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Ein Plädoyer für die Dummheit

Fünf Gründe, warum es sich lohnt, einen IQ unter 80 zu haben.

1. Als geistig unterbemittelter Abkömmling der Art Mensch fühlt man sich weniger allein.

Fürwahr ist es eine gewagte These, zu sagen, dass die Gesellschaft mehr und mehr verblödet und damit die Gruppe derer, die Verstand, Anstand und Niveau bewahrt haben, wohl nach und nach aussterben wird. Noch dazu darf man das in Deutschland wohl nicht allzu laut erwähnen, wenn man nicht gleich als Klugsch*ßer der Nation in die für jene bereits reservierte Schublade, in der sich bereits Marcel Reich-Ranicki, Helmuth Schmidt und ihresgleichen tummeln, gesteckt werden will. Dennoch gibt es ein paar wenige, die ihre Hypothese der Verdummung mit Fanfaren und Gebrüll laut ins Land hinaus schreien – der Literaturmarkt (http://www.manager-magazi...) beweist es. Frei nach dem Ursache-Wirkung-Prinzip ist der Kausalschluss „Wenn viel darüber geschrieben wird, muss es wohl einen Grund haben“ doch nicht so abwegig – persönliche Erfahrungen des ein oder anderen Lesers mögen diese Feststellung eventuell noch bekräftigen.
Daraus folgt also: Die Zahl der geistig Unterbemittelten nimmt zu, demnach fällt es jenen Damen und Herren wohl auch nicht schwer, Gleichge(un)sinnte zu finden, mit denen sie gemeinsam ihrem unterirdischen Niveau frönen können. Ressourcen bzw. (trivial ausgedrückt) Sümpfe, in denen der vereinsamte Dumme fischen kann, gibt es wohl genug. Eigentlich eine feine Sache, oder?

2. Dumm-Sein ist billig.

Speziell in Zeiten der Wirtschaftskrise sollten wir wohl alle sparen bzw. sehen uns dazu gezwungen. Wie schön muss es doch sein, diesen Notstand gar nicht erst wahr zu nehmen, nämlich weil die eigenen Bedürfnisse alles andere als kostspielig sind? Während die junge geistige Elite des Landes der Bildung zuliebe im Laufe eines Studentenlebens einiges an Geld in den Rachen diverser Hochschulen wirft, begnügt sich der schlichte Hauptschulabsolvent mit einer Lehre – oder hat, frei nach dem Vorbild der Eltern, bereits früh den Status „Hartz-VI-Empfänger“ als Traumjob auserkoren. Letztere wird man wohl auch selten bei der Uraufführung von Goethes Faust oder Verdis Nabucco erblicken – denn Kultur findet ausschließlich vor dem Fernsehgerät und nicht etwa im Theater oder gar in der Oper statt. Wodurch natürlich wiederum einiges an Geld im Portemonnaie bleibt, wovon man dann die ganze Familie zum Happy-Meal bei McDonals einladen kann – denn im Gegensatz zur sogenannten geistigen Oberschicht achtet das Prekariat wohl weniger auf den Nährwert, sondern eher auf die schnelle Verfügbarkeit sowie den Preis, wenn es um die Nahrungsbeschaffung geht. 99 Cent für eine Mahlzeit – da kann der Bio-Supermarkt natürlich nicht mithalten. Ebenso wenig wie teure Studien- oder Städtereisen, bei denen sich die Klugen und Gebildeten noch weiser als sonst fühlen – der gemeine Pöbel macht es sich leicht und reist zum Dumpingpreis an den Ballermann, wo er sich dann bei heimatlicher Jürgen-Drews-Beschallung in seiner natürlichen Umgebung mit seinesgleichen um die Liegestühle kloppen kann.

3. Unterbelichtete Herrschaften finden immer was im Fernsehen!

In der Tat, ein schlagendes Argument mit viel Wahrheitsgehalt. Allein das Nachmittagsprogramm stellt den lebenden Beweis für die zunehmende Degenerierung des menschlichen Gehirns dar: Eingeleitet von Oli und Britt, wo sich alleinerziehende Teenie-Muttis mit ihren fünf verschiedenen Schreihälsen von fünf verschiedenen abwesenden Erzeugern die Seele ausheulen, über Familien- und Jugendrichter bis hin zur 91. Wiederholung von „Die Abschlussklasse“, bietet ein Nachmittag bei Pro7, Sat1 und Konsorten all das, was man sich nur wünschen kann. Das perfekte Präludium also für den tragikomödiantischen Höhepunkt, der pünktlich um 20.15 eingeläutet wird. Plötzlich erscheinen die Supernanny und Rach der Restauranttester zur gleichen Zeit auf der Mattscheibe, gefolgt von solchen, die aus- oder bereits zurückwandern sowie alternativ auch gewalttätige 14-jährige Rabauken mit Migrationshintergrund, die zum Zwecke der Resozialisierung in der Wüste ausgesetzt wurden. Entscheidungsnöte sind durchaus verständlich. Solche kennt der geneigte Freund gepflegter Fernsehunterhaltung mit Niveau natürlich nicht – er schläft lieber vor, denn die Dates mit Maischberger, Bublath, Beckmann und Kollegen wurden aus ökonomischen Gründen in die späten Abend- und Nachtstunden verlagert.

4. Blöde haben grandiose Aufstiegschancen!

In der heutigen Zeit ist das Fernsehen – man höre und staune – jedoch weit mehr als ein bloßes Mittel zur Unterhaltung bzw. Verblödung. Es ist zugleich ein unglaublich demokratisches Medium. Warum? Weil jeder mitmachen kann. Der Trend „Weg von der Berieselung, hinein ins Geschehen“ begann bereits vor ca. zehn Jahren, als kluge Köpfe auf die noch klügere Idee kamen, ein paar wild gewordene Idioten in einen Container zu sperren und das Publikum live und in Farbe an der Verwahrlosung gescheiterter Existenzen teilhaben zu lassen. Diversen Versuchsobjekten von damals kann man erfreulicherweise auch heute noch auf 9live bei der Praktizierung ihres überdurchschnittlichen Talents zusehen (falls das mit der Musik nicht so recht klappte). Dieser Tage sind die Betätigungsmöglichkeiten zur kurzfristigen Erlangung von medialer Aufmerksamkeit allerdings um einiges vielfältiger. Wer unzufrieden mit seiner 2-Zimmer-Plattenbau-Wohnung ist, lässt die pralle Tine zur Komplett-Sanierung anrollen, wer weder singen noch tanzen, dafür aber über eine kriminelle Vergangenheit sowie das entsprechenden Niveau verfügt, stellt sich auf das Bohlen’sche Schafott und wird Superstar – achja, und für den Notfall bietet immerhin noch Frau Klum ein perfektes Sammelbecken für all jene Damen, die gar nichts können, außer 40kg zu wiegen und laut „HEIIIDIII“ zu kreischen. Will man hingegen das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden, d.h. nicht nur Wohnung und „Karriere“ sondern auch das Privatleben renovieren, bieten Formate wie „Schwiegertochter gesucht“, „Papa gesucht“ oder „Bauer sucht Frau“ die perfekte Plattform inkl. dazugehöriger Restposten. Praktischerweise kann man sich dort selbst als beziehungsunfähiger jungfräulicher Bauer mit einer läufigen Ex-Friseuse paaren lassen – während ein Millionenpublikum mit dem gleichen Niveau in Nahaufnahme den ersten Kuss im romantisch anmutenden Schweinestall begutachten kann. Die Resultate solch fruchtbarer Allianzen landen dann in der Regel ein paar Jahre später in den starken Armen der Super-Nanny.

5. Dummheit hat Zukunft.

Schon jetzt haben die Unterbelichteten der Nation ihre Lobby – sie treffen sich zu den ausverkauften Zirkusvorstellungen von Mario Barth, ergötzen sich an den Schicksalen von Ex-Tennisspielern oder Fußballer-Gattinnen und brüsten sich stolz damit, Dieter Bohlens Biographie gelesen zu haben, und zwar angeblich komplett (oder für Fortgeschrittene zusätzlich noch die Werke seiner Ex-Weibchen). Was noch fehlt, ist die passende Partei – wobei die Anarchistische Pogopartei Deutschlands ja bereits vor Jahren die sogenannte „Rückverdummung“ ins politische Programm aufgenommen hat. Leider sitzt noch keiner ihrer Abgeordneten im Bundestag, denn seltsamerweise verneinte der Bundeswahlausschuss 2009 die Parteieigenschaft der APPD. Allerdings sind Nachfolger dieser (Un)Art wohl nur eine Frage der Zeit, denn der Sinn einer Demokratie besteht letztlich darin, dass das Volk entscheidet, wer gewählt wird (falls die beschriebene Spezies denn weiß wie das geht) und anschließend auch regiert. Falls die hier genannten Elemente also immerhin ein wenig Restintellekt besitzen sollte (denn Minus mal Minus ergibt ja bekanntlich Plus), stünde einer Übernahme Deutschlands im Sinne der Idiotie rein rechtlich wohl nichts im Wege. Herzlichen Glückwunsch.

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Leser-Kommentare
  1. 1. X-Sperre

    Ein grandioser Artikel!

    Ein paar verletzte Gefühle, die Umgebungsvariable mit dem Kennzeichen M für München, und eine federleicht schwebende bis tonnenschwer plumpsende Wortwahl machen diesen Artikel zu einem unterhaltsamen Gemisch aus Einsicht, Absicht und Durchsicht.

    Bei den eingeborenen Münchenerinnen und Münchenern (die ich übrigens nicht verstehen kann) fangen zu viele Worte mit X an: Xenn, xunt, xacht, xuffa (übersetzt etwa: gesehen, gesund, gesagt, und natürlich das am weitesten verbreitet und mit höchstem Stolz verkündete “Xuffa“, das so viel bedeutet wie “Lasset unsere Schädel fluten mit den dröhnenden Wogen des Biergeistes bis hinüber zum absoluten Stillstand der Gesichtsmuskulatur“.
    Das "Xuffa" ist von allem Sprachabtrünnigen das wohl am furchtbarsten scheppernde für feinfühlige Ohren!

    Aber nun einmal ganz ehrlich:

    Wenn der letzte Zweck der Wissenschaft die Wahrheitsfindung ist - und der einzige Zweck der Kunst das Vergnügen, dann ist Ihr Leserartikel hohe Kunst! Vielen Dank dafür!!

    Begeistert

    Ihr

    Nom de Net

    • 25.03.2010 um 00.47 Uhr
    • iDog
    2. ein witziger artikel

    wirklich ... den wir ohne die besungene dummheit sicher nicht braeuchten ...

    weil ich aber auch ganz gerne herzhaft ueber mich selber lache , frage ich mich, was alle die hochintelligenten und intellektuellen zeitleser und kommentatoren, gesellschaftskritiker und menschheitsretter eigentlich mit ihrer noblen intelligenz und den moeglicherweise 148 PS ihres rauchenden colts von einem hirn so tun - beruflich meine ich - auf dass die anderen alle so dumm bleiben muessen , dass sie sogar auf eine tiefkühltruhe der marker bohlen oder klum heraunfallen muessen?

    salben die sich alle honorablement den kopf mit edlem rausch von akademischer gelehrseamkeit und intellektueller selbstbespiegelung? selbsfriedigen die sich wohlmoeglich im messen der abstaende zum naechtduemmeren im rahmen eines überinterpretierten kleinen einmaleins von eigener provenance?

    wahrnschuesse moegen ok sein - gerade satirische und ironische, aber die folgen des eigene handelns nicht zu erkennen und die konsumenten des eignen hinschwangeren und arroganten outputs in den dreck zu ziehen einerseits, oder andererseits den elend gequaelten nicht mit kompetenz zur seite zu stehen, sondern sie in der unfreiwilligen opferrolle zu verlachen als seinen sie insassen einer legebaterie kurz vor dem schlachttag, hinterlaesst auch einen leicht bitteren nachgeschmack rund um die aufblitzenden goldinlays der noch so amuesierten intelligenzbestien.

    sprechblasenbesstückte einfalstpinsel und bauernschlaue IQtest betrueger sagen an dieser stelle gerne: erkenne dich selbst und streite mit den starken ehe du die schwachen auslachst.

    • 25.03.2010 um 02.12 Uhr
    • j-ap
    3. Über sich selbst zu lachen, lieber iDog,

    ist einer sehr charmante und, lassen Sie's mich sagen: weise Tugend, der ich sehr viel abgewinnen kann und sie auch häufig nutze.

    Daneben tritt noch das Eingeständnis, daß man selbst eigentlich das dümmste anzunehmende Postulat im eigenen Leben ist — davor schrecken viele zurück, dabei ist dieses Geständnis alles andere als schlimm, denn es eröffnet die produktive Perspektive darauf, daß man es im Laufe seiner Daseinsspanne auf Erden dahin bringen kann, dieses Leben wenigstens ein bißchen klüger zu beenden als man es begann.

    Ich kann nur für mich sprechen, aber ich entdecke jeden Tag aufs Neue, wie dumm ich eigentlich bin. Da man allerdings zum Erkennen der jüngsten Untiefen eigener Dummheit stets ein bißchen mehr Wissen und Fertigkeit benötigt als bei der letzten Selbstdiagnose, bin ich jemand, der sich jeden einzelnen Tag darauf freut, wie anders dumm er heute wieder sein wird.

    • 25.03.2010 um 02.54 Uhr
    • GeorgT
    4. An anderer Stelle schrieb ich

    kuerzlich diesen Kommentar:

    Daher mache ich es mir mit Ihnen leicht (copy&paste)

    "Mit der Wissensakkumulation ist es aehnlich wie mit der Kapitalakkumulation. Den Akkumulatoren waechst nicht nur Macht zu, sondern auch ein besonderes Mass an Verantwortung.

    Wenn eine Minderheit einer ueberwaeltigenden Mehrheit nicht mehr erklaeren kann, was sie treibt, dann ist das in einer demokratisch verfassten Gesellschaft ein Problem.
    Und zwar ein Problem der Minderheit. Denn sie verlangt der Mehrheit Glauben und Vertrauen ab. Wenn das entaeuscht oder missbraucht wird, dann passiert das, was wir zur Zeit beobachten.
    Wenn sie was zum Guten veraendern wollen, dann muessen Sie die Menschen dort abholen wo sie sind. Anders geht es nicht. Und der offene oder unterschwellige Vorwurf der Dummheit hilft nicht weiter. Wir koennen unser Wissen,
    Halbwissen und unsere Lebenserfahrung "standesgerecht" in elitaeren Diskutierclubs eitel austauschen. Nichts waere erreicht, aus eine Befriedigung unserer Eitelkeiten.
    Mein Appell daher, vergessen sie die Eitelkeiten, ueberlegen sie, was sie wirklich erreichen wollen und auch was sie realistischerweise erreichen koennen. Bringen sie Geduld und Zeit mit und gehen sie auf die Menschen zu. Regen sie wohlwollend zum Nachdenken an. Geben sie freundliche Hinweise. Seien sie emphatisch. Versuchen sie sich in den Diskussionspartner rein zu versetzen.
    Denn es ist wirklich hoechste Zeit fuer eine Renaissance der Aufklaerung."

    Sapere Aude!

    Georg Trappe

    • 25.03.2010 um 09.41 Uhr
    • hardob
    5. Ich habe große Mühe,

    Ihrem Artikel zu folgen. Sie schildern die Wohltaten der Dummheit und behaupten, dass nur noch eine passende politische Partei fehle. Es mag sein, dass _eine_ Partei, die alle Dummheiten bei sich aufsammeln würde, noch nicht vorhanden ist. Allerdings scheint es mir doch so, dass im Querschnitt der Parteien die Dummheit gut aufgehoben ist und dort durchaus ihre Sprachröhrer hat. Auch dass Sie die Dummheit als Eigenschaft prekärer Lebensverhältnisse verorten, kann ich nicht so recht glauben. Führt nicht auch Dummheit geradewegs zu wahrlich paradiesischen Lebensverhältnissen im immerwährenden Reichtum und ist der "Ballermann" nicht eine Oase intellektuelle Redlichkeit, wenn man ihn mit den verschiedenen Talkshows vergleicht, für die sie zum Spätprogramm öffentlich rechtlicher Fernsehanstalten vorschlafen wollen. Sie sehen, ich stehe da wie der berühmte Ochs vorm Scheunentor mit offenem Maul und kann nicht ganz begreifen, wohin Sie womit wollen bzw. das, was Sie mir geschrieben haben. Vielen Dank, auch für Ihre Aufmerksamkeit.

  2. 6. Danke an @alle

    Selten war ich mit allen Kommentaren bis dato so sehr einverstanden.
    Die Autorin beschreibt in Ihrem Beitrag auf zynisch unterhaltsame Weise die Problematik unserer modernen Zeit - der Gleichgültigkeit des Menschen gegenüber sich selbst, seiner Entfremdung bzw. Degradierung als Konsument anstatt als selbstbestimmtes Individuum. Wir sind immer selber schuld, nicht der Staat, Herrschaft oder die freiheitliche Demokratie macht uns zu Sklaven und Konformisten, denn es gibt ja kreative Individuen, die ihre Talente sinnvoll benutzen und ein authentisches "gutes" Leben führen.
    Der gesamten (pol.ökon.geist.) Elite muss negativ angerechnet werden, dass so bestürzend viele Menschen in einem "Ballermann-Bohlen-RTV" - Lebensstil exzellieren.

    Wie @GeorgT sehr richtig anmerkt, versäumt diese Minderheit, der Mehrheit die erwähnten Perspektiven und Werte/Normen vorzuleben und auszutragen. Gerade weil die (kreative) Elite Veränderung von Werte, Wahrheiten und Normen bewirken können ist es Zeit für eine Rennaissance der Aufklärung". Chapeau für jedes Ihrer Worte!

    Momentan wird die "dumme" Masse von "dummen" Medien auf ihrem Niveau berieselt und und solange eine handlungsschwache Eite dem Wachstum dieses (dummen)freien Marktes keine Grenzen setzt, besteht die Gefahr, dass er unsere Gesellschaft stets mehr domniniert.
    @J-AP damit meine ich nicht, dass eine Gesellschaft jedem Individu eine allgemein gültige Moral auferlegt.

    Ihren Beitrag empfinde ich als ernstzunehmende Kulturkritk @jennifer_nathalie auch als wechselseitige Anklage.

    Gut geschrieben! Gern mehr davon.
    Freundlichen Gruß

    • 25.03.2010 um 15.31 Uhr
    • GEBE
    7. Verehrte jennifer_nathalie,

    meine Anerkennung!

    In wunderbarer Weise haben Sie die Etablierung der neuen Mitte beschrieben.

    Und ich gestehe, ich bin darum eine extremistische Randfigur.

  3. 8. @ Nom de Net vielen lieben

    @ Nom de Net

    vielen lieben Dank für Ihre Wort, selten ein sprachlich so gut ausgefeiltes Kompliment vor Augen gehabt!
    Die Münchener Mundart haben sie sehr treffend umschrieben – dabei kam mir gleich der Gedanke, dass ich die auf dem Oktoberfest beheimatete internationale Blödheit völlig vergessen habe – Stichwort: „Oans, Zwoa, X(!)uffa!“

    @GeorgT

    Sie schrieben: „Wenn sie was zum Guten veraendern wollen, dann muessen Sie die Menschen dort abholen wo sie sind. Anders geht es nicht. Und der offene oder unterschwellige Vorwurf der Dummheit hilft nicht weiter.“ –
    - der letzte Punkt bzgl. des Vorwurfs bezieht sich natürlich auf meinen Text. Verständlich, und auch ich weiß, dass ein reines Lächerlich-Machen bzw. unterschwellige Kritik nicht der Weisheit letzter Schluss ist, wenn man wirklich dagegen vorgehen will. Der Vorschlag, dass die sogenannte geistige Elite in der Pflicht, klingt zwar schön und gut, aber ich kann mir das in der Praxis nicht so recht vorstellen. Leider. Wie bitte soll man denn Menschen bekehren, die bereits in ein solches Millieu reingeboren werden und von klein auf nie mit Kultur u.ä. in Berührung gekommen sind? Da sind ja selbst die Lehrer machtlos.

    @Stellmann

    Ihre Beobachtung des Medienmarktes trifft den Nagel auf den Kopf. Das Problem mit den privaten Anbietern wurzelt letztlich darin, dass das Programm klar auf die Herstellung von Zuschauern abzielt, die wiederum an die Werbung verkauft werden. Mit anderen Worten: Mit dummen Zuschauern (die Masse) wird der größte Erlös erzielt. Das ganze hängt demnach leider nicht nur mit dem Menschen an sich, unserer Kultur o.ä. zusammen – sondern auch mit der Wirtschaft.
    Danke aber für das Lob mit der Kulturkritik.

    @GEBE

    Merci – extremistische Randgruppe klingt in diesem Kontext nahezu schon dramatisch. ;-)

    • 25.03.2010 um 16.36 Uhr
    • outis
    9. Hä?

    Das ist mir zu hoch.

    • 25.03.2010 um 18.17 Uhr
    • iDog
    10. "Wie bitte soll man denn Menschen bekehr

    jennifer - sie tuen gerade so, als wuerden die menschen - dumme wie schlaue - nicht jeden lieben tag bekehrt - sie selbst natuerlich inklusive. diese art der taeglichen "bekehrung" zum vollpfosten der nation lassen sich freilich nicht alle gefallen - es gibt einen resistenten kern von ( terroristischen?) dissidenten, die auf ihr eignes denken bestehen - ich will sie jetzt nicht mit namen langweilen, es sind meist schriftsteller , philosophen, soziologen, ethnologen, oekonomen , medientheoretiker , professoren auch an deutschen unis etc. denen das establishment natürlich gemaess seiner eigenen roadmap keinerlei beachtung zu schenken gewillt ist. aber immerhin : diese menschen stellen sich der verantwortung ihrer kompetenz sogar wenn sie so gut wie nichts ausrichten koennen.

    sie allerdings scheinen nicht bereit zu sein verantwortlichkeiten innerhalb einer gesellschaft zu erkennen ! da fragt man sich dann zu recht, wo faengt die dummheit wirklich an bzw. was ist eigentlich dummheit ?

    hier eine von vielen moeglichen antworten : dummheit ist die konsequenzen der eigenen fehler anderen anzulasten ...

    sie sehen wohin die reise geht.

    vor nicht mal 40 jahren gab es noch lehrmittelfreiheit, bildungsfreiheit, studienfreiheit. resultat: eine breite akademikerschicht mit technologischem know how, die noch heute der BRD zu einer besonderen stellung in der weltwirtschaft verhilft. aber lange kann es wohl nicht mehr dauern und der segen ist vorbei, denn alle subventionen zur lateralen bildung wurden schritt für schritt abgeschaft - und das in der reichsten region der welt - auf das sie verbloede! ich bin begeistert - sie auch? subventioniert werden heute ganz andere bereiche ...

    diese maßnahmen sind selbstverstaendlich alle von einer bildungselite vorgenommen worden und ich nenne das prozedere hier mal absichtsvolle bildungsverknappung. wem soll die denn wohl zugute kommen ?

    1 x dürfen sie raten - aber nicht oefter.

    aber ich gebe ihnen einen hinweiss : denken sie mal über proprietaeres wissen nach und in wie weit eine gesellschafts- und wirtschaftshierarchie, die sich auf rechtstitel dieser art stuetzt wohl zum bildungsprojekt einer denkbaren "aufklaerung" stehen mag, oder gar zu freiem zugang und zur freine nutzung von wissen.

    .... und dann warte ich auf einen aehnlich witzigen artikel von ihnen über die führungselite unsere verdummten nation, die diesen ganzen bockmist erst eingerührt hat, über den sie sich hier oben anbiedernderweise so ausgelassen lustig zu machen meinen. in wahrheit schreiben sie aber ueber ein trauerspiel - nur es scheint ihnen nicht bewust zu sein , wie mir ihre "danksagungen" hier verraten.

    achtung ! die dummheit ist also schon wesentlich weiter in ihrem vormarsch, als sie es sich traeumen liessen. sie hat sogar bereits die kritiker der dummheit selbst erreicht, und das will ja was heissen, oder? mission accomplished moechte man meinen.

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