Die Securitate ist noch im Dienst
Zwanzig Jahre nach dem Tod Ceauşescus ist sein Geheimdienst weiter aktiv. Die Schriftstellerin Herta Müller berichtet erstmals über ihre Erfahrungen mit dem Terror
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Leser-Kommentare
Meine Forderung lautet: Rumaeniens Mitgliedschaft in der EU ruht bis das geklaert und bereinigt ist.
Da nun alle Europaeischen Staaten ueber Geheimdienste verfuegen, laesst sich doch dazu nur noch sagen, dass die Regierungen Europas die EU16/25 Bevoelkerung belogen haben als Rumaeniens EU Beitritt verhandelt, beschlossen und umgesetzt wurde.
Punkt um!
und die Autorin übertreibt kein Stück. Ich erinnere mich nur vage an die abgehörten Telefonate, das Stasi-Auto vor der Tür und die geöffnete Post.
...ich war ja auch nur ein Kind - Stimmenwirrwarr beim telefonieren war normal.
Die Briefe hat man manchmal notdürftig wieder zusammen geklebt - Alltag. Und der weisse Dacia vor der Tür? Manchmal hiess es die Securitate hätte Geräte mit dem sie bei den Leuten ein Krebsgeschwür auslösen.
Was wirklich war werde ich nie wissen, es sei denn durch solche Autoren. Man schweigt sich aus, ähnlich wie hier nach dem 2. Weltkrieg. Aber einig sind sich alle - die Securitate-Leute sind nach wie vor da, andere Positionen, gleiche Machtstellungen. Rumänien war nie in armes Land, wo ist das Geld denn hingeflossen?
Im Interview vergleicht Cartarescu: "Rumänien ist wie ein Lateinamerikanisches Land, bloß verloren in Europa." (http://www.zeit.de/online...) ich denke das trifft den Nagel auf dem Kopf.
Aber es gibt ja noch "Rumänien"... das wunderschöne und heterogenste Land das ich kenne. Ein Exot mitten in Europa. Wenn wir die Vergangenheit verarbeitet haben können wir uns hoffentlich auch mal diesem Rumänien widmen.
...Mitglieder, sonst ist die schöne europäische Idee einer demokratischen Gemeinschaft am Ende!
Rumänien sollte ein Ultimatum gestellt bekommen bei dessen Nichterfüllung der Rauswurf aus der EU gehört!
Europa darf nicht zulassen dass einzelne Mitglieder in die Ditatur abrutschen, sonst gefährdet das sogar das Erreichte für unsere eigene Demokratien.
Jeder soll wissen dass Europa ein exklusiver Club von Demokraten ist und wer sich an die Spielregeln nicht hält fliegt raus. Andernfalls ist die EU nichts wert!
"Toleranz heisst die Intoleranz nicht zu tolerieren" Karl Popper
Es schmerzt, die Worte einer großen Autorin und Meisterin der Sprache mit dem erniedrigenden Thema "Securitate" so verzweifelt ringen zu sehen. Ich bin Ihnen jedenfalls sehr dankbar, dass Sie das Tabu um die Verwicklung der rumäniendeutschen Landsmannschaften (neuerdings "Verbände") in die - anhaltende - nationalkommunistische Politik Rumäniens gebrochen haben.
Die meisten Mitglieder dieser Landsmannschaften wissen gar nicht, dass deren Vorstände und Kulturräte weder die Rehabiltation der jahrzehntelang diskriminierten Deutschen aus Rumänien noch die Restitution, der ihnen konfiszierten Häuser und Grundstücke betreiben. - Die Konfiskation und der Handel mit enteigneten Besitztümern muss als der Motor der heutigen Securitate und als Faustpfand des korruptesten Staates in Europa betrachtet werden.
Alle Initiativen des Verbandes der Banater Schwaben oder des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Sachen Restitution (von Rehabilitation ganz zu schweigen) waren irreführend gegen die eigenen Mitglieder und halbherzig, was den politischen Druck auf Rumänien betrifft.
Stattdessen kooperieren die Bundesvorsitzenden mit den durchwegs korrupten Politikern des post-ceausistischen Rumäniens und bereichern sich dabei selbst an den zwangsenteigenten Gütern ihrer Landsleute, wobei bundesdeutsche Gesellschaften sich an diesem groß angelegten Raub beteiligen. Das Haus mit dem Hirschgeweih in Schäßburg ist ein Paradebeispiel für die Verflechtung der vielschichtigen Interessen: http://www.resro.eu/f02.html
(entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und Diffamierungen dieser Art. Die Redaktion/jk)
Wenn der rumänische Geheimdienst mit dem deutschen so gut zusammenarbeitete, dann ist davon auszugehen, daß die ostdeutsche Staatssicherheit mit dem BND noch perfekter zusammenarbeitete.
Ich hörte von einem Mann aus dem Ruhrgebiet, daß offensichtlich nach der Wende beide miteinander verschmolzen sind.
Ich glaube dem Bericht von Herta Müller.
Gerüchte in Umlauf zu bringen (gegen die man machlos ist) oder falsche Behauptungen (daß wie hier der Observierte als Spitzel hingestellt wird) kenne ich aus Ostdeutschland nach der Wende.
Meine Frage an die ZEIT:Wie ist der westliche Geheimdienst nach dem Krieg mit Menschen umgegangen, die nicht Ludwig Ehrhard und Herrn Adenauer zugeneigt waren? Steckt hinter all diesen Diensten wirklich der amerikanisch-jüdische Geheimdienst?
(entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen und Falschbehauptungen dieser Art. Die Redaktion/jk)
Anscheinend ist sie mit ihrer Strategie, haltet den Dieb, hier im etwas blauäugigen Westen sehr erfolgreich.
Es ist doch so: Wer zuerst aufsteht und ruft: „Haltet den Dieb“, dem glaubt auch jeder. Wer sich verteidigt, klagt sich an. Oft stellt man erst viel später fest, dass die erste Nachricht eigentlich die falsche gewesen war. Wichtig ist nur das Ergebnis.
Und das stimmt bisher für Frau Müller!!
Frau Müller lebt offensichtlich in einer imaginären West-Europa: Wissen Sie, was die Geheimdienste, etc. so mal in der EU machen? Ob man in der 'alten' Europa nicht Telefonate, Briefe, Bankkonten verfolgt? Aber üblichen Rumänien-Bashing zu treiben, ist profitabler, sicher.
Diese Form der "Kritik an der Kritik", wie sie im vorigen Kommentar artikuliert wird, ist das in Rumänien am häufigsten zu hörende Gegenargument, wenn von Korruptionsbekämfung gesprochen wird.
Nicht die Korruption in Rumänien ist demnach das Problem, sondern die "Monitorisierung" (Kontrolle) durch die europäischen Institutionen.
Auch wird einem in Rumänien sofort entgegengehalten, dass die Korruption auch in Deutschland ein ungemein verbreitetes Phänomen sei, sich aber niemand darum schere. (Was unter Hinweis auf die rechtskräftigen Verurteilungen und hohen Strafen bei Korruption hierzulande, unbedingt zurückgewiesen werden muss.)
Irgendwie gewinnt man den Eindruck, dass die Rumänen ihre Geheimdienstaffären und ihre Korruption ganz schön ins Herz geschlossen haben, bei soviel Widerstand gegen die Kritik daran.
Siehe:
http://www.dieterwunderlich.de/Muller_herztier.htm#cont
Interessant an dem Beitrag ist, dass die Geschichte der Erzählung fast identisch ist mit Herta Müllers so eben erschientem Beitrag im Feuilleton der Zeit.
Die Fragen, die ich mir stelle sind folgende:
1. Ist Herztier ein autobiografische Erzählung oder Fiktion?
2. Ist der Beitrag in der Zeit eine (kopierte) autobiografische Erzählung oder eine wahre Geschichte?
Denn, wenn man beide parallel liest, weiss man nicht mehr, wer von wem das Copyright nahm...in Herztier gibt es - zwischen anderen Ähnlichkeiten - 3 deutsche Studenten-Freunde, wegen denen die Erzählerin als Hure beschimpft wird, in der Zeit-Geschichte sind es arabische Studenten die später, während H.M-s Verfolgung, die dazu für die Securitate herhalten.
Aber dies ist nur eine der Parallelen. Wichtiger als dies sind die stilistischen Ähnlichkeiten die mich zur Vermutung bringen: Möglicherweise handelt es in beiden Aufsätzen nur um Literatur...
Ein andere Auffälligkeit betrifft einen Untertitel im Beitrag.
In der Online-Ausgabe wurde der Untertitel betreffend den Abschnitt mit dem Verband der Banater Schwaben geändert gegenüber des gedruckten Textes.
Es ist ja bekannt, das viele Banater Schwaben Herta Müller nicht mögen, und zwar von Anfang an, weil Sie in denuntiatorischer Weise, noch in Rumänien despektierlich über Sie schrieb. Nestbeschmutzer sind halt nicht geliebt. Nun greift Sie wieder mal den Verband an mit der Vermutung, das der Kulturbeauftragte ein Securitate-Spitzel (gewesen?) wäre. Der geführte Beweis ist äußerst dünn. Es soll ein Bericht in der Akte stehen über einen Besuch in der Wohnung, neben dem Bericht schrieb der H.M. vernehmende Offizier einen IM-Namen, den jetzt Frau Müller dem Kulturbeauftragten zuweist. Wie gesagt, äußerst dünner Beweis.
Frau Müller wird vom ehemaligen Gründer der Temeswarer freien Gewerkschaft schon seit ein paar Jahren angegriffen, selbst mit dem Regime kollaboriert zu haben. Dazu schweigt Sie eisern. Soll der jetzige Beitrag eine Art Freischaufeln sein, eine Beschreibung des Ist-Zustandes der ehemaligen Securitate, oder nur literarische Fiktion, reißerisch aufgemacht wegen dem Sommerloch?
Fragen über Fragen und manche These die an Verleumdung sehr nahe ist.
Und für mich, als Banater Schwabe stellt sich die Hauptfrage:
WIESO SCHWEIGT DIE FÜHRUNG DES BANATER VERBANDES ZU DIESEN VORWÜRFEN?
WIRD DIESE SITUATION (NOCH) ANALYSIERT?
WANN FINDET EINE ANALYSE STATT?
getkiss