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Ist Deutschland in der Wirtschaftskrise isoliert?
Gordon Brown rief am Montag zum Krisengipfel nach London, doch Angela Merkel war nicht eingeladen. Hat die Bundeskanzlerin Deutschland in der Krise isoliert? Diskutieren Sie mit! Von Jürgen Krönig
http://www.zeit.de/online/2008/50/merkel-brown-sarkozy-treffen-london
International sieht man wohl klarer. Angela M., die , die das K.-Wort sagte, führte Deutschland gut 3 Jahre stringent .....rückwärts. Europa will offensichtlich nicht dorthin. Das ist gut so.
wenn jetzt Merkel angesichts der Billionen an Volksvermögen, die momentan den reichen Leuten und den Konzernen nachgeschmissen werden, doch ein bisschen Nachdenklichkeit und Grausen ins Gemüt steigt, ist das an sich positiv. Nur:
Die britischen Freunde waren schon immer ein bischen schlauer in Sachen Umverteilung und Bewahrung des sozialen Friedens, dort gibt es halt traditionell Staatsangehörige und Bürger und eine Regierung, in Deutschland gibt es immer noch nur Herren und Knechte.
Schwierige Sache, so Staatsführung, wenn "die Kacke erst mal am dampfen ist", wie man so sagt.
(Die Redaktion /ft)
Hi @ll
Die Aufregung ist unangebracht, der Vorfall spiegelt exakt die Machtverhältnisse in der EU wieder.
Deutschlands Politiker haben es in den letzten Jahrzehnten (Helmut Kohl war der erste) aus unerfindlichen Gründen unterlassen deutsche Interessen in der EU zu vertreten und dabei auch noch die eigenen Bürger dummdreist belogen und betrogen, siehe EU Verfassung.
Deutschland ist der Zahldepp in der Union und sonst nichts, politisch hat es dort nichts zu sagen. Deshalb ist es folgerichtig sich bei dem Treffen auf die zu beschränken die die politische Macht in der EU haben, eine Quengeltante aus Deutschland ist da überflüssig, es reicht wenn sie die Rechnung begleicht.
Gruss
Rene
Objektiv braucht sich Fr Merkel wenig Gedanken um den englischen "Snub" zu machen. Die Probleme in England - eine Dienstleistungswirtschaft gleich einer inverten Pyramide, die auf einem Fundament von Finanzdiensten schaukelt; ein völlig irrationaler Wohnungsmarkt, der, jetzt da er stottert, den gesamten Arbeitsmarkt in die Knie zwingt - sind dramatisch anders gelagert als in Deutschland. Auch ist die Kritik an Browns Politik durchaus berechtigt: es ist hoch fragwürdig, ob die gegenwärtigen Probleme der englischen Wirtschaft konjunkturell - und nicht vielmehr strukturell - sind. Wenn es sich herausstellt, dass die starke internationale Nachfrage nach Londoner Finanzprodukten ein Phenomän der Greenspan-Ära war, dann werden die Konjunkturspritzen von Alistair Darling wirkungslos verpuffen und für die wirklich notwendigen Strukturreformen wird dann kein Geld mehr sein. Dies wird sich jedoch erst nach den nächsten Parlamentswahlen sicher sagen lassen, und diese zu gewinnen - ganz egal zu welchem Preis - ist Browns erste Priorität. Doch wer weiss: der alte Fuchs mag bereits einen Plan für die nächste Amtszeit hegen, und dieser mag der wahre - und unreportierte - Grund für das Londoner Treffen sein. Ich habe den leisen Verdacht, dass Brown nicht das geringste Interesse hat, dass jetzt zu leihende Geld je zurück zu zahlen. Um die stark ramponierten Bilanzen seiner Wähler zu reparieren, wäre wenig mehr willkommen, als ein paar Jahren wirklich kräftiger Inflation. Sollte dies passieren - und die internationalen Währungsmärkte scheinen dies mittlerweile fast als Gewissheit einzupreisen - dann ist es mit der Reputation von Sterling dahin. Die Kosten für die öffentliche Schuldenlast würden explodieren, so man überhaupt noch internationale Anleihen begeben könnte. Dann was, um international Glaubwürdigkeit zurück zu gewinnen? England führt den Euro ein! Wenn es soweit kommt, wird Labour nicht mehr regieren und die Tories werden es leicht finden, dass Land von dieser Notwendigkeit zu überzeugen, besonders da man dann zu einem "historisch wirklich vorteilhaften Wechselkurs" beigetreten sei. Weit hergeholt? Ich denke nicht: Barroso hat der Presse gegenüber vor Kurzem verlauten lassen, dass verschiedene englische Minister jüngst mit ihm die Möglichkeit eines Euro-Beitrittes diskutiert hätten...
Lassen wir die Merkel doch bitte ihre Arbeit machen. In dieser Situation pokert sie wie alle anderen, niemand weiß, ob die so genannten Subventionen uns hinterrücks nicht schaden, nach ein oder zwei Jahren.
Eigentlich verdient Merkel Lob. Sie zieht nicht mit.
Sie riskiert, dass wenn die anderen Staaten nächstes Jahr stärker als Deutschland steigen, man ihr, gewiss auch von dieser Zeitung, neunmalklug vorwerfen wird, sie hätte damals mitziehen sollen. Dabei weiß niemand, was nach ein oder zwei oder drei Jahren geschieht. Wenn um uns herum alle Staatswirtschaften im Zuge der Subventionierung steigen und anschließend fallen, könnte Deutschland am Ende nicht ganz so kräftig durchgeschüttelt werden. Es bildete sich eine gesündere krisenbedingte Struktur als in England oder Frankreich.
Und hierfür wird man sie nächstes Jahr zugrundekommentieren. Dass sie das in kauf nimmt, überrascht mich. Es ist doch auch ihr Wahljahr. Sie wird mit den Folgen dieses Kurses kaum Politik machen können, wenn um uns herum höhere Raten verzeichnet werden. Obwohl auch das spekulativ ist.
Wie ich finde, eine interessante Entwicklung und Zeit.
Drakonische Maßnahmen ... es muss in diesem Kontext "drastische Maßnahmen" heissen, da niemand bestraft wird oder sonstwie Ungemach erfaehrt.
Wieder den Volontaer rangelassen, hm?
Da bin ich aber gespannt, wann sie damit anfaengt!
Lob hat sie sich natuerlich auch schon verdient:
- beim sinnlosen Geldverbrennen durch den Erlass der Kfz-Steuern (wegen 300 EUR Ersparnis wird kein einziger Wagen gekauft, aber die, die eh gerade einen kaufen wollten, stecken das Geld ein
- durch das kluge Senken der Arbeitslosenversicherungsbeitraege zu einem Zeitpunkt, da man die Tsunami-Welle der Arbeitslosigkeit schon sehen kann (was wird wohl in der Autoindustrie passieren, wenn die Zeitkonten alle geleert und die Leiharbeiter nach Hause geschickt worden sind?)
Genug mit der Finanzkrise, ein wenig Hobbypsychologie für´s Wochenende:
Sarkozy, der unverschämte Grabscher: Schon beim ersten offiziellen Treffen mit Merkel konnte er seine Finger nicht von ihr lassen. Spätestens da hätte Merkel ihm auf die Finger klopfen müssen.
Sein Motto: "Wer mich nicht liebt, ist gegen mich, drum lass´Dich grabschen, oder ich kärcher Dich!"
Vor einem solchen Typ muß man sich natürlich von Anfang an physisch distanzieren, sonst tanzt er einem auf dem Kopf herum, ein reiner Unterwerfungsgrabscher!
Der würde selbst dem Papst dummjovial auf die Schulter klopfen (oder hat er schon?) und anschließend behaupten, der Papst sei sein Kumpel......
Die Deutschen haben einen starken Hang dazu sich und alles was ihr Land bzw. ihre Regierung tut und verkörpert grundsätzlich negativ zu sehen.
Es bleibt bei den Fakten:
-die meisten Regierungen in Europa stützen nicht nur Merkels Position sondern vertreten auch die selbe Position, freilich wollen die sich nicht dem Zorn eines leicht pubertären französischen Präsidenten aussetzen dessen Vorgänger ja auch schon meinte die Polen sollen doch wieder aus der EU austreten wenn sie nicht gegen den Irak-Krieg sind (unabhängig von der Frage Krieg ja oder nein ist dies kein akzeptables Verhalten). Diese Denke als vorbildlich anzusehen ist absurd.
-Brown und Sarkozy, im Besonderen aber Brown, werden im eigenen Land von den meisten Wählern nur noch belächelt oder mit genervtem Schulterzucken wahrgenommen. Brown ist dazu eine, wie man in den US sagen würde, "lame duck" und wird sogar als Hauptschuldiger für die Krise in Britannien gesehen (da er hinter der Finanzpolitik der letzten Jahre stand, die aus London ein Finanzzentrum machte - zu welchem Preis sieht man jetzt gerade; auch haben die Briten Probleme von ganz anderem Kaliber; und was ebenfalls in Deutschland wenig bekannt sein dürfte: aus England sind die letzten Jahre mehr Engländer ausgewandert als Deutsche aus Deutschland! während es 2006 155.000 Deutsche waren die ihre Heimat verlassen haben so waren es 196.000 Briten! Und das obwohl die Einwohnerzahl Englands erheblich geringer als die der BRD ist)
-auch jene Ökonomen die noch nicht hysterisch geworden sind stützen den Kurs, auch lehrt uns die Geschichte dass Konjunkturprogramme nichts bringen. Und dass wir in Frage gestellt haben dass die alten ökonomischen Gesetze für unsere Zeit gelten hat uns ja erst in diese Lage gebracht! Was anderes wäre ein Investitionsprogramm in Infrastruktur und Schulen, das schafft Substanz. Allerdings ist davon keine "schnelle" Hilfe zu erwarten, selbst wenn man das Baurecht außer Kraft setzen und die Genehmigszeiträume auf 0 Tage reduzieren würde müssten Gemeinden und Schulen erst einmal überlegen was sie eigentlich sanieren und bauen wollen (mit der Situation dass der Bund mehr Geld zur Verfügung stellt muss man auch erst einmal umgehen). Dieser Blick in die banale Realität zeigt dass es mit schwungvoll unterschriebenen Gesetzen nicht getan ist, egal mit wieviel Geld unterfüttert. Ach: die Amerikaner haben seit dem Sommer bereits über 1.000 Milliarden Dollar verpulvert (bail-outs und Konjunkturprogramme). Gebracht hat es rein gar nichts, diese Woche wurde bekannt dass in den USA in einem Monat über 500.000 Jobs verloren gingen, was über den schlimmsten Befürchtungen lag.
Aber gut, mit finsterer Miene da zu sitzen und zu schwadronieren "warum" in Deutschland alles falsch läuft war schon immer der leichtere Weg.
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