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Bushs falscher Entschluss
Der US-Präsident will die iranischen Revolutionsgarden offiziell als terroristisch einstufen. Die internationalen Folgen dessen wären negativ. Ein Kommentar.
http://www.zeit.de/online/2007/33/iran-revolutionsgarden-kommentar
... am Zugang zum Persischen Golf wäre eine Lösung des Problems. Der Iran sollte mit China ein Verteidigungsbündnis eingehen und als Gegenleistung China langfristige Ölkontingente bereitstellen. Dann ist das Thema Krieg endlich vom Tisch. Da Bush keine Söhne gezeugt hat wird der Welt ein weiterer Kriegstreiber seiner Art hoffentlich erspart bleiben.
Ein sehr guter Artikel.
Wie gewohnt ist die US-Außenpolitik stets von außerordentlicher Weitsicht geprägt.
Die alten Römermeinten: Was Du auch tuest, überlegen es gut und bedenke das Ende. Davon halten die US-Politiker nun einmal gar nichts.
Die Augen werden erstaunt immer größer, wenn sich die anti-US-Kräfte im Iran noch stärker zusammenraufen. Die gleichen Blumen, die im Irak erwartet wurden, wachsen auch im Iran.
http://kommentare.zeit.de...
... aber ZenithXL - wer sagt denn, dass eine verschärfung der spannungen und ein weiterer krieg nicht genau das sind, wass bush will? um eine wiederwahl braucht er sich nicht zu kümmern, die lobby, die bush an die macht gebracht hat, verdient mit knapper werdendem öl, mit waffen und mit krieg prächtig und wenn die lage eskaliert, wird es wohl ein demokrat sein, der die suppe ausgelöffeln muss. ist dieser dann an dem chaos, das bush hinterlassen hat, gescheitert, kann sein bruder jeb mit neuen lügen und falschen versprechen das amt übernehmen und für weitere kriege und mehr gewalt sorgen.
doch auch für bush selbst springt eine menge dabei heraus: immerhin geben ihm die gewalt in afghanistan und im irak die möglichkeit, die usa dort mit truppen - und den ganzen kriegsgewinnlerfirmen - weiter präsent zu sein und der zunehmende terrorismus gibt ihm den vorwand, weiter die sicherheitsgesetze zu verschärfen, den rüstungsetat aufzustocken, die überwachung auszuweiten usw. ... es gibt nun einmal KEINEN EINZIGEN grund, warum sich bush für ein ende der gewalt und für den frieden einsetzen sollte.
Der Artikel ist typisch für die europäische Haltung, den Biedermann zu spielen, der die Brandstifter ignoriert – alles um des lieben Friedens willen.
Als Beleg dafür mögen die folgenden zwei Zitate aus dem Artikel dienen:
“...Die USA brauchen Iran, um die Sicherheitslage im Irak zu beruhigen, und ebenso sind sie auf die Unterstützung Irans in Afghanistan angewiesen. Unbestreitbar, dass Iran in beiden Ländern mit Destabilisierung spielt, auch deswegen, um aus Gründen des Selbstschutzes amerikanische Kraft zu binden, doch ebenso ist nicht von der Hand zu weisen, dass Diplomatie auf beiden Gebieten dazu führen kann, dass Iran Sicherheit erzeugt...”
Welche Unterstützung ist von einem Regime zu erwarten, das die Spielregeln der in diesem Artikel mehrfach beschworenen Diplomatie nicht einzuhalten gedenkt oder nur dann, wenn es ihm paßt? Welchen Wahrheitsgehalt haben seine wiederholten Beteuerungen, weder im Irak noch in Afghanistan den Terroristen in die Hände zu spielen, wo doch schon der Koran den Betrug an den Ungläubigen erlaubt.
“...Mindestens so ungünstig wird sich Bushs Initiative auf die immer noch offene Nuklearfrage auswirken. Iran scheint nicht im geplanten Tempo mit dem Aufbau seiner Anreicherungsanlage in Natanz voranzukommen, zugleich sieht es nach gewissen Fortschritten in dem komplizierten Verhandlungsprozess mit der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA aus. Teheran darf da nichts geschenkt werden, aber diplomatische Lösungen sind nach wie vor möglich, die freilich rücken jetzt wieder in weitere Ferne. Grundsätzlich ist es sogar richtig, die vielen „Iranthemen“ zusammenzufassen, also Irak, Afghanistan, Nahost und die Atomfrage, denn letztlich wird es Einigung nur geben, wenn ein sicherheitspolitisches Gesamtkonzept sichtbar wird, in das sich Iran einordnen mag...”
Die Europäer verhandeln mit den Iranern mindestens seit 2004 über die Urananreichungen und haben sich dabei nur über den Tisch ziehen lassen. Gegen iranisches Verhandlungsgeschick wirkten unsere Unterhändler wie Azubis im ersten Lehrjahr. Und will der Verfasser allen Ernstes behaupten, daß dem Iran zwar nichts geschenkt werden darf, aber diplomatische Lösungen nach wie vor möglich sind, die natürlich aufgrund der uneinsichtigen Haltung der Amerikaner wieder in weitere Ferne rücken?
Herr Biedermann wird erst aufwachen, wenn die Flammen schon züngeln. Aber auch dann wird er die Schuld bei sich suchen, er hätte die Streichhölzer besser wegschließen müssen.
Max Frischs Biedermann ist ein ehrgeiziger Geschäftsmann, der nach mehr Ansehen und Beliebtheit strebt, und dabei über Leichen geht. Er denkt bei allen Katastrophen zuerst daran, wie er sich selbst damit einen Vorteil verschaffen könnte, später will er nichts mehr damit zu tun haben. Er ist im Angesicht unliebsamer und schmerzlicher Erkenntnisse ein Meister der Verdrängung und des Vergessens. Im Gegensatz zum Hörspiel wird im Drama eine Eigenschaft Herrn Biedermanns nicht herausgearbeitet: Herr Biedermann überlebt die Katastrophe und profitiert. Nach Außen verkörpert er einen korrekten Menschen, der großen Wert darauf legt, von anderen Menschen als mitfühlend und barmherzig angesehen zu werden. Er ändert seine Meinungen je nach Situation und ist somit ein Mitläufer, der nur dort stark ist, wo er weiß, dass seine Anweisungen ohne Widerworte akzeptiert und ausgeführt werden: nämlich dort, wo er es mit Schwächeren zu tun hat.
http://de.wikipedia.org/w...
Ich assoziiere hier eher G. W. Bush denn G. v. Randow.
Aber Herr Peter Schoenau - wie kommen Sie darauf, die die Europäer die Brandstifter verkennen? Die USA sind als Hauptgrund für Krieg und Gewalt in der Welt unstrittig identifiziert und werden auch allerorts entsprechend kritisiert ... naja - FAST allerorts. Nur ein kleines Dorf in der Mitte Berlins - das Regierungsviertel - widersetzt sich mit Merkel an der Spitze natürlich Vernunft und Einsicht und opfert lieber deutsche Leben als Vasallendienst für Bush.
Es mag der amerikanischen Propaganda entsprechen, dem Iran die Schuld für das eklatante Versagen der US-Truppen in den überfallenen Ländern Irak und Afghanistan geben zu wollen, aber das ist ja nichts neues. In Vietnam war es halt China und Laos - irgendwem versuchen die Amerikaner halt immer die Schuld für das Scheitern ihrer Kolonialkriege zu geben. Nur - wer glaubt ihnen schon? WO sind denn die Beweise für die Destabilisierungsversuche des Iran? Und wenn wir schon bei Beweisen sind? WO sind eigentlich die Massenvernichtungswaffen des Irak, von denen Bush behauptet hat: "wir wissen, dass er (der Irak/hussein) sie hat und wir wissen, wo sie (die Massenvernichtswaffen) sind."?
... muss ich zweiundvierzig zustimmen. Was ist heute noch als "Beweis" zu akzeptieren , als Rechtfertigung für einen Kolonialisierungskrieg mit allen Folgen?
Die Amerikaner sind selbst schuld wenn Ihnen jegliche Art der Infromationsmanipulation zugestanden wird.
Waehrend allgemein angenommen wird, dass das vorgestrige Massaker in Nordiraq Al-Qaeda zugerechnet werden muss, werden zunehmend schrille Botschaften der Bush-Administration in Richtung Iran ausgesandt. Ein interessanter Aspekt ist dabei die in dem Artikel erwaehnte Note, der (vom Volk gewaehlte) Praesident der Islamischen Republik Iran Mahmoud Ahmadinejad sei natuerlich _auch_ ein Revolutionsgardist. Sollen wir jetzt davon ausgehen, dass Bush ihn demnaechst persoenlich als Terroristen jagen wird?
Europaeer sollten sich erneut mehrmals ueberlegen, ob sie auf einen solchen Zug aufspringen moechten. Das Chaos, dass die voellig verfehlte Nahostpolitik der derzeitigen US Administration in der Region bisher angestellt hat, ist kaum zu ueberbieten. Es verwundert, dass offenbar sowohl der bisher voellig von USA abhaengige Praesident in Kabul wie auch sein Kollege in Baghdad nun Gespraeche mit den Anrainern suchen, was in Washington offenbar nicht gutgeheissen wird. Die Frage bleibt, in wie weit Europa in dieser Situation Einfluss nehmen kann.
Ob es richtig ist, die so genannten Iranthemen zusammenzufassen, inklusive des problematischen Nuklearprojekts, wie in dem Artikel suggeriert, sei dahin gestellt. Es ist anzunehmen, dass Iran, ein immer noch schwach entwickeltes Land mit etwa 70 Millionen, mittelfristig seine Abhaengigkeit von Oel und Gas beenden will und muss. Dass Iran tatsaechlich Nuklearwaffen anstrebt, auch davon kann man ausgehen. Bei der derzeitigen Bedrohungslage wundert mich das nicht.
Bush sollte in den ihm verbleibenden Monaten klar gemacht werden, dass das gerade seine 60jaehrige Unabhaengigkeit feiernde Pakistan bei weiter fortschreitender Radikalisierung oppositioneller islamistischer Kraefte eine weit groessere Gefahr nicht nur fuer die Region darstellt als Iran. Der sunnitische Terror in Iraq, der offenbar seine Unterstuetzung im wahhabitischen Saudi-Arabien hat, darf ebenfalls nicht einfach ausgeblendet werden.
Europa hat sich von den Überlebensfragen der Weltpolitik verabschiedet und verlebt spätsommerliche Tage im Vorruhestand. Aus der Jahrtausende alten Erfahrung offenbar nichts geerbt, aus jeder Art von Gewaltherrschaft scheinbar nichts gelernt habend bietet ein müdes Europa nichts an, überläßt alles den USA und beschäftigt sich mit sich selbst.
Die Zivilisation, die letzten Jahrhunderte entscheidend geprägt hat, ist die Europäische. Ihre Beiträge sind jetzt gefordert. Was ist der nächste Schritt aus einer aufgekärten, säkularen Position heraus mit sich fundamentalistisch gebärdenden Religionen und deren Derivaten umzugehen? Wo sind die Schumans oder Hammarskjölds, die eine neue Phase in der Völkerverständigung überzeugend beginnen können? - Wahrscheinlich noch im Urlaub.
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