Ende der Arroganz

Das Rettungspaket für die Hypo Real Estate ist eine Niederlage für Finanzminister Steinbrück. Er schalt das Krisenmanagement der USA. Jetzt ist er selbst bloßgestellt.Von Philip Faigle

http://www.zeit.de/online/2008/40/steinbrueck-hypo-real-estate
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Leser-Kommentare
  1. 1. eben drum

    Zitat: Wieso trat der Finanzminister vergangene Woche mit solch einer Verve auf [...]? Wusste er nicht spätestens da von dem Unheil, dass sich bei dem Münchener Immobilienfinanzierer anbahnte?

    München liegt in Bayern. In Bayern wurde gestern bekanntlich gewählt.

  2. 2. Manchmal stimmen die einfachen Formeln e

    Zitat: "Kritikern der Linken wird einmal mehr die Gelegenheit geboten, die Krise in eine einfache Formel zu gießen: "Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert.""
    Haben die Jusos der 70er Jahre bereits in ihrer Stamokap-Theorie verkündet!

  3. 3. Die Superreichen haben es im Augenblick

    aber der Finanzminister lässt sie wenigstens nicht im Regen stehen. Naja, vielleicht trifft man sich ja in St. Moritz beim Skiurlaub...

    Aber vielleicht ist der Haushaltsausschuss des Bundestages ja nicht ganz so grosszügig. Rufen Sie doch einfach mal Ihren Abgeordneten an.... Es geht schliesslich um Ihr Geld!

  4. 4. Ende der Arroganz

    Ich hoffe, wir nähern uns nicht nur dem Ende der Arroganz von Herrn Steinbrück, sondern der Arroganz des sogenannten Neoliberalismus.
    Die FDP schwelgt mit ihrem ewig pubertierenden Vorsitzenden im Glücksrausch ob ihrem Einzug in den bayerischen Landtag aber zur Finanzkrise hat man aus dieser Ecke, bisher fast nichts vernommen. Gebetsmühlenartig wird immer und immer der Rückzug des Staates gefordert, jedwede Kontrolle als Gängelei diffamiert. Genau der Mangel an Kontrolle und Transparenz hat diese Krise ermöglicht, für die jetzt wir Steuerzahler ( in den USA und auch bei uns ) zahlen müssen ( zusätzlich zu den bereits aufgehäuften Zinsverpflichtungen, die bereits den zweithöchsten Ausgabeposten im Bundeshaushalt ausmachen ).
    Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert - treffender kann man es nicht ausdrücken.
    Es ist schon paradox, zahlungsunfähige Institute werden de facto verstaatlicht. Hat man das nicht früher als Kommunismus gegeisselt ?

  5. 5. Modell Soziale Marktwirtschaft in Deutsc

    Dass Steinbrück arrogant ist, ist die eine Seite. Sorge muss man aber schon um die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland haben. Da nützt auch keine ZEIT-Häme.
    Wie groß die Krise ist, kann man daran sehen, dass die deutsche Regierung (anders als BENELUX-Länder) keine Absprachen mit der europäischen Kommission traf. Da mag zwar deutsche Arroganz eine Rolle spielen, aber vielmehr scheint der Druck schnell zu handeln enorm zu sein. Langsam muss man sich doch um den Domino-Effekt sorgen.

  6. 6. Vorsicht hat nix genützt

    "Nun darf man getrost ein paar Fragen stellen: Wieso trat der Finanzminister vergangene Woche mit solch einer Verve auf, obwohl er sich doch am gleichen Abend mit den Spitzenkräften der deutschen Finanzwirtschaft traf, um sich über den Zustand des hiesigen Finanzmarkts zu informieren? Wusste er nicht spätestens da von dem Unheil, dass sich bei dem Münchener Immobilienfinanzierer anbahnte?"
    Er wusste aber auch von den Wahlen in Bayern. Nur , die Vorsicht hat nix genützt, Union und SPD sind abgestraft. Da hilft keine Schadenfreude über die Verluste des Koalitionspartners. Es wäre nur zu wünschen, die Wähler merkten, dass Grüne und FDP auch gleichen marktliberalen Geistes sind ...
    Wer sich allerdings von Gysi, Lafontaine und ihren Parteigenossen Besseres verspricht, sollte nach Berlin schauen. Da wird auf schäbigste Art und Weise privatisiert und die LINKE ist dabei. Die Sachzwänge halt: wir leben im real existierenden Kapitalismus und die LINKE darf ab und an pusten und ein Pflästerchen kleben.

  7. 7. Nein, Kommunismus

    ist, wenn man zahlungsfähige Institute verstaatlicht.;)

    Das, was jetzt passiert, ist die Rettung der Plutokratie.
    Ich höre jetzt schon das entsetzte Aufstöhnen der etablierten "Staatslenker" über das verantwortungslose Wahlvolk, das wütend ganz Rechts oder ganz Links wählen wird. Die sogenannten "Volksparteien" werden gewaltig schrumpfen. Zeit für das Establishment, sich anderweitig umzusehen. Die sogenannten "Realisten" bzw. Neoliberalen sind die wirklichen Totengräber der Demokratie. Schaut nach Östereich!

    Kant ist gross!

  8. 8. Machtwahn

    "Machtwahn" unter diesem sehr treffenden Titel und dem Untertitel "Wie eine mittelmäßige Führungselite uns zugrunde richtet" hat Albrecht Müller bereits 2006 wunderbar dargelegt, wie fadenscheinig und kopflos unsere Politiker argumentieren und agieren.

    Es war schon in der vergangenen Woche vollständig unverständlich wie unsere Bundesregierung und hierbei federführend an der Spitze, Herr Steinbrück, so arrogant auftreten konnte. Es gibt eine wunderschöne Passage im Koalitiionsvertrag von SPD und CDU, der belegt, dass Steinbrück und Merkel (stellvertretend für die Parteien bzw. die Regierung) von alledem nichts verstanden haben, als sie bei Abschluss des Koalitionsvertrags beschlossen (und glücklicherweise schriftlich niederlegten), die Verbriefungen, die für einen Großteil der Finanzkrise verantwortlich sind, noch deutlich ausbauen und erleichtern wollten. Vielen Dank auch noch.

    Aber alle Häme nützt nichts. Je mehr bewiesen wird, wie dumm die Aussage war, dass die Finanzkrise alleine ein amerikanisches Problem sei, um so mehr werden wir (die Bevölkerung, als der Steuerzahler) hier zur Kasse gebeten.

    Aber Frau Merkel und Herr Steinbrück (und andere Schlaumeier) tragen natürlich keine Verantwortung. Im besten bzw. schlechtesten Fall werden diese gegen Gewährung einer fürstlichen (oder heißt das angemessenen?) Pension in den "Urlaub" geschickt.

    Aber wenn man einmal nun die Summen addieren würde, die bislang bereits verbürgt bzw. auch bezahlt sind, würde sich eine ordentliche Summe ergeben. Denn das Landesbankendesaster in Sachsen, Bayern und in NRW (Sachsen LB ca. 16 Mrd Euro; Bayern LB ca. 5 Mrd Euro; West LB ?? Mrd Euro) muss man zur IKB Sanierung, die plötzlich mit 1,8 Mrd beziffert wird, wobei es sich eher um 11 Mrd Euro handelte und zur neuerlichen Bürgschaft für die DepfaBank (Hypo Real Estate) hinzuaddieren.

    Und das Ende der Fahnenstange ist lange noch nicht in Sicht.

    Wie lautet die Redensart, die sich leider wieder einmal bewahrheitet: Hochmut kommt vor dem Fall.

    Herr Steinbrück wird weich fallen, aber wo und wie schlagen wir denn alle auf?

  9. 10. Die Alternative denken

    Viele Leute denken sicher, man müsse diese Banken retten, "damit die kleinen Leute nicht ihre Ersparnisse verlieren".
    Aber stimmt das überhaupt?

    Ich frage ich mich:
    Könnte man da nicht einfach folgendes Alternativprogramm wählen:

    1) Der Staat rettet diese Institute NICHT, sondern wartet einfach ab, was passiert. Wenn sie pleite gehen, dann sollen sie doch. Dann verschwinden die Kredite schnell aus den Bilanzen, und die Martteilnehmer erhalten bald wieder die Klarheit, die sie brauchen, im wieder mit dem Investieren zu beginnen.

    2) Privatpersonen, die dabei ihre persönlichen Ersparnisse (Bankguten und festverzinsliche Anlagen) verlieren, und denen der Einlagensicherungsfonds nicht helfen kann, erhalten ihre Verluste (bis zu einer gewissen Höhe) vom Staat erstattet.

    3) Wenn die Leute wissen, daß sie ihr Geld so oder so erstattet bekommen, werden sie nicht an die Bankschalter rennen.

    Vielleicht gibt es ja Leute, die von Wirtschaft mehr Ahnung haben als ich und erklären können, ob das so funktunieren könnte oder warum nicht. Danke.

  10. 11. Realwirtschaft und Wettmentalität

    Es verführt das normale Volk Steuern zu hinterziehen, wenn diese Steuern dafür eingesetzt werden, Finanzungleichgewichte auszugleichen, die irgendwelche unverantwortlichen, lebensuntüchtigen Yuppies mit Krawatte verursacht haben. Die Welt hat ein Kontroll- und Autoritätsproblem

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