ich kann nicht langsam, du musst schneller zuhören!
Die Piratenpartei hält ihren Bundesparteitag in Bingen ab, doch das erwartete Chaos bleibt aus!
Die Medien unkten vom Schicksalsparteitag, vom erwarteten Chaos, gar vom Ende einer gespaltenen und inzwischen obsoleten Partei. Die Realität sieht ganz anders aus! Nachdem der Poiltikbetrieb Fahrt aufnahm, funktioniert der Parteitag! Über Anträge zu Satzungsänderungen wird mit Herzblut diskutiert, Rednerbeiträge werden zeitlich begrenzt, Meinungebilder per Handzeichen eingeholt. Anträge zur Geschäftsordnung gestellt oder wieder verworfen.
Die meisten Teilnehmer haben sich im Vorfeld über die anstehenden Abstimmungen gründlich informiert. Damit hat sich die Arbeit gelohnt, die in die virtuellen Antragsfabriken gesteckt wurde. Antragssteller kippen quasi oben ihre Anträge rein, unten kommen alle Anträge als pdf heraus. Auf dem Weg eines Antrags durch die Maschinerie wird abgewogen, bewertet, angemerkt und mit Hilfe eines Bewertungssystems mal rot, mal grün eingefärbt. Somit liegen in Bingen gereifte Anträge vor, die von anfang an verständlich formuliert wurden.
Der Schatzmeister erntete Applaus, da er die Finanzen der Partei transparent machte und Kriterien entwickelte, nach denen Ausgaben bewilligt oder abgelehnt werden.
Wer unbedingt Chaoselemente sucht findet sie im Umfeld der Veranstaltung: das Gemurmel, das 1000 Menschen in einer Halle verursachen können ist gewaltig. Das Rauschen, das geschätzte 1000 Computer in 4 gemieteten Netzwerkleitungen verursachen, übertönt oft jede Kommunikation. 1000 durstige Kehlen stehen vor 2 Getränkeständen an.
Doch in der Halle geht es um Politik! Machen wir dieses, arbeiten wir an jenem. Damit sind die Piraten innerlich viel weiter, als es die 1.5% bei der NRW-Wahl erwarten lassen.
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