Leserartikel-Blog

Duisburger Klientelpolitik

Was inzwischen über die Katastrophe von Duisburg bekannt geworden ist, lässt den Schluss zu, dass die Organisation und Finanzierung der Loveparade offensichtlich vor allem mit Kategorie "Klientelpolitik" erfasst werden muss.
Weit im Vorfeld der Parade verlangte der CDU-Bundestagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Mahlberg vom damaligen Innenminister der Regierung Rüttgers, Wolf (FDP) die Entfernung des Duisburger Polizeipräsidenten Cebin, welcher sich gegen die Durchführung einer Loveparade in Duisburg gewandt hatte:
"Der Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium Duisburg zu wagen", schrieb Mahlberg." (SPIEGELonline)
Mit dem "Eklat" ist die Gegnerschaft Cebins zu eine Loveparade in Duisburg gemeint.

Bekannt geworden ist inzwischen, wie der CDU-Oberbürgermeister Sauerland sämtliche Warnungen aus allen möglichen Behörden seiner Stadt in den Wind geschklagen hatte.
Es ging einzig und allein darum, Duisburg einen "Imagegewinn" zu verschaffen. Diesen Imagegewinn hat der McFit-Besitzer Schaller, der seit einigen Jahren mit seiner Firma Lopavent GmbH auch die Loveparade-Rechte besitzt, dem Oberbürgermeister und seienr Stadtregierung garantiert, wenn man ihm diue Durchführung nach seinen Bedingungen überlässt. Anders erklärt sich der monatelang durchgeführte Eiertanz um die Sicherheitsauflagen in den Dusiburger Behörden nicht erklären.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Herr Schaller für die Durchführung seiner Loveparade eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, welche gerade mal 7,5 Millionen Euro Schadenssumme umfasst. Und das bei von ihm noch am Samstag verkündeten 1 Millioen Paradeteilnehmern!
Was kann man mit einer solchen Summe an Schäden decken?

Diese drei "Kleinigkeiten" zeigen meiner Ansicht nach deutlich, dass die ganze Geschichte im Vorfeld ihrer Durchführung bewusst blauäugig gehandhabt worden ist, und zwar im Interesse von Herrn Schaller. Einerseits ist er Besitzer der Lopavent GmbH, welche die Loveparade's im Ruhrgebiet seit drei Jahren durchführt. Anderseits geht aus eienr Liste der Sponsoren der Duisburger Loveparade hervor, dass Schaller, der Beistzer von McFit, mit eben der Firma McFit "Hauptsponsor" der Parade gewesen ist. Die von ihm als McFit-Besitzer eingesetzten Sponsorengelder zugunsten seiner anderen Firma Lopavent GmbH sind allerdings von höchst bescheidener Grössenordnug, misst man sie allein an den Sicherheits- und Reinigungskosten, welche ein solcher Event verursacht. Abgesehen davon, dass beide Firmen den glechen Besitzer haben, Gelder also quasi von der einen in die andere Hosentasche von Herrn Schaller vershcoben worden sind: Wer trägt nun die Kosten, die aus Haftpflichtgründen entstehen? Da wird es um viele Millionen Euro gehen, auch, weil die Angehörigen der Getöteten und die über 500 zum Teil sehr schwer verletzten Paradebesucher (von denen einige wohl dauernde körperliche Behinderungen davontragen dürften) Schadenersatz auf zivilrechtlichem Weg und völlig zu Recht einfordern werden.

Man geht nicht fdehl in der Annahme, dass die fehlenden Schuldeingeständnisse, vor allem Schallers und Sauerlands Behauptungen, die Toten seien wegen Stürzen von einer Treppe ums Leben gekommen, mit der Haftpflichtfrage eng verbunden sind. Schuld sollen die Getöteten selber sein. In Schallers Äusseurngen kommen jetzt Vorwürfe gegen die Polizei vor: Diese habe entgegen dem "Sicherheitskonzept" Schleusen geöffnet. Eine reine Schutzbehauptung, die angesichts der Situation, inzwischen in zahlreichen Filmen und durch die Ergebnisse der ärztlichen Todesursachenuntersuchungen eindeutig widerlegt, niemald haltbar sein wird.

Besonders widerlich ist die offensichtlich stattfiondende Kungelei zwischen Schaller und Sauerland. Die beiden Hauptprotagonisten der Duisburger Loveparade, welche im Vorfeld für diverse "Ausnahmeregelungen" gegenüber gesetzlich und durch Behördenregularien vorgeschriebene Vorschriften gesorgt haben - bis hin zur inzwischen auch ziemlich gut belegten Ausschaltung der Stadtverordnetenversammlung, aus deren Reihen kritische Anfragen stammten, welche der Oberbürgermeister nicht beantwortete oder damit konterkarrierte, dass er Stadträte, welche kritische Fragen stellten, der Lächerlichkeit preiszugeben versuchte.

Aus all diesen Fakten lässt sich ablesen, wie Klientelpolitik in die Katastrophe führt. Es ist durchaus feststellbar, dass in diesem Fall - mit über 20 Getöteten - Parteiinteressen der Duisburger CDU (Namen: Oberbürgermeister Sauerland und CDU-Bezirksvorsitzender sowie Bundestagsabgeordneter Mahlberg) und die Geschäftsinteressen von Herrn Schaller die Loveparade-Durchführung im dafür von Polizei und zahlreichen anderen Behörden als völlig ungeeigneten Duisburg durchgedrückt wurde.

Festzuhalten ist meiner Ansicht nach vorderhand, dass es nicht "die" Politik war, sondern die CDU-Stadtpolitik.