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Bachelor aus der Schusslinie!
Die Zufriedenheit mit dem Bachelor steigt, zeigt eine Studie der FU Berlin. Erkennten Kritiker die Ergebnisse an, wäre das hilfreich, schreibt unser Autor Jan-Martin Wiarda. Stimmen Sie ihm zu? Diskutieren Sie mit!Von Jan-Martin Wiarda
http://www.zeit.de/online/2008/48/bachelor-kommentar
Die Zufriedenheit der Studenten mit dem Bachelor ist besser. Na super...
Was das über den Bologna-Prozess aussagt? Nichts.
Was das über die Qualität der Abschlüsse aussagt? Nichts.
Was das über die Aktzeptanz der Abschlüsse in der Wirtschaft aussagt? Nichts.
Was dieser Artikel zur allgemeinen Diskussion beiträgt? ...
Höchst interessant wie zufrieden die Studenten plötzlich mit ihrer "Betreungssituation" sind. Als Betroffener kann ich dazu nur soviel sagen, dass es sich hierbei vielmehr um eine Vormundschaft als um eine verbesserte Betreuung handelt.
Aufgrund zahlreicher Vorschriften (eine Veranstaltung gilt als ungültig sobald ein Teilnehmer mehr als zwei mal -beglaubigte Entschuldigung hin oder her-) und eng gefasster Lehrpläne, die einen Schwall von oberflächlichem Wissen aufkommen lassen und eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Gelernten bzw. ist der Studierende mehr und mehr damit beschäftigt allen möglichen Anforderungen gerecht zu werden und hinterherzulaufen. Verbessert hat sich also bestenfalls die "Beschäftigungssituation" Dieses spiegelt sich dann vermutlich so wieder, das wer überall gesagt bekommt, was er zu tun und lassen hat, sich automatisch gut aufgehoben und betreut fühlt. Humboldt würde sich im Grabe umdrehen.
Solange sich alle gut aufgehoben fühlen, muss man sich ja, wie der Text suggeriert, um etwa vermittelte Inhalte keine Sorgen machen. Dieser Aspekt gerät hier nämlich völlig unter die Räder. Heutzutage wird eine Studiengang offensichtlich daran gemessen, dass alle gut betreut sind.
Ein alarmierend steigender Bedarf an psychologischer Betreung sei hier mal völlig ausgeklammert. Ebenso Professoren und Professorinen, die Definitionen von höchst wissenschaftlichen Seiten wie Wikipedia in ihre Texte einfügen und Pseudo-Hilfsorganisationen, die Mitglieder mit Slogans wie "Erwerben Sie für Ihr Bewerbungszeugniss wichtige social skills" werben.
Aber scheinbar scheint sich das Studium inhaltlich wie betreungssituativ lediglich der Mehrheit seiner Protagonisten anzunähern. Vielleicht bekommt am Ende jede Generation einfach genau die Studiengänge, die sie verdient.
Höchst interessant wie zufrieden die Studenten plötzlich mit ihrer "Betreungssituation" sind.
Als Betroffener kann ich dazu nur soviel sagen, dass es sich hierbei vielmehr um eine Vormundschaft als um eine verbesserte Betreuung handelt.
Aufgrund zahlreicher Vorschriften (eine Veranstaltung gilt als ungültig sobald ein Teilnehmer mehr als zwei mal -beglaubigte Entschuldigung hin oder her- gefehlt) und eng gefasster Lehrpläne, die einen Schwall von oberflächlichem Wissen aufkommen lassen und eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Gelernten unmöglich macht, ist der Studierende mehr und mehr damit beschäftigt allen möglichen Anforderungen gerecht zu werden und hinterherzulaufen. Verbessert hat sich also bestenfalls die "Beschäftigungssituation" Dieses spiegelt sich dann vermutlich so wieder, dass wer überall gesagt bekommt, was er zu tun und lassen hat, sich automatisch gut aufgehoben und betreut fühlt. Humboldt würde sich im Grabe umdrehen.
Solange sich alle gut aufgehoben fühlen, muss man sich ja, wie der Text suggeriert, um etwa vermittelte Inhalte keine Sorgen machen. Dieser Aspekt gerät hier nämlich völlig unter die Räder. Heutzutage wird ein Studiengang offensichtlich daran gemessen, dass alle gut betreut sind.
Ein alarmierend steigender Bedarf an psychologischer Betreung sei hier mal völlig ausgeklammert. Ebenso Professoren und Professorinen, die Definitionen von höchst wissenschaftlichen Seiten wie Wikipedia in ihre Texte einfügen und Pseudo-Hilfsorganisationen, die Mitglieder mit Slogans wie "Erwerben Sie für Ihr Bewerbungszeugniss wichtige social skills" werben.
Aber scheinbar scheint sich das Studium inhaltlich wie betreungssituativ lediglich der Mehrheit seiner Protagonisten anzunähern. Vielleicht bekommt am Ende jede Generation einfach genau die Studiengänge, die sie verdient.
Die Ziele des Bologna-Prozesses waren vergleichbare innereuropäische Studiengänge, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Möglichkeit des Studienortwechsels gelegt wurde. Ziel erreicht? Der kommentierende Artikel behauptet das Gegenteil, auch wenn es als 'Kinderkrankheit' beschönigt wird.
Was hat der Bachelor denn positives gebracht? Eine Diskussion über Studieninhalte: Was ist wirklich essentiell für das Fach? Was bekommt man in 6 Semestern unter? Was ist zusätzlich wünschenswert? Diese Diskussion ist mitnichten beendet, aber teilweise durch die Anforderung 'Machen wir halt das gleiche wie vorher, nur verschult in weniger Zeit' vertagt worden.
Abgesehen von zusätzlichem Verwaltungs- und Arbeitsaufwand, den die Hochschulen mit der Einführung neuer Prüfungsordnungen haben, wurde der Streit über den Bologna Prozess auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen. Das führte sogar zu höheren Abbruchquoten.
Also kann man grundsätzlich froh sein, dass sich die Situation verbessert hat, die neuen Prüfungsanforderungen klar(er) sind und die Studenten - die ja im Regelfall etwas lernen wollen - zufriedener werden.
Was wir nicht wissen, wie sehen die Einstiegsgehälter der Bachelor und Master, wie sehen ihre Aufstiegschancen, wie ihre beruflichen Perspektiven aus. Wir werden es nie 100%ig klären können, denn die wirtschaftliche Situation ist schon immer ein relativ wilder Fluss und die Unternehmen passen sich schnell an das veränderte Angebot an.
Also folgende Benchmarks der Bologna-Prozesses wurden bisher nicht erfüllt:
- Bessere Vergleichbarkeit von Abschlüssen innerhalb der Europäischen Union;
- Geringer Studienabbruchsquote in Deutschland;
- Verbesserter Zugang zum Studium abseits des Abiturs;
- Durchlässigkeit von Studienplänen für Auslandssemester und Praktika;
- Anrechnung von ausseruniversitären Leistungen.
Was wurde denn erfüllt?
- Zufriedenere Studenten (?);
- Verschultere Studiengänge (ist das gewollt?);
Ach ja, die Studierendenschaft ist auch weiterhin kritisch, wie uns der Kommentator berichtet...
Aus meiner Sicht ist - sicherlich auch wegen des Unwillens der Hochschulen, sich wirklich zu reformieren - die Einführung von Bachelor und Master bisher maximal formal geglückt.
Der Artikel ist aus meiner Sicht reines Marketinggewäsch aus irgendeiner PR-Abteilung. Die Aussagekraft der Daten und die daraus abgeleiteten Rückschlüsse sind genau so viel wert, wie die Jubelberichte zur Planübererfüllung während der letzten Jahre der DDR: nämlich nichts.
... die Du nicht selbst gefälscht hast.
Ein wesentlicher Anteil für bessere Studienbedingungen an meiner Hochschule haben Zusatzangebote, die von den STUDIENGEBÜHREN finanziert werden.
Und das hat nunmal gar nichts mit den Bologne-Prozess zu tun.
Interessant ist auch, dass explizit vor Auslandssemestern gewarnt wird - wegen Probleme bei der Anerkennung ausländischer Leistungen.
Darüber hinaus hört man von den potentiellen Arbeitgebern stehts die Klage über immer geringer werdende praktische Kenntnisse.
ich fand es persönlich besser, als man zwischen Diplom, Magister, Lehramt und Bechlor wählen durfte.
War die Vielfalt an Abschlussen so schlimm? Warum muss alles gleich gemacht werden?
Außerdem stimme ich vollkommen zu den Kommentaren vor mir.
Im parallel laufenden Artikel kann man lesen, dass gerade mal 31% der 8000 Bachelor-Studenten an der Fu Berlin teilgenommen hätten. Was ist mit den übrigen 70? Außerdem ist es doch merkwürdig, zu sagen, man sei mit dem eigenen Bachelor-Studium zufreiden, wenn es gar keine Vergleichsmöglichkeit mehr hat?
Mir als Magister, fällt es immer noch scher einzusehen, was ein Bachelor-Studiengang in den Geisteswissenschaften bringt!? Selbst diejenigen, die in meinem Institut die Module konzipiert hatten, sehen langsam ein, dass das Unsinn ist. In den letzten drei Jahren waren Studen mehr Versuchskaninchen denn Studenten.
Wenn Deine Uni explizit vor Auslandssemestern warnt, wechsel die Hochschule!
Die Anerkennung von im Ausland erbrachten Studienleistungen ist nun wirklich etwas, das bei allen Problemen mit der Bologna Umsetzung viel besser geworden ist, als zu den Zeiten, als man im Ausland ECTS Credits bekam, in Deutschland aber "Scheine".
Ausserdem braucht das Internet dringend so etwas wie Godwins Gesetz (http://de.wikipedia.org/w...) fuer dieses Churchill-Totschlagargument
...daß die Hochschul-Redaktion der ZEIT nicht gerade das Aushängeschild dieser Zeitung ist, ist ja nichts neues, aber daß man sich hier offenbar langsam dem kompletten Realitätsverlust annähert (sorry), das ist schon bemerkenswert. Das Sponsoring aus Richtung CHE war ja bekannt, aber so langsam bekommt man das Gefühl, alle Artikel hier seien von Jörg Dräger unter Pseudonym geschrieben worden...
Da wird eine Studie an einer (!) Universität zum Anlaß genommen, Brathähnchen auf den Bäumen wachsen zu sehen. Ein paar Studenten, die nichts anderes kennen als den Bachelor, werden über ihre Zufriedenheit mit dem System befragt. Was bitte soll das aussagen? (Nur um das klar zu machen: ein negatives Ergebnis hätte auch nicht viel ausgesagt...)
Zwei Fragen an den Autor dieses opus magnum:
1) Bestreiten Sie allen Ernstes, daß die Stimmung an den Hochschulen bezüglich Bachelor und Master überwiegend miserabel ist?
2) Nennen Sie mir bitte einen (nur einen!) Vorteil des neuen Systems!
Der absolute Hammer aber ist, daß die schiefgegangenen Teile der Reform (also so ziemlich alle wesentlichen Punkte) der Durchführung angelastet werden. Zur Erinnerung: die einheitliche Miserabilität des Bachelor-Systems wurden von sogenannten Akkreditierungs-Kommissionen sichergestellt, die dafür sorgten, daß sich die Vorstellungen der Politik an den Hochschulen wiederfinden. Dafür mußten die Hochschulen auch noch Geld zahlen!
Wird die deutsche Uni-Landschaft durch das Bachelor-Master-System untergehen? Sicher nicht! Handelt es sich um eine überflüssige Reform, die vor allem die Ideologie einiger Politiker befriedigen soll, die schon lange aus der Hochschul-Praxis draußen sind? JA!
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