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Immer dreistere Werbekampagnen erobern die Straßen und Plätze. Doch nun wehren sich die ersten Städte.Von Hanno Rauterberg
http://www.zeit.de/2008/47/VermuellungImmer dreistere Werbekampagnen erobern die Straßen und Plätze. Doch nun wehren sich die ersten Städte.Von Hanno Rauterberg
http://www.zeit.de/2008/47/Vermuellung
Dieser Artikel. Völlig davon abgesehen dass es seitens der Kommunen schon längst genaue Vorschriften für die Errichtung von Werbeanlagen gibt, ist dieser Artikel schlichtweg eine Frechheit. Was wollen Sie eigentlich? Dass die Stadt aussieht wie vor der Erfindung des Schildes? Oder sind die netten hängenden Brezen und Schuhe aus dem Mittelalter in Ordnung? Haben Sie mal ein Bild einer Grossstadt vor 100 Jahren gesehen? Tun Sie das mal bevor sie Zitate sammeln und diese auch noch unkenntnisreich kommentieren Herr Rauterberg.
Zum öffentlichen Raum empfehle ich Ihnen mal "Die ausgestellte Stadt" von Michael Müller und Franz Dröge, Birkhäuser 2005. Am besten das Kapitel Medien - Räume und den Teil vorher: "Das urbane Museum". Im Zweifelsfall gilt dann: Weniger Schreiben und mehr Lesen. [entfernt, bitte mussbrauchen Sie nicht Ihr Gastrecht im Forum der Zeit und mäßigen Sie Ihre Ausdrucksweise/ Redaktion; svb]
Schon im Voraus: Vielen Dank dafür.
an der Boerse - wenngleich er selbst sich dersart nie bezeichnete; ich hingegen betrachte seine formulierten und zum großen Teil sehr pointierten Erfahrungen als sehr lehrreich und meisterhaft - praegte einst den Satz: An der Boerse ist eine halbe Wahrheit eine ganze Luege. Gilt dieser tatsächlich nur an der Boerse?
Auch ich finde den Artikel nicht wirklich gelungen in dem, was ich direkt lese.
Jedoch lese ich in diesem noch etwas anderes; ich meine das Wort hinter dem Wort, dem Zeitgeist folgend: Superlative. Gelten diese nicht aber für sämtliche Medien einschließlich der Zeit? Ist das also auch als Vorwurf gegen sich selbst und die zum Teil angewandten journalistischen Methoden zu verstehen? Was also bringt nun der Blick in den Spiegel? Bsp.: Was lehrte die Zeit die Kritik gegenüber dem Institut für rationelle Psychologie? Ich las noch keinen Artikel darüber, dass sich jemand hinsetzte, die alten Artikel, geschrieben und basiernd auf fehlerhaften, so gar falschen Zahlen, herausholte, um eben diese nicht nur revidieren sondern neu und im entsprechenden Zusammenhang darzustellen. Gilt die Zeit nicht als einer der Meinungsmacher, als ein Flaggschiff in diesem Land? Beruflich streife ich hin und wieder bei uns den Bereich des Marketing. Ganz ehrlich, es ist sehr schwer, die entsprechenden Seiten davon zu überzeugen (der Trendzug hält nun mal sehr verlockende Eintrittskarten parat), sich gerade von diesen wegzubewegen, hin zur einfachen Gestaltung, die möglich ist, dabei dennoch nicht das Ziel verfehlt.
Ganz sicher sollte und muss sich Werbung hinterfragen vor allem, weil die meisten über die enormen Kosten schimpfen. Größer, breiter, schneller... bedeutet nun mal zwangsläufig nicht auch besser zu sein.
Wenn's um Geld geht, gibt es nur ein Schlagwort: Mehr!(A. Kostolany).
In wie weit können auch sie sich, auch in ihrer Tätigkeit für die Zeit, von diesem Satz befreien? Ich lese permanent völlig übertriebene, in keiner Weise dem Inhalt entsprechende Überschriften, auch in der Zeit. Ist nun die Überschrift nicht der Spannung erzeugende Aufhänger zum weiteren Lesen des Artikels. Ist das also im weiten Sinn nicht auch Werbung nach dem Motto: Größer, weiter, mehr?
Reklamekritik ist so alt wie die Reklame, aber sie unterliegt einem grundsätzlichen Denkfehler. In einer freien Gesellschaft befinden sich Waren und Ideen im Wettbewerb und müssen daher um Aufmerksamkeit buhlen. Daß sich die Werbeformen weiterentwickeln ist ein Zeichen dafür, daß sich die Welt weiterdreht. Man kann manches als dreist empfinden, genauso aber auch als kreativ und lebendig. Über die gute alte Litfaßsäule regt sich heute niemand mehr auf, seinerzeit war auch sie ein lautes, buntes Novum im Stadtbild. Übrigens: Ohne Werbung hätte der Autor dieses Artikels vermutlich keinen Job. Auch Zeit-Online ist - wie die gesamte virtuelle Welt – voller Werbung. Was ist gegen freie, reklamebunte Städte einzuwenden? Oder möchte der Autor in Pjöngjang leben?
das an einer Hauswand hängt, unterliegt dem Baurecht und ist somit genehmigungspflichtig. Von einer Ohnmacht der Städte zu sprechen ist schlicht falsch.
Was sind die Unterschiede?
Wenn der Paul überall rumerzählt, er sei der beste Küsser in der Stadt, dann ist das Reklame.
Wenn der Paul dem Peter Geld gibt, damit der Peter überall erzählt, dass Paul der beste Küsser in der Stadt sei, so ist das Werbung.
Wenn aber der Paul die Paula dermassen küsst, das sie noch Tage später atemlos und leicht schieläugig und ganz und gar von sich aus jedermann erzählt, der Paul sei der beste Küsser in der Stadt, dann ist das Marketing.
Und: Wann sind Sie das letzte Mal von Marketing geküsst worden, statt von Werbung angebrüllt? Nur Qualität ist Qualität und spricht für sich. Alles andere ist alles andere.
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Alles, was gesagt werden kann, kann klar gesagt werden -
Ludwig Wittgenstein
Also erstens ist nicht die gesamte "virtuelle Welt" (ich nehme mal an, dass sie mit diesem antiquierten Begriff das WWW meinen) voll mit Werbung. Viele Blogs und allen voran, das Flagschif der neue Bildungbürger, die Wikipedia ist frei von Werbung. Auch andere digitale Welten wie Online Spiele sind praktisch immer frei von Werbung.
Was es gegen reklamebunte (zumal deutsche) Städte einzuwenden gibt ist ganz einfach: Ästhetik und Gemeinwohl. Dass jede Ecke unserer ohnehin schon städtebaulich und ästhetisch geschundenen Städte auch noch durch Kommerz in den nächsten Kreis der Hölle der Häßlichkeiten gezogen werden muss, ist schlicht selbstzerstörerisch.
Der öffentliche Raum gehört uns. Und wie befreit er ohne Werbung wirkt, und wie erleichtert Menschen ihn aufnehmen, kann man immer dort sehen, wo es die Werbung noch nicht hingeschafft hat. Die niegelnagelneue Hamburger Hafencity z.B. ist trotz ihres Baustellencharakters inzwischen weit attraktiver als der mit Werbung zugedröhnte Jungfernstieg.
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der geist in der maschine
Was bedeutet bitte "Graunenhaft"?
Und warum erwähnen Sie "Die ausgestellte Stadt"? Wollen Sie uns nicht an den dort vorgebrachten Argumenten teilhaben lassen?
Ja, ich habe Bilder einer Großstadt von vor 100 Jahren gesehen -- wieso?
1) nachdenken 2) argumentieren 3) korrekturlesen
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"Woher nehme ich nur die Zeit, das alles nicht zu lesen." (Karl Kraus)
@ schwarzbart
Ihre Geschichte von Paul, Paula und Peter gefällt mir! Ist das nun Werbung, Kommunikation oder Marketing?
Eigentlich egal; merkfähig sind diese Zeilen auf jeden Fall. Und um diese Nachhaltigkeit ringt die heutige "Reklame" in zunehmendem Maße.
Manche Riesenposter sind in der Tat viel zu groß... für eine Kleinstadt.
Es gab Zeiten, da rissen sich die Werber am Donnerstag den "stern" gegenseitig aus den Händen. Aber nicht, um die von Rolf Gillhausen zu verantwortenden redaktionellen Seiten zu beäugen, sondern um die ein-eintel- und doppelseitigen Anzeigen zu bestaunen.
Das scheint vorbei - dafür wird der Werbedruck (Quantität) vor Ort erhöht.
Besten Dank an Hr. Rauterberg für den Artikel, auch wenn er wenig Neues oder Überraschendes zutage bringt. Viele Leserkommentare unterliegen alten und weit verbreiteten Meinungen, die streitbar sind.
Erstens: Aussenwerbung ist nicht gleich Werbung. Jedes Werbemedium hat seine spezifischen Eigenschaften und speziellen Ansprüche, die es an Konsumenten, Bürger und die Gesellschaft stellt. Aussenwerbung ist die einzige dominante Werbeform im öffentlichen Raum. Es ist die einzige legale Werbeform, die nicht ausgeschaltet, überblättert oder umgangen werden kann - und damit geniesst sie ein besonderes Privileg (kein Recht!). In Massenmedien finanziert die Werbung die Information. Aussenwerbung finanziert jedoch den öffentlichen Raum nicht massgeblich.
Zweitens: Der Vergleich mit kommunistischen Staaten ist schlicht nicht zulässig. Wie bereits Vilém Flusser bemerkt hat, sind die Städte in Staaten mit mehr oder minder freien Marktwirtschaft im Gegensatz zum Kommunismus durch Farbe geprägt - auch ohne Werbeplakate.
Drittens: Der öffentliche Raum ist einerseits der Ort für den freien Meinungsaustausch, andererseits für den Markt. Diese beiden Funktionen waren jedoch bereits in der griechischen Agora getrennt. Heute sind die Werbeplakate omnipräsent, die Diskussion um Werte und Gesellschaft hat sich in die Medien, Ratshäuser, Privathäuser zurückgezogen.
Viertens: Das Universum der auf Plakatflächen beworbenen Marken ist klein und es sind immer bereits etablierte Marken mit ansehlichen Werbebudgets, die es sich leisten. Das Buhlen um Aufmerksamkeit nützt nur etwas bei sehr kleinen Mengen von Angeboten, bis ca. 7 können wir sie noch wahrnehmen. Alles darüber hinaus nützt nichts. Und heute sind wir je nach Schätzung mit 1500-15'000 Werbebotschaften täglich konfrontiert.
Meine Buchhinweise:
Howard Gossage, Ist die Werbung noch zu retten?
Dempf & Mattl, Delete! Die Entschriftung des öffentlichen Raums
Und eine sehr informative Website:
http://www.plakat-raum-ge...
Sie postulieren:
"In einer freien Gesellschaft befinden sich Waren und Ideen im Wettbewerb und müssen daher um Aufmerksamkeit buhlen."
Gilt das nicht eher für eine Ökonomie, die künstlich Bedürfnisse und Nachfrage erzeugen will?
Und wenn "um Aufmerksamkeit buhlen" primär mit dem menschlichen Sexualtrieb in Verbindung steht -- sex sells -- warum sind dann die Bürger gegen Prostitution vor ihrer Haustüre? Vielleicht weil nicht Alles jederzeit und überall zur Ware werden sollte?
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"Woher nehme ich nur die Zeit, das alles nicht zu lesen." (Karl Kraus)
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