Nürnbergs Initiative zur Regenwaldvernichtung
Die Entscheidung des Nürnberger Gartenbauamts Tropenholz für seine 3500 Stadtbänke zu verwenden, erhitzt die Gemüter und ruft Initiativen (www.regenwald.org/protest...) wie "Rettet den Regenwald e.V." auf den Plan.
Die Stadt Nürnberg verteidigt die Entscheidung mit knappen Kassen und den erhöhten Umweltauflagen hierzulande. Außerdem sollen nur FSC-zertifizierte Hölzer Verwendung finden. Doch stehen bei soviel zur Schau getragenem Engagement die Ampeln auf ökologisch?
Auf den ersten Blick vielleicht, doch bei genauerem Hinschauen regt sich Unbehagen. Denn ein Holzzertifikat ist nicht per se ökologisch. Das kennt der Geschäftsführer Andre de Freitas vom Bonner Forest Stewardship Council (FSC) nur zu gut. “Unternehmen benutzen unseren Namen als Freibrief. Ich fühle mich deshalb schlecht”, erklärt er. Seit Jahren kämpft FSC mit Betrugsfällen und ungerechtfertigten Zertifizierungen (www.fsc-watch.org).
Der von der Stadt Nürnberg beauftragte Lieferant bezieht sein Holz aus Kamerun und der Republik Kongo von altbekannten Regenwaldvernichtern, wie die schweizerisch-deutschen tt Timber Group gehörende Congolaise Industrielle des Bois (CIB) oder auch die zur deutschen Danzer-Gruppe gehörende Industrie Forestière de Ouesso (IFO).
Doch hiervon will die Stadt Nürnberg anscheinend nichts wissen. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es, dass die Entscheidung für Tropenholz auch aus ökologischen Gründen getroffen wurde, da einheimisches Holz unseren Witterungseinflüssen nicht stand hält (http://online-service.nue...) .
Interessanterweise zeigen Erfahrungen aus anderen deutschen Städten, dass einheimische Hölzer auch unbehandelt lange haltbar sind. Nach Angaben des Straßen- und Grünflächenamts Berlin Mitte, wo Tropenhölzer seit 20 Jahren verboten sind, halten auch Eiche, Douglasie und Lärche etwa 15 Jahre. „Lange Haltbarkeit“ bescheinigt man auch in Hamburg den Lärchenholz-Bänken. Und schließlich erfreuen sich die im Berliner Regierungsviertel aufgestellten unbehandelten Eichenbänke auch nach 8 Jahren Einsatz noch bester Gesundheit und müssen noch längst nicht ausgetauscht werden.
Vielleicht hilft ja ein bisschen Nachhilfeunterricht dem Nürnberger Gartenbauamt?
Aus Ihrem Link geht hervor, dass die Stadt Nürnberg eigene negative
Erfahrungen mit einheimischen unbehandelten Holzarten gemacht hat. Vielleicht ist das ja ein konstruktives Problem, z.B. bei dem für die Leisten verwendeten Profilen?
Das Gartenbauamt hats scheinbar nicht nötig, sich bei Leuten zu informieren, die sich mit der Sache=Holz auskennen.
-Eiche (natürlich nicht der Splint) hat Resistenzklasse 1, nicht 2 oder 3, ist aber durchaus teurer wie "Tropenholz". Das mit der "mittleren Belastbarkeit" ist ne Nullaussage, hat das GBA statistisch relevante Versuche durchgeführt oder was?!? (Soll heißen:Einen ganzen Schwung Holzlatten zerkloppen lassen, selbst wenn auf ner Bank Leute rumhüpfen hält ne Nadelholzlatte aus Lärche und Douglasie im gleichen Querschnitt wie Eiche oder die Tropenhölzer das aus.)
-"Thermoholz"; das mag sogar stimmen, nur kann man Holz wie früher auch mehrere Jahre als Bohlen lagern und dann zu Latten schneiden. Dann entfallen auch die Argumente Blaufäule und Verwitterung der Nadelhölzer Lärche und Douglasie (letztere ist da auch nur im frischen Zustand anfällig, die Lärche garnicht).
-Ökologie; die Begründung ist ein schlechter Scherz, in Afrika wird das über weite Strecken transportiert und zersägt sich auch nicht von alleine
Meine Erklärung: Das GBA Nbg. hat mal bei dem in dem pdf genannten Holzvertrieb angerufen und die gefragt und sich paar Angebote machen lassen.
Der nicht nur in Nbg. vertretene Holzvertrieb vertreibt kein lange an der Luft=mehrere Jahre abgelagertes Holz und somit nur trockenkammergetrocknetes (halte ich persönlich nicht viel von, also von der Trockenkammer). Tropenholz ist preiswerter wie Eiche, von den Nadelhölzern wurde von der Firma gleich abgeraten.
Auch zur Förderung der regionalen Wirtschaft wärs also sinnvoller gewesen, Sägewerke abzuklappern und nachzufragen, was die so rumstehen haben und da täte es auch lange abgelagerte Lärche und Douglasie, welche locker 20 Jahre an der Witterung halten.
Falls belastbare Quellen erwünscht sind, such ich die raus, war jetzt nur ausm Gedächtnis.
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