Der Begriff "Verschwörungstheorie" als Instrument der Gedankenkontrolle
Haben Sie das schon mal erlebt? Viele wirtschaftliche und politische Entscheidungen, machen für Sie überhaupt keinen Sinn, es sei denn man betrachtet sie vor dem Hintergrund von machtpolitischen Interessen, die den Bürger in eine immer größere Abhängigkeit und unter Kontrolle des Staates bringen.
Sie sprechen mit Bekannten und Freunden darüber.
Jedes Gespräch, auch das kontroverse, ist zumindest für mich immer wieder eine Gelegenheit, meine Gedanken und die meines Gesprächspartners immer wieder zu hinterfragen, und auf neue Erkenntnisse oder auch auf Fragen und Ungereimtheiten zu stoßen, denen ich nachgehen kann.
Da sitzen Sie nun, trotz des gemütlichen Beisammenseins am Küchentisch zu Besuch bei Freunden irgendwie unbehaglich angesichts der neuesten bedenklichen politischen Entwicklung, und Sie sagen :"Also irgendwie kommt mir das spanisch vor. Es ist alles so unlogisch, dass macht doch nur Sinn vor dem Hintergrund dass irgendjemand versucht...".
"Aha!" kommt die spöttische Antwort. "Die Verschwörungstheorie also."
Diskussion gestorben.
Was ist denn nun eigentlich die Verschwörungstheorie? Erklärungen hierzu gibt es viele...
Nun ist die Frage, wo liegt die Grenze zwischen Verschwörungstheorie und kritischem Denken?
Zunächst einmal ist hierzu zu sagen, dass niemand leugnen kann, dass es seit der Menschheitsgeschichte nachweislich immer wieder Verschwörungen gegeben hat: zum Beispiel der von der Britishen Ölgesellschaft geforderte und mit Hilfe der CIA ausgeführte Sturz des demokratisch gewählten iranischen Präsidenten Mossadegh 1953 und die Installation des Schah Reza Pahlewi, das als nur ein Beispiel für die Unterwerfung der amerikanischen Außenpolitik unter wirtschaftliche Interessen einzelner Indurstrien dienen soll.
http://de.wikipedia.org/w...
Zweitens ist zu sagen, dass jemand, der Verschwörungen für möglich hält, jedoch in seinem Gefühl der Unbehaglichkeit verhaftet bleibt und sich daraus seine Verschwörung konstruiert, sicherlich nicht ernst zu nehmen ist.
Allerdings ist ein Gefühl des Unbehagens m.E. ein durchaus wünschenswertes Phänomen ist- es muss eben hinterfragt und bei Unklarheiten muss nachrecherchiert werden.
Drittens bin ich der Meinung, dass die Möglichkeit, dass einzelne Interessengruppen Ziele verfolgen, und deren Planung und Umsetzung betreiben, die sich nicht immer mit den Interessen der Allgemeinheit decken müssen, realistisch und im Grunde völlig legitim sind.
Nur haben wir derzeit sowohl innerhalb der einzelnen Staaten als auch global gesehen, ein riesiges Problem: Die Tendenz, das sich Riesenvermögen und damit politische Macht in den Händen einiger weniger Menschen konzentriert, während der Rest der Menschheit zunehmend verarmt und in eine immer weitergehende finanzielle Abhängigkeit von Arbeitgebern und Staat getrieben wird, vor der auch unser Sozialstaat aufgrund seines immer weitergehenden Abbaus bald keine Sicherheit mehr bietet.
Das Problem ist nicht neu, deswegen hat es auch in unserer Geschichte immer wieder Bestrebungen gegeben, die Konzentration von Kapital zu verhindern und diese Bemühungen haben sich teilweise in unserem Grundgesetz z.B. Art. 14 (2) "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen." und auch in Artikeln einzelner Länderverfassungen niedergeschlagen.
Nun ist es ganz offensichtlich, dass die Inhaber von Riesenvermögen kein Interesse an einem unabhänigen und kritischem Bürger haben. Vertreter einzelner Lobbygruppen haben bereits die Kontrolle über die Mehrzahl unserer Medien und über Lehre und Wissenschaft, und damit auch Zugang zu unseren Informationsmöglichkeiten. Die Privatisierung der Schulen für einzelne Teile der noch wohlhabenderen Bevölkerung und damit der Zugriff auf den Nachwuchs, also auf die kritischen Denker von morgen, steht noch aus, während unser unterfinanziertes staatliches Schulsystem immer mehr auf der Strecke bleibt und wohl eine völlige Verwahrlosung in Bezug auf Bildung für den Nachwuchs weiter Teile der Bevölkerung zur Folge haben wird.
Die Möglichkeiten zur demokratischen Kontrolle sollen ganz offensichtlich immer weiter eingeschränkt werden, beispielsweise durch Abgabe von Kompetenzen an ein EU-Parlament, durch dass sich die National-Parlamente weitestgehend selbst entmachtet und seine Bürger mit Haut und Haar für die Interessen der Wirtschaft zur Verfügung gestellt hätten.
Supranationale Vereinigungen, deren Abgeordnete keiner kennt, weil sie niemand gewählt hat, und die sich jeglicher demokratischer Kontrolle entziehen, drängen sich mit ihren Forderungen immer mehr in die Politik der Nationalstaaten und bestimmen mit ihren Forderungen zunehmend die politische Diskussion während der einzelne Bürger mit seinen Forderungen sich diesen Mächten immer mehr ausgeliefert sieht. Sollte nicht ursprünglich einmal die Wirtschaft den Interessen der Bürger dienen, und seinen Wohlstand mehren, statt umgekehrt?
Wer sich nun fragt, wie es zu dieser bedenklichen und immer wieder in dieselbe Richtung weisende Entwicklung, nämlich die zunehmende Auslieferung des Bürgers, seiner Interessen, seiner Perspektiven, kurzum seines Lebens, an die Wirtschaft, gekommen ist, wird allzu oft und allzu leichtfertig als "Verschwörungstheoretiker" gebrandmarkt. Der Begriff wurde ohne nachzudenken und ohne zu hinterfragen übernommen und funktioniert wie eine Art Gedankenkontrolle.
Wer heute als kritischer Bürger gelten will, lehnt es rundheraus ab, die Entwicklungen, die sich abzeichnen, zu Ende zu denken, und die Informationen, die im Grunde immer noch überall, selbst in den renommierten Zeitungen,zur Verfügungstehen, in einen Zusammenhang zu bringen, der einen Sinn gibt. Denn sofort greift die Gedankenkontrolle: "Das ist eine Verschwörungstheorie", es leuchtet ein rotes Verbotsschild auf im Gehirn und hindert uns daran, lose Enden zu verknüpfen und seine Schlüsse daraus zu ziehen, ja auch nur, sie mit anderen zu diskutieren.
Wer braucht da noch staatliche Kontrolle? Wir kontrollieren uns selbst und nehmen der drohenden Diktatur noch möglichst viel Arbeit ab.
Ich sage da nur: Bürger, sei wachsam!
Nein, ich sage: Bürger, wacht auf!
Nachtrag:
Leider musste ich feststellen, dass mein Artikel mit dem sogenannten "Freien Netz Zwickau", dass von der sächsischen NPD unterstützt wird, verlinkt wurde.
Daher ist mir wichtig folgendes Klarzustellen:
Ich lehne jegliche Form von Rassismus ab.
Ich lehne jegliche Form von Gewalt ab.
Mein Anliegen ist das friedliche, und selbstbestimmte Zusammenleben aller Völker, Nationen und Hautfarben.
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Leser-Kommentare
Verschwörungstheorien werden immer belächelt, wenn man sie äußert. Selbst wenn man tatsächlich einer Verschwörung angehört und öffentlich klar und deutlich sagt: "Ich gehöre einer Verschwörung an", wird man betrüblicherweise von niemandem ernst genommen. Mir kommt das auch spanisch vor. Man könnte fast davon ausgehen, die Menschheit hätte sich dazu verschworen, Verschwörungstheoretiker bewusst auszugrenzen.
Hallo persiana,
ich habe Ihnen diesen Vorwurf mal hier bei Nr.7 gemacht.
Der Vorwurf "Verschwörungstheorie" ist ein Gegengift. Das Gift, gegen das er hilft ist der Missbrauch des cui bono - Arguments.
Sie sitzen wieder am Küchentisch, mit jemandem, der (m/w) die Pisa-Studie gut findet. Und da sagen Sie: "Die Studie ist bezahlt worden von den großen Firmen, die die Leute verdummen wollen. Denen und nur denen nützt das". Da kann Ihr Gesprächspartner nicht antworten, weil er dafür die Interna der großen Firmen kennen müsste. Diskussion gestorben. Um sie wiederzubeleben, kommt eben das Gegengift ins Spiel: "Du immer mit deinen Verschwörungstheorien!"
Das "cui bono" wird gern parallel zum ad hominem - Argument benutzt, also: "Das sagst du ja jetzt bloß, weil du ... bist, du meinst es ja eigentlich gar nicht wirklich".
Natürlich wäre alles leichter, wenn die Menschen auf solche Rhetorik verzichteten. Aber so weit sind wir noch nicht in dieser Welt.
werte persiana - ist inzwischen das zeitgemäße Surrogat für die "Faust in der Tasche" unserer Altvorderen hier geworden. Sie implantiert genauso viele Scheren in den ständiger Propaganda ausgesetzten Kopf - sie ist schlicht - wie Sie es hier auch richtig beschreiben - Mittel zur weit über Orwells 1984-Szenario hinausgreifende Gedankenkontrolle geworden. Gemeinsam mit dem Primat der Zusammenhänge kappenden "Wirtschaftsbildung", die letzlich nur den Tunnelblick in Punkto Profitmaximierung schärfen soll verhindert sie so, dass die Menschen 1+1 zusammenzählen können.
Und - sie verweisen zu Recht auf § 14.2 GG, den Eigentumsparagraphen. Was der alles, nur nicht die Menschen befreiende "Neoliberalismus" befreit hat, das hat zu allererst auch etwas mit §1.1 des Grundgesetzes zu tun. Die Würde des Menschen wird heute hinter den geschlossenen Türen vieler Betriebe tagtäglich mit Füßen getreten. Instrumentalisierte Angst - vor Jobverlust, Fall ins soziale Abseits - Erpressung sind allgegenwärtig in einer Gesellschaft, die Individualismus mit Eigennutz gleichsetzt und dieses eigentlich hohe Gut so korrumpiert. Dies wird
jedoch zuallererst auch von den Meinungsmachern so propagiert und durchgesetzt -
schließlich haben sie das lautstark auftrtende Monopol.
Die Diktatur des Konsumismus fesselt somit letztlich das Individuum in Bedürfnissen, die es versklaven und somit - entmündigen sollen.
Gott, Allah, Jahwe, Shiva, Brahma, Vishnu und Buddha - und vielen Menschen sei Dank gibt es immer mehr Menschen vielerorts, die dies durchblicken.
hoffentlich darf Ihnen hier noch ungestraft etwas spanisch vorkommen...
...
vereinbar sein - aber möglicherweise nicht mit denen der ZEIT...
Sie sind auch noch dran Herr Kuhn....
...denn ich bin die böse Hexe und warte erst mal bis Sie noch ein bisschen fetter sind....
shezane. Sie sind ein wahrer Dämon.
werter @annoyance...
noch nicht mal seine Ehepartner..
so weit ist es schon gekommen...
aber man fügt sich ja als guter Deutscher...