OFFENER BRIEF AN GERHARD SCHRÖDER
Isernhagen, den 4. Februar 2010
Lieber Gerhard,
nun ist es schon fast sechs Jahre her, dass ich die Projektskizze „Ein Haus für Europa“ an den Vorstand der SPD geschickt habe. Vieles konnte ich nur in ersten Ansätzen darstellen, und auch jetzt ist noch alles im Wachsen und Werden.
Aber heute dachte ich, ich führe mal eine Art Update der Sache durch, so wie man das anständigerweise im Zeitalter des Computers zu tun hat.
Meine Gedanken zur Funktion des Projekts findest Du in meinem Text „Quo vadis, SPD?“ unter
http://community.zeit.de/user/amelizieseniß/beitrag/2010/01/07/das-ringen-um-die-spd-abrechnung-mit-der-ära-schröder
Ich habe versucht, wann immer ich Zeit und Ruhe dafür hatte, an den Produktideen für „Ein Haus für Europa“ weiterzuarbeiten. Ich möchte Dir hiermit meine diesbezüglichen Unterlagen übersenden. Das tue ich, weil Du für mich immer der mit Abstand fähigste Politiker warst, den unsere gemeinsame Lieblingspartei zu bieten hat. Vielleicht kannst Du was tun, damit das Projekt Wirklichkeit wird.
Nun zum „Update“:
Da ist zum einen das Kinderbuch „Die kleinste Schule der Welt“. Für die zweite Auflage habe ich ein Titelbild angefertigt und zwölf Zeichnungen, zu jedem Kapitel eines, die ich Dir hiermit im Original anfüge. Sie sind durchnummeriert. Ferner erhältst Du das von mir leicht überarbeitete Originalmanuskript auf CD.
Auch mit der „Kasperkiste“ ist es weitergegangen. Mir war dieser Buchenholzstil mit gezinkten Eckverbindungen und Edelöllasur einfach nicht kindgerecht genug. Ich habe das Ding jetzt neu designt, schön leuchtend Maigrün in handfester Kistenoptik mit echten Kistenbeschlägen. Ich füge Dir den neuen Entwurf mit Konstruktionszeichnung und Holzliste bei. Du kannst also sofort loslegen und einen Prototyp bauen ;-)
Was die Spielfiguren anbelangt, habe ich gedacht, dass man zusätzlich zu den 7 „Kultfiguren“ aus der „kleinsten Schule der Welt“ die klassischen Kasperlefiguren mit ins Programm aufnehmen könnte. Ich finde die Handpuppen, die man allgemein für´s Kasperletheater angeboten bekommt, in sich zu bunt. Es wär schon eine Marktlücke, mehr Ton-in-Ton gehaltene Puppen anzubieten. Da habe ich auch schon Entwürfe gemacht, aber bis ich die Prototypen fertig habe, wird noch einige Zeit vergehen.
Richtig gut vorangegangen ist es in den letzten Jahren mit der Tischtheateridee, die ich ja nur ganz kurz anreiße in meiner Ideenskizze. Da habe ich sehr viel Zeit investiert, diverse Prototypen, viele Bühnenbildentwürfe und auch sonst ne Menge Gedankenarbeit reingesteckt. Ich habe jetzt den baureifen Entwurf und das erste wirklich gelungene Bühnenbild fertig (Original anbei). Das klingt vielleicht nach wenig, ist aber tatsächlich der Durchbruch dahingehend, dass die Tischtheater in Kürze in Serie hergestellt werden können. Es folgen also demnächst Prototyp sowie die Bühnenbilder und Spielfiguren im Original.
Als „Nebenprodukt“ ist bei der ganzen Überlegerei noch ein Schattentischtheater herausgekommen, das steckt aber noch im Entwicklungsstadium.
Ein weiteres „Nebenprodukt“ ist die Kasperkistenuhr, eine Idee von Greta, die ich weiterentwickelt habe. Stell Dir einfach die Kasperkiste im Din-A-4-Format vor, das Bühnenbild eine schöne bäuerliche Landschaft, darauf in Weiß ein Ziffernblatt, also eine Uhr. Links im Vordergrund wird eine Dübelstange angebracht, auf der ein Kasperle als Fingerpüppchen untergebracht wird, hinter der Vorwand versteckt ruht eine Spieluhr, das Band wird durch ein Loch im Boden des Kästchen geführt, mein Vorschlag für die Melodie: „Freude, schöner Götterfunken…“. Nach oben ist das Kästchen offen, sodass sich auch noch ein durch einen Glaszylinder geschütztes Teelicht unterbringen lässt. Das Ganze wird an die Wand im Kinderzimmer gehängt und schon ist das Kinder-zu-Bett-bringen gerettet: Kasperle erzählt noch nen Joke, dann wird die Spieluhr aufgezogen und das liebe Kind kann beim trauten Schein des Teelichts sanft entschlummern. Außerdem weiß es immer, wie spät es ist (falls noch was Interessantes im Fernsehen kommt). Prototyp folgt in Kürze.
Ja, und die Idee mit der Family at Work Homepage, du weißt schon, all das, was unsere Familienministerin versäumt…
Ja, nun hast Du also auch einen Sohn. Du hast bestimmt riesig darüber gefreut. Ich erinnere mich, wie sehr ich mich vor 16 Jahren über mein Söhnchen gefreut habe. Und weißt Du was, ich schick Dir als Anregung einfach mal ein typisches Kinderbild rüber, so wie ich das immer mit meinen Kindern gemalt habe, als sie klein waren. Am besten mit Wachsmalstiften und immer munter drauf los! Ich habe auch noch einen kleinen Papierhupschrauber für Euch gebastelt, einfach nachzubauen, nur die Geräusche musst Du noch selbst kreieren (kein Problem bei der Stimmlage).
Denn es ist gerade für Söhne wichtig, dass Väter mit ihnen was zusammen machen, und es muss ja nicht immer nur Fußballspielen, Kissenschlacht oder Wohnungverwüsten beim Budenbau sein!
Last not least bekommst Du noch mein erstes Ölbild. Es ist Ende 2007 entstanden, während eines Malkurses, den ich zur Vorbereitung für die Bühnenbildmalerei absolviert hatte. Titel des Bildes: Morgenstimmung auf dem Kiekeberg.
Ja, was soll ich noch schreiben? Dass ich mich freuen würde, wenn mit der Produktion der genannten Entwürfe „Ein Haus für Europa“ finanziert werden könnte? Genau, das war´s, was ich sagen wollte.
Damit liebe Grüße und Glück und Gesundheit in 2010
Ameli
Den Gerhard Schröder als Außenminister, den habe ich noch im Kopf und der wahr ein angenehmer Mensch.
Der Gerhard Schröder, der Kanzler war, an den würde ich selbst kein Wort verschwenden.
Wie unterschiedlich menschen doch sein können.
Gruß
Orpheus
ich habe Dir vor sechs Jahren eine Jahrespackung Haartönung und das Manuskript für mein Buch, über das Sexualleben der nordfranzösischen Seegurke, geschickt.
Leider hast Du mir bis heute nicht geschrieben, ob es Dir gefallen hat.
Deshalb habe ich dieses Jahr ein neues Paket geschickt.
Da wir ja im Computerzeitalter leben, habe ich mein Geschenk dieses Jahr etwas modernisiert.
Wundere Dich also nicht über das Ticken!
Gerhard Schröder und Außenminister ?
Eigentlich wollte ich ein wenig zum nachdenken anstacheln.
Ja Gerhard Schröder war Außenminister von 1961-65, der namensgleiche zum ungetönten Kanzler, war allerdings Mitglied der CDU. Die Älteren unter uns, werden sich sicherlich noch an ihn erinnern. Es war die zeit des Schönen Mende von der FDP.
Schröder war der dritte Außenminister nach Adenauer und Heinrich von Brentano.
Adenauer ?
Ja Konrad war neben seinem Kanzleramt gleichzeitig auch Außenminister und zwar von 1951-55.
Helmut Schmidt schaffte es auch gleichzeitig beide Ämter für drei Wochen auszufüllen, aber nur weil die FDP aus der Regierung austrat.
Das mal alles so als Info.
Orpheus
... da er ja offensichtlich schon länger nicht richtig tickt, ist das ein wirklich sehr dienliches Geschenk!
:-)
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