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Das Netz als Feind
Warum der Intellektuelle im Internet mit Hass verfolgt wird.Von Adam Soboczynski
http://www.zeit.de/2009/22/Der-IntellektuelleWarum der Intellektuelle im Internet mit Hass verfolgt wird.Von Adam Soboczynski
http://www.zeit.de/2009/22/Der-Intellektuelle
Mal so ein richtig aufbauendes Stück Kulturpessimismus tut gut! Betonen sollte man noch, dass es natürlich immer Intellektuelle waren, die die Intellektuellenfeindlichkeit gefördert haben. Aber, was soll's? Der Elfenbeinturm ist doch ein gemütlicher Ort - man muss nur auf Applaus verzichten können!
Ich kann diese Tendenz beim besten Willen nicht feststellen.
Was ich allerdings feststelle, daß mit Hilfe von Blogs und Internet die Meinungsvielfalt deutlicher geäußert wird. Und, daß vor allem die einseitige Meinungsmanipulation von bezahlten Autoren unterlaufen wird. Für eine demokratische Meinungsbildung sind unabhängige und vielfältige Informationen notwendig. Nicht umsonst belegt die Politik viele ihrer Entscheidungen mit dem Geheimnisetikett, siehe die verfassungswidrige Bankenhilfe.
Medien, deren Existenz von der Unterstützung der inserierenden Industrie abhängt, können nicht objektiv sein. Und gerade heute, im Zeitalter zunehmender Komplexität brauchen wir unabhängige, auch widersprechende, Informationen. Diese Leistung bringen der derzeitigen Massenmedien nicht. Um ihr eigenes Defizit zu kaschieren, werden die "Laienjournalisten" diffamiert und die Internetöffentlichkeit herabgesetzt. Gerade im Internet äußern sich viele hochintelligente und gebildete Menschen, nur entsprechen ihre Äußerungen oft nicht dem gewünschten Meinungsmainstream.
Intellektuelle werden im Internet nicht mit Hass verfolgt, nur ist für einfache Gemüter deren Denkweise oft auf Grund mangelnder Informationen nicht nachvollziehbar. Der die B--D-Zeitung als einzige Informationsquelle nutzt, darf sich über ein einfaches Weltbild nicht wundern.
Dieser angebliche Hass wird häufig auch von angestellten Meinungsmanipulateuren geäußert, die gesellschaftliche Meinungen manipulieren wollen. Ein Paradebeispiel sind die aktuellen Umfragen zum Sperren unliebsamer Internetangebote (z.B. Kipo oder rechtsextremistischer Seiten) durch Manipulation der Internetinfrastruktur ohne die Möglichkeiten einer demokratischen Kontrolle (s.o. Geheimnisprinzip).
Es geht in dem Artikel hauptsächlich darum, die anderslautenden und vielfältigen Meinungen im Internet abzuqualifizieren, die Motive mit primitivem Hass zu versehen und eine intellektuelle Meinungsführerschaft einiger weniger als erstrebenswert hinzustellen. Immer nach der Devise, wer Ansichten gegen den gewünschten Mainstream äußert, der muß die Intellektuellen hassen und dessen Argumentation soll man nicht ernst nehmen.
Von Intellektuellenfeindschaft im Netz habe ich heute erstmals gehört. Gemerkt hatte ich davon nie etwas, obwohl ich mir einbilde, ein Intellektueller zu sein.
Vielleicht ist der Verfasser ja weniger als Intellektueller, denn als besoldeter Vertreter der Massenmedien zu dem Gefühl gekommen, dass man dergleichen nicht schätzt.
Im Internet nützt es den besoldeten Meinungsmachern der Journaille nichts, die Vertreter einflussreicher Kreise zu sein. Die Journalisten träumen von früher, als man den kritischen Leserbrief in den Papierkorb entsorgen und am nächsten Tag weiterlügen konnte.
Das ist freilich aus. Im Normalfall vergeude ich meine Zeit nicht mehr damit, mich von käuflichen Medien anlügen zu lassen.
Wer liest denn die ZEIT? Im Normalfall Beamte, Lehrer und Angestellte, die aus beruflichen Gründen gezwungen sind, immer die politisch korrekte Auffassung zu allen möglichen Themen haben zu müssen. Die finden sie in der ZEIT und können sie unbesorgt nachplappern. Mehr gibt das Blatt auch nicht her.
Anspruchsvolle Informationen und Diskussionen finden Sie im Internet, wo man bezahlte Pseudointellektuelle der kapitalistischen Lügenpresse freilich nicht mag, kritische Intellektuelle dagegen schon.
(Anmerkung: Bitte formulieren Sie Ihre Kritik ein wenig sachlicher. Danke. Die Redaktion/jk)
Hass auf Intellektuelle, wenn schon , dann allenfalls ist es eine Ablehnung von denen, die sich von oben herab wahrgenommen fühlen.
Einige der Intellektuellen, finden nur ihre Wortwahl und die ist für viele oft nicht zu verstehen, weil auch deren persönliches Hintergrundwissen zu komplizierten Themen eingeschränkt ist.
Ich persönlich merke das auch manchmal und entsage mich der Teilnahme.
Im übrigen muß ich nicht überall dabei sein und man sollte auch achtgeben, dass man sich nicht selbst überschätzt.
Allerdings fällt man so oft auch auf Schein-Intellektuelle herein, deren Wissen nur daraus besteht, dass sie fleißig irgendwo abschreiben, so sollte man im Internet auch nicht treudoof jedem Wort Glauben schenken.
Ich bleibe dabei.
Hass war und ist hier die falsche Wortwahl, diese Wortwahl war nicht sehr geistreich.
Herzlichst
Orpheus
Lieber Herr Soboczynski,
da Sie ja ein so interlektueller Mensch sind, dürfte Ihnen doch auch mal aufgefallen seien, das sich die Welt regelmässig ändert. Das sind diese Dinge, die Sie so schön als "Staunen" beschrieben haben.
Während des Lesens möge man glauben, da weint sich jemand aus, weil er nicht mehr geliebt wird, weil er seiner Aufgabe entrissen wurde. Nun, Herr Soboczynski, es sei Ihnen versichert, Interlektuelle werden immer einen Platz in der Gesellschaft haben. Aber genauso, wie die Politik das Internet nicht verstanden hat, haben Sie es scheinbar auch nicht verstanden. JEDER darf im Internet sein Wissen (oder Unwissen) zur Verfügung stellen und JA, Kritik (auch ungerechtfertigte) gehört zum Leben dazu. Wenn früher vielleicht nur der Kollege der FAZ über Sie einen Kommentar geschrieben haben mag, so kann das heute auch Tante Frieda aus Klein Kleckersdorf. Das mag manchmal weh tun, andererseits eröffnet es Ihnen aber vielleicht auch neue Eindrücke, wie das "Volk" denkt. Dies nennt man auch "Meinungsfreiheit" (siehe auch GG §5).
Diese Revolution in der Meinungsfreiheit (welche die Politik ja gerne wieder einschränken möchte), hat natürlich auch ihre Kinderkrankheiten. Wir müssen erst noch lernen, eine Art "Medienkompetenz" zu entwickeln. Dieser Prozess wird aber erschwert von einer sich rasant entwickelnden Technologie, welche vieles neues möglich macht, mit dem wir uns aber erst mal beschäftigen und auseinandersetzen müssen. Aber dieser Herausforderung des Lebens werden wir uns stellen müssen.
Mittelfristig wird sich auch das Niveau im Internet wieder anheben.Es wird sicherlich neue Formen von Medien geben und die gute alte Tageszeitung / Wochenzeitung wird wohl verschwinden. Und es wird auch einen Bruch bei dem Thema Kostenlos geben. Wenn keiner mehr davon leben kann, sinnvolle Informationen und Nachrichten zu liefern, wird diese Quelle versiegen. Aber da wir über Kurz oder Lang ohne diese nicht leben können, werden wir Wege entwickeln, das man davon doch wieder leben kann. Dies wird ein wenig dauern, aber es ist wie mit dem Kind und der Herdplatte. Manche wollen halt die Erfahrung des Schmerzes machen, auch wenn man ihnen 100 mal gesagt hat, das es passieren wird.
Den insgeheimen Wunsch, wieder zurück zum alten System zu schwenken, in dem Sie aus Ihrem Verlagshaus heraus die Deutungshoheit über die Welt hatten, den möchten wir aber nicht gehen. Interlektuell per "Erlass", das ist nun vorbei. Ihre Anerkennung müssen Sie sich jeden Tag neu verdienen, so wie die meisten anderen Menschen auch. In diesem Sinne noch einen schönen Tag
hat hier ein Intellektueller selbst ein wenig Neidgefühle, daß das Internet es dem Prekariat so leicht macht ein Statement abzugeben?
Die Verteilung Intellektueller / Nicht-Intellektueller in der Bevölkerung wird mit Einführung des Netzes sich nicht wesentlich geändert haben, lediglich werden jetzt Meinungen/Ansichten/Vorurteile sichtbar, die vorher nur vermutet wurden und lediglich indirekt Einfluß auf Endscheider nahm.
Spannend ist natürlich wie sich diese nun sichtbare "Stimm"ung auf den Kommerz und die Politik auswirkt, was sicher auch zeitnahe Interaktion im Netz mit sich bringt. Ein zweischneidiges Schwert, das sowohl Ängste als auch Hoffnung schürt.
Etwas was die Politik noch nicht richtig begriffen hat und eher die Angst das Motiv im Umgang mit dem Netz bestimmt. Was sich an den hilflosen Attacken (z.B. Sperren bestimmter, unbequemer Seiten) sichtbar macht, damit Sie wieder Kontrolle über die Kommunikation erhalten.
Die Hoffnung ist mehr auf Seiten des Kommerzes und deren Profiteure. Ein Unternehmer ist immer auch ein Pragmatiker und nutzt das Netz, wie er vorher das Radio, das Fernsehen oder die Presse benutzt hat.
Die Presse hat ein Problem. Sie verdient mit der Weitergabe von Informationen Geld. Das Netz stellt Informationen mit ungeheuerlicher Transparenz, kostenfrei aber Ungefiltert zur Verfügung. Hier ist Journalismus, aber kein Wischi-Waschi-, sondern ernsthafter Journalismus gefragt, um diese Datenmengen verständlich aufbereitet an den "mann" zu bringen.
Diese Qualität endscheidet, ob und wie der Intellektuelle und Nicht-Intellektuelle im Netz aufeinander reagieren. Kontroversen werden sofort sichtbar und ermöglichen wiederum eine interaktive Reaktion von Presse, Politik und Handel. Der Plattformbetreiber, hier z.B. die Zeit, ist als Moderator gefragt und wird entsprechend von Usern (früher Zeitungskäufer) hofiert- oder nicht. User von BILD.DE werden sich in Ihrer Zusammensetzung von Usern der ZEIT.DE oder SPIEGEL.DE unterscheiden (hoffe ich zumindest). Es ist also wie im wirklichen Leben, nur schneller und SICHTBARER.
Der Intellektuelle an sich kann mit "Hass" leben, wobei Hass hier bei diesem Artikel vermutlich das falsche Adjektiv ist, er erlebt Off-Line jeden Tag, daß Mitmenschen auf kritische Gedanken eher ablehnend bis wütend reagieren.
Zetti
Wenn man einen Sachverhalt nicht auch einem sechsjährigen vermitteln kann, sondern sich ungetreu Wittgenstein hinter möglichst nebulöser Sprache verstecken muss, dann liegt die Vermutung nahe, eben nicht jener strahlender Intelelle zu sein.
Im übrigen zu verkennen, dass gerade das deutsche Wikipedia sich seine Sympathie über die hohe Qualität der Beiträge verdient, spricht auch Bände.
Wenn "der Intellektuelle" sich versteckt hinter komplizierten Sätzen, um mir zu zeigen, dass er mir überlegen ist, oder gar, um sein Nicht-Wissen zu verstecken, sage ich "Käse - lern erstmal schreiben". Gar zu oft verweisen Autoren auf die Leseunfähigkeit der Leser - sind aber selber unfähig, kompliziertes und komplexes verständlich darzustellen. Nur wenige Autoren sind bereit an sich und ihrem Stil zu arbeiten um komplexe Sachverhalte mit einfachen Worten und kurzen Sätzen aufzubereiten. Vielleicht liegt das daran, dass gerade im Feuilleton viele Autoren nicht informieren wollen, sondern beeindrucken oder Nicht-Wissen verstecken?
Tipp: Lernen Sie Ihre Leserinnen kennen, nehmen Sie deren Bedürfnisse ernst. Ich lese, um informiert zu werden, um zu genießen, um klüger zu werden. Wenn es in Ihren Texten nur um Ihre Bedürfnisse geht (Seht her, wie toll ich bin), verweigere ich die Annahme.
Und erst wenn diese Bedingung erfüllt ist, reden wir über intellektuell, über die Platform, usw. Das sind Nebenkriegsschauplätze.
Ein schwacher Artikel eines selbsternannten Intellektuellen. Lautet die These am Anfang noch, dass der Intellektuelle mit Hass verfolgt werde, so wird er am Ende des Artikels ignoriert und geht unter - naja.
Menschen irren. So muss es manchmal auch Intellektuellen gehen. Daher kann auch Lieschen Müller, die nette Blumenverkäuferin mit Hauptschulabschluss, einen klügeren Beitrag verfassen als der selbsternannte Intellektuelle. Was steht dem Kommentar des Verwaltungsbeamten unter einem Artikel einer "Geistesgröße" der Zeit entgegen? Gerade bezahlte Berufsjournalisten müssen doch die Meinung ihres Hauses vertreten, auch sie schrieben und gehörten schon immer zur Masse.
Da ist offensichtlich jemand schwer verstimmt, dass die eigenen Intellektualität nicht ausreichend gewürdigt wird.
Keine ehrfürchtigen Zuhörer zu Füssen des Meisters hoch oben im Elfenbeinturm ? Keins ihrer Bücher ist bisher verbrannt worden ? Keine geifernden Kommentatoren, die Ihre Thesen verdammen ?
Nur ein lähmendes Gefühl eigener Unwichtigkeit ?
Und dann das : "Da der Intellektuelle aus der Mehrheitsdemokratie geistesaristokratisch herausragt, ist er der Einzige, der die Bedingungen der Staatsform, in der er lebt, zu reflektieren vermag."
Danach dürfte ihr Schreibgerät seufzend Selbstmord begangen haben, oder ?
Wir erleben gerade, wie "die Massen" lernen, erfahren, entdecken wie niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Da ist viel Müll und Dummheit. Da ist aber auch viel Toleranz, Teilen und fröhliche Respektlosigkeit.
Einige "Intellektuelle" haben da natürlich einen schweren Stand bei ihrer Suche nach Huldigung.
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