Ein wenig entspanntes Treffen

Der Streit der israelischen Regierung mit Schweden geht alle EU-Staaten etwas an. Auch Kanzlerin Merkel, die Premier Netanjahu in Berlin empfing.Von Michael Thumann

http://www.zeit.de/2009/36/Meinung-Netanjahu-in-Berlin
Zu den neuesten Kommentaren
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Leser-Kommentare

27.08.2009 um 14.15 Uhr
1. Guter Artikel,

auch Israel muß sich öffentliche Kritik gefallen lassen aber nicht beugen. In dem Fall müßsten für eine solche Unterstellung auch Beweise auftauchen ansonsten wird der Kritiker zum aggressiven Verleumder.

dann sollte man daran arbeiten:
"...Zu Recht, denn Boström arbeitet mit sechzehn Jahre alten Indizien, Belege fehlen...."

Zu dumm, daß das Problem durch die tolle Diplomatie Netaniahus gelößt werden soll. Das hilft nämlich nur kurzfristig- so meine ich.

27.08.2009 um 14.38 Uhr
LB
2. Schließe mich an

Ein guter Artikel, der die Position der israelischen Regierung in der Frage kritisch beleuchtet ohne außen vor zu lassen, dass der Artikel in der "Aftonbladet" unhaltbar ist. Die Reaktionen aber sind vollkommen überzogen und die Holocaustvergleiche unappetitlich. Als Israeli würde ich mich ebenfalls dafür schämen.

MfG aus dem Pott
LB

27.08.2009 um 14.51 Uhr
3. Dürftiger Artikel

Da werden sich die "Israelkritiker" unter den Lesern aber freuen, so etwas zu lesen zu bekommen. Daß der Autor so leichtfertig über die Bedrohung Israels durch den Iran hinweggeht, ist unfaßbar. Ich möchte mal wissen, wie die Deutschen reagieren würden, wenn sie auf der Abschußliste eines Terrorstaates stünden, der im Begriff ist, eine Atombombe zu basteln.

Im übrigen vermittelt der Artikel den Eindruck, daß Israels Siedlungspolitik schuld daran sei, daß es mit dem Frieden in Nahost nicht klappt. Tatsache ist aber, daß es mit einem Frieden solange nicht klappen wird, wie die Palästinenser das Existenzrecht Israels nicht anerkennen. Es ist allgemein bekannt, daß die Hamas dies niemals tun will, und daß Hamas vom Iran unterstützt wird. Das sind die wahren Probleme im Nahostkonflikt.

Unsäglich ist auch die Darstellung der Verstimmung zwischen Israel und Schweden. Wer sich über die Hintergründe kundig machen will, ist beim Kölner Stadt-Anzeiger besser aufgehoben: http://www.ksta.de/html/a...

27.08.2009 um 15.44 Uhr
4. wie bitte?

"eine art neuauflage des karikaturen-streits"? wer die erregung der israelis über die massenmediale verbreitung antisemitischer verleumdungen im stil mittelalterlicher ritualmord- und blutsäufer-legenden mit der inszenierten empörung und den blutigen ausschreitungen, anschlägen und morddrohungen durchgeknallter extremisten anlässlich des abdrucks einiger mohammed-bildchen (die flagge der pressefreiheit hing in schweden seinerzeit übr. ausgesprochen tief) vergleicht, muss schon ein ziemlich schräges welt- und geschichtsbild haben. milde ausgedrückt.

(Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und tragen Sie zu einer ebensolchen Debatte bei. Die Redaktion/jk)

27.08.2009 um 16.09 Uhr
5. Komisch....

Wenn in Europa wegen der Besatzung und ihren Folgen (Besetzung, Landname, Demütigungen, Verweigerung der allgemeinen Bürger- und Menschenrechte seit 1967)
zum Boykott israelischer Produkte aufgerufen wird, wird immer wieder gern ein Zusammenhang zwischen dem historischen "Kauft nicht bei Juden" hergestellt - und damit den Menschen in Europa, die sich mit den Palästinensern solidarisieren und die Besatzung anprangern, Antisemitismus unterstellt.
.
Mit "Kauft nicht bei Schweden" haben die gleichen Kreise aber kein Problem.

27.08.2009 um 16.11 Uhr
6. Der Artikel ist ein Skandal

Der Artikel ist ein Skandal - damit diskreditiert sich die Zeit. Der Text in der schwedischen Zeitung war keine "Meinung" und der Streit hat nichts mit "Pressefreiheit" zu tun, die man hochhalten könnte. Vielmehr handelt es sich um eine Hetzschrift, die sich aus der scheinbar wieder weit offenen (untersten) Schublade imaginärer Zerrbilder bedient und damit antisemitische Propaganda nach Art der sog. "Protokolle der Weisen von Zion" liefert. Der Staat Israel ist unter anderem genau deshalb gegründet worden, damit Juden solche Angriffe NIE mehr wehrlos erdulden müssen. Die israelische Regierung erfüllt also erst mal ihre Aufgabe. Das muss man verstehen - und DANN darüber diskutieren, inwiefern Netanyahu und Lieberman die jüdische Angst für ihre gewiss abzulehnenden Ziele instrumentalisieren. Gerade die israelische Gesellschaft ist bei allem Militarismus und bei aller Gewalt enorm diskussionsfreudig und besitzt eine sehr pluralistische Presse, in der solche Diskussionen geführt werden; es ist nicht nötig, den Israelis Netanyahus Opportunismus und seine Skrupellosigkeit mit einem ekelerregenden Ton von Besserwisserei auf die Nase zu binden. Eine Verbesserung der Lage im Nahen Osten wird sich nicht gemäß nordeuropäischen utopischen Vorstellungen einer Welt von Gutmenschen bewerkstelligen lassen. Es ist doch sehr faul, aus Stockholm oder Hamburg implizit zu einem Gespräch mit Hamas aufzurufen, wo deren (und Irans) Raketen nicht hinzielen. Igitt!
(Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Die Redaktion/jk)

27.08.2009 um 16.23 Uhr
Sauzahn
7. Wie bitte?

Eine schwedische Schmonzette übelster Machart bringt einen Artikel von abgrundtiefer Dummheit und nun kommt folgender Satz von Herrn Thumann:

"Der Streit der israelischen Regierung mit Schweden geht alle EU-Staaten etwas an. Auch Kanzlerin Merkel, die Premier Netanjahu in Berlin empfing."

Das heißt alle Europäer sind für diesen Artikel verantwortlich. Sonst geht's noch?

Mein lieber Herr Thumann es gibt keine Erbschuld. Es gibt eine Erbverantwortung.
und
Was ist das für ein Staat, für eine Regierung, für Diplomaten, die offensichtlich nicht in der Lage sind eine Gegendarstellung zu verlangen und zu bekommen?
Das kann Ernst-August von Hannover und seine Caroline besser.

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Sie werden Deutschland nie regieren - Sie nicht!
(Gerhard Schröders wahre Worte)

27.08.2009 um 16.45 Uhr
8. frieden in nahost...

nirgend steht in dem artikel geschrieben, dass die israelische siedlungspolitik die einzige ursache des konfliktes ist. sicher haben Sie recht, dass die palästinenser das existenzrecht israels anerkennen müssen. aber dass sie das - momentan - noch nicht tun (was die zukunft bringt wissen Sie genausowenig wie irgendjemand anderes...) ist keine rechtfertigung für die auf keinerlei rechtsgrundlage stehende siedlungspolitik!

davon abgesehen geht es in dem artikel darum, mit welchen mitteln israel auf kritik reagiert.
und dass die kritik in diesem fall mehr als vage ist wurde auch gesagt.

und wer nicht nur ausnahmsweise heute mal zeitung liest, der wird schon bemerkt haben - oder noch bemerken - dass die israelische führung mit kritik generell ein problem hat...

und das wird sich - meiner persönlichen, ganz unbedeutenden - meinung nach auch nicht ändern, solange man sich für "das auserwählte volk gottes" hält...
und solange wird es auch keinen frieden geben.

was nicht heisst, dass sich nicht auch auf seiten der palästinenser einiges ändern muss!

27.08.2009 um 17.04 Uhr
9. Mein Bekenntnis

Das Problem liegt nicht am israelischen Staat (der übrigens kein 'jüdischer', sondern auch ein muslimischer und christlicher ist), sondern bei Politikern, wie Ariel Sharon - an ihn mahnt das Pflegeheim - oder Benjamin Nethanjahu. Man beseitigt nun einmal kein Unrecht, in dem man selber eines begeht; das ist eine sehr alte Weisheit, die allerdings bei vielen Leuten - insbesondere im Nahen Osten - überhaupt noch nicht angekommen scheint, wie die Ermordung Rabbins zeigte.

Auch Benjamin Nethanjahu wird sich am Ende in die politische Sackgasse manövrieren - und das Tragische an der ganzen Sache ist, dass er es weiß oder zumindest ahnt. Seine Zeit ist ganz einfach abgelaufen; sein Freund George W. Bush und dessen Neocons ist nicht mehr im Weißen Haus - dort weht inzwischen ein ganz anderer Wind. Und die Totschlagkeule des Antisemitismus? Deren inflationärer Einsatz seitens der Neocons hat dazu geführt, dass sie immer weiter verpufft. Und für Leute, wie Nethanjahu, Wolfowitz, Condoleeza Rice und deren Parteigänger bekenne ich mich doch gerne und vor allem offen als Antisemit, haben sie doch dem Staat Israel einen Bärendienst erwiesen.

27.08.2009 um 17.33 Uhr
colca
10. Kompliment

Treffer Herr Thumann, ein guter Artikel.
Das kann man schon am Schaum erkennen, der offenbar einigen Kommentatoren vom ultrazionistischen Flügel vor dem Mund steht :))
Ansonsten ist Ihnen nur zuzustimmen. Die EU muss gegenüber den Zumutungen nahöstlicher Extremisten zusammenstehen. Egal. ob die gegen die dänische oder die schwedische Meinungs- und Pressefreiheit Sturm laufen.
Allerdings hege ich meine Zweifel, ob ausgerechnet Frau Merkel das erforderliche Rückgrat dafür hat.

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