Leserartikel-Blog

Wirtschaft klagt Bildung ein

Prolog
Die Ignoranz der deutschen Bürger in Sachen Bildung ist sehr bedenklich. Das gilt insbesondere auch für dieses Forum, weil ich davon ausgehe, dass wir es hier mit gebildeten Menschen zu tun haben. Eine Erklärung für das mangelnde Interesse habe ich noch nicht.
Damit leite ich über zur Bildungsreform, an der wir nun mal nicht mehr vorbeikommen. Es ist nur eine Frage der ZEIT!

Ausführung
Der Bildungsnotstand in Deutschland ist sehr ernst zu nehmen.
Um Missverständnisse gleich zu vermeiden:
Der Notstand liegt nicht auf Seiten der Bürger, unserer Jugend, den Lehrern, einem Geburtenrückgang oder sonstigen demographischen Entwicklungen. Nein, es geht um das System, um die verpasste Chance das wunderbare Bildungspotential unserer Mitmenschen zu nutzen, um Chancengleichheit, individuelle Förderung, Leistungsorientierung im `Dreiklang´ (vgl. Qualifizierungsgipfel der Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten am 22. Oktober 2008).

Unsere Spitzenpolitiker haben – soweit richtig recherchiert - mit der sog. Föderalismusreform versucht, dem Problem Bildung aus dem Weg zu gehen bzw. sich aus der Verantwortung zu stehlen. Und wenn es so weiter geht, werden sie diese Reform auch noch reformieren etc.pp! Ein Spiel ohne Ende?

What so ever, wie der Engländer sagt.... Bildung bzw. Schulbildung lässt sich so nicht weiter `abstempeln´ und ist damit auch nie `erledigt´!

Sarrazin hat aufgezeigt, dass wir Gefahr laufen, `Weltmeister im Bildungsimport´ zu werden, wenn das so weitergeht. Wir sind also bereits darauf angewiesen, einen Fachkräftemangel in unserer Wirtschaft durch Menschen auszugleichen, die in anderen Ländern ausgebildet wurden. Über dieses Problem ist nur nicht ausführlich und lange genug diskutiert worden, was ja leider der mangelnden Vorbildung Sarrazins in Biologie sowie auch seinen Umgangsformen, wie sie bereits im Kindergarten vermittelt werden, anzulasten ist. Ich hoffe sehr Herr Sarrazin, dass sie meinen Rat annehmen und sich mit, Gregor Mendel, Charles Darwin sowie den neusten Erkenntnissen der Neurobiologie befassen, eine Nachhilfe, die sie vieles besser verstehen lässt.

In diesem Zusammenhang will ich Gerhard Roth ganz besonders hervorheben. `Gerhard Roth – der wichtigste lebende deutschsprachige Naturwissenschaftler´ nach Cicero (vgl. Gerhard Roth `Bildung braucht Persönlichkeit´ Klett-Cotta 2011).

Damit zurück zur Tagespolitik: Welche Lehren haben unsere Spitzenpolitiker aus der leider nicht ganz gelungenen Vorgabe Sarrazins gezogen? Verschafen oder ausgesessen?

Ein Vertreter unserer Wirtschaft, der Verbands- Hauptgeschäftsführer Nds. Dr. Volker Müller, nicht ängstlich wie die Lehrer, hat unsere Bildungspolitik in Sachen Bildung inzwischen auch bereits überholt und sich mit `Unternehmer beklagen Zustand der Regierung´(Schlagzeile der NWZ vom 2. April 2011) zu Wort gemeldet.
Da heißt es im Leitartikel der NWZ von Rolf Seelheim und Rüdiger zu Klampen:

„In der Wirtschaft wächst die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung. `Die Politik macht im Moment nicht den Eindruck, noch in der Lage zu sein, verlässliche langfristige Rahmenbedingungen zu setzen´, sagte Volker Müller (55) Hauptgeschäftsführer der Niedersachsen…..“ (NWZ 2.4.2011).
Im weiteren Verlauf des Artikels nimmt Dr. Müller kein Blatt vor den Mund und nennt die Dinge beim Namen.
„Dies sei `eine Katastrophe´. Müller wörtlich: `Man hat fast das Gefühl, in einem Hühnerhaufen zu sein´. Wer so mit dem Wohlstand eines Landes umgehe, der agiere fahrlässig. Er wisse `gar nicht, mit wem ich im Moment auf Bundesregierungsebene reden sollte´. Dort reden `alle durcheinander´. Dabei sei das Land noch vor kurzem gut durch die Krise gekommen, `weil unsere Strukturen stabil und verlässlich waren´.“ (NWZ 2.4.2011).

Lieber Herr Müller, ich habe auch mit kleinen Handwerksbetrieben zu tun und was ich dabei erfahren habe ist ganz überwiegend nur vorbildlich! Es wäre eine Katasstrophe, wenn diesen Betrieben der Nachwuchs ausbliebe! Denken sie an die Nachwuchsgeneration, setzen sie sich für sei ein und verlieren sie sie nicht aus den Augen!!

Dieser Artikel ist aber als wiederholter `Aufruf zur Reform der deutsche Schulbildung´ gedacht. Aus diesem Grund ist es angebracht, von der Wirtschaft auf die Schule zurückzukommen.
Der besondere Zusammenhang zwischen Schulbildung und Wirtschaftskraft – Rahmenbedingungen (vgl. Dr. Müller) - muss dabei hier wohl nicht mehr explizit erläutert werden. Es besteht ja noch Hoffnung, dass unsere Spitzenpolitiker und sie liebe Leser das irgendwann auch erkennen und verstehen lernen.

Es geht wie in der Föderalismusreform angekündigt um `Chancengleichheit, individuelle Förderung und Leistungsorientierung´!
Diesen Dreiklang mag es geben, in Klassenverbänden, in den meisten Schulen vielleicht auch noch, aber im Rahmen unseres Bildungssystems ist das in Gänze absolut vermessen, und wer das bestreitet, sagt nicht die Wahrheit.
Wie es im Ganzen darum bestellt ist, lässt sich ganz einfach an vielen Beispielen hieb und stichfest belegen. Als Streiter für eine Bildungs- bzw. Schulbildungs- sowie Verwaltungsreform fühle ich mich eigentlich dazu verpflichtet, aber man würde es kaum für möglich halten oder einfach bestreiten, was dabei herauskommt. Außerdem interessiert das wie gesagt offenbar keinen hierzulande.
Leider reicht mir die Zeit nicht aus, dieses alles auf den Tisch zu bringen. Es käme einer Lebensaufgabe gleich.
Außerdem fühle ich mich in erster Linie unseren Kindern und jungen Leuten verpflichtet und will ihnen dabei helfen, zur Not auch ohne die Schule zu gebildeten mündigen Bürgern zu werden. Und das wird sich auszahlen, denn unsere Kinder haben schließlich noch einiges auszubaden!
Vielen Dank!
Pete J. Probe
P.S. Ich vergaß noch eine Empfehlung an unser Bildungsministerium auszusprechen, die mir ganz ernst ist und die ich so wie gesagt schon lange umgesetzt hätte!!
Bitte verpflichten (!) Sie alle Schulen unseres Landes, ihre Schüler über Funktion und Risiken eines Atomreaktors zu unterrichten. Außerdem gibt es online viele Möglichkeiten, auch mit Menschen in Japan Kontakt aufzunehmen, und das würde letztlich noch das Englisch-Lernen ganz erheblich bereichern!
Und zu diesem Nachtrag ersparen Sie sich bitte eine Gegenrede, denn es steht nur den jungen Leute zu, etwas dazu zu sagen!