Die deutschen Goldreserven
Ein Thema über das von offizieller Seite nicht gern geredet wird. Die wenigsten Menschen wissen, dass Deutschland nach den USA die zweitgrößten Goldreserven der Welt besitzt.
Gemäß der Angaben des World Gold Councils (http://www.gold.org) sind nach den Erhebungen vom Juni 2009 die Goldreserven der Welt wie folgt verteilt (Angaben in Tonnen):
1.Vereinigte Staaten___8.133,5
2.Deutschland________3.412,6
3.IWF_______________3.217,3
4.Italien_____________2.451,8
5.Frankreich__________2.450,7
6.China______________1.054,0
7.Schweiz____________1.040,1
8.Japan________________765,2
9.Niederlande___________612,5
10.Russland____________536,9
11.EZB________________501,4
Der Wert der deutschen Goldreserven beträgt zur Zeit 100.556.500.000 US$
oder 70.761.609.050 €.
Wo ist das Gold?
Es befindet sich nicht in Deutschland, wo man es vielleicht vermuten würde. Der größte Teil ist eingelagert in der Federal Reserve Bank in New York, in einem Tresor in Manhattan, 25 Meter unter der Erde, der zweitgrößte Teil liegt bei der Bank of England in London und der drittgrößte Teil liegt bei der Banque de France in Paris. Nur der kleinste Teil ist in Deutschland selbst eingelagert. Genaue Angaben über die in Deutschland eingelagerte Goldmenge sind ein Geheimnis der Bundesbank. Nach Angaben des STERN befinden sich etwa 2% der Reserven in Frankfurt und eine etwas größere Menge in Mainz. Interessant in diesem Zusammenhang ist der Umstand, dass das amerikanische Schatzamt (US-Treasury) seit mehr als fünfzig Jahren keine unabhängige Prüfung der in den USA eingelagerten Goldbestände mehr zulässt. Wäre der Tresor zwischenzeitlich leer, würde es keiner mitbekommen.
Der veritable Goldschatz der Deutschen ist laut offiziellen Verlautbarungen eine Folge der außenwirtschaftlichen Überschüsse der 50er und 60er Jahre, die dazu geführt hätten, dass Deutschland die Goldreserven anderer Länder übertragen wurden. Eine Art Gegenfinanzierung der Überschüsse in der Leistungsbilanz. Wegen der hohen Kosten für den Transport und der Unterhaltung von sicheren Tresoren hat die Bundesbank es bisher abgelehnt, das Gold nach Deutschland zurückzuholen. Die Bundesbank könne aber jederzeit ohne Einschränkungen über die Reserven an den relevanten Goldhandelsplätzen verfügen. Das Gold sei ohnehin mystifiziert und die Vorräte dienen lediglich als Sicherung gegen starke Dollarschwankungen. Verluste bei den Dollarbeständen werden durch Gewinne bei den Goldbeständen kompensiert. Soweit die offizielle Version.
Die Realität sieht so aus, dass Deutschland nicht einmal darüber nachdenken darf, die Goldreserven aus den USA zurückzuholen. Allenfalls kleine Mengen und dann unter einem Vorwand, alles andere würde als Misstrauensbekundung aufgefasst. Bundesbankpräsident Blessing hatte der USA gegen Ende der 60er Jahre wegen der ausstehenden Finanzierung der in Deutschland stationierten amerikanischen Truppen zugesichert, dass das deutsche Gold solange in den USA bliebe, solange die USA in Deutschland militärische Stützpunkte unterhalte. Der Schluss liegt nahe, dass das genauso für die in Deutschland stationierten britischen und französischen Truppen gegolten hat. Bis 1998 wurde "Gold" noch als Aktiva in der Bilanz der Bundesbank geführt. Seit 1999 handelt es sich um "Gold und Goldforderungen" - und niemand hat es mitbekommen, dass es sich hierbei um grundsätzlich verschiedene Dinge handelt. Es werden zwei völlig unterschiedliche Positionen miteinander vermengt. Gold, das man besitzt, ist nun mal nicht identisch mit Gold, welches man an Geschäftsbanken ausgeliehen hat. Denn wie das Leben spielt - manchmal bekommt man das verliehene Gold auch nicht zurück. Dies ist vor einigen Jahren den Notenbanken Portugals und Polens widerfahren, als die US-Bank Drexel in den Bankrott ging.
Es könnte sein, dass die Bundesbank mit der veränderten Bilanzierungsmethode des Goldes etwas verbergen will. Zum einen werden auf diese Weise die Höhe der Ausleihungen verschleiert, zum anderen der Zeitpunkt. Wäre beides bekannt, ließe dies Rückschlüsse auf die Geschäftspraktiken der Bundesbank zu - beispielsweise, ob sich die Bundesbank an einem amerikanischen Komplott beteiligt hat, bei dem der Markt jahrelang mit Leihgold überschwemmt wurde, um den Goldpreis tief zu halten.
Obwohl die wichtigsten Währungen heutzutage nicht mehr durch Gold gedeckt sind, ist das Edelmetall immer noch ein Garant für die finanzielle Solidität eines Landes. So ist es nur folgerichtig, dass die Bundesbank als Bank des Bundes und der Länder auch heute noch den Verkauf des Goldes zur Entlastung des Bundeshaushaltes der Regierung ablehnt, da es sich um Volksvermögen handelt.
Könnte es sein, dass sich die an unsere Bündnispartner ausgelagerten deutschen Goldreserven auch aus wirtschaftlichen Erwägungen motivationsfördernd auf unsere militärische Bündnistreue im Allgemeinen und in Krisengebieten im Speziellen auswirken?
Bestimmt nicht.
"Honi soit qui mal y pense" oder sinngemäß auf gut deutsch: " Ein Schelm der Böses dabei denkt."
Ist Ihnen bekannt Gero, dass die Bundesrepublik noch Reparationen für den 1.Weltkrieg zahlt - auch motivationsfördernd?
Mich hat es jedenfalls fast umgehauen!
"Ich habe keine Angst vor der globalen Erwärmung, aber vor der globalen Verblödung!" (Lisa Fitz - bayr. Kabarettistin)
Also zu den Reperationszahlungen?
Alternativ schick ich das nämlich ins Reich der Legenden!
Da kann man die ganze Welt mit Goldzähnen versorgen...
Der Verkauf der Goldreserven ist unnötig. Wenn die Regierung Geld braucht soll sie es sich da holen wo es ist und wo es nicht gebraucht wird. Geld haben wir genug. Eine weitere Erhöhung der Geldmenge ist nicht unbedingt sinnvoll - ausser vielleicht in den den Geldbörsen der Hartzempfänger.
Die ganze Diskussion könnte man sich ersparen wenn man allen ein garantiertes Einkommen geben würde, das zu einem guten Leben reicht. Da wären wir alle unserer Geldsorgen ledig.
Es geht nicht um die Geldmenge sondern um die Reorganisation der Realwirtschaft (Vernetzung, Marktbereinigung) und um eine rationale Arbeitsorganisation (Arbeitszeit und Lohnhöhe).
Hallo Herr Steiner!
Daß die Bundesbank ihr Gold beim großen Bruder abdrücken mußte, ist richtig, hat aber weniger damit zu tun, um die ihrer Barschaft Erleichterten besser bei der Stange halten zu können. Dazu ist Gold als Zahlungsmittel zu unbedeutend, man muß allerdings sagen: gemacht worden. Dadurch, daß der Goldstandard auf allen Ebenen wegfiel (zuletzt bei den Sonderziehungsrechten des IWF), ist es als Zahlungsmittel de facto unwichtig geworden. Leider.
Daß Gold allerdings nach wie vor eine fundamental wichtige Rolle im Weltfinanzgefüge besitzt, zeigt sich daran, daß der Goldpreis zu den wichtigsten weltweiten Notierungen schlechthin zählt—gerade deshalb ist die Manipulation des Goldpreises für die Zentralbanken auch von Bedeutung. Wenn Sie sich mal ansehen, was passiert, wenn der Goldpreis knapp über den magischen 1000 USD/oz. notiert, dann wissen Sie, wem die Stunde geschlagen hat.
Der Goldpreis an sich ist ein wichtiger Indikator für die Inflationserwartungen (der reale, sprich industrielle Bedarf ist verschwindend gering und macht nach diversen Schätzungen allenfalls 5% des Umsatzes aus, der Rest ist pures Sentiment) und egal wie sehr sich offizielle Notenbanker immer wieder bemühen, nach Kräften seine Bedeutung herunterzuspielen, er bleibt es auch.
Die zweite und fast noch wichtigere Bedeutung des Goldpreises (und auch des Silberpreises, der wird immer gerne vergessen, aber Silber ist am Markt nichts anderes als der »Hebel« für den Goldpreis) ist seine Funktion als Nervositätsindikator: Wenn irgendwo von der berühmten 'Flucht in die sicheren Häfen' die Rede ist, dann ist neben Staatsanleihen und Schweizer Franken das Gold mit von der Partie, deshalb ist es auch bei sämtlichen großen Handelsmodellen der Banken im Programm.
Die offizielle Sprachregelung der Finanz ist gemeinhin, den Goldpreis als eine Marotte abzutun, als ein lästiges Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, denen allenfalls noch ein paar unverbesserliche Romantiker etwas abgewinnen können.
Bliebe dann natürlich weiterzufragen, weshalb die Notenbanken bis heute ihre Goldreserven so eifersüchtig unter Verschluß halten, wenn es doch angeblich so unwichtig sein soll.
Gold war seit jeher ein Zahlungsmittel, schon der Codex Hammurapi, das älteste schriftlich überlieferte Gesetz der Menschheit, schrieb peinlich genau vor, wer wann wie Münzen aus Gold schlagen durfte, daß man Gold noch vor allen anderen Werten pfänden solle usw. Wenn Sie heute eine antike römische Goldmünze finden, dann könnten Sie die glatt einschmelzen und damit noch heute, nach 2000 Jahren, etwas bezahlen. Solange Menschen irgendwo bezahlen, wird Gold nicht wegzudenken sein, das beweisen kurioserweise Micropayment-Anbieter wie E-Gold, bei denen man internationalen Zahlungsverkehr ausschließlich auf Goldbasis abwickeln kann.
Wie die USA an ihre sagenumwobenen Goldreserven gelangten ist ja eine veritable Kriminalgeschichte, die ich an der Stelle nicht noch einmal zum besten geben will, es kann ja jeder selbst nachlesen sofern Bedarf besteht.
Daß die Goldbestände der Bundesbank (und nicht nur deren) zum größten Teil in der New Yorker FED liegen, stimmt auch. Man kann sie da übrigens besichtigen, ich hatte schon einmal die Ehre.
Reparationszahlungen I.WK? Die sind doch vom Adolf gecancelt worden, oder?
"Am Golde hängt zum Golde drängt doch alles."
Johann Wolfgang von Goethe
Faust
Der Tragödie Erster Theil
Reparationszahlungen sind die Strafe für die Verlierer von Kriegen. Dafür dass sie so schwach waren müssen sie auch noch mehr arbeiten. So funktioniert die Welt des Militärs.
lieber Steiner, für die spannende Info, die jedenfalls mir ganz blitzneu war. (Das möchte auch in die Richtung der cool-überinformierten Zustimmung anmerken, die Sie bei den zweifellos über bessere Infoquellen als ich verfügenden Mitdebattanten ernten.)
Mich hat das glatt aus den Puschen gehauen, was Sie da schreiben.
Ist das wahr?
Nun ist ja die Behauptung eines erstaunlichen Phänomens, das lehren uns die UFOs, die Kreise in britischen Kornfeldern und dgl.m., eine Sache, der Nachweis ist eine ganz andere. Sie beziehen sich da ausschließlich auf den Stern. Gab es da, sternseitig meine ich, in grauer Vorzeit nicht mal so eine Geschichte mit gewissen Tagebüchern? Mir war so. Na gut, wir alle lernen, mag sein, daß man auch sternseitig gelernt hat. Aber um das Erstaunliche, das hier niemanden zu verwundern scheint (außer mir, wie gesagt), möchte ich die Nachfrage oben nach Ihren Quellen doch noch einmal stellen, denn wenn das stimmen würde, was Sie da sagen, fiele da nicht auf die Bundesregierung, was die kürzlichen Leihgaben an gewisse - selbstverständlich auf recht tragische Weise! - in Not geratene Bank- und Wirtschaftsunternehmen ein vollkomen anderes Licht?
Fragt, wie immer freundlich,
montaigne
Im Vertrag von Versailles wurden keine genaue Reparationsforderung festgelegt. Dies geschah erst später durch eine Kommission, die den Betrag auf 1.000 Milliarden Reichsmark festlegte. Bis 1924 folgten noch 25 weitere Konferenzen zur Reparationsfrage.
Zum Schluss wurde im Rahmen des Dawes-Plans die Summe auf jährlich 2,5 Mrd. Goldmark festgesetzt. Ein Ende der Zahlungen war nicht vorgesehen. Das Young-Abkommen senkte den Betrag 1929 auf jährlich 2 Mrd. Goldmark, zahlbar in Devisen bis 1988, wurde 1931 durch das Hoover Moratorium aufgehoben und im Juli 1932 in der Konferenz von Lausanne aufgehoben. Obwohl nie ratifiziert, trat der Vertrag faktisch doch in Kraft. Die Reparationsleistungen für den ersten Weltkrieg wurden dann auf insgesamt 3 Mrd. Reichsmark festgelegt, und waren von Gesamtdeutschland zu tragen.
Während die Sowjetunion ihre Reparationsforderungen in der SBZ und später in der DDR durch Demontage beglich, wurden die westdeutschen Kriegsschulden mit geliehenem Geld bezahlt, also in handelbare Wertpapiere umgewandelt.
Die Bundesrepublik Deutschland hatte entgegen des Londoner Schuldenabkommens von 1953 die Schulden aus den Auslandsanleihen des ehemaligen Deutschen Reiches und des früheren Freistaates Preußen bis zur Wiedervereinigung von 1990 nicht vollständig bedient.
Die Abkoppelung der ostdeutschen Vermögen von den Vereinbarungen wurde im Londoner Schuldenabkommen bei den Reichsschulden seinerzeit so berücksichtigt, dass die Ablösung von rückständigen Zinsen aus dem Gebiet der ehemaligen DDR, einer sogenannten „Schattenquote“, erst nach einer Wiedervereinigung vorzunehmen sei.
Diese Schattenquote bezeichnete man im Rahmen der Währungsreform von 1948 als „schwebende Ansprüche“. Konkret wurden die Schattenquotenansprüche verbrieft, und zwar durch Schattenquoten-Bezugsrechte zur Ablösung von rückständigen Zinsen aus dem Zeitraum von 1945 bis 1952.
Die Bundesregierung hat mit der Einheit Deutschlands am 3. Oktober 1990 die im Londoner Schuldenabkommen in Artikel 25 (a) genannte Voraussetzung für die Bedienung der Schattenquote aus Auslandsanleihen des ehemaligen Deutschen Reiches als erfüllt angesehen.
Die verbrieften Bezugsrechte werden seit 1991 in 3% Fundierungsschuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland in fünfzehn Tranchen noch bis 2010 umgetauscht.
Für die Berechnung der Fundierungswerte findet sich Informationsmaterial im Bezugsangebot der Deutschen Bundesbank von 1991 und in den Bekanntmachungen der Bundesschuldenverwaltung von 1990, 1991, 1992 und 1999. Weitere Informationen finden Sie hier.
Das Alles sind Folgen des ersten Weltkriegs.
Die finanziellen Folgen des zweiten Weltkrieges kennt noch niemand genau. Sollten wir uns darum wundern, dass es nach dem zweiten Weltkrieg immer noch keinen Friedensvertrag gibt?
Das hat einen guten Grund, denn Reparationen dürfen nach dem Völkerrecht erst nach einem Friedensschluß festgelegt werden. Die Zahlungen, die Deutschland dem Grunde nach schon im Potsdamer Abkommen vom Februar 1945 auferlegt wurden - bis 1954 immerhin 57 Mrd. Mark - waren deshalb von der Sache her völkerrechtswidrig.
Ein jetzt abgeschlossener Friedensvertrag würde dazu führen, dass weitere Milliarden an die ehemaligen Siegermächte gezahlt werden müssten und niemand kann vorhersagen, ob die bereits gezahlten Entschädigungen dabei angerechnet würden oder nicht.
Immerhin wäre das Gold dann schon dort, wo es ohnehin mal hinkommt. Bei genauer Betrachtung ist das womöglich der Grund, warum Artikel 146 GG. bislang nicht umgesetzt wurde. Es ist jener Artikel, wonach das Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, seine Gültigkeit an dem Tage verliert, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.
Der Friede sei mit uns?
Eigentlich reicht der Waffenstillstand.
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