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Viele privat Krankenversicherte haben einen wesentlich schlechteren Krankenschutz als HartzIV-Empfänger

Ich las heute den Zeitartikel von Ingrid Herden über den Basistarif bei PKV`s.
Dieser Artikel hat einerseits bestätigt, was ich schon lange am eigenen Leib verspüre, und andererseits entlarvt er auch die ständige Klage in den Medien über die angeblichen Benachteiligungen von gesetzlich Versicherten
gegenüber Privatversicherten als reine Legende und mehr noch als gewollte
Verdummung der Bürger. Tatsächlich zahlen nämlich Privatversicherte mit kleinem Einkommen weit höhere Krankenkassenbeiträge als gesetzlich Versicherte mit gleichem Einkommen. Die Öffentlichkeit und die Medien tun so, als ob alle Privatversicherten ein Einkommen wie Bankvorstände haben.
Ich kenne Selbständige, die von etwa 1500€ Nettoeinkommen 500€ für sich und ihre Familie an Krankenkassenbeiträgen zahlen. Kürzlich zeigte sich ein mir bekannter Facharzt verwundert darüber, dass Beamte auch Krankenkassenbeiträge, Praxisgebühren, Pflegeversicherung usw. zahlen.
Er hatte geglaubt, dass bei Beamten all diese Kosten der Staat übernimmt.
Mittlerweile ist es so, dass kaum mehr jemand in Deutschland wirklich weiß, wie unser Krankenversicherungssystem funktioniert. Selbst ein sog. Experte wie Herr Lauterbach von der SPD forderte vor einiger Zeit eine Beteiligung der Beamten an der Pflegeversicherung. Ein Journalist (!)
musste ihn aufklären, dass die Beamten von Anfang an pflichtgemäß in die Pflegeversicherung einzahlen.
Tatsächlich sind in Deutschland schlecht verdienende Beamte und kleine Selbständige mittlerweile deutlich gegenüber gesetzlich Versicherten benachteiligt. Die sog. Basisversicherung zahlt wesentlich weniger Leistungen wie die gesetzlichen Versicherungen. Dies wird erst jetzt allmählich bekannt. Wenn Frau Ulla Schmidt behauptet, "im wesentlichen sind doch die Leistungen gleich", dann hat sie sich wieder einmal nicht mit der Materie befasst. Und so geht das halt so weiter in Deutschland. Jeder reformiert und verändert, aber keiner weiß mehr was wirklich Sache ist. Ich möchte mich davon nicht ausnehmen, aber mit dem Krankenversicherungswesen habe ich mich halt in letzter Zeit aus persönlichen Gründen genauer befasst.
Ich würde mich über Reaktionen aus dem Leserkreis der Zeit sehr freuen.
Peter Perzlmaier

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Leser-Kommentare
  1. 2. Als Pflichtversicherter,

    so etwas gibt es auch habe ich die selben Minimalleistungen wie ein Basis-PKV-Versicherter und das zu einem Bruchteil des Beitrages. Meine Versicherung konnte es sich sogar leisten die Beiträge zu senken. Möglicherweise sind wir weniger krank und leisten uns keine Diagnostikorgien.

    Die Kasse leistet sich keinen Irrsinns Provisions- und Bonusapparat wie die Privaten. Auch müssen sie keine Dividende ausschütten......

    _____________________________________________________
    Sie werden Deutschland nie regieren - Sie nicht!
    (Gerhard Schröders wahre Worte)

  2. 3. Wechsel von PKV zu GKV

    Wenn Sie unselbständig beschäftigt werden (also die Selbständigkeit verlassen) und unter der Jahresentgeltgrenze im Verdienst liegen, müssen Sie in die GKV. Sie müssen jedoch mindestens 12 Monate unter der Bemessungsgrenze verdienen, sonst gehts zurück in die PKV.

    Als Selbständiger können eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV praktisch nicht erhalten. Mit Renteneintritt (sofern Sie Altersrentenansprüche mal erworben haben), können sie bei der GKV freiwilliges Mitglied werden.

    Es gibt eine ganze Reihe von Detailvorschriften zu diesem Bereich mit vielen wenn und aber, also bitte diese Infos nur als groben Anhaltspunkt betrachten.

  3. 4. Naja....

    also manch "kleiner selbständiger" ist auch in der GKV, und auch "schlecht verdienende Beamte" zahlen in der PKV ja einen ermäßigten Satz weil die Beihilfe ja die Hälfte der Kosten übernimmt.

    Ich selbst habe den Wechsel von PKV nach GKV und zurück nun hinter mir und auch wenn die eigene Erfahrung stets nur Anekdotisches Wissen ist, so kann ich das Vorurteil dass es den PKVlern deutlich besser geht nur bestätigen.

    Eine "reine Legende" oder "gewollte Verdummung" wie sie es schreiben, ist meines Erachtens nicht. Das geben ja sogar schon die Ärzte zu, bzw. lesen sie mal in Patientenforen mit, was die Leute berichten.

    Oder versuchen sie z.B. einen MRT Termin als Kassenpatient zu bekommen ("Also so in 2 Monaten hätten wir da was frei...") oder als Privatzahler ("Ist morgen um 9 recht ?")

    Und wenn sie als GKVler einmal bei ihrem Arzt durchgewunken wurden (rein-rauf-runter-raus) , bzw. sich mit ihrem Privatdoktor unterhalten haben (Möchten sie einen Kaffee ?), wird ihnen der Unterscheid deutlicher.

    Ist ja auch nicht zu verdenken: Die Kunden an denen ich das 3fache verdiene ohne dass mich ein Budget einklemmt, bediene ich natürlich als Arzt lieber. Das hat nichts mit Bösartigkeit zu tun, sondern mit ökonomischem Handeln.

    Das gros der Privatpatienten wird finanziell über dem Durchschnitt liegen - auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt.

    Wieviel dabei allerdings dann Klappern ist, welches zum Handwerk gehört, muss man auch immer im Einzelfall betrachten. Die wenigsten der schlechttverdienenden Miniselbständigen (Taxifahrer, Kioskbetreiber) sind in der PKV.

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