Deutschland auf Piratenjagd

Die Bundeswehr bereitet sich auf den Einsatz gegen Schiffsräuber im Golf von Aden vor. Doch weder rechtliche noch praktische Fragen sind geklärt. Und es drohen Gefahren.Von Christoph Seils

http://www.zeit.de/online/2008/48/piraten-deutschland
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Leser-Kommentare
  1. 1. Pirat spielen = Eintrittskarte nach Euro

    Wuerden sich die Piraten nicht sogar freuen wenn man sie einfach festnimmt und legal nach Europa bringt? Wahrscheinlich wuerde dieses Vorgehen noch mehr Angriffe auf Tanker nach sich ziehen. Ich frage mich wirklich, ob dass das richtige Mittel sein sollte. Natuerlich ist die radikale Versenkung aller Piratenschiffe auch nicht gerade die feine Art und hoechst fragwuerdig, aber wahrscheinlich kurzfristig wirkungsvoller. Ich glaube kaum, das die Piraten den deutschen Rechtsstaat wirklich fuerchten...

  2. 2. Die modernen Möglichkeiten der Kommunika

    ...der Kommunikationskontrolle- und Überwachung durch Satelliten müssten es doch einfach möglich machen, Details über folgende Punkte herauszufinden:

    Wer sind die Drahtzieher?
    Wo sind die zuhause?
    Wer sind die Planer vor Ort?
    Welche Schiffe sind für diese Organisationen wo als "Mutterschiffe" im Einsatz?
    Welche Aktionen sind im Vorfeld bekannt?
    Wer sind die Helfershelfer in den Häfen aus denen die entführten Schiffe ausliefen?

    Vermutlich dürfte bereits ein geringer Anteil der Kosten , die zivilisierte Staaten wie D,UK, USA,F zur Kontrolle ihrer Bürger einsetzen, ausreichen, um die Drahtzieher samt den Ausführenden vor Ort dingfest zu machen.

    Es sei denn, es gibt interessierte Kreise, die daran gar kein echtes Interesse haben?

  3. 3. Es lebe der deutsche Rechtsstaat!

    Wenn ich das schon lese: "nach nationalem Recht verurteilt werden". Ich glaube die somalischen Piraten werden sich den Deutschen freiwillig ergeben. Schlechter, als in Somalia zu leben, wird es in deutschen Gefängnissen kaum sein. Wenn die Verfahren vorbei sind können sie Rente beantragen ; )
    Was das wieder kostet und wofür? Weil es ihnen einmal gelungen ist das Wertvollste zu stehlen, das der Westen besitzt. Nämlich Öl. Wenn man bedenkt wieviele Menschenleben dieses Zeug schon gekostet hat. Alleine schon deswegen müsste man die erneuerbaren Energien nutzen wie blöd.

  4. 4. Piraterie in der Jurisdiktion

    Ein Rechtsstaat darf natürlich nur rechtsstaaatliche Mittel anwenden, schön und gut. Aber: Polizei oder Militär, das ist hier die Frage? Hätte sich weiland Simon von Utrecht mit derartig müßigem Räsonieren aufhalten müssen, Klaus Störtebeker hätte den Hamburger Ratsherren die Sessel unter den Hintern weggeraubt.

    Doch die angeborene Farbe der Entschließung war bei von Utrecht nicht durch des Gedanken Blässe angekränkelt, so dass er den legendären Freibeuter nach erbitterter Seeschlacht gefangen nehmen konnte.

    Lichtblick in der gegenwärtigen Diskussion ist allerdings, dass ein Hamburger Gericht für die heutigen Piraten zuständig sein soll. In der Hansestadt kann die Jurisdiktion immerhin auf eine jahrhundertelange Erfahrung in der rechtlichen Auseinandersetzung mit Piraterie verweisen: 1401 wurden Störtebeker und seinem Team dort nach kurzem Prozess die Köpfe abgeschlagen.

  5. 5. Bei einem Einsatz im Innern

    darf die Bundeswehr schon jetzt gegen militärisch bewaffnete Aufständische vorgehen. Da die somalischen Piraten wohl nicht mit Erbsenpistolen ankommen, dürfte die Frage Polizei-Einsatz vs. Kriegseinsatz ziemlich schnell beantwortet werden.

    Was ist denn in Afghanistan - kämpft die Bundeswehr dort gegen ein stehendes Heer eines Staates oder nicht auch gegen Warlords mit marodierenden Banden?

  6. 6. Notwehr

    Ich habe mal gelernt ( zumindest glaube ich mich so daran zu erinnern ), dass "Notwehr" die Abwehr eines gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriffs auf sich selbst oder andere (!) mit "verhältnismäßigen" ( Auge um Auge, Zahn um Zahn, Pistole um Pistole ) Mitteln ist.

    Alles andere ist doch wohl "unterlassene Hilfeleistung".

    Und das gilt meines Wissens für jeden Bürger, auch den in Uniform.

  7. 7. Deutsche Rechtsfragen ?

    Handelt es sich tatsächlich um Rechtsfragen, um sich auf offener See gegen Banditen zu wehren ? Und was, bitte schön, sind somalische Hoheitsgewässer ? Wo ist die Hoheit ? Schon mit solchen Argumenten blamieren wir uns und es ist nur zu hoffen, dass deutsche Soldaten im richtigen Moment das Richtige tun und Deutschland sich nicht - wie häufig-, grotesk oberlehrerhaft und besserwisserisch und betulich der Lächerlichkeit preisgibt. Wer solche Fragen wie Deutschland ernsthaft aufwirft, will in Wirklichkeit gar nicht handeln.

    Markus70

  8. 8. Eigentlich sind die Piraten begriffsstut

    sie braeuchten sich ja nur von ihrem warlord einen Kaperbrief ausstellen zu lassen, so einen wie Francis Drake von Elizabeth I. hatte, und schon waere die ganze Sache legal!

  9. 9. Alleingang

    Schön, dass endlich mal was gegen Piraten getan wird, die sollten doch bitte schön aufs Land zurück kehren und dort ordnungsgemäss verhungern.
    Was an der Sache mal wieder faul ist, dass keiner sich bemüssigt fühlt, in internationalen Fragen, internationale Gremien anzurufen. So entstehen diese gefühlten Ungerechtigkeiten, die die an sich lobenswerten Aktionen diskreditieren.

  10. 10. piraten und andere freibeuter

    vielleicht sollte sich die bundeswehr lieber um ihren eigenen kram kuemmern und wir anderen kuemmern uns so lange um die hauseigenen piraten und freibeuter ....

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