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Raubtierkapitalismus

Die Google-Aktie ist auf Talfahrt gegangen. Warum sollte uns das zu denken geben? Der Gewinn ist soeben um fast zwanzig Prozent gestiegen, im letzten Quartal gab es 1600 Millionen Euro zu verteilen. Aber die verwöhnten fetten Hündchen, denen das Fressen in den Näpfen aufgetürmt wird, jaulen auf und kläffen im Depot herum, weil ihnen der Futtersegen nicht reicht. Weshalb? Sie haben gehört, daß die Zulieferer, die für den Freßnapfnachschub zuständig sind, für ihre Tätigkeit zuletzt ein klein wenig mehr von dem Fleischberg abbekommen haben und auch ein paar neue dazugekommen sind, die natürlich nicht hungrig zur Arbeit kommen sollen, sondern gern.

Jetzt sind unsere verhätschelten Tierchen sauer und bereit, alle wegzudrängen, die sich an "ihrem" Futter vergreifen wollen. Nun sind diese Köter keine wirklichen Raubtiere, sondern nur domestizierte Sofalöwen, aber sie haben doch Zähne, und wenn sie die auch meistens nur blecken, wenn es um ärmere Artgenossen geht, so ist durchaus zu erwarten, daß so mancher Arglose verletzt wird, wenn er den Futternäpfen der Börsenhunde zu nahe kommt, denn die können, wenn die Gier sie mal wieder blind macht, ganz schön um sich beißen. Das Ganze nennt man Raubtierkapitalismus.

http://www.handelsblatt.c...

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Leser-Kommentare
    • 15.04.2011 um 10.01 Uhr
    • hardob
    1. Normalkapitalismus

    "Versuch doch, jemanden übers Ohr zu hauen"

    http://tinyurl.com/6ztwt2u

  1. 2. Merkwürdig,

    dass Zeitgenossen ein Mindestmaß an Intelligenz an den Tag legen indem sie ihr Geld anderswo anlegen weil der neue Boss keine Strategie vorstellt um die schneller als der Umsatz wachsenden Kosten in den Griff zu bekommen und das vor dem Hintergrund verschärften Wettbewerbs mit Facebook bringt ihnen hier geifernde Beschimpfungen ein.

    Merkwürdig ebenfalls dass diese Anwürfe salonfähig scheinen - die selbe Intention auf die armen, bemitleidenswerten Opfer angewandt, die es sich im Hartz-Netz gemütlich machen, nichts weiter als Kosten verursachen, beständig die Patschehändchen aufhalten und noch diejenigen beschimpfen die für sie aufkommen - und ich bin sicher der Artikel ist schneller gelöscht als ich "Hartz-Pups" sagen kann.

  2. 3. @ Westerland

    Sie überraschen mich, Westerland. Wissen Sie nicht, daß es in den USA kein "Hartz-Netz" gibt? Abgesehen davon, verstehe ich nicht, was das eine mit dem andern zu tun hat, außer daß so mancher, der im Hartz-Netz zappelt, es deshalb tut, weil er nicht mehr genügend Mehrwert zu erwirtschaften in der Lage war. Doch es gibt natürlich auch in diesem Bereich Absahner (oder besser Abmilchler), wie es auch nette und vernünftige Aktienbesitzer gibt, das ist doch klar. Nicht jeder wird bei "nur" achtzehn Prozent Profit unruhig. Das nenne ich intelligent, denn es bedenkt auch mögliche Folgen übermäßiger Gewinnerwartung.

    Übrigens: http://www.heise.de/tp/bl...

  3. 4. Sie werden schon verstanden

    haben dass meine Kritik darauf abzielt dass bei ZEIT Online pauschale Beleidungen nach meinem Verständnis mit höchst unterschiedlichem Maß gemessen werden.

    Sie werden sicher auch verstanden haben dass ich weiterhin Ihren Ton kritisiere, der trennt was verbunden gehört. Zugegeben, darin bin ich auch gut aber diesen Dienst aus Nächstenliebe wollte ich Ihnen dennoch erweisen.

    Tja, und 18 Prozent heute können unter den vorhandenen Vorzeichen leicht zu 9% morgen werden und übermorgen noch weniger. Einige Marktteilnehmer scheuen dieses Risiko und suchen sicherere Anlagen. Was ist dagegegen einzuwenden?

    Zumal wenn ich das richtig verstanden habe, eine generelle 10-% Gehaltserhöhung gewährt wurde, mithin eine Hypothek auf mindestens die kommenden vier Jahre.

    Welcher Vorstand trifft schon so eine Entscheidung? Und wird diese Entscheidung vom neuen Boss mitgetragen? Man weiss es nicht und verkauft. So what?

  4. 5. Was haben alle gegen Raubtiere?

    Die meisten unserer liebsten Tiere sind Raubtiere: Hunde, Katzen, usw.

    Sollen wir uns freuen, wenn Vorstände von Großunternehmen anfangen zu sagen: So, und jetzt ist es "genug" und das Unternehmen wird geschlossen und es geht in die Traumvilla an der Côte d'Azur? Wem wäre damit gedient? Natürlich niemandem. Jeder, der irgendwas gespart hat, vom Milliardär zum kleinsten Rentner, braucht Unternehmen, die Gewinne und Renditen erwirtschaften. So funktioniert unser Wirtschaftssystem - eine Alternative wären nur Zwangsstaat und Sklaverei.

    Daher: DANKE, "Raubtier-"Kapitalismus!

  5. 6. @2. stimmt

    Entfernt. Bitte äußern Sie Kritik in einem sachlichen Ton. Danke. Die Redaktion/wg

  6. 7. #5 Ich denke

    die meisten haben was gegen Raubtiere, weil man die in den seltensten Fällen essen kann oder es zumindest unüblich ist, die zu essen.

    • 15.04.2011 um 21.15 Uhr
    • hardob
    10. Rentner und Wölfe

    „lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit."

    Was selbstredend eine Beleidigung des Wolfes ist.

    Das kapitalgedeckte Rentenansprüche nur funktionieren, wen genügend Kolonien zur Ausbeutung bereit stehen, ist ja an sich historisch schon klar, da lobe ich mir ein Umlageverfahren, da bleibt die Ausbeutung wenigstens im eignenem Land.

  7. 13. #10 hardob

    "Das kapitalgedeckte Rentenansprüche nur funktionieren, wen genügend Kolonien zur Ausbeutung bereit stehen..."

    Ich denke, das ist nicht zwingend so. Stellen Sie sich vor, das Geld wird in Industrierobotor investiert und die produzieren dann für die Rentner und andere.

    • 15.04.2011 um 21.31 Uhr
    • hardob
    14. #13 Kohlmeise

    Davon hat in den 50 er Jahren (im letzten Jahrtausend) schon mein Lehrer gesprochen. Die Arbeit werde leichter werden und weniger, hat er gesagt. Maschinen werden vieles abnehmen und erwirtschaften, hat er gesagt. Das Erwirtschaftete wird allen zu Gute kommen, hat er gesagt, der Optimist. Und Recht hat er behalten. Nur das mit dem allen zu Gute kommen, das ist nicht eingetreten. Leider.

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