Vorsicht wortwörtlich
Vorsicht wortwörtlich
Was man hier nicht mehr lesen wird, in Zukunft auch nicht mehr finden kann (in Auswahl):
Die ZEIT-Online besitzt doch tatsächlich die Frechheit, meine Bemühungen um etwas Qualität, um ein wenig Substanz auf der Webseite, einfach so in den ewigen Ein- und Durchlauf zu kippen, anstatt mir endlich meine Artikel so zu redigieren, dass sie sofort, aber bestimmt am nächsten Tag, von Herrn Blau beglaubigt, auf der ersten Seite eingestellt werden. - Das ist einfach unverschämt, das ist nicht einfach zu verstehen! Nein, nein, nein!
Anstatt meine Artikel und Kommentare nach mehr als drei Jahren mühsamer Beteiligung endlich druckfertig zu machen und publikationswürdig zu gestalten, ich verlange mehrere Grafiker, Bildmaterial und natürlich eine eigene Schrift, sowie ein persönliches 24-Stunden- Lektorat und eine suffiziente Endredaktion, schließlich habe ich mir meine Papierzuteilung und einen ordentlichen Bucheinband längst redlich verdient;
anstatt mir dazu eine regelmäßig gedruckte Kolumne, mindestens im Joschka Fischer- Format und mehrere Lichtbilder à la Martenstein zur Verfügung zu stellen, ich fotografiere mich doch nicht freiwillig viermal selbst,-Wo bleibt, bitteschön, die Maske und das Exklusivinterview?-, muss ich mir hochbezahlten Beiträge, weitgehend aus der hohlen Hand geschrieben, durchlesen, ansehen und anhören und finde dafür meine selbstrefenziellen Artikel nicht mehr wieder, die Höhepunkte meiner geistigen Existenz, weil sie einfach nicht mehr paginiert neu verlinkt wurden. - Tränen laufen mir, angesichts so wild entschlossener, versteinter Widerständigkeit der Redaktion. Sogar der Himmel empörte sich heut´ und wurde ganz rot gegen Nord und Ost.
Ich muss mir den gespielt verknappten Raum, -wo doch Alles heute verspielt und üppig ist ist-, auch noch mit Leuten teilen, die für ihre Egomeldungen Gehalt und das nicht zu knapp, beziehen und jede Woche Meinungen ohne sachliche Rücksicherung absondern.
Und wehe, sie werden in diesem Tun gestört, dann schreiben sie nur noch über die Proles und Schmierfinken im Web. Dann sind die „Täter“ in den Foren nur eine einzige endlose, pauschal abgekanzelnde Antwort wert, die zur sozialen Abschottung ausreicht und die fehlende Satisfaktionsfähigkeit der kleinen und kleinsten Foristenlichter nach Möglichkeit in jedem zweiten F.A.Q. der Chefredaktion nachweist.
Nein, da stimmt etwas nicht, im Medien- und Bildungswesen, auf dem "ZEIT-Campus online", der wohl bald eher Consulting-, Marketing- und MBA- Getränkemarkt genannt werden sollte. - Aber wehe, das fällt Lesern auf! Dann sind sie Nestbeschmutzer, missbrauchen das Gastrecht und sind ganz sicher nicht einer einzigen, schlüssigen Antwort würdig.
Ein kleines Fazit von Links zu Links:
Artikel:
06.11.2007 – 19:56
"Einstürzende neue Bauten - Wenn das 20. Jahrhundert bröckelt"
Was mit der Architektur-Moderne landesweit passiert, weil kaum noch ein professioneller Journalist seinen Lesern einigermaßen genaue Architekturbetrachtungen anbieten will.
Klar, es gibt Ausnahmen, auch in der ZEIT/ZEIT-Online. Die schreiben aber lieber hochgestochen zu Stella, dem Kleinunternehmer der Schlossaufbauten zu Berlin und fleißigen Lieferanten strenger Pfeilerordnungen.
Sie schreiben lieber über Sir, ist er schon Lord, Norman Foster oder huldigen der schieren Größe gekachelter, mit "Metzgermarmor" ausgekleideter Flughafenhallen. Besprechen teilverglaste Bahnhöfen mit Gründerzeit- Applikation im Tiefgeschoss und schreiben über Mammut-Stadtviertel gegen die selbst der Alp "Germanias" verblasst. Sie schreiben lieber über ihre Begegnung mit den zweit- und drittwichtigsten Architekten der Welt (GM&P, geheimes Motto „mehr Masse“ und "Otto finden wir gut!")
Hier, im neuen Design, fehlt schon der Anhang und das Layout des Artikels zeigt, wie ich mich weiter entwickelte, mit den neuen Möglichkeiten. Vergleichen Sie bitte mit den jüngeren Beiträgen!
13.11.2007 – 00:38
"Wie der Qualitätsjournalismus uns die Zunge zeigt und wir es uns gefallen lassen"
Vorahnungen und die Art und Weise der Generierung von Häppchen. Jedem nach seinem Geschmack. Die Änderungen an der „Community“ verstärken also nur einen Trend.
"Ganz normale Mörder, andere ganz normale Massenmörder und ganz andere Mörder"
Von Colón 30.11.2007, 04.28 Uhr
Einmal abgesehen von den Layout- Problemen, sie wurden durch die Portierung noch verschlimmert, wo bitteschön, finden Sie, verehrtes Publikum, einen umfassenderen Artikel, der zwischen Nazi-Mördern und dem Mord als Alltagsphänomen unter Menschen besser unterscheidet und gleich noch eine Ladung Lektüretipps mit Erklärungen einbaut?
"Höherer Stuss"
Von Colón 15.05.2008, 14.47 Uhr
Eine Realsatire. Die SZ-Online vom Tage, gebastelt aus Headlines und Teasern. Qualität sieht eben anders aus. Dazu muss man aber auch für die Titelleiste etwas hergeben können, nämlich Platz.
14.08.2008 – 19:40
"August 14 und der Murti-Bingismus"
Warum also das Marketing-Deutsch und die wirtschaftsgleiche Außendarstellung der Qualitätspresse, „Wir bemühen uns stets,....“, „Wie wir aus Contentanalysen und vielfachen Feedbacks wissen,....“, doch sehr nahe an den Murtibingismus heran reicht und warum man zwei, eher vergessene, Autoren wieder lesen sollte.
Allerdings ist dieser kurze Artikel so dümmlich banal ausgefallen, dass er in Zukunft nur noch schneller im Durchlauf entsorgt gehörte, entstünde er in ähnlicher Form erneut. Dafür bin ich den Herrn auf dem „Blauen Sofa“, -Frauen schaffen es übrigens bei der ZEIT/ZEIT-Online nur mit An-Strenge auf dieses Sitzkissen, oder, aus historisch bedingten Zufälligkeiten des Lebens (Lesen Sie die Geschichte der Gräfin Dönhoff), äußerst dankbar.
"Sprachkunst?-H.U.Wehler über Kurt Beck"
Von Colón 26.08.2008, 14.18 Uhr
Wie auch wir von Geistesgrößen und auf Qualitätsniveau mit Verbalinjurien zugemüllt werden.
Ich wählte als Beispiel die FAZ. Man kann ja nicht immer seinen „Gastgeber“ angehen, der ähnliches von Lafontaine, über Putin, bis zu Obama, im Überblickszeitraum mehrfach versuchte.
Übrigens ist hier, bei der Portierung ins Endlosblog, das Gedichtchen um seine Zeilen gebracht worden.
28.08.2008 – 02:53
"Waldschlössschen sind überall"
Tja. Hier ein kleiner Blick auf die Urgründe des Planungsrechts, der kommunalen ratsherrlichen Hoheit und der Praxis im Lande der Dichter und Denker. Die Posse liefert heute, ganz aktuell, die Diskussion um Stellas Berliner Schlossbau.
Ähnliche Verfahren wählen aber mittlerweile auch FU-Unipräsidenten zu Berlin, wenn Ihnen z.B. ein begutachteter und vorgeschlagener Bewerber für die Juniorprofessur wegen vermeintlicher Linkslastigkeit nicht gefällt. Dann zimmern sie flugs einige weitere Gutachten nach ihrem Gusto oder lassen ihn an selbsterwählten Altersgrenzen scheitern. Nur sie selbst sind sich persönlich nicht zu schaden, beständig als "Exzellenz und Magnifizienz in Person", aufgemandelt, anzutreten. Bildungsmanager, die sich als „Mandarine“ vorstellen, aber selbst in ihrem Fachgebiet längst keine sind.
"Eine Wahl haben - Hope of deliverance"
Von Colón 06.11.2008, 22.57 Uhr
Genau darum geht es auch bei einem Presseorgan mit Qualitätsanspruch, nicht nur Vielfalt am Markt, sondern auch medienintern, so lautet das Schibboleth, sonst kann man sich ja gleich als Anzeigenblatt der INSM oder des Herrn Professor Lenzen aus Berlin (Campus) oder als Schleichwerber für Edelautos outen. Da gelten dann auch andere Spielregeln und Gesetze. - Man muss die Wahl haben und wenn man keine hat, dann geht man, heißt es aber heute.
Früher war eben Feindesliebe, gemildert Anerkennung der Kritik, des Kritikers, Anerkennung durch Platz und Raum für das Konträre, eine publizistische Tugend, heute ist Härte, mit warmer Stimme vorgetragen, tonangebend.
" [...]"
Von Colón 21.11.2008, 14.46 Uhr
zu: Josef Joffe, "Stalin am Main", DIE ZEIT, 48, 20.11.2008
Hier schlug, mit Recht, die publizistische Verantwortung ein einziges Mal zu und löschte meinen Titel. So, ganz leer wirkt er aber weiter, denn die Überschriften zu den Freundlichkeiten Herrn Joffes stehen natürlich in Selbstauspreisungszirkeln ganz weit oben.
"Die Feuilleton-Society rückt zusammen"
Von Colón 22.02.2009, 18.47 Uhr
Kurz und knapp steht da, wie das Geschäft heute läuft. Man trifft sich.
"Kainsmale der Verblödung und brauchbare Gegenmittel"
Von Colón 27.04.2009, 10.34 Uhr
Das schrieb ich, vorsichtig und in der Annahme die Online-ZEIT erkenne zumindest eine Chance an, zu meinem damaligen Besuch in Berlin, nicht ohne Weiterungen zu dem, was ja immer weiter hier geschrieben wird! Heute ginge das auch schon in der Form, so nicht mehr.
13.05.2009 – 15:20
"Der Mensch, erster und letzter Bastler"
Warum nur an Webauftritten jahrelang basteln, wenn das doch an Genen sehr viel besser geht?
"Milch ist gut gegen Maroditis"
Von Colón 15.06.2009, 23.49 Uhr
Alles was Sie über Milch wissen sollten und Weiterführung.
Fast Alles haltbar, weit über das Ende von 1999 hinaus.
08.07.2009 – 19:25
"Immer im Dienst- Helmut Schmidts Bilanzbuch"
Mein Dank an den „Helmut“ (Stellen Sie sich den einmal in Jarmuschs Taxi vor, als "Helmet") und eine implizite Aufforderung, Rezensionen nicht mit einem dauerabgefilmten Bruderkuss für liebe Dutzfreunde zu verwechseln. Das hat sich aber auf den „blauen Feuilleton-Sofas“ der schreibenden und dahin TVenden Medienwelt, in den letzten Jahren als unausrottbare Marotte schwer eingebürgert, selbst nach Abzug der Rauchkringel.
Noch einige Beiträge aus dem Kommentarbereich, die sicherlich auch nicht belegen, dass ich sechzig Journalisten den Job wegnehmen möchte, aber auch, dass das nicht Alles zum Besten steht, im Gewerbe mit der öffentlichen Meinung :
"Schrecklich komisch"
Herr di Lorenzo versteht den Spaß und findet ihn nicht komisch. Recht hat er. Aber eigentlich und endlich fällt genau das den Herausgebern und Chefs großer Zeitungen immer kurz vor Wahlen ein und meis [weiter … ]
"Hinter dem Horizont geht es weiter...."
Ein Gutachten oder den Expertenrat auf die eigenen Fragen zu suchen, ja, das kann man immer machen. Es ist sogar klug! Noch besser, man stellt die Fragen an zwei (oder mehr) unabhängige, ausgewiesene [weiter … ]
18.08.2009 - 05:48
Sie merken gleich, wenn Sie auf den Link klicken, es geht nicht gleich weiter. Dazu müssen Sie nach unten scrollen. In einem Kommentar, länglich, viel zu lang für moderne Zeiten, wurden die verschiedenen Anlageformen der Derivatehändler beschrieben und dazu noch der Hintergrund zu einem verdächtig fleißigen, parlamentarischen Staatsekretär öffentlich gemacht. Die Qualitätspresse ist bemüht, um solche Feinheiten eher einen Bogen zu machen und liefert dafür lieber affirmative Meinungen zum Kapitalismus aus dem Feuilleton.
Ich bin mir übrigens fast sicher, dass, forderte man die Reste des eigenen ZEIT-Profils ein: „Wo kann ich sie herunter laden?“, erheblicher Schwund ein zu kalkulieren wäre.
"Altbekannte Interpretationsmuster"
http://community.zeit.de/...
Tatsächlich haben Publizistikwissenschaftler nach dem Kriege mehrfach den Versuch gestartet, in der Presse und im TV eine insgeheime, persönliche Linksorientierung der Mehrheit der Mitarbeiter zu diag [weiter … ]
16.08.2009 – 20:15
Hier können Sie auf Ihre Kosten kommen, wenn Sie sich über das mediale Politiker -Bashing einige tiefere Gedanken machen wollen. Sogar weitere Literatur wird empfohlen.
"Jäger sind keine Förster"
Bravo und vielen Dank Frau Lütge! Jäger sind keine Förster, auch wenn Förster manchmal zur Waldpflege auf die Jagd gehen. Internationale Grossbanken und Investmentgesellschaften betrachten langfristi [weiter … ]
05.09.2005 - 12:11
Lob an eine tapfere Schreiberin der ZEIT.
"Kleine, aber wichtige Ungereimtheiten"
Lieber Herr Bender, Sie schreiben auf dem "Mini-Campus" des studentischen Korps träfen sich heute pragmatisch geprägte und praktisch veranlagte Studenten jeder Couleur und redeten miteinander, ja, [weiter … ]
08.08.2009 - 23:23
Auch hier geht es nicht zu meinem Kommentar, der dem doch allzu affirmativen Artikel mit fiktiven Dialogen auch noch nachweisen konnte, dass Mediziner kein Bachelor-Examen ablegen, auch wenn sie sich in wörtlicher Rede, dazu bekennen. Scrollen Sie.
Zum Ende:
Anstatt endlich der freiwillig schreibenden und unabhängigen "Community" die Chance zu geben, ihre Qualität weiter zu entwickeln, dazu bräuchte es Profis, Redaktion und Dirigat, entschließt sich ZEIT-Online, den Publikumsbereich auf Applaus und Buh-Ruf nach dem Konzert, sprich nach dem Artikel, weitgehend zu reduzieren und traut sich nicht, dafür die wahren Gründe zu nennen.
Man war einfach zu faul, die Qualität im Forum zu pflegen und lies Herrn Kuhn und neuerdings Herrn Altun, sich abstrampeln. Sie haben ihre harte Arbeit immer höchst professionell auf sich genommen. Aber das große Lob gehört auf ein anderes Blatt. Werbern und Geschäftsführern war das Marketing neben eine "Community" zu riskant.
Ich könnte das fortsetzen, aber es lohnt nicht mehr. Die Entscheidungen liegen bei der Redaktion und das ist auch gut so, und nicht bei schon länger nachdenklichen und dazu auch ganz ehrlich und offen mit der Redaktion redenden Foristen.- Und schließlich gilt im ganzen Lande das Verlegerprivileg. Wer zahlt, der schafft an. Dabei will ich in Zukunft nicht mehr stören und mich in die Sterbephasen der Frau Kübler -Ross, aus professionellen Gründen würde ich ja widersprechen, fügen.
Grüße
Christoph Leusch
PS: Alles muss händisch gesucht werden. Ihr, liebe Leser, müsst euch selbst den Weg suchen. Ich vermisse HAGEGO ( http://community.zeit.de/... ), der mindestens einmal pro Woche meine Stimmung, auch in den letzten von Gerüchten durchzogenen Monaten, aufhellen konnte. Ich vermisse so viele andere widersprüchliche, aber schöne Beiträge.
dieser Epilog war nach Ihrem Prolog vor einigen Tagen fast zu erwarten gewesen. Das Schlimmste haben Sie auf den Punkt gebracht, nämlich die Vokabel vom »Stören«: Ja, so kommt man sich hier neuerdings tatsächlich vor, im Eigensud-Rauschen der Granden nicht mehr willkommen, höchstens noch als Annex mit Kappungsgrenze (die liegt bei 1500) gelegentlich und notdürftig geduldet und ertragen.
Was soll man nun auf so einen Beitrag replizieren? Ein anscheind künftig hier explizit gewünschtes Sinnfragment à la »*****, Gruß«? So schallt's hier fortan wohl öfter, recht viel mehr dürfte nach der Ausweitung der Knappheitszone auch nicht mehr möglich sein. Es ist das Deprimierendste daran.
Gleichwohl, Herr Leusch, bin ich der Meinung, daß Sie sich auf Dauer andere Wege suchen werden. Ich weiß ja nicht, wieviele Lenze Sie schon auf Erden wandeln (und der Wille, es trotzdem und gegen jeden Widerstand zu versuchen, hat tatsächlich nicht wenig mit dem Alter zu tun), und ich weiß auch nicht, wie das aussehen wird. Aber ich gehe davon aus, daß Sie nach Art und Anlage gar nicht der Typ Mensch sind, der sich mit seinen Gedanken alleine zuhause einsperrt.
Ich schreibe das deshalb, weil es bei mir doch eben dasselbe ist: Jeder von uns zweien hat schon einen »Abschied« hinter sich incl. daran anknüpfendes Auferstehungswunder. Haben Sie's bemerkt? Ich wollte hier eigentlich nur zur Umgestaltung des ZEIT-ONLINE-Auftritts ein paar Worte machen, und schon bin ich wieder munter dabei, durch andere Debatten zu pflügen. Wenn ich nicht aufpasse, dann bin ich schneller wieder mitten im Betrieb, als mir lieb ist.
Machen wir uns nichts vor (und auch die Fähigkeit, sich nichts vor zu machen, hängt mit der Reife zusammen): Es gibt Menschen, die in ihrem Schneckenhaus mit sich und den Dingen, die sie umgeben, einfach zufrieden sind. Und es gibt Menschen, die—mal mehr, mal weniger—gar nicht anders können, als sich zu gewißen Dingen zu »verhalten« (um mal wieder ein Exempel aus dem Schröder-Deutsch zu bemühen), wenn sie sie lesen. Ich habe in Ihnen stets und in jeder Silbe dieselbe Motivbasis entdeckt wie an mir selbst, aller möglichen Unterschiede in der Sache zum Trotz. Sie können einfach nicht alles überlesen, nicht alles so stehen lassen, wenn Sie etwas lesen, und was soll ich sagen? Davon lebt eine Gesellschaft, Herr Leusch, selbst in ihren abgedunkeltsten Winkeln und ihren dünnsten Fasern.
Wir waren meist auf anderen Baustellen unterwegs (was haben Sie eigentlich immer mit dem Herrn Martenstein, Herr Leusch?), aber da, wo wir gemeinsam hellhörig wurden, ja selbst da, wo wir mal die Klingen kreuzten, war es stets mit Gewinn verbunden, der Sache nachzugehen. Erinnern Sie sich? Wir zwei haben ja noch diverse Diamantensplitter herumliegen, die wir bei Gelegenheit hätten einschleifen können: Die Börsenumsatzsteuer oder überhaupt die berühmte Kapitalismus-Diskussion (bei Martenstein waren Sie unterwegs, aber was ist mit dem Rest?), unsere Anmerkungen zum Historikerstreit und und und, zuletzt auch noch die nach wie vor ungeklärte Frage, ob wir es hier mit einem Presseorgan zu tun haben. Wissen Sie noch? Da wurde ja eine Frage/Antwort-Ecke in Aussicht gestellt.
Was haben Sie nun vor? Machen Sie einen eigenen Laden auf, vielleicht in Form eines eigenen Blogs? Ich hatte das ja auch mal im Sinn, aber um ehrlich zu sein bin ich dafür einfach zu blöd (abgesehen davon, daß auch mein Zeitbudget bestimmten Restriktionen unterliegt und es auch seine Vorteile hat, auf bereits vorhandener Reichweite aufzubauen). Ich würde Ihnen ja gerne meine externe Mail-Adresse zukommen lassen, weiß aber gar nicht, ob Sie das wollen (wie Sie sich ja bei solchen Dingen stets bedeckt hielten), da ich nicht der Ansicht bin, daß die Fühlung mit Ihnen, sollten Sie fürwahr von uns gehen, dauerhaft abreißen sollte.
Nun ist ja der Abschied, technisch-dürr betrachtet, immer eine einseitige, nicht zustimmungspflichtige Willenserklärung und kein Synallagma, Sie übertreten also keine Rechte von anderen, wenn Sie sich's anders üblerlegen—eine leiste Hoffnung, die ich mir gerne leiste.
Ansonsten: Machen Sie's gut!
Ihnen stets verbunden,
Josef Allensteyn-Puch
zahlt an und stottert ab, in Raten. Denn
http://www.youtube.com/wa...
Wenn ich aus dem Fenster blicke, sehe ich sich verfärbendes Laub, die ersten Blätter, Nüsse fallen.
Es ist ZEIT, Theo Sommer war sehr groß (im Metaphernlabyrinth),
der Schatten liegt auf der Sonnenuhr und die Winde auf den Fluren der Chefetage haben die Communityseite weggefegt.
Die Früchte der Vollendung des Neuauftritts ähneln denen im Supermarkt, groß, farbenprächtig und fade.
Die Community hat kein Haus mehr, baut sich keines mehr.
Werde ich woanders Briefe schreiben?
Mir gefällt's in den Alleen zu wandern, wenn die Blätter treiben.
Ich trinke keine Cola, mach dennoch eine Pause. Die werden andere füllen,
mit Wagnerklängen, altgermanischen Götterklimasagen, Quintessenzen ...
http://www.youtube.com/wa...
besonderen Dank dafür, dass Sie mit Ihren Links auch das Wiederlesen manch mittlerweile "Verschwundenen" Leserautors möglich gemacht haben - und das Wiederlesen manch "großer" Debatte.
MfG
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