Leserartikel-Blog

Die ZEIT-Online-Community: eine Soziale Plastik!

Joseph Beuys, dessen "erweitertem Kunstbegriff" der Begriff der "SOZIALEN PLASTIK" oder "SOZIALEN SKULPTUR" entstammt, hätte den Protest wie den Kummer der im wahrsten Sinne des Wortes aufgelösten Community verstanden.

Heute Nachmittag hörte ich den Begriff der "sozialen Skulptur" nach langer Zeit mal wieder im Rahmen eines wdr-5-Features über Anatol Herzfeld, einen Beuys-Schüler, der auf der Museumsinsel Hombroich lebt und arbeitet - und da wußte ich endlich wie ich die Community in all ihren Aspekten und Aktivitäten für mich definierbar und fassbarer machen kann und warum sie schützenswert ist: weil sie ein soziales Gebilde, eben eine SOZIALE PLASTIK ist.

Ich zitiere, leider "nur" aus Wikipedia:
"Im ausdrücklichen Gegensatz zu einem formalästhetisch begründeten Verständnis schließt das von Beuys propagierte Kunstkonzept dasjenige menschliche Handeln mit ein, das auf eine Strukturierung und Formung der Gesellschaft ausgerichtet ist. Damit wird der Kunstbegriff nicht mehr nur auf das materiell fassbare Artefakt beschränkt."
Weiter heißt es:
"Beuys behauptet, dass beispielsweise die Gesellschaft, eine Demokratie ebenso als Kunstwerk betrachtet werden kann, zu dessen Gelingen vor allem individuelle Spiritualität, Offenheit, Kreativität und Phantasie notwendig sind. ...
Die Grundlage der Idee einer sozialen Plastik ist der Mensch, der durch Denken und Sprache soziale Strukturen entwickelt. Diese Entwicklung der Gesellschaft verstand Joseph Beuys als einen kontunuierlichen kreativen Prozess."
http://de.wikipedia.org/w...

Einige weitere Clicks zeigten mir dann, dass meine plötzliche Erkenntnis eher eine recht individuelle ist, d.h. es gibt bereits eine Art Dachverband "Soziale Plastik" verschiedener Organisationen, Verbände, etc http://www.soziale-plasti... , in den ich auch bereits über mehrere Naturschutzorganisationen eingebunden bin. Und siehe da: auch die "taz" ist Mitglied!

Und um das meinen geschätzten Mitforisten mitzuteilen, bin ich denn nun mal wieder wortbrüchig geworden und schreibe statt nur stillschweigend zu lesen. Man möge mir verzeihen: meine Zeilen entspringen dem Bestreben vielleicht dazu beizutragen, daß ich das, von dem ich nach wie vor eine Weile Abstand nehmen will, nach dieser Weile doch noch irgendiwe wiedererkennen und "benutzen" können werde.

Lieber Herr Kuhn, wie schön wäre es, wenn DIE ZEIT dieses wabernde, sich immer wieder verändernde und neu konturierende Gebilde der Community nicht als eine nicht ganz ungefährliche, zu Aufmüpfigkeit und gelegentlichen Flashmobs neigende Anzahl von Usern sähe, nicht als ein weiteres beliebiges SOZIALES NETZWERK, sondern eben als eine SOZIALE SKULPTUR, die man in ihrer Entstehung und Entwicklung (auch technisch!) unterstützt, gelegentlich einschreitend moderiert und mit großem journalstischen Interesse beobachtet!
Viel näher am Denken vieler denkender Menschen als in der ZEIT-Online-Community konnte man doch eigentlich kaum sein!

P.S. Ich kann dieses widerliche dickbäuchige Simpson-Männchen in Schiesser-Feinripp mit Eingriff nicht mehr sehen!