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Alternativlos dumm

Allmählich wird's interessant in der Europäischen Union. Denn nur weil jeden Tag ein anderer Politiker vor die Mikrophone der Journalisten hechtet um zu beteuern, WIE wichtig die Erhaltung des Status Quo sei, so bedeutet dies ja nicht automatisch,  dass der Status Quo gut ist.
Denn dass dieser europäische Währungsverbund von Anfang an im Kern elementare Fehler aufweist ist bekannt. Es gibt nämlich einen sehr engen Korridor ökonomischer Kenngrößen, innerhalb dessen sich die Ökonomien ALLER Mitglieder bewegen müssen, damit dieser Euro-Schabernack auch richtig funktionieren kann.
Driften die Mitglieder himsichtlich einiger ökonomischen Kenngrößen signifikant auseinander, kann es dann schon mal brenzlich werden - für den gesamten Euro-Verbund.
 In dem Vertrag von Maastricht wurden einige dieser Kenngrößen explizit benannt, mit Grenzwerten versehen und der Umgang mit Verstössen gegen die Einhaltung dieser Messgrößen festgelegt.  Es wäre nach 2001 Aufgabe der Politik gewesen weitere, für die Stabilität des Euro-Verbundes zusätzlich zu berücksichtigende,  Messgrößen herauszuarbeiten und, analog Maastricht, mit Grenzwerten, Maßnahmen und Automatismen zu versehen.
 Statt desse haben sich die Politiker Europas bereits vor einer Dekade entspannt zurückgelehnt und einfach gehofft, daß es so lange wie möglich gut geht und sie, wenn das Schlamassel eintritt, längst mit fetten Bezügen fern ihrer Ämter in irgendwelchen Aufsichtsräten weilen.
Was die Burschen jetzt versuchen ist, die Hausaufgaven der vergangenen 10 Jahre innerhalb eines Jahres nachzuholen. Dass das wegen des zusätzlich erforderlichen Abstimmungsbedarfs zwischen den beteiligten Euro-Ländern zeitlich nicht funktionieren kann liegt nahe. Und nun versuchen alle Politiker verzweifelt den Eindruck beim Bürger zu erwecken sie verstünden etwas von  Eurokrise und Staatsbankrotten und hätten alles im Griff. 
Weit gefehlt! 
Denn jemand, der Sachverhalte durch- und überschaut wird immer MINDESTENS zwei Szenarien bzw. Lösungsalternativen parat haben, die Implikationen jeder einzelnen Alternative analysiert haben und am Ende beide gegeneinander abgewogen haben. Er wird sich dann hinstellen und wird sagen:  "Es gibt in dieser Situation so und soviele  Möglichleiten. Möglichkeit 1 ist so teuer und hat die und die Konsequenzen. Möglichkeit 2 kostet soundsoviel und zieht folgendes nach sich. Möglichleit 3 .... etc. So, und nun entscheidet euch! "
Was mich zu einer,  bei faulen Kids in letzter Zeit ungemein beliebten Umschreibung für "Ich war zu faul und eindeutig auch nicht clever genug, um über Alternativen nachzudenken. Das war mir viel zu anstrengend,  jetzt auch noch über unterschiedliche Möglichkeiten nachzudenken und den ganzen Kram dann auch noch durchzurechnen wegen der Konsequenzen und so..." bringt. Wenn die nämlich keinen Bock haben, dann ist es in letzter Zeit immer häufiger "ALTERNATIVLOS", z.B. im Schwimmbad abzuhängen statt zuhause zu lernen. Oder zu Mc Donalds zu gehen statt bei der Oma gesunde Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Hausaufgaben nicht zu machen ist plötzlich sowas von alternativlos, dass du als Lehrer nur noch fassungslos vor deiner Klasse stehst und umsere, in der Regel vierfach zugeknöpfte, Staatsraatsvorsitzende und ihren  Gollum kräftig verfluchst, derweil du zum 100.000 Mal vergeblich versuchst denen den Unterschied zwischen Faulheit und Alternativlosigkeit zu erklären. Denn leider haben die Kids recht: es gibt IMMER eine Alternative. Und wer die nicht in Erwägung zieht ist schlichtweg faul. Oder doof. Oder beides.

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