Schule im Wohnzimmer - ein sinnvoller Gegenentwurf?

Schlecht ausgestattete Schulen, überfüllte Lehrpläne, zu wenig Chancengleichheit - das deutsche Schulsystem steht dauerhaft in der Kritik. Ist der Unterricht zuhause eine Alternative zur Regelschule? Oder nur der Spleen ein paar weltabgewandter Querdenker? Diskutieren Sie mit!Von Meike Fries

http://www.zeit.de/online/2008/26/homeschooling-legalisierung
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Leser-Kommentare
  1. 1. Die SchulPflicht ist ein

    Die SchulPflicht ist ein DiebStahl an Kindheit durch den Staat. Stattdessen könnte auch ein KlausurenWesen eingeführt werden, wo die Pflicht besteht, aller ca. 2-4 Wochen umfangreiche LeistungsNachweise zu erbringen: So wäre die Bildung sichergestellt.Aber der Staat will natürlich die ArbeitsPferdchen/ LaufRadHamster von Morgen so früh wie möglich unter den eigenen EinFluss bringen ...Und die Reichen mit Ihren teuren Privat-ExclusivSchulen sind ja der Staat ..., also wird _dort_ schonh nichts falsch laufen ...

  2. 2. Stellen sie sich einmal 

    Stellen sie sich einmal  vor, sie wären das Kind fanatisch religöser Eltern.Würden sie sich nicht freuen, wenn sie dank der Schule ein anderes Weltbild vermittelt bekämen?
    Und wer seine Kinder von klein auf vor der bösen großen Welt bewahren will, tut ihnen keinen Gefallen damit

  3. 3. Betriebswirte, Score-Werte, Excel-Tabell

    Wundert auch das wirkliche jemanden? Inzwischen sind es ja nicht mehr fachliche Qualifikationen, die zählen - inzwischen sind es die Score-Werte, die Softskills und irgendwelche Rankings, die über das Fortkommen eines Kindes (!) entscheiden. Die falsche Grundschule im falschen Bezirk, so meinen manche HR-Betriebswirte im Personalwesen ließen ja bei einem 30-jährigen auf der Basis statistischer Kennzahlen erkennen, was der für ein Mensch sein müsse. Diese kleinkarierten und auf purer Angst basierende Denkweisen sind inzwischen leider vielerorts feststellbar und führen zu einer enormen Erstarrung innerhalb der Gesellschaft.Ein weiteres Problem liegt im Bereich der Verbetriebwirtschaftung des deutschen Schulwesens. Angeblich, so behaupten die Befürworter - würde kaufmännisches Denken zu einer erhöhten Effektivität führen und bei den Kindern und Jugendlichen einerseits zu einem verschärften Anpassungsdruck, andererseits aber auch zu einem deutlich stärkeren Konkurrenzdenken führen - genau das ist ja das, was die Damen und Herren BWLler, die alles mit einer Excel-Tabelle, in der betriebswirtschaftliche Kennzahlen abgelesen werden können, als Inbegriff der Zukunftsfähigkeit ansehen. Heraus kommt am Ende nur Murks, wie die G8-Reformen oder die organisatorischen Katastrophen beim von der Wirtschaft hochgelobten Zentralabitur zeigen, zumal es sich hierbei all zu oft nur um politischen Aktionismus handelt, mit dem man irgendwelche Forderungen von irgendwelchen Lobbyistengruppen zu bedienen glaubt.Dass sich inzwischen viele Eltern diesem Schmarrn verweigern und ganz einfach nicht mehr mitmachen, ist eigentlich kein Wunder; sowohl an den Schulen, als auch bei den Universitäten wird inzwischen vom sogenannten Bulemie-Lernen gesprochen: Nach dem Auswendiglernen irgendwelchen Stoffes, wird dieser anschließend in strikt vergleichbar gehaltenen Prüfungen ausgekot*t und anschließend vergessen. Aber das ist ja auch - so der knallharte BWLler - in Ordnung, lässt sich anschließend doch die 'Leistung' aller Schüler, aller Studenten ganz einfach an Hand einer Excel-Tabelle vergleichen. Wenn es dann schief geht, heisst es einfach, es wären kaufmännische und keine fachlichen Entscheidungen gewesen.

  4. 4. Deutschland einzigartig!!

    Das die Schulpflicht mit Gewalt durchgesetzt wird und Home-Schooling verboten ist, gibt es in Europa nur in Deutschland!!Eltern, die ihre Kinder lieber zu Hause unterrichten wollen, gehen inzwischen in das benachbarte Ausland, um der staatlichen Bevormundung zu entgehen.Wie üblich, wird in Deutschland der Weg und das Ziel gleichgesetzt. Es kommt darauf an, daß unsere Kinder zu sozialen, mündigen und kompetenten Bürgern heranwachsen. Aber vielleicht soll die übliche Regelschule ja gerade das verhindern?? Es würde doch genügen, wenn die Kinder entsprechend getestet würden, d.h. einmal im Jahr einen Wissenstest absolvieren würden, der ihre Fähigkeiten und ihr Wissen testet.

  5. 5. „in Furcht vor Gott“

    es ist wirklich schade, dass die ZEIT so ein thema nur in meinungen abhandelt und keine sachinformation bietet. wie sieht das homeschooling in den anderen europäischen ländern aus? welche erfahrungen gibt es? werden da vermehrt "sonderlinge" geschaffen oder gar "eliten"? ohne solches wissen vermute ich auch eher schrulliges, „in Furcht vor Gott“ erzogene, ohne dieser gesellschaft entsprechende soziale kompetenz. die zunahme privater ausbildungsstätten, kindergärten, schulen, unis für begüterte, exklusive wohngebiete, so stichhaltig die begründungen dafür auch sein mögen, sind doch belege für eine fortschreitende entsolidarisierung in unserer gesellschaft. wäre es nicht sinnvoller, sich mit gleicher intensität und hartnäckigkeit dafür einzusetzen, die gesellschaftlichen angebote auf ein entsprechendes niveau zu bringen?ich habe auch den verdacht, dass die schulpflichtverweigerer auf der anderen seite sehr wohl für eine teilnahmepflicht am schwimmunterricht und ein kopftuchverbot in den schulen sind. wie komme ich bloß darauf?

  6. 6. Gemeinsames Spielen und Zusammensein ist

    Kinder sollten nicht NUR zu Hause unterrichtet werden dürfen. Selbst wenn die Kinder zu Hause eine gute Bildung erhielten und die Eltern auch keine durchgeknallten Fundamentalisten wären, fehlte es diesen isolierten Kindern zwangsläufig an sozialer Kompetenz!Die Grundschule war für mich kein Ort des Lernens - sie war ein Ort des Spielens und des Zusammenseins - und in den Stunden ein Ort der Langeweile oder des Humors.Persönlich hätte ich auch gut auf die rote Experimentier-Grundschule in Bremen von 1977 bis 1980 verzichten können - aber nicht auf die Mitschüler!Die Sozis versuchten mir das Lesen mit der "Ganzwortmethode" beizubringen - war links, modern, wissenschaftlich  und fortschrittlich damals - und erfolglos. Nachdem zehn Mitschüler vorgelesen hatten, kannte man den Text irgendwann auswendig - Lerneffekt = Null!Meine Mutter erkannte die Misere und setzte das Alphabet dagegen! Gegen den ausdrücklichen Willen und Widerstand des roten Pädagogenheeres. Sie hat bei "A" angefangen und sich bis "Z" vorgearbeitet- ganz ohne Universitätsstudium und ohne Beratung des "fortschrittlichen" SPD-Bildunssenators Francke! Erfolgreich! Welch' ein Wunder!Andere Kinder hatten dieses private Glück nicht - aber die Arbeitsplätze im Hafen von Bremen werden halt immer weniger...Mangels schulischer, pädagogischer und fachlicher Kompetenz der Grundschullehrerin und der Lehrmethoden hat meine Mutter mit mir dann in der ersten Klasse ein paar Wochen lang täglich ein oder zwei Stunden "Schule gespielt" - danach konnte ich lesen, schreiben und im Tausender-Bereich die Grundrechenarten durchorgeln, das kleine Einmaleins und die Grundlagen der englischen Sprache.So schlecht muß der elterliche Einfluß also nicht sein!Das fachliche Geschehen in der Schule war seit der zweiten Klasse dann zwar nicht mehr sonderlich interessant - um nicht zu sagen gähnend langweilig - und als Folge dieses "Traumas" halte ich bis heute noch nicht besonders viel von institutionalisierter Bildung, aber als Kind isoliert, nur zu Hause aufzuwachsen, das klingt so nach Knast oder Klostermauern. Kinder brauchen viele andere Kinder um sich herum!Man sollte es den Eltern aber zugestehen, seine Kinder auch zu Hause zu unterrichten! Eine Institution kann nunmal nur bestenfalls "mittelmäßig" sein. Alles andere ist Privatsache!Herzliche Grüße,RudraChakrin

  7. 7. soziale kompetenz

    versteh ich nicht! wieso sollten solche kinder isoliert sein? es ist von unterricht zuhause, durch eltern oder andere personen die rede, nicht von kasernierung und isolationshaft. - auf der anderen seite kann die schule, gerade als soziales umfeld, ein ort der qual sein. müssen kinder, die schule so erleben, da nun unbedingt durch?

  8. 8. Guter Punkt! Lösung: Umzug!

    Volle Zustimmung!Deshalb ziehen auch immer mehr "bildungsbewußte" Familien aus sozialen Brennpunkten weg oder wählen gleich den privaten Weg eines Internats oder gehen ins Ausland - und die Brennpunkte werden dadurch noch heißer.Ich möchte nur keine politische oder religiöse oder sonstwie ideologische Gruppe gleich welcher Art Kinder ausschließlich in einer "Subkultur" erziehen lassen.

  9. 9. Angst als Motivation... immer dasselbe..

    Diese Art "Christen" haben nur Angst vor der Welt!
    Der Meister Jesus Christus meiner "kindlichen Vorstellung" würde zumindest nicht so zittern und schlottern, wie seine braven "Nachfolger"...
    Da müßte der Staat eingreifen und sagen: " Nur weil Du Angst vor Deinem eigenen Leben und der Welt da draußen hast, gibt Dir das noch lange nicht das Recht, Dein Kind in der beschränkten Welt Deiner Ängste aufwachsen zu lassen! Also kommt das Kind in die Schule! Basta!"
    Oder?

  10. 10. Schrulliges "in Ehrfurcht .." ist die Pä

    Aber zum Ausland. Hier ein aktueller Bericht über 4 Familien dort:http://www.hossli.com/articles/2008/06/03/zu-hause-zur-schule/ in
    4 Sprachen

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