hat.
Wahrscheinlich kommen von China wieder die üblichen Sprüche von "inneren Angelegenheiten" und es wird ein Riesenzirkus veranstaltet, wenn Deutschland die "Separatisten" aufnähme?!
Zumindest befürchtet die deutsche Regierung dieses und verhält sich entsprechend "respektvoll"...
Irgendein Land sollte sich also als würdig erweisen, diese Menschen aufzunehmen - mit dem Status politischer Asylanten. Deutschland könnte dieses Land sein! Ob wir uns dessen würdig erweisen? Ich zweifle.
möglichst viele europäische Länder für die Aufnahme zu gewinnen, auch um der chinesischen Kritik möglichst breit etwas entgegen zu setzen. Laut der Seite von Human Rights Watch gibt es uigurische Gemeinschaften geradezu überall in Europa. Wohin möchten sie denn selbst? Das sollte man sie irgendwann auch mal fragen. Es gibt ja offenbar von der uigurischen Gemeinde in München das Angebot, auch finanziell für die Flüchtlinge aufzukommen - warum also dieses Zögern?Steinmeiers Haltung ist mir völlig unverständlich - ich finde das mehr als beschämend. Deutschland hat nicht nur als 'Hauptverteter des Menschenwürde-Konzepts' , sondern vor allem durch die Geschichte hinreichend Gründe, Flüchtlingen vor Verfolgung Zuflucht zu bieten. Vielen Dank, daß Sie darauf aufmerksam gemacht haben.
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