Die Piratenpartei - Eine wichtige Sache
Vor 3 Jahren, am 11. September 2006, wurde die Piratenpartei Deutschland gegründet. Zuerst belächelt, dann ignoriert und nun bekämpft, traten die Piraten inzwischen bei einigen Wahlen an und erreichten dabei einigen Zuspruch.
In diesen drei Jahren hat sich viel bewegt. Bis zur Europawahl stieg die Anzahl der Parteimitglieder langsam, aber kontinuierlich auf etwa 1000 an [1]. Nach der Europawahl ging es mit den Beitrittszahlen steil nach oben. Hält dieser der Trend an, dürfte die Piratenpartei zum Tag der Bundestagswahl 10.000 Mitglieder haben. Das sind ausschliesslich aktive Mitglieder, denn wer in die Piratenpartei eintritt tut das um sich politisch engagieren, nicht um Karteileiche zu sein. Mit diesem Engargemont wurden vor Jahren bereits bereits die Proteste gegen gegen Wahlcomputer befeuert. Spätestens als es in wenigen Minuten gelang, eine dieser als manipulationssicher bezeichneten schwarzen Boxen zum Schachcomputer umzuprogrammieren [2] hätte die Politik ihren Irrtum erkennen müssen. Sie tat es nicht, erst das Bundesverfassungsgericht setzte dem Spuk ein Ende.
Heute sorgen sich Bürger wegen der Schaffung einer Überwachungs- und Zensurinfrastruktur, wie sie sonst nur in Ländern des Nahen und Fernen Ostens bekannt sind [3]. Die Onlinepetition gegen das sogenannte Zugangserschwernisgesetz erreichte so viele Unterstützer wie keine andere Petition je zuvor [4]. Durch das grosse Medienecho wurden viele Bürger auf den Abbau ihrer Rechte erst aufmerksam. Die ich habe nichts zu verbergen-Sager sind seltener geworden. Und wenn man sie hört, klingt die stereotype Formel nicht mehr so überzeugt. Der Piratenpartei gelang es Bürgerrechtsbewegungen mit in ihr Piratenschiff zu holen . Zuletzt wurde selbst auf höchster politischer Ebene auf die Piraten eingegangen [5]. Die Zeit des Ignorierens scheint vorbei. Nun kommt die Zeit der politischen Auseinandersetzung.
In den drei Jahren ihres Bestehens hatten die Piraten beständigen Rückenwind. Ob das reicht die Piraten ins Parlament zu verfrachten entscheidet sich am 27. Die Piratenpartei wurde in Rekordzeit zu einer ernstzunehmenden politischen Grösse. Die Etablierten sorgen mit ihrer Gesetzgebung dafür, dass das Interesse an der Piratenpartei ständig grösser wird. Nicht, weil plötzlich eine neue Lust an Politik durch das Land weht, sondern weil sich etwas ändern muss!
[1] http://wiki.piratenpartei...
[2] http://www.heise.de/ct/Ha...
[3] http://www.rp-online.de/p...
[4] http://netzpolitik.org/20...
[5] http://www.piratenpartei....
Teil 1 erschien am 26.04.2009: Die Piratenpartei. Weit mehr als eine Milieupartei!
Teil 2 erschien am 03.05.2009: Die Piratenpartei. Kein Name wie ihn sich die Schwiegermutter wünscht!
Teil 3 erschien am 10.05.2009: Die Piratenpartei. Das Imperium schlägt zurück
Teil 4 erschien am 18.05.2009: Das Dilemma der Kleinparteien
Teil 5 erschien am 24.05.2009: Seid Piraten und spielt Robin Hood - Wie funktioniert die staatliche Parteienfinanzierung?
Teil 6 erschien am 31.05.2009: Die Piratenpartei. Vom möglichen Ende der Politikverdrossenheit.
Teil 7 erschien am 07.06.2009: Die Piratenpartei - keine Verschwörungstheoretiker
Teil 8 erschien am 14.06.2009: Die Piratenpartei - Widerstand ist machbar
Teil 9 erschien am 21.06.2009: Die Piratenpartei - was soll nur aus dieser Jugend werden?
Teil 10 erschien am 28.06.2009: Die Piratenpartei - Ein Plädoyer für die Anonymität im Internet
Teil 11 erschien am 05.07.2009 Die Piratenpartei - was läuft schief mit dem Urheberrecht?
Teil 12 erschien am 12.07.2009 Die Piratenpartei - wider die chinesischen Verhältnisse
Teil 13 erschien am 19.07.2009 Die Piratenpartei - Geld verdienen mit Computern
Teil 14 erschien am 26.07.2009 Die Piratenpartei - es geht was um in Euroland ....
Teil 15 erschien am 02.08.2009 Die Piratenpartei - Politik im Spannungsfeld des Internets
Teil 16 erschien am 09.08.2009 Die Piratenpartei - Karlsruhe ist nicht genug
Teil 17 erschien am 16.08.2009 Websperren sind Websperren
Teil 18 erschien am 23.08.2009 Sabinchen war ein Frauenzimmer
Teil 19 erschien am 30. 08.2009 ich gehe wählen
Teil 21 erscheint am 13.09.2009
eigentlich logisch , dass unsere partei "piratenpartei" heisst, wenn man mal beruecksichtigt , dass sich der moderne kapitalismus aus der piraterie entwickelt hat in form der priesennahme von angeblich herrenlosem eigentum. das sich daruas spaeter im laufe der folgenden legalisierung auch noch eine globale lizenz zum kielholen und toeten ergeben hat ist klar.
nun also ist klar : wir nennen uns piraten weil wir welche sind - selbsterkennnis ist der beste weg zur besserung und nur in der selbstkritik werden wir zur einer gemeinschaft uns entwickeln koennen , welche jenseits der globalisierten misanthropie liegen wird.
es lebe die ironie einer auf links gezogenen rationalitaet - einer auf links gezogenen welt allemal, denn nichts anderes ist geschehen waerend der globalisierung seit kolumbus .... bedenkenswert allein es zu bemerken: im benennungsmythos liegt die macht der immunitaet des einzelnen und der gesellschaft ! wollen wir nicht selber opfer der kapitalistischen piraterie werden , muessen wir eben selber ganz bewust zu symbolischen piraten werden , zu bannern und neutralisieren ....
kommt an bord ihr verlorene , schiffsbruechigen , vom glauben abgefallenen und im sinnlosen brackwasser duempelnden .... mit frischer brise gegen den wind ! geteilt wird diesmal anders ...
Und seit einigen Monaten bin ich in der gleichnamigen Partei. Meinen nick habe ich gewählt, weil Edward Teach ein Anführer war, wie es sie nicht mehr gibt:
Er war immer der Erste an Bord des feindlichen Schiffes und er bekam für seine Arbeit als Kapitän 1,5% der Prise, statt 1% wie seine Mannschaft. Fallen Ihnen da Unterschiede auf, Herr Ackermann?
So was geschieht, wenn freie Menschen ihre Geschäfte frei miteinander verhandeln, da kriegt ncht der Eine ein Stück Brot und der Andere exclusiv die Kiste Gold.
Piraten wollen in Freiheit leben, in einer gerechten Welt ohne Klassenjustiz und mit einer ordentlichen Absicherung für Alter und Krankheit. Und die Piraten von heute wollen darüber hinaus den freien Zugang zu bestmöglicher Bildung und Freies Wissen. Dass wir die Urheberrechte wieder in die Hände der Urheber zurücklegen wollen statt in die Krallen der Verwertungsmafia, hat uns fälschlicherweise in die Nähe von Downloadern und Filesharern gebracht. Das war falsch.
Piraten wollen einen Weg gehen in eine freie und gerechte Welt ohne rote Fahnen und Klassenkampf von unten mal wieder. Der Klassenkampf von oben geht nun seit 30 Jahren und hat genug Schaden angerichtet. Das muss aufhören.
Freiheit, Demokratie und Marktwirtschaft sind unverzichtbar. Da liegt der Unterschied zu Sozialismus und Kapitalismus. Denn letzen Endes ist die Welt nicht besser geworden durch den Kollaps des Ostblocks. Das Machtsystem der Bankster und Oligarchen unterscheidet sich nicht sehr vom Machtsystem der KPdSU.
Deshalb bin ich ein Pirat. Kommt an Bord, wir brauchen jede Hand. Dieses Land hat eine bessere Zukunft verdient, als jene, in der nur die Ackermaänner immer reicher werden. Diese Welt hat eine bessere Zukunft verdient.
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