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Wissen ist Macht - Nichtwissen Ohnmacht: Dümmer geht nicht

Erinnern Sie sich: Irgendwann haben Sie es wahrscheilich auch mal in Ihrer Schulzeit erlebt: Sie wussten etwas nicht, wurden abgewatscht und haben sich anschließend schlecht gefühlt. Das ist ein integraler Bestandteil unseres Bildungssystems: Wissen ist das erklärte Ziel, Nichtwissen die Lücke, die es möglichst schnell und nachhaltig zu schließen gilt.

Das war schon immer Blödsinn, aber insbesondere in unserer heutigen Zeit, in der selbst Experten auf Ihrem Fachgebiet kaum noch auf dem Laufenden bleiben können (sprechen Sie mal mit Fachärzten über dern WeiterbildungsPFLICHT!). Oder wollen Sie allen Ernstes behaupten, Sie wüssten alles? Hoffentlich nicht, ansonsten könnte man Sie problemlos in die nächste psychiatrische Anstalt einweisen.

Der idiotische Hype des Wissens zeigt sich auch in diversen Quizshows, die ihre Wurzel in wirklich wichtigen Büchern wie "Alles was Sie wissen müssen" zu haben scheinen. Mittlerweile haben diese Quizshows es indirekt über "Slumdog Millonaire" bis zum Oscar geschafft. Und sie heizen die Mär vom Wissen an und das es sich lohne, möglichst viel zu wissen.

Wer aber tiefer blickt, wird schnell feststellen, das Nichtwissen entgegen der kollektiven Desavouierung unserer Gesellschaft eben auch eine Ressource sein kann. Und nicht nur philosophisch (bitte, liebe Leser: Ersparen Sie mir den Hinweis auf Sokrates!!), sondern ganz handfest. Dazu können Sie gerne ein psychologisches Experiment nachlesen, das den Wert des Nichtwissens wunderbar illustriert:

http://www.psychophysik.c...

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Leser-Kommentare
  1. 1. guter Beitrag | ein paar Fragen

    Meine Frage wäre an welchem Punkt für Sie diese Theorie einsetzt? Wo hört denn ein minimales Grundwissen auf? Welches Wissen wird vorausgesetzt?

    Wer gibt denn vor was wichtig und was nicht? In einer Gesellschaft wenn man in dieser leben möchte, gibt diese es doch vor, egal ob in den Augen des Einen gut und den Augen des Anderen schlecht. Es macht mal wieder die Masse. Solange die Masse nicht umdenkt, wird das angesagt Wichtige, was es zu wissen gibt, nicht unbedingt sinnvoll sein.

    Nichtwissen mach in meinen Augen dann Sinn, wenn es um nicht-Eindeutiges geht. Ansonsten ist Wissen eine Bereicherung für jeden. Die Bereiche die jeder Einzelne mit seinem Wissen abdeckt, machen schliesslich auch die Spezialisierungen aus. Perfekt ist sicher niemand und das wird auch von niemandem verlangt.

    Verlangt werden sollte nur ein gewisses Grundwissen und für Spezialisten eben ein gewisses Grundfachwissen.

    • 30.05.2009 um 16.47 Uhr
    • opina
    3. Sicherlich ist Wissen Macht

    wenn es das Wissen um die Dinge ist ...

    Das Millionärs-Faktenwissen aber sichert die Millionen
    und stärkt rasant das Selbstbewusstsein ;-)

    • 30.05.2009 um 18.59 Uhr
    • Katana
    4. Sie reden entweder an ihrem eigenen Them

    Oder wissen selber wohl nicht , woraus ihr Thema eigentlich besteht .

    Im Text reden sie über Wissen in Form von Bildung , Geschwindigkeit wird nur allgemein am Rande erwähnt , ihr verlinktes Beispiel hat aber mit der Thematik Wissen nichts zu tun , sondern rein mit mehr oder weniger schneller Auffassungsgabe oder der Suggestion eben diese zu haben .

    Da geht es um Geschwindigkeit und das diese eben nicht immer gut und notwendig sein muss, als Anhaltspunkt wird die künstlerische Tätigkeit genannt , soweit so gut .Nur was bitte hat dies mit einem vorhandenen Wissensstand in Form von Bildung oder Weiterbildung zu tun ??

    Natürlich gibt es für gewisse Dinge den passenden Spruch ," man muss nicht alles wissen , nur wo es geschrieben steht .
    Ihr Beispiel war aber der Arzt und nun stellen sie sich mal vor , der Gute operiert gerade und kommt in die Verlegenheit mal kurz was nachschlagen zu müssen , weil er nicht auf dem neuesten Stand ist ,das wäre wohl außer peinlich auch ziemlich gefährlich .

    Ebenso wenn ich ein ganz normales Gespräch mit Bekannten führe , beispielsweise über ein geschichtliches Thema , wer da nix weiß , kann auch nicht mitreden , Punkt und aus .
    Sowas kann auch eine ziemlich blöde Erfahrung sein .

    Mir scheint , es gibt da so langsam eine Tendenz die in den USA schon fast eine Modeerscheinung ist , nämlich dumm im Sinne von nicht Wissen zu sein und das auch noch toll zu finden .
    Da darf einen dann auch nicht wundern wenn religiöse Fanatiker wieder ein wachsendes Publikum vorfinden .

    Ich halte solche Thesen nicht nur für Unsinn sondern auch für gefährlich , auch und gerade in Bezug auf unsere Demokratie , Unwissende sind potentielle Opfer von politischen Scharlatanen und laufen allzu schnell kleingeistigen Parolen hinterher .

    Demokratie lebt auch gerade von einem hohem Allgemeinwissensstand , er verhindert das sich eine Mehrklassengesellschaft zu sehr ausprägt , sowas hatten wir Jahrhunderte lang .

    Bei den Quizsendungen im Fernsehen handelt es sich nicht um echtes Wissen , sondern um die Beantwortung einzelner Fragen , das bedingt aber nicht zwingend sich mit den einzelnen Gebieten vertiefend zu befassen und da schätze ich mal wollen sie ansetzen , was auch nicht falsch ist .

    Es gibt heute viel zu viel Oberflächlichkeit von Menschen , die durch grobes durchblättern einer THematik plötzlich zu Experten mutieren , das wirkliche vertiefende Wissen kommt nicht von heute auf morgen .
    Trotzdem ist es fatal deswegen zu meinen , Nichtwissen wäre generell eine Tugend .

    MfG Katana

  2. 5. Gründlich lesen ist auch eine Tugend

    Hallo liebes Pseudonym Katana (oder ist das Ihr offizieller Vorname?),

    Sie schreiben unter anderem:

    "Trotzdem ist es fatal deswegen zu meinen , Nichtwissen wäre generell eine Tugend"

    Ich geben Ihnen vollkommen Recht - alleine: Wo, bitte schön, habe ich das denn geschrieben? Ich geb Ihnen einen Tipp: Sie werden mir diese Behauptung an keiner Stelle belegen können.

    "Es gibt heute viel zu viel Oberflächlichkeit von Menschen , die durch grobes durchblättern einer THematik plötzlich zu Experten mutieren , das wirkliche vertiefende Wissen kommt nicht von heute auf morgen ."

    Wunderbar. Da bin ich ganz bei Ihnen. Vielleicht beruhigt es Sie ja, dass ich nebenberuflich aus vollkommen freien Stücken unbezahlt zum Thema "Professionelle Intuition" meine empirische Promotion durchgeführt habe. Und nun seit 10 Jahren mit diesen Themen beschäftigt bin. Schauen Sie doch mal hier:

    http://www.a-zeuch.de/sch...

    Ansonsten blasen sie ins selbe Horn wie die Masse auch: Wissen ist gut, Nichtwissen ist eher dumm. Vielleicht sollten wir erst mal gründlicher differenzieren, was es überhaupt für Wissensformen gibt: Wir können ja erst mal grob zwischen deklarativem und prozessualen Wissen unterscheiden, dann zwischen expliztem und implizitem. Das wäre ja schon mal was.

    Wir leben schließlich in einer Wissensgesellschaft, die permanent den Wert des Wissens betont. Das finden sie dann auch wieder in Konzepten wie

    Wissensmanagement
    Wissenskapital
    Wissensarbeit
    Wissensbilanz
    etc.

    Wo wird denn da Nichtwissen thematisiert? Wir reden hier über eine unhintergehbare Kehrseite.

    Außerdem wird es Zeit, darüber nachzudenken, dass uns Expertise auch etwas kostet. Nämlich den frischen unverstellten Blick des Anfängers. Das heißt nicht, dass ich die Expertise abschaffen will. Aber ich plädiere nach jahrelanger und gründlicher Überlegung für die "offene Expertise": Die Expertise weiter vertiefen und respektieren und gleichzeitig in der Lage sein, jederzeit auf ein Problem mit Anfängeraugen zu schauen. Wenn Sie darüber mal nachdenken wollen empfehle ich Ihnen folgendes

    http://www.a-zeuch.de/sch...

    Mit besten Grüßen
    Andreas Zeuch

    dr. andreas zeuch
    intuition & nichtwissen im management

    homepage: http://www.a-zeuch.de
    podcast "abenteuer intuition": http://www.dasabenteuerle...
    integral.blog: http://www.psychophysik.c...

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