»Hauptschüler beißen nicht«
Gegen die Fusion von Haupt- und Realschulen in Schleswig-Holstein formiert sich Widerstand.Von Tina Rohowski
http://www.zeit.de/2008/06/C-RegionalschuleNeueste Kommentare
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Leser-Kommentare
..Wieso bitte, streiten alle um ein angeblich flächendeckend so- oder soviel-gliedrig unbedingt erforderliches bzw. ausschließlich so mögliches staatliches - und in der Folge entsprechend auch privates - Schulsystem?.Wissen wir alle nicht mehr um die sprichwörtlich vielen Wege, die selbst nach Rom führen?!..Wichtig ist doch allein eine Standardisierung der erzielbaren Abschlüsse, wie vieler auch immer - bzw. die Standardisierung so oder so zugeschnittener Wissens- & Fertigkeiten-Levels in so oder so stufbarer Abfolge!.Die Wege zu diesen Abschlüssen und Levels könnten und sollten so viele sein, wie es Schulgemeinschaften mit dem Willen zu diesen oder jenen Besonderheiten gibt - ganz gleich, ob diese staatlich oder privat vorgehalten werden. Sie könnten vollständig dem jeweiligen lokalen und regionalen Wettbewerb überlassen bleiben..Ausschließlich die jeweilige Schulgemeinschaft sollte im Rahmen der Mittel, zu denen ihre Schülerzahlen die staatlichen Stellen verpflichten, entscheiden dürfen, ob ihr Lernangebot weiterhin in traditioinellen Regelschulbahnen, also u.a. als Hauptschul-, Realschul- oder Gymnasialangebot organisiert sein soll (völlig ok!) - oder ob sie neue Wege wählen will in der Nachfolge oder gar Überflügelung der faszinierenden Ausnahme-Beispiele, die dankenswerter Weise mittlerweile excistieren!.Keine Schulgemeinschaft sollte über ihre Wege mit irgendwelchen Schulaufsichtsbehörden - auch mit keinen Verbänden welcher Revierverteidigungstradition auch immer (!) - zu feilschen haben. Sie muss in dergleichen endlich autonom werden dürfen! Staatliche Eingriffe und Zwangs-Vorgaben sind doch sinnvoller Weise nur und erst dann erforderlich, wenn Schülerzahlen und Abschluss-Qualitäten wie -Quantitäten unterdurchschnittlich würden!.Wo die Freiheit der Wege bei jeweils klar umrissenen Level-Vorgaben besteht und staatliche wie private Schulen prinzipiell gleichberechtigt angemessen tragfähige öffentliche Gelder gemäß ihren Schülerzahlen erhalten, wird das Nachfrageverhalten aller Beteiligten ganz von allein für hohe Qualitätsstandards sorgen - in entsprechend sich verändernden oder eben konkurrierend sich neu etablierenden Schulangeboten!.Im übrigen ermöglichte die hier reklamierte Freiheit der Wege einen erheblich flexibleren und damit effektiveren Einsatz verfügbarer Gelder - anstelle des Gebetsmühlenrufs nach kleineren Klassen, mehr Lehrern, weniger Stundenausfall und dergleichen mehr! "Raum und Zeit des Lernens neu vermessen" (wie der Bildungskolumnist dieser Zeitung Reinhard Kahl es etwa mit Blick auf die Bodenseeschule formuliert) hieße ja wohl zuallererst auch, das verfügbare Geld anders und effektiver ausgeben als im Rahmen unserer Traditionssysteme immer nur möglich...Staatliche Stellen im Bereich der Schulentwicklung und -Aufsicht sollten sich endlich vor allem anderen als Dienstleister begreifen, denn als Dammbauer. Sie sollten ihre Aktivitäten auf dem Feld verfügbarer Datenbanken, Bildungs- und Erwerbstätigkeits-Netzwerke und sonstiger Lernmittel ausweiten und so als Impulsgeber mit unverzichtbaren Hilfs-Funktionen wirken. Nur deren Qualität wird für ihren u.U. zu erhoffenden Einfluss quasi von allein sorgen können...Die ewige Diskussion um diese oder jene Schranken, ohne die es keine Qualität gäbe, ist einer demokratischen Gesellschaft von Menschen mit immer anspruchsvolleren Tätigkeitsfeldern unwürdig und hält alles nur bis zum St. Nimmerleinstag in der gegenwärtigen Sackgasse! Lernen ist, das sagen uns nicht zuletzt die Hirnforscher unserer Tage, ein systemischer, also innengesteuerter Vorgang in Wechselwirkung mit einer so oder so anregenden oder eben nicht anregenden Umwelt..Wie Lernumwelten so gestaltet sein können, dass nicht Müdigkeit und Überdruss einen großen Teil der Ausbeute ausmachen, sondern Eifer und Neugier, die sich weitreichenden Selbststeuerungsmöglichkeiten verdanken, haben nicht eben wenige Schulen mit phänomenalen Gemeinschafts-Konzepten mittlerweile fraglos, ja faszinierend unter Beweis gestellt. Der Gebetsmühlenverweis auf niveaulose Gesamtschulerfahrungen sollte deshalb endlich verstummen!.Niemand sollte hierzulande länger ignorieren, was der Film des Bildungskolomnisten dieser Zeitung "Treibhäuser der Zukunft - Wie in Deutschland Schulen gelingen" ISBN 3-407-85830-2 für 29 EUR, gefördert vom BuMi für Bildung und Forschung aufs Eindrücklichste an Möglichkeiten aufzeigt! .- Und das für Kinder aller Begabungsniveaus wie Handicaps!!!.Er sei allen Bedenkenträger/inne/n überaus eindringlich ans Herz gelegt!.Gabriele Weis, Heidelberg