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Krieger vom Kreuzberg

Diese Art Artikel sind es, die Zeit immer wieder lesenswert machen.
Die Schere, die sich in der Gesellschaft auftut, und die solche Menschen wie Westerwelle zu vergrössern trachten, führt genau zu dem, was dort beschrieben wird.
Die Reichen mauern sich ein, die Depravierten werden immer agressiver. Die Polizei kann das nur begrenzt steuern. Man kann durchaus recherchieren, wie so etwas weitergeht.

In Gesellschaft, in denen die Schere noch mehr auseinanderklafft, die Polizei vielleicht, wahrscheinlich korrupt ist, kann man dann besser nicht mit einem halbwegs vernünftigen Auto rumfahren und vor roten Ampeln halten, weil man dann schlicht überfallen wird.

Weg mit den Besitzenden.

Diese Wucht der Wut gibt es. Nicht bei uns, aber die ersten Anzeichen sind unübersehbar.

Der eine etabliert,der andere aus der Gesellschaft herausgekegelt,macht seiner Wut durch Gewalt Platz,fühlt sich in der Gewaltausübung dann bedeutend. Dass dabei Normalbürger betroffen werden, darf ihm keine Gewissensbisse machen, das sind dann Kollateralschäden.

Das Porträt ist eine Zustandsbeschreibung, es zeigt keinerlei Lösung auf. Der Reiche wird weitermachen, notfalls an anderem Ort, Betätigungsfelder sind global denkbar, der Depravierte wird weiter Gewalt ausüben, er hat sich daran gewöhnt, es gibt ihm Befriedigung, wird vielleicht sein überwiegender Lebenssinn.

Alle, die mit öffentlicher Sicherheit zu tun haben, sollten dies als Fall-Studie vorgesetzt bekommen mit der Fragestellung, und was ist nun zu tun?

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Leser-Kommentare
  1. 1. Interessante

    Anregung.
    Ich denke, dass nicht nur "Alle, die mit öffentlicher Sicherheit zu tun haben" sich fragen sollten "was ist nun zu tun?" sondern, dass die Gesellschaft mit allen Organisationen, Kirchen, Parteien, Verbände etc. aufgefordert sind sich mit diesem Problem auseinanderzusetzten und nach umfassenden nachhaltigen Lösungen zu suchen.

    Ein komplexes Thema, das u.a. auch in Richtung Sozialpolitik greift. Aber auch viele weitere Fragen und Probleme, die damit korrelieren müssen durchleuchtet werden. Bildung, Ganztagsschulen, Föderung von Vereinen, Zentralisierung der Polizei und und und es gibt viel zu tun liebe Regierung und Opposition, wo sind die Ideen ihrer klugen hochdotierten Köpfe?

    • 26.02.2010 um 08.32 Uhr
    • rabin
    2. Es sind nicht nur die Autos der Reichen

    sondern auch vielleicht unseres eigenes, als Kolletaral-Schaden oder unsere Kinder, mal eben abgezockt, oder bloss "doof" geguckt.

    Buck hat in seinem Film "Knallhart" gezeigt, wie schnell man in dieses Spannungsfeld geraten kann und darin als Einzelner verloren ist.

  2. 3. Forstsetzung der Spaltung

    Ich sehe mit Sorge, dass sich z.B. Reiche dem von der Staatsgewalt legitimierten und finanzierten Schutz ihrer Rechte durch die Polizei dadurch entziehen können, dass sie eigene Sicherheitsdienste beauftragen und bezahlen, die gemeinen Bürger jedoch einer mit immer weniger Mitteln ausgestatteten Polizei überlassen, die nicht mehr die ihre sein wird.
    Die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich hat ihre natürliche Fortsetzung in Zielgruppen angepassten Leistungen des Staates.
    Die Frage, welche Leistungen der Staat für ALLE gleichermaßen garantieren soll, wird in von Sparzwängen gesteuerten öffentlichen Haushalten kaum mehr Priorität haben.

    • 27.02.2010 um 07.35 Uhr
    • rabin
    4. Deswegen

    kann es uns nicht egal sein, ob die Schere gross oder klein ist. Der abgeschottete Reiche ist davon weniger betroffen, macht der Artikel ja deutlich, er kann ausweichen, auch aufgrund seines Geldes und er kann sich Sicherheit leisten.

    Man kann in Staaten, in denen diese Spaltung schon weiter fortgeschritten ist, sehr gut sehen, wie sehr und wie viele Bürger davon mitbetroffen sind.

    Die Spaltung muss als tiefgreifendes Problem erkannt werden und zu einer Bündelung von Lösungsoptionen führen.

  3. 6. Das Ziel ist schon klar

    Das Portrait nimmt bei uns schon Gestalt an. In anderen Ländern ist es bereits deutlich erkennbar. In Rio de Janeiro fährt jeder bei Rot weiter, weil er Angst hat, ausgeraubt zu werden.

    Sie, werter Rabin, tun Ihrem Anliegen allerdings keinen Gefallen, wenn Sie hier auch Westerwelle ins Spiel bringen. Es ist eine alberne Unterstellung, daß er die Schere weiter öffnen will.

    Ebenso blödsinnig ist meines Erachtens die Theorie, daß die Spaltung ein erwünschtes Systemergebnis ist. Damit würde das System unregierbar; das wissen die Regierenden auch.

    Mit derartigen Prämissen gerät jede Diskussion hier immer wieder noch unter das Niveau von irgendwelchen Postillen, die sich nur zum Fischeinwickeln oder Kamin anzünden eignen.

    Der Lösungsansatz kann m. M. nach nur heißen, daß breit gestreut mehr Möglichkeiten geschaffen, eigenes ausreichendes Einkommen zu erwirtschaften.

    In einer Übergangsphase benötigen wir eine abstützende Verteilungspolitik. Aber die kuriert höchstens Symptome, beseitigt jedoch überhaupt nicht die Ursachen.

    • 27.02.2010 um 09.59 Uhr
    • hardob
    7. Guten Morgen Thomas Ernst,

    Sie sollten vieelicht mal einen Artikel schreiben, der Ihre Vorstellungen zur breiten Streuung de Anteile am Produktivvermögen. Ich denke, das könnte wirklich ein Ansatz sein, die Enge mancher gegenwärtigen Diskussionen aufzuweiten.

    Könnte man sich das so vorstellen, dass analog des Rentensytems, in dem ein Teil des Lohns zur Alterversorgung zurückgelegt wird, ich also auf Konsum verzichte, um ihn mir für später zu sichern, aus Löhnen und Gewinnen durch Nichtnentnahmen einen Kapitalstock zu bilden. Und wie wird über den entschieden.?

    Wahrscheinlich meinen Sie es ganz anders. Würde mich interessieren.

    Schönes Wochenende.

  4. 8. "In anderen Ländern ist es bereits deutl

    >Thomas Ernst.

    Dies sollte uns Warnung genug sein, dass sich unsere Entwicklung in eine andere Richtung bewegen sollte.

  5. 9. Guten Morgen hardob,

    Sie beschreiben in etwa schon das, was mir vorschwebt. Ich habe in etlichen anderen Kommentaren zu diesem Thema auch schon meine Ansatzpunkte skizziert.

    Die Ausgangsüberlegung ist, daß wir neben der immer wieder in Wellen auftretenden konjunkturellen Arbeitslosigkeit seit über 30 Jahren zunehmend eine strukturelle Arbeitslosigkeit zu verzeichnen haben. Ein wesentlicher Grund ist der technische Fortschritt, einhergehend mit verstärktem Einsatz von Kapital.

    Die Konsequenz daraus ist, daß das produktive Kapital die einfache menschliche Arbeit immer weiter aus der Angebotserzeugung verdrängt hat (das gilt natürlich nicht generell, aber in etlichen Branchen). Somit ist besonders im Bereich der beruflichen Tätigkeiten mit wenig spezieller Bildung bzw. nur Grundbildung der Anteil der dauerhaften Arbeitslosigkeit besonders hoch.

    Da man insgesamt weniger menschliche Arbeitskraft benötigt, die Menschen aber auf Einkommensquellen angewiesen sind, hat man staatlicherseits den Schwerpunkt auf die Verteilung, auf Transferzahlungen gelegt. Das war unüberlegt und das schafft ja auch kein Einkommen. Dieser Fehler rächt sich mittlerweile mehr und mehr.

    Ausgezahlte Löhne und Gehälter unterliegen ja der ESt. Das freut natürlich den Finanzminister, der kassiert progressiv. Ebenso gilt das ähnlich für Gewinne, Zinsen, Dividenden. Würde man hingegen den Verbleib von Einkünften in den Betrieben begünstigen und somit für die Arbeitnehmer einen Anteil am Kapital des Unternehmens aufbauen, hätte das mehrere Vorteile. Der inviduelle Anteil am Kapitalstock wäre privates Vermögen der Mitarbeiter; bei guten Betriebsleistungen und entsprechenden Gewinnen fließen den Mitarbeitern unmittelbar Einkünfte aus Nichtarbeit zu - auch im Falle von Nichttätigkeit (Arbeitslosigkeit, Alter, Krankheit). Ein weiter Vorteil wäre die Bildung von quasi Eigenkapital und damit geringerer Abhängigkeit der Unternehmen von Banken.

    Diese Vorstellung ließe sich auch ausbauen bezüglich von Erwerb von Anteilen an anderen Unternehmen. Es bedarf jedoch einiger Regeln, damit die Anteile nicht hemmungslos "aufgefuttert" werden oder als Chips im Finanzkasino verballert werden. Verkauf und Beleihung müßten dann einer Kontrolle, Erschwernis und auch finanziellen Belastung unterworfen werden.

    Hinsichtlich den Entscheidungen der Verwendung des Betriebskapitals sind die Stimmrechte der Kapitalanteile zu bedenken. Eine Ausgestaltung hierzu muß die individuellen Interessen, die betrieblichen Interessen und eine fachliche Kompetenz ausgewogen berücksichtigen. Sicherlich nicht einfach, aber es ließen sich schon praktikable Lösungen dafür finden.

    Auch Ihnen ein schönes Wochende

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