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Wie man eine Generation verliert
Im Internet gibt es viele Proteste gegen die geplanten Kinderpornosperren. Politiker haben für die Kritik nur Verachtung übrig. So verprellen sie ihre künftigen Wähler.Von Kai Biermann
http://www.zeit.de/online/2009/20/netzsperren-kritik-verdrossenheit
Danke für den Artikel, der weiter für Öffentlichkeit für das Thema sorgt und hilft es im Gespräch zu halten. Vor allem bei denjenigen - hoffe ich - die nicht unbedingt zur hochgradig vernetzen sog. "Netzgemeinde" zählen.
Wie wahr, die verantwortlichen Parteien machen sich völlig unglaubwürdig, die Regierungsparteien sind aufgrund z.B. von Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojanern und jetzt Internetsperren vollkommen unwählbar geworden. Das betrifft keine Randthemen, sondern die Grundlagen der demokratischen Staatsform. Sich dann noch bei der Wahrnehmung der Bürgerrecht als KiPo-Konsument verunglimpfen zu lassen treibt einem die Zornesröte ins Gesicht. Eine Sammelklage wäre eine gute Sache.
Was mich in dem Zusammenhang wundert ist die Haltung der Oppositionsparteien. Richtig gesagt, die Unterzeichner sind alle Wähler, und wohl eher der aktive Teil davon. Von den Grünen höre ich nichts, von der FDP auch nicht - Frau Leutheusser-Schnallenberger zähle ich als Einzelkämpferin bei aller Sympathie jetzt nicht. Gerade die FDP hat sich doch in den letzten Jahren wieder "Bürgerrechte" auf die Fahnen geschrieben. Jemand zuhause? DAS wäre eine Gelegenheit zur Profilierung.
Ich muss gestehen, ich bin wohl einer der ältesten "Screenager" im Netz. Aufgewachsen mit VC20 und C64 bin ich auch heute noch technisch interessiert und experimentiere mit neuen Medien.
Wie hier mit einer berechtigten Kritik an der Art und Weise wie hier ein wichtiges Problem für puren Wahlkampf missbraucht wird, bin ich absolut nicht einverstanden und ziehe für mich persönlich meine Wahlkonsequenz. Auch in meinem Bekanntenkreis (30+) haben viele mit Unverständnis auf die Arroganz und die zum Teil unflätigen Umgangsformen eines Herrn Wiefelspütz, Guttenberg oder einer Frau von der Leyen reagiert.
Das sind nur noch Vorbilder dafür, wie Politik die Menschen vergrault und zu Alternativen treibt. Im guten Falle zu eigenem Engagement im schlimmen zu extremen. Wer so mit seinen Kritikern umspringt, braucht sich über erboste Reaktionen nicht zu wundern. Und da sind Spitznamen bei Twitter noch das wenigste (Herr Guttenberg, Frau von der Leyen, Herr Wiefelspütz, das ist was technisch, das brauchen sie nicht zu verstehen).
Schade, dass man sich vom Wähler der Zukunft auf eine solche Art verabschiedet. Hoffen wir, dass dies bei der Bundestagswahl deutlich abgestraft wird. Wir sind das Netz, wir sind aber und vergesst das bitte nie ihr lieben Politiker da oben, auch das Volk. Und es sind mittlerweile ueber 65000 Stimmen die sagen: Fangt endlich die Täter anstelle sie zu schützen. Schützt die Opfer, anstelle sie auszuliefern. Und lest die Petition endlich, bevor ihr Interviews gebt. Dann würden manch blamable Aussagen oder manch unflätige Antworten auf Seiten wie abgeordnetenwatch vielleicht unterbleiben.
Und auf die Entschuldigung für die Aussagen von von der Leyen oder auch Guttenberg warte ich noch heute. Das wäre das mindeste.
"Es gibt Menschen, die Fische fangen und solche, die nur das Wasser trüben."
Es ist mit den neunen Medien und Techniken nicht einfach, schon gar nicht in Zeiten der Wahl und "Informationssendungen"-Sendungen ala Plasberg, Politiker zeigen (ähnlich wie beim Phänomen "Killerspiele" und Waffengesetz) blanken Aktionismus und setzen leider wenig bis nie auf Sachkenntnis. So wird scheinbar für die "Gute-Sache" gekämpft, helfen tut es den Opfern nicht, im Gegenteil: Durch falsche Maßnahmen wird z.B. der wichtige Kampf gegen Kinderpornographie in sinnlose Bahnen gelenkt, die es den Verbrechern und Betrachtern deratiger Angebote nicht schwerer macht, ihre schlimmen Neigungen auszuleben.
Eine sehr gute Zusammenfassung (gerade über die Sinnlosigkeit einzelner Maßnahmen) findet sich auf den Seiten des deutschen Apple/Mac User Portals "Apfeltalk". Derartige Fachinformationen, einfach erläutert, fehlen leider oft, auch in den Medien und lassen die Petition dann auch transparenter erscheinen.
Quelle: http://www.apfeltalk.de/f...
I
Zitat: "Von den Plänen der Familienministerin Ursula von der Leyen, Internetseiten in Deutschland zu sperren, wurde in den vergangenen Wochen viel berichtet. Frau von der Leyen versucht einen Zensurapparat aufzubauen und schiebt dabei das Thema Kinderpornografie vor. Dass Kinderpornografie von keinem gutgeheißen wird und mit allen Mitteln bekämpft werden muss, sollte jedem von uns klar sein. Dies muss aber auf einem rechtsstaatlichen und vor allem wirksamen Weg geschehen.
Die unwirksame DNS-Sperre, die in unter einer halben Minute umgangen werden kann, können angeblich nur 20 Prozent der Internetnutzer umgehen und diese sind alle pädophil (so kann man jedenfalls das Radiointerview vom 24.04. auf Radioeins deuten).
Den Kindern hilft eine solche Sperre gar nicht, man muss die Betreiber der Internetseiten und Servern verhaften und verurteilen - ganz unabhängig davon, dass bei Verfahren, die bisher geführt wurden, die Bilder und Videos nicht über übliche Internetseiten, sondern über Tauschbörsen und Newsgroups ausgetauscht wurden, die von den Sperren gar nicht betroffen sein können.
Auch das von Frau von der Leyen genannte 'Millionengeschäft' ist so nicht vorhanden. Im Bürgerrechtler und Politikblog 'Netzpolitik' kann man die Problematik sehr gut nachlesen.
Sieht man sich zum Beispiel über die Webseite WikiLeaks die Sperrlisten anderer Länder an, wird man feststellen, dass die viele dort gesperrten Seiten legalen Inhalt enthalten. Jene, die Kinderpornographie enthalten, stehen häufig in Ländern in denen die Verbreitung ohnehin verboten ist - dann ist ein Anruf beim Hoster schneller und effektiver, um diese Seiten vom Netz zu bekommen, die Täter zu ermitteln und zu verhaften. Seiten wie WikiLeaks, die solche Missstände aufzuklären versuchen, fallen im Übrigen auch unter die Sperre, da sie Links zu Seiten enthalten, die Kinderpornographie enthalten. Ein Aufruf von WikiLeaks würde somit auch schon den Blick des BKAs auf einen lenken.
Aus anderen Bereichen der Union kommen schon Rufe nach Sperren für Gewaltseiten, Seiten von Extremisten, Bombenbauanleitungen und für Seiten mit Computerspielen. Auch die Musikindustrie ruft nach Sperren für Seiten die Torrents verbreiten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch politische Seiten gesperrt werden. Viele meinen, sie sein nicht betroffen - ein Fehler: Der Gefahr, dass Teile einer Webseite von einem Server stammen, der auf der schwarzen Liste des BKAs steht, ist jeder ausgesetzt. Diese Teile, die nachgeladen werden, müssen nicht einmal sichtbar sein. Das BKA bekommt von den Telekommunikationsunternehmen die Daten der Personen, die eine Seite (oder einen Teil davon) der schwarzen Liste aufrufen. Somit gerät jeder in das Fadenkreuz des BKAs und macht sich verdächtig. Selbst wer nur aus Versehen auf die Stopschildseite gerät, setzt sich der Gefahr aus, vom BKA näher durchleuchtet zu werden - schon daher ist es besser, die Sperre zu umgehen.
Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Es gilt das Recht des Landes in dem die Server mit den Inhalten stehen. Dieses Recht muss endlich angewendet werden und nicht weggeguckt werden. Seiten mit einem Vorhang (Stopschild) zu verdecken und dann zu hoffen, sie seien nicht mehr da, ist keine Lösung...." Zitat Ende.
Meine erste Reaktion auf den Header war ein innerliches "Scheiß auf solche Wähler". Aber dann dachte ich, lies erst den Artikel bevor du ihn verurteilst. Leider ist es auch nach dem Lesen nicht besser geworden. Ich kann es nicht fassen, wie sehr uns der Individualismus anscheinend schon in seinen Fängen hat und wir unsere persönlichen 'Rechte' so sehr in Schutz stellen wollen, dass dabei alles andere völlig irrelevant oder zu mindest 'opferbar' bleibt.
Schon traurig, dass es kaum möglich ist die scheinbar doch nicht vorhandene 'Politikverdrossenheit' bei Themen wie, Krieg (egal wo Balkan, Nahost, Afrika), Hungersnot, Minderheiten, Arbeitnehmerrechte (meinetwegen nur im eigenen Land) oder der gleichen zu überwinden. Offensichtlich müssen es nur die richtigen Themen sein, profane Dinge wie Gemeinwohl, Mitgefühl etc. scheinen hier ja nicht auszureichen. Nein, man muss sich einzig in seinen persönlichen und tiefsten Bedürfnissen bedroht fühlen. Erst dann ist es möglich.
Schade. Ein echtes Armutszeugnis, womit man in diesem Land Menschen zu 'politischen Aktivisten' machen kann.
Diese Generation wird uns hoffentlich noch vor dem totalitären Staat retten, der am Ende der Straße auf uns wartet.
Und Individualismus hat uns nicht in den Fängen, wir müssen ihn unter allen, unter allen umständen verteidigen.
Schade, Sie haben ja so Recht es ist wirklich schade, dass Polemik heut zu Tage in allen Kreisen die Runde macht, auch bei Ihnen. Schade finde ich es, dass auch Sie nicht verstanden haben wie die heutige Generation tickt.
Mir scheint es so als hätten Sie sich noch nicht umgeschaut wo überall die "Jüngeren", wir, ich, uns einsetzen und versuchen Dinge zu ändern. Und sie haben auch noch nicht gesehen wie wir, ich, von Kommentaren wie Ihrer überhäuft werden und da stehen und uns immer und immer wieder rechtfertigen müssen.
Dies hier ist ein Thema von vielen, das betroffen macht. Es geht weiter mit Studiengebühren und die miserable Bildungspolitik, streckt sich hin zu Umweltschutz, fairer Handel und Patente auf Plfanzen.
Hören Sie doch bitte auf mit dieser Polemik und machen Sie die Augen auf.
Hier geht es um Bürgerrechte, die eines der Hauptthemen in unserer Gesellschaft sein sollten. Wenn Sie ein Teil dieser Gesellschaft sind, frage ich mich, warum Sie sich nicht auch kritisch fragen, was hier passiert, wo unsere Rechte beschnitten werden. Ich bin in der Regel ein für jugendliche konservativ eingestellter Mensch, doch was ich noch nie leiden konnte war diese herablassende Art jüngere als unwissend und naiv abzustempeln, die anscheinend nicht in der Lage wären gute Gesetzesentwürfe und Ideen von augenscheinlichem Blödsinn zu unterscheiden.
Ich wähle nicht Parteien und unterstütze Politiker dessen Job mittlerweile darin besteht das Verfassungsrecht auszureizen, wo es nur geht.
Tun Sie mir ein Gefallen, fangen auch Sie an zu denken und unterlassen Sie solche unglaublich blöden Äußerungen.
Danke,
Clemens (25)
allerdings setzte er bei mir ein, als ich Ihren Kommentar las. Ihre Ausführungen lassen erkennen, dass Sie, meiner Meinung nach, mangels entsprechender Information und Reflexion nicht zur Abgabe einer Meinung zu diesem Thema qualifiziert sind. Ich würde Ihnen nahe legen, einmal die Kommentare zu ähnlichen Themen auf dieser Website zu lesen und kritisch darüber nachzudenken. Wenn Sie hinterher noch immer für Internetsperren eintreten möchten, so sei Ihnen das unbenommen. Die Unterstellung, die jeweiligen Gegner dieses Vorhabens träten nur für Ihre eigenen Interessen ein, werden Sie dann aber wohl nicht mehr aufrecht erhalten können.
Wenn Sie behaupten, diese Generation "sei doch längst verloren", was für Implikationen hat diese Behauptung und welche Konsequenzen ziehen Sie daraus? Sind Sie vielleicht der Ansicht, man müsse jungen Menschen das Wahlrecht aberkennen? Ihre Argumentation lässt diesen Schluss durchaus zu. Wie kommen Sie eigentlich auf die Idee, dass niemand für die Lösung der von Ihnen (durchaus zurecht) monierten anderen Missstände eintritt? Für jeden dieser Missstände gibt es entsprechende Interessengruppierungen, die aber nunmal nicht hauptsächlich virtuell tätig sind. Onlinepetitionen hingegen liegt es inhärent, dass sich hauptsächlich Internetnutzer beteiligen. Nun liegt es auch insbesondere bei Internetsperren in der Natur der Sache, dass hauptsächlich Internetnutzer betroffen sind, die sich dann auch online engagieren.
Abgesehen davon ist es völlig irrelevant, wann sich der Mensch politisch engagiert. Es mag hart klingen, aber es gibt einfach Menschen, denen Arbeitnehmerrechte nicht so wichtig sind. Diese Leute dann dafür anzuklagen, sich anderweitig gegen einen politischen Fehler zu engagieren, ist, ich muss das Wort verwenden, dumm. Warum sollte man eine Regierung mit einem Fehler auf einem Gebiet durchkommen lassen und sich auf einem anderen engagieren, wenn man auch dafür sorgen kann, dass auf keinem Gebiet ein Fehler passiert?
In nicht demokratischen Staaten wird das Internet stark eingeschränkt und es funktioniert. Warum sollte es nicht funktionieren, wenn ein demokratischer Staat gewisse Seiten sperrt? Wahrscheinlich kann man es umgehen, wenn man einen ausländischen Internetprivider nimmt. Aber es wird mit Sicherheit komplizierter.
Allerdings muss ein demokratischer Staat offenlegen, welche Seiten er sperrt. Der Inhaber der gesperrten Seite oder Interessierte an der gesperrten Seite muss die Chance haben, dagegen gerichtlich vorzugehen. Dann wird festgestellt, ob es wirklich eine Begründung gibt, die Seite zu sperren.
Beispiel: Mein Arbeitgeber hat automatisch auf Grund von Schlagworten Seiten im Internet auf Firmencomputern gesperrt. Wenn ich ihm ein dienstliches Interesse nachweisen konnte, wurden diese Seiten für mich oder auch für alle Internetnutzer der Firma entsperrt.
So müsste es auch bei staatlichen Sperrungen von Internetseiten gehandhabt werden.
Ein Problem sehe ich nur bei der Meldung an den Staat, wenn man eine gesperrte Seite aufruft. Manchmal geht man nur Links nach, ohne zu wissen, was sich dahinter verbirgt. Jeden Aufrufer einer gesperrten Internetseite in eine staatliche Kartei von Verdächtigen abzulegen, ist natürlich Unfug.
ich haette es nicht besser formulieren können.
Gehöre nun ja schon zu den >40 aber ich kann es nicht mehr hören, die heutige Jugend wäre egozentrisch und politisch uninteressiert. Wenn jemand egozentrisch ist, dann die machtbesessenen Politiker. Was ich als Feedback aus meiner Arbeit als IT Dozent in Gesprächen mit jungen Leuten immer wieder gespiegelt bekomme. Wir wollen was tun, aber nicht mehr in diesen alten, ignoranten Strukturen, wir werden uns auf unsere Art engagieren. Wenn ich die Jugend von heute sehe, wird mir nicht bang; bang wird mir nur bei solchen Kommentaren wie Nummer 4. die eine ganze Generation im selben Stil wie unsere Poliitiker ignorieren und verunglimpfen. Es hat in jeder Generation engagierte Menschen gegeben und mit dem Strom Schwimmer.
Und eines hoffe ich:
Wenn die Politiker so weiter machen, dann werden noch mehr aufstehen. Ich bin dabei, und zum ersten Mal muss ich sagen, wird mehr als eine Generation verunglimpft. Denn auch unter meinen Bekannten, alle irgendwo zwischen 35 und 45 wird auf diese Politiker mit zunehmendem Kopfschütteln und Wut reagiert.
"Es gibt Menschen, die Fische fangen und solche, die nur das Wasser trüben."
Ich verstehe nicht wieso sie überhaupt, in einer Demokratie Internetseiten sperren wollen.
Das Problem dabei ist, wenn sie erst einmal anfangen gibts kein aufhören mehr.
Es gab da mal ein Gericht das entschied welches Buch gelesen werden darf und welches nicht und es hat viele Revolutionen, Hinrichtungen und Kriege durch die Jahrhunderte(!!) gebraucht um es loszuwerden.
Wollen sie das alles wieder haben?
Sind unsere Vorfahren umsonst gestorben?
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