Leserartikel-Blog

Geld und Handel.

Wenn man sich die Kommentare im Zusammenhang mit dem Geldsystem durchliest, hat man den Eindruck, das viele dieses noch nicht begriffen haben. Daher noch einmal vier Links, in denen die wichtigsten Zusammenhänge beschrieben werden.

http://www.zeit.de/2010/2...

http://www.global-change-...

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Nachdem sie sich mit den Links beschäftigt haben, sollten Sie alle dahinter gekommen sein, das alles Geld dieser Welt als Kredit existiert, kurz Kreditgeld genannt. Die Frage die zu klären ist: Mit welchen veränderungen in der Realwirtschaft ist zu rechnen, wenn das Kreditgeld ersetzt wird durch die Ausweitung der Geldsumme, durch Geld ohne Kreditanhang, kurz Vollgeld genannt?

Zuerst aber noch einige Anmerkungen zum Kreditgeld.

Der Staat stellt der Realwirtschaft Geld zur Verfügung, beim EURO erfüllt diese Aufgabe die EZB. Da dieses Geld nur als Kredit existiert, fallen dafür Gebühren, genauer Zinsen an, unabhängig davon, ob es sich um Bargeld und sonstige bargeldlose Einlagen handelt. Auch das Sparen von Geld kostet daher Geld, dabei spielt es keine rolle, ob es sich um Bargeld unterm Kopfkissen, oder dem Guthaben auf dem Konto handelt.

Wenn ein Privatmann eine Staatsanleihe zeichnet beträgt seine Eigenkapitalquote 100%, macht dies eine Bank, so beträgt ihre Eigenkapitalquote, zumindest bei Europäischen Staatsanleihen 0%, dies ist gesetzlich erlaubt. Die Bank kann daher, Theoretisch unendlich, Staatsschulden finanzieren, das wäre dann in etwa, das Japanische Modell.

So Unglaublich das ist, beide Vorgänge weiten die Geldsumme aus, sofern die Kredite nicht zur rückzahlung von Krediten benutzt werden, somit fallen wieder staatliche Gebühren / Zinsen an. Alle einzelheiten dazu, sind zu Verstehen, wenn Sie die links aufmerksam gelesen haben, gilt auch für das nachfolgende.

Wie wird man Reich? Wobei wir uns nicht mit dem Reichwerden aufgrund aussergewöhnlicher Fähigkeiten oder dem berümten Lottogewinn beschäftigen. Immer reicher wird der jeweilige Mensch, wenn das Einkommen größer ist, als der individuelle Verbrauch! Richtig Reich werden geht anders.

Wer sich mit Bilanzen von Aktiengesellschaften beschäftigt wird festellen, das sich die Eigenkapitalquote, fast jedes Jahr, in der Höhe verändert. Daher sind Eigenkapitalrenditen von 25% mit Vorsicht zu geniessen, sie sagen wenig darüber aus, ob Sie eine gute Aktie gekauft haben. Gleiches gilt für Umsatzrendite oder Gewinn je Mitarbeiter.

Eine gute Geschäftsidee, mit unterstützung von Investoren / Bankkrediten, eine Firma aufbauen. Wenn dann die Firma Gewinne erwirtschaftet, welche höher sind als die Kosten für die in anspruch genommenen Kredite, steht der Expansion der Firma mit hilfe weiterer Kreditaufnahme nichts mehr im Wege, bis die Marktsättigung erreicht ist. Als grobe Faustregel für diese vorgehensweise gilt, das die Bruttorendite 8 - 10% höher sein sollte als der in Anspruch genommene Unternehmenskredit, bei aufkaufen eines Konkurrenten kann die Rendite niedriger sein.

Das waren jetzt die Betriebswirtschaftlich gesunden Zahlen. Andere Käufer gehen ein größeres Risiko ein, mit den bekannten negativen Auswirkungen für die Mitarbeiter. Gesunde Zahlen sind nicht alles, wie das Beispiel Adolf Merckle zeigte. Fast ungebremst auf Wachstum setzen, Wirtschaftseinbruch durch die Finanzkrise 2008, und dann noch eine Fehlspekulation mit VW - Aktien und schon ist ein Lebenswert zerstört.

Andere Anleger ziehen mehr Gewinn aus ihren Firmen, und wachsen dadurch langsamer. Im Falle einer Firmenpleite können sie im Laufe der Zeit, aufgrund des gewachsenen Vermögens, welches auch durch weitere Erträge wächst, immer wieder von neuem das Spiel beginnen.

Aufgrund der Höhe von Zinsen bei den Firmenkrediten kann davon ausgegangen werden, das die meisten Firmen in Deutschland, zweistellige Bruttorenditen erwirtschaften, wobei die laufenden Betriebskosten, diese nicht schmälern. Dabei gibt es auch Firmen die mit wenig Kredit arbeiten und andere, die aufgrund marktbeherschender Stellung noch höhere Renditen erwirtschaften.

Gewinne und Zinserträge landen auf Privatkonten, und die Summen die hier gemeint sind, gehen weit über die Befriedigung der Bedürfnisse dieser Menschen hinaus.

Dieses Kreditgeld sucht Anlagemöglichkeiten.

Gewinne von Unternehmen landen auf Privatkonten. Nein, diese werden nicht als Kaufkraftunterstützung bei Lohnempfängern angelegt. Damit kommt es bei Lohnempfängern zu einer schleichenden Kaufkraftminderung. Diese schleichende Kaufkraftminderung wird durch Zuschüsse des Staates bei den Sozialversicherungsleistungen / Kindergeld / Rentenzuschüsse und anderen, teilweise aufgehoben. Genauer: Die schleichende größer werdende Armut von Lohnempfängern und Rentnern wird nur verlangsamt, aber nicht dauerhaft verhindert.

Solange unser Geldsystem mit Kreditgeld arbeitet sind diese Probleme nicht lösbar. Was würde sich ändern, wenn das Kreditgeld durch Vollgeld ersetzt wird, womit ist zu rechnen?

Jedem Menschen in Deutschland, jeden Monat über einen längeren Zeitraum, 50 EURO als Vollgeld geben. Dann hat ein Junggeselle 50 Euro, eine Familie mit zwei Kindern 200 Euro, Familien mit sechs Kindern unter 400 EURO zusätzliche Kaufkraft zur Verfügung.

Diese zusätzliche Kaufkraft wird zum Teil, von versuchten und erfolgreichen Preiserhöhungen seitens der Industrie und anderen, abgeschöpft werden. Da Preiserhöhungen auswirkungen auf die Gesamte, zur Verfügung stehende Kaufkraft eines Haushalts haben, dürfte ein Junggeselle kaum etwas von seinen 50 EURO zusätzlicher Kaufkraft haben. Selbiges gilt für alle Menschen, deren Einkommen höher ist, als für die Befriedigung der persönlichen Bedürfnisse benötigt wird.

Betrachten sie die zusätzliche Kaufkraft für die Bürger als korrektiv für überzogene Gewinnerlöse seitens der Industrie.
Ausserdem halte ich es für den Besten gangbaren Weg, im laufe der Zeit, Kreditgeld durch Vollgeld zu ersetzen.

Zusätzliche Kaufkraft bewirkt zusätzliche Nachfrage. Es ist darauf zu achten, das der zusätzlichen Nachfrage ein ausreichendes Warenangebot gegenübersteht, sonst besteht die Gefahr, das die Inflation zu stark ansteigt.

Dauerhafte zusätzliche Nachfrage sollte bei der Angebotsseite vermehrte Investitionsanstrengungen bewirken, um die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen. Dies wird dann die Arbeitslosigkeit insgesamt verringern.

Der Staat als solches partizipiert davon, durch steigende Steuereinnahmen und entlastung bei den Zuschüssen für die Sozialversicherungssysteme. Insgesamt sollte dann die Reale möglichkeit vorhanden sein, die Staatsschulden zurückzufahren.

Zwar werden auch bei diesem vorgeschlagenen Lösungsweg, die Reichen immer reicher, durch die verringerung der Staatsschulden die Anlagemöglichkeiten eingeschränkt.

Renditen auf Schuldtitel werden sinken, Aktienkurse dementsprechend ansteigen, insgesamt aber die Anlageerlöse zurückgehen. Der Druck für sehr reiche Menschen zunehmen, neue Konkurenzunternehmen zu Gründen, um noch reicher zu werden.

Banken werden im Laufe der Zeit immer weniger Kreditsummen zu vergeben haben, und damit auf natürlichem Weg ihre Systemrelevanz verlieren. Wenn sich dann noch die Politik dazu aufraffen kann, die Versicherungspapiere der Banken (Hiermit meine ich die Zertifikate.) auf nur Volkwirtschaftlich nützliche Papiere zu beschränken, dann verbleibt das Risiko beim Anleger, und wird sich Disziplinierend auf das Anlageverhalten auswirken. Nachteil für alle Kunden, die allgemeinen Gebühren werden steigen.

Kleines Resümee:

Kreditgeld ist nicht die Lösung, sondern das Problem. Bei Vollgeld können die Reichen immer reicher werden, ohne grosse negative Auswirkungen für den Wirtschaftskreislauf. Da die Reichen ihr Geld nicht vernünftig ausgeben können, Renditeerlöse insgesamt sinken werden, genügt für das Entfernen des Vollgeldes aus dem Geldkreislauf eine Erbschaftssteuer in voller Höhe von 25% bei 50 Millionen EURO. Eine Vermögenssteuer ist nicht notwendig. Reichwerden ist gleichbedeutend mit Kaufkraftverlusten an anderer Stelle. Diese Verluste werden durch einbringen von Vollgeld als Zahlung an die Bürger verringert, im optimalen Verlauf auf null gebracht. Die Reichen haben Zeit genug ihre Erbschaftssteuer zu erwirtschaften, brauchen dann aber keine Angst mehr zu haben, das Staaten pleite gehen. Beim volk kann, richtig angewendet, durch Zahlung von Vollgeld die Armut verhindert werden. Auch alle weiteren, hier nicht angesprochenen Probleme sind dann Lösbar.

Was fehlt kann ergänzt werden. Was Ihrer Meinung nach falsch ist, Diskutiert werden.

Wenn die Armut auf diesem Planeten weiter zunehmen soll, dies hat die Politik zu verantworten!

Ich habe erstmal Fertig.