Abitur - nicht ohne meinen
. . . coach. Ach, wie war das früher doch einfach! In der Abiturklasse entschied man sich, welche Leistungsfächer man belegen will. Das waren naturgemäß die, in denen man auch gut war. Heute ist das Ganze schon wesentlich schwieriger. Ich sage ihnen was: Ohne einen Coach kommt man da längst nicht mehr zu Rande. Natürlich, einen solchen muss man sich auch leisten können. Geschätzte 980,-- Euro für den Test – der Coach muss doch feststellen, wo man seine Schwächen hat – und dann noch einmal circa 250,-- Euro für das Schlussgutachten. Kurzum, meine Tochter Angelika schickte ich hin. Also, die haben sich wirklich Mühe gegeben mit ihr. Und stellten doch glatt fest, dass Englisch und Mathe nicht gerade ihre Stärken wären. Viel besser wäre es, rieten sie Angelika, sie würde die Fächer Sport und Geschichte nehmen. Nun ja, zugeben, das wusste Angelika und das wussten wir, die Eltern, schon vorher. Aber irgendwie beruhigend für alle ist es dann doch, wenn man weiß, dass das jemand anderer – in unserem Falle Angelikas Coach – auch festsgestellt hat. Angelika zählt jetzt auch zu „Gekoachten“, kann mit den anderen „Gekoachten“ ihrer Klasse mitreden und weiß, dass bei der Abiturprüfung ein Coach hinter ihr steht – bildlich gesprochen natürlich. „Good luck, my coaching girl!“Eine stolze Mama
Zwei Anmerkungen: [...vielleicht werden es ja mehr ;-)) ]
Netzwerke
"Eigene" Netzwerke aufzubauen ist sehr wichtig, wobei die Pflege dieser Netzwerke natür der schwierigste Part ist.
Kinder haben zusätzlich die Möglichkeit, Netzwerke der Eltern zu nutzen. Je priviligierter die Eltern, desto bessere Möglichkeiten der Kinder diese Netzwerke zu nutzen.
Historisch betrachtet waren z.B. Bruderschaften, "schlagende Verbindungen" an den UNI's die effektivsten Netzwerkquellen.
Anscheinend werden die eigenen Netzwerke - die über den Klassenverband hinaus gehen - heute früher gebildet.
Gleichberechtigung mit Nicht-Priviligierten ist das aber nicht. Gleiche Bildungs- und Entwicklungschancen - man kann es hier wieder deutlich erkennen - gibt es nicht.
Seien Sie froh, dass Sie diese Möglichkeiten haben.
Mathe und Englisch contra Geschichte und Sport
Bitte nehmen Sie mir nachfolgende Kritik nicht übel:
Was sollte Ihre Tochter in 5 Jahren erreicht haben?
Hausfrau und Mutter?? Ich glaube nicht, denn sonst wäre Sie ja nicht kurz vor dem Abitur. ... oder soll Ihre Tochter nur studieren um dort einen adäquaten Mann zu finden? Ich glaube nicht. Ich glaube, dass Sie nur die besten Absichten haben.
Englisch ist in unserer globalisierten Welt extrem wichtig. Eine weitere Fremdsprache wäre sinnvoll.
Anscheinend konnten Sie Ihrer Tochter die "Wertegesellschaft" nicht rechtzeitig vermitteln - und hier ist mein Vorwurf, dass es zu viele Le(e)hrer und zu wenige Mentoren gibt.
Die Voraussetzungen zu schaffen, damit Ihre Tochter möglichst optimal in dieser Gesellschaft bestehen kann, scheinen noch zu fehlen.
Ich finde es schade, dass auch heute noch Frauen den "alten Klischees" immer wieder versuchen zu entsprechen.
Wie bereits erwähnt, nehmen Sie mir meine Kritik bitte nicht übel. ...auch wenn diese hier persönlich erscheint.
Ich selbst, als "unterpriviligerte Ausgeburt" hatte und habe immer noch zu kämpfen. ..habe meinen Platz in der Gesellschaft - den ich haben möchte - nicht erreicht. Schwache Eltern, ein armes Elternhaus, keine Netzwerke, keine Vorkenntnisse der Eltern oder besser gesagt - Eltern, die der Meinung waren, dass man - wie in Indien - in seiner Kaste bleiben sollte. ...
Von Chancengleichheit oder "die Würde des Menschen ist unantastbar" wollen wir mal garnicht reden.
Natürlich klingt ein wenig Verbitterung mit. Wie gesagt: Nehmen Sie es mir bitte nicht übel.
Ihnen und Ihrer Familie wünsche ich - ohne Neid und Mißgunst - alles Gute.
Versuchen Sie Ihre Tochter möglichst gut auf das Leben vorzubereiten. Ich ahne, dass das nicht leicht ist. Doch nur Leistung führt zum Ziel, Leistung bedeutet Anerkennung im Beruf, finanzielle Unabhängigkeit und optimale gesundheitliche Versorgung, und vieles mehr.
Ich glaube, dass Ihre Tochter wesentlich mehr Talente hat.
Es werden Mentoren gesucht.
Doch, dieses Coachen ist wirklich gut. Das bringts voll. Dem Coach vor allem. Aber auch all den Boys and Girls vor dem Abitur. Denn wenn man vorher gecoacht wurde, ist man doch wohl nicht mehr der durchschnittlicher Gewinner oder Looser beim Abi. Man ist immerhin.... gecoacht!Das kann sich schlicßlich nicht jeder leisten! Da wird selbst durchfallen elitär.
Und sollte es wirklich trotzdem ganz schiefgehen - der Coach hat es sicher auch schon vorher ja orakelt! - gibt es den nächsten Coach. Vielleicht ein bisserl teurer. Der coacht dann die gecoachte Abiprüfung. Sicher, man könnte dafür auch einen Kassenpsychologen nehmen! Aber wo sind wir denn! Da gehen die anderen hin, die, die sich vorher nicht mal einen Coach leisten konnten....
Lesen heißt durch fremde Hand träumen. (F.Pessoa)
# Silberschnur. Wie schon der Wirtschaftsexperte Kondratjeff vorausgesagt hat, leben wir heute erstmals in einer Zeit, in welcher die von ihm beschriebenen 40 Jahres-Zyklen der Wirtschaft - in denen stets ein Produkt den absoluten Vorrang vor den anderen hat, bsp. das Automobil war 'mal dran in so einem Zyklus - ein immaterielles Gut allen übrigen wichtigen Errungenschaften voranstellen: die Sozialkompetenz.
Zu wissen also, wer zu 'was fähig und imstande ist, gehört hier ebenso zu, wie den besten "Standort" dafür - hier also für Ihre Tochter - zu kennen. Sie wiederum, also Angelika, liegt damit voll im Trend. Nicht nur, dass Sie ihr die Erfahrung vermittelten, dass In Trend-Hilfe bestehe, sondern auch, dass sie bezahlbar und realisierbar sei.
Da der Kondratjeffsche Trend noch mindestens bis 2020 mit diesem immateriellen Gut anhält, dürfen Sie mit einer positiven Entwicklung rechnen. Ihre Tochter hat jetzt alle Zeit, nebst dessen, dass sie studiert auch herauszufinden, inwieweit solche coachings wertvoll sind. Dafür muss sie die Erfahrung erhalten, dass die soziale Kompetenz des coachs dahingehend zutrifft, dass er - trotz den Befürchtungen im Komm. 1 - mit seinen Feststellungen richtig lag.
Egal wie's dabei 'rauskommt: inbezug auf die These Kondratjeffs nimmt's keinen Einfluss; denn auch die Korrektur einer Leistung in Sozialkompetenz stellt diese als vorherrschendes Themengebiet ja nicht in Frage. Glückauf denn nun!
Eine veränderte Einstellung entspringt einer veränderten Stellung.
@ chi Zitat-Anfang: Da wird selbst durchfallen elitär. Zitat-EndeChapeau, chi, Sie haben es erfasst - als bisher einziger, wie ich leider feststellen muss. Ach ja, noch eine Überlegung. Wann kommen eigentlich - greifen wir uns doch mal ein Beispiel aus dem Handwerk heraus -, die Metzgerlehrlinge darauf, sich kurz vor ihrer Gesellenprüfung einen Coach zu nehmen? War nur so eine Überlegung . . . oder die Bäckergesellen?Signatur: Non sufro mas de lo que puedo
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